Mardochäus wird über das Haus der Königin gesetzt (V. 2) 2. Esther erlangt einen vollständigen Sieg für ihr Volk. (8,3 – 10,3) [Est 16,1-24] A. Esther bittet den König, durch einen neuen Erlass den des Aman abzuändern und die Juden zu retten. (V. 6) Der König erlässt eine Kundgebung, dass es ihm wohlgefalle, wenn der erste Erlass nicht zur Ausführung komme, und gibt den Juden Erlaubnis, sich am 13. Adar gegen ihre Feinde zu verteidigen und deren Güter an sich zu reißen. (V. 12) [Est 16,1-24] Dieser Gnadenerlass erregt bei den Juden große Freude.
Die Ausgaben hier ordnen dieses Buch unterschiedlich an, sodass dieselbe Kapitel- und Versnummer in jeder einen anderen Text bezeichnet.
1An jenem Tage schenkte der König Assuerus der Königin Esther das Haus Amans,Seine ganze Habe und seine ganze Beute. Das Vermögen des Hingerichteten wurde also konfisziert. - des Feindes der Juden, und Mardochäus trat vor das Angesicht des Königs;Wie die höchsten Reichsbeamten, als Verwandter der Esther, denn für die Entdeckung der Verschwörung war er schon belohnt [Est 6,11]. - denn Esther hatte ihm mitgeteilt, dass er ihr Oheim sei.2 Und der König nahm den Ring, den er Aman abzunehmen befohlen hatte, und gab ihn dem Mardochäus.Dies verlieh ihm das gleiche Recht, das Aman [Est 3,10] erlangt. - Esther aber setzte Mardochäus über ihr Haus.3 Damit nicht zufrieden, warf sie sich dem König zu Füßen und flehte ihn weinend an, er möchte die Bosheit Amans, des Agagiters, und seine bösen Anschläge, die er gegen die Juden ausgedacht, vereiteln lassen.Dies Reden war wieder ein Wagnis. Die Rede selbst wird V. 5, V. 6 mitgeteilt. -4 Da streckte er nach Gewohnheit das goldene Zepter aus, denn so ward das Zeichen einer Gnade gegeben, und sie stand auf und trat vor ihn hin5 und sprach: Gefällt es dem Könige und habe ich in seinen Augen Gnade gefunden und scheint ihm nicht meine Bitte widerwärtig, so bitte ich, man möge die früheren Schreiben Amans, des Verfolgers und Feindes der Juden, durch die er befohlen, sie in allen Ländern des Königs umzubringen, durch neue Schreiben widerrufen.6 Denn wie könnte ich den Untergang und den Tod meines Volkes ertragen?7 Da antwortete der König Assuerus der Königin Esther und Mardochäus, dem Juden: Das Haus Amans habe ich Esther geschenkt und ihn selbst an das Kreuz heften lassen, dafür, dass er es gewagt hat, an die Juden Hand zu legen.Damit habe ich meine gnädige Gesinnung gegen dich und dein Volk gezeigt. Aber ein mit allen Formalitäten erlassenes Gesetz vermag selbst der König nicht zurückzunehmen. -8 So schreibet also den Juden im Namen des Königs, wie es euch gefällt, und siegelt die Briefe mit meinem Ringe. Denn es war Herkommen, dass den Schreiben, die im Namen des Königs erlassen wurden und mit seinem Ringe gesiegelt waren, niemand widersprechen durfte.9 Da wurden die Schreiber und Abschreiber des Königs gerufen (es war aber die Zeit des dritten Monats, der SibanBabylonisch Sivanu. - heißt), und am dreiundzwanzigsten Tage desselben wurden, wie es Mardochäus gewollt, SchreibenDer Wortlaut desselben wird [Est 16] geboten. - an die Juden ausgefertigt und an die Fürsten und die Statthalter und die Richter, welche über die hundertundsiebenundzwanzig Landschaften gesetzt waren, von Indien an bis nach Äthiopien, von Land zu Land und von Volk zu Volk nach ihren Sprachen und Schriften, und an die Juden, so wie sie es lesen und verstehen konnten.10 Und die Schreiben, welche im Namen des Königs gesandt wurden, waren mit seinem Ringe gesiegelt und wurden durch Eilboten geschickt, die durch alle Länder eilen und den früheren Schreiben durch die neue BotschaftIhrer umgeänderten Vollstreckung. - zuvorkommen sollten.11 Diesen befahl der König, sich zu den Juden in allen Städten zu begeben und ihnen zu befehlen, sie sollten sich zusammenscharen, um für ihr Leben einzustehen und alle ihre Feinde mit Weibern und Kindern und deren ganze Familien zu töten und zu vertilgen und ihre Habe als Beute an sich zu nehmen.Durch diese Erlaubnis zur Gegenwehr ward der erste Befehl [Est 3,13] nicht aufgehoben, aber doch unschädlich gemacht. -12 Auch ward in allen Landschaften ein Tag der Rache bestimmt, nämlich der dreizehnte des zwölften Monats Adar.
Abschrift des Briefes, welchen der König Artaxerxes für die Juden in allen Landschaften seines Reiches sandte. Auch dies findet sich nicht im hebräischen Texte.
12d Artaxerxes, der große König von Indien bis Äthiopien, entbietet den hundertsiebenundzwanzig Statthaltern und den Fürsten, die unsern Befehlen gehorchen, Gruß!12e Viele haben die Güte der Fürsten und die Ehre, die ihnen verliehen worden, zur Überhebung missbrauchtHinweis auf Aman, genauer V. 12. -12f und suchen nicht nur, die Untertanen der Könige zu unterdrücken, sondern können nicht einmal die ihnen verliehene Ehre ertragen und bereiten denen Nachstellungen, welche ihnen dieselbe verliehen haben.12g Nicht zufrieden damit, für die Wohltaten nicht zu danken und an sich schon die Rechte der Menschlichkeit zu verletzen, meinen sie auch, sie könnten dem Urteile des allsehenden Gottes entgehen.12h Und in solchen Wahnsinn gerieten sie, dass sie jene, welche die ihnen anvertrauten Ämter eifrig versehen und alles so verrichten, dass sie jedermanns Lob würdig sind, durch die Fallgruben der Lügen zu stürzen suchen,12i indem sie die arglosen Ohren der Fürsten, welche andere nach sich selbst beurteilen, mit listigem Betruge täuschen.12k Solches lässt sich ebenso aus den alten GeschichtenReichschroniken. - beweisen, wie aus dem, was sich täglich begibt, wie das Streben der Könige durch die bösen Einflüsterungen einiger verkehrt wird.12l Darum muss für den Frieden aller Landschaften Vorsehung getroffen werden.12m Ihr dürft auch nicht meinen, dass dies aus einer Leichtfertigkeit unseres Gemütes herrührt, wenn wir Verschiedenes befehlen, sondern dass wir nach der Beschaffenheit und dem Bedürfnisse der Zeiten Beschlüsse fassen, wie es das Wohl des Gemeinwesens erheischt.Griech.: demnach werden wir dies Reich ungefährdet allen Menschen in Frieden darstellen, indem wir Wandel schaffen (der veränderten Lage Rechnung tragen) und das uns vor Augen Kommende stets mit milder Billigkeit schlichten. Wie denn Aman usw. -12n Und damit ihr deutlicher versteht, was wir sagen: Aman, der Sohn Amadathis, von Gesinnung und Geschlecht ein MacedonierVielleicht allgemein für Ausländer. - und dem Blute der Perser fremd, der unsere Güte durch seine Grausamkeit befleckt hat, war von uns als Fremdling aufgenommen12o und hatte solche Herablassung von uns an sich erfahren, dass wir ihn unseren Vater nannten und er von allen als der nächste nach dem Könige verehrt wurde,12p dieser wurde so anmaßend und aufgeblasen, dass er uns Reich und Leben zu rauben suchte.12q Denn er verlangte, durch neue und unerhörte Ränke den Mardochäus, durch dessen Treue und Wohltat wir leben, und Esther, die Mitgenossin unserer Herrscherwürde, samt ihrem ganzen Volke dem Tode zu weihen.12r Er hatte im Sinne, nach ihrer Ermordung, wenn wir ohne Stütze wären, unserer Person nachzustellen und das Reich der Perser auf die MacedonierAuf seine Nation in seiner Person. - zu übertragen.12s Wir fanden aber, dass die von dem Nichtswürdigsten der Sterblichen zum Tode bestimmten Juden ganz und gar unschuldig waren, ja im Gegenteil gerechte Gesetze haben12t und Söhne des höchsten und größten GottesDer König war durch Esther und Mardochäus soweit mit dem jüdischen Kult bekannt geworden, dass solche Ausdrücke ihm nicht fern lagen. - sind, der immerdar lebt, durch dessen Gnade uns und unsern Vätern die Herrschaft übergeben ist und bis auf diesen Tag erhalten wird.12u Darum wisset, dass die Schreiben, welche er unter unserm Namen ausgesandt hatte, ungültig sind.Insoweit der nachfolgende Befehl sie aufhebt. -12v Für diese verruchte Tat ist sowohl er, der Anstifter, wie sein ganzes Geschlecht vor den Toren dieser Stadt, das ist Susan, aufgehängt, indem nicht wir, sondern Gott ihm vergalt, was er verdiente.12x Dieser Erlass aber, den wir jetzt senden, ist in allen Städten bekannt zu machen, dass es den Juden freistehen soll, nach ihren Gesetzen zu leben.12y Und ihr sollt denselben behilflich sein, damit sie diejenigen, welche sich zu ihrer Ermordung gerüstet hatten, am dreizehnten Tage des zwölften Monats,Vergl. [Est 1,6]. - welcher Adar heißt, töten können,12z denn diesen Tag der Trauer und Betrübnis hat Gott, der Allmächtige, für sie in Freude verwandelt.12aa Darum nehmet auch ihr diesen Tag unter die Zahl der Festtage auf und feiert ihn mit aller Freude, damit man auch in Zukunft erkenne,12bb dass alle, welche den Persern treu gehorsam sind, den verdienten Lohn für ihre Treue erhalten, jene aber, die ihrer Herrschaft Nachstellungen bereiten, um ihres Frevels willen zu Grunde gehen.Nach dem Griech. ist von dem Tage die Rede, damit der Tag jetzt und in Zukunft euch und den wohlgesinnten Persern zum Heil gereiche, denen aber, die uns nachstellen, ein Angedenken an das Verderben. -12cc Jedes Land aber und jede Stadt, die an dieser Feier nicht teilnehmen wollte,Griech.: die nicht darnach handelt. soll mit Feuer und Schwert vernichtet und so verwüstet werden, dass sie nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere auf ewig zur Öde wird, als warnendes Beispiel für Verachtung und Ungehorsam.13 Der Inhalt des Schreibens war dieser: Es sollte in allen Ländern bei den Völkern, die unter des Königs Assuerus Herrschaft standen, kund werden, dass die Juden bereit seien, Rache an ihren Feinden zu nehmen.14 Da zogen die Eilboten, welche die Botschaft bringen sollten, eiligEbenso [Est 3,15]. - aus und der Erlass des Königs ward auch in Susan angeschlagen.15 Mardochäus aber ging aus dem Palaste von dem Könige hinweg, in königlichen Gewändern herrlich strahlend,Nachdem ihm die Rettung seines Volkes gelungen, zeigt er sich in feierlicher Amtskleidung öffentlich. Gegensatz zu [Est 4,1]. - nämlich in hyazinthfarbigen und hellen, und trug eine goldene Krone auf dem Haupte und war mit einem seidenen,Nach dem Hebr. war der Mantel von Byssus. - purpurnen Mantel bekleidet. Und die ganze Stadt frohlockte und freute sich.Weil keine größeren Unruhen mehr zu befürchten waren. -16 Für die Juden aber schien ein neues Licht aufzugehen, Freude und Ehre und Wonne.Gegensatz zu [Est 4,3]. -17 Bei allen VölkernNach dem Hebr. bei den Juden. in allen Städten und Ländern, in die der Befehl des Königs kam, war erstaunlicher Jubel und Freudenmahle und Gastereien und festliche Zeit, so dass viele von andern Völkern und Glaubensgenossen zu der Religion und den Gebräuchen der Juden übergingen, denn alle hatte großer Schrecken vor dem Namen derselben befallen.