Die achte Plage, Heuschrecken. (V. 20) 5. Die neunte und zehnte Plage. [2Mos 10,21-36] Die neunte Plage, Finsternis.
1Da sprach der Herr zu Moses: Gehe zu Pharao;Die Größe des Wunders besteht in der Voraussagung der Zeit (V. 4) und der Größe (V. 6), sowie dass es auf Moses Gebet beginnt und auf dasselbe weicht. Auf die Androhung der Plage hin will Pharao, dem Drängen der Hofleute weichend, die männlichen Israeliten in die Wüste ziehen lassen. Als die Plage eingetreten, bittet er Moses um dessen Fürsprache. - denn ich habe sein und seiner Diener Herz verhärtet, dass ich an ihm diese meine Wunderzeichen tue2 und du vor deinen Söhnen und deinen Enkeln erzählest, wie oft ich die Ägypter geschlagen und meine Wunderzeichen an ihnen getan habe, und dass ihr erkennet, dass ich der Herr bin.Der Grund der bisherigen Verhärtung wird angegeben, damit Moses nicht das Vertrauen verliere. -3 Moses also und Aaron begaben sich zu Pharao und sagten zu ihm: So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Wie lange weigerst du dich, dich mir zu unterwerfen? Lass mein Volk ziehen, dass es mir Opfer bringe!4 Wenn du aber widerstrebst und es nicht ziehen lassen willst, siehe, so werde ich morgen Heuschrecken in dein Land einfallen lassen,5 und sie sollen das ganze Land bedecken, dass man vom Boden nichts mehr sehen kann, und verzehren, was noch vom Hagel übrig gelassen ist; denn sie werden alle Bäume, die auf dem Felde grünen, zernagenVergl. [2Mos 9,19]. -6 und werden deine Häuser, und die Häuser deiner Diener und aller Ägypter in einer Menge erfüllen, wie sie deine Väter und deine Ahnen nicht gesehen haben, seit sie zur Welt geboren worden, bis auf den heutigen Tag. Und er wandte sich und ging von Pharao hinaus.Da Moses sah, dass der König verstockt war. -7 Da sprachen die Diener PharaosEntweder die V. 1 erwähnten, deren Herz verhärtet war, oder die [2Mos 9,20] genannten. - zu ihm: Wie lange sollen wir dies Ärgernis dulden? Lass doch die Leute ziehen, dass sie dem Herrn, ihrem Gott, Opfer bringen; siehst du denn nicht,Hebr.: noch nicht. Die Höflinge ziehen das Recht des Königs, die Hebräer festzuhalten, nicht in Zweifel, aber zeigen ihm die Notwendigkeit, auf dasselbe des öffentlichen Wohles wegen zu verzichten. - dass Ägypten zu Grunde geht?8 Und sie riefen den Moses und Aaron zu Pharao zurück. Er sprach zu ihnen: Ziehet hin, bringet dem Herrn, eurem Gott, Opfer;In der Wüste. Zwar verzichtet er auf das Begehren [2Mos 8,25], dass Israel in Ägypten opfern soll, doch sucht er sich auf andere Weise ihre Rückkehr zu sichern. - wer sind denn die, welche hingehen sollen?Es wird doch nur ein Teil von euch fortziehen? -9 Moses sprach: Wir wollen mit unsern Kindern und Greisen, den Söhnen und Töchtern, mit Schafen und Rindern ziehen;Auch mit den Frauen. - denn es ist ein Fest des Herrn, unseres Gottes.Alle müssen teilnehmen. Wie viel Opfer wir bringen werden, wissen wir nicht, müssen also alles mit uns nehmen. Diese Feierlichkeit hatte Gott [2Mos 3,12] angeordnet und zugleich vorausgesagt, dass die Israeliten nicht nur ihr Eigentum, sondern auch vieles von den Ägyptern mitnehmen würden. Der letzte Grund, warum die Hebräer alles mitnehmen, ist weil sie nicht wiederkehren wollen, doch diesen führt Moses nicht an. -10 Da antwortete Pharao: Der Herr sei so mit euch, wie ich euch und euere Kinder ziehen lassen will; wer soll noch zweifeln, dass ihr Arges im Sinne habt?Hebr.: Sehet, dass die Bosheit, die ihr tun wollt, auf eurem Angesichte ist; sehet, ihr sinnt Böses. -11 Nicht also! sondern ihr Männer allein gehet hin und bringet dem Herrn Opfer, denn das habt ihr ja selbst verlangt.Zum Opfern reichen die Männer aus. - Und sofort wies man sie hinaus vom Angesichte Pharaos.12 Der Herr aber sprach zu Moses: Strecke deine Hand über das Land Ägypten nach den Heuschrecken aus,Sie gleichsam herbeirufend. - dass sie heraufkommen und alle Gewächse wegfressen, welche der Hagel übriggelassen hat.13 Da streckte Moses seinen Stab über das Land Ägypten aus; und der Herr ließ einen heißen Wind den ganzen Tag und die ganze Nacht wehen; und als es Morgen ward,Am andern Tage (V. 4). - hob der heiße WindAus Arabien herkommend. - die Heuschrecken auf.14 Diese kamen über das ganze Land Ägypten herauf, und ließen sich in allen Orten Ägyptens in solch ungeheurer Menge nieder, wie vorher nie dagewesen, noch künftighin je sein wird.Hyperbolisch. -15 Und sie bedeckten den ganzen Boden des LandesHebr.: Das Land ward verfinstert. - und verwüsteten alles. So ward alles Grün weggefressen, und was von Früchten an den Bäumen war, was der Hagel übrig gelassen hatte; und es blieb durchaus nichts Grünes an den Bäumen und an den anderen Pflanzen in ganz Ägypten.16 Darum berief Pharao eilig Moses und Aaron und sprach zu ihnen: Ich habe gesündigt wider den Herrn, euren Gott, und wider euch.Dieses Mal beeilt sich Pharao, denn diese Plage berührt ihn näher, da auf der Ernte die Hoffnung des nächsten Jahres beruhte. -17 Aber vergebet mir die Sünde noch dieses Mal, und bittet den Herrn, euern Gott, dass er diesen Tod von mir abwende.18 Da verließ Moses den Pharao und betete zum Herrn.19 Dieser aber ließ einen sehr starken Wind von Westen her wehen, der hob die Heuschrecken auf und warf sie in das rote Meer; und es blieb nicht eine im ganzen Umkreise von Ägypten zurück.20 Aber der Herr verhärtete das Herz Pharaos, und er ließ die Söhne Israels nicht ziehen.21 Und der Herr gebot Moses: Strecke deine Hand aus zum Himmel empor, es soll Finsternis über das Land Ägypten kommen, so dicht, dass man sie greifen kann.Die neunte Plage: die Finsternis
Gustave Doré (1832-1883), La Grande Bible de Tours (Alfred Mame et fils, Tours, 1866)
The Doré Bible Illustrations (Dover Publications, 1974) — Bilder bereitgestellt von Rev. Felix Just, S.J.22 Da streckte Moses seine Hand aus zum Himmel empor, und es entstand eine schreckenerregende Finsternis drei Tage lang im ganzen Lande Ägypten.23 Niemand sah seinen Nächsten, oder bewegte sich von der Stelle, an welcher er war; überall aber, wo die Söhne Israels wohnten, war es Licht.24 Da ließ Pharao Moses und Aaron rufen und sagte zu ihnen: Gehet hin, bringet dem Herrn Opfer; nur eure Schafe und Rinder mögen zurückbleiben,Als Pfand eurer Wiederkehr. V. 10 hatte er dies noch nicht abgeschlagen. Ob er sein Versprechen aufrichtig meint oder nur die Israeliten auf die Probe stellen will, welches ihre wahre Absicht ist? - eure Kinder mögen mit euch gehen.25 Moses entgegnete: Du musst uns auch Schlachtopfer und Brandopfer mitgeben, damit wir sie dem Herrn, unserm Gott, darbringen können.Entweder ironisch: du wirst uns also wohl Opfer verschaffen, so dass wir unsere Herden nicht mitnehmen dürfen? Oder besser: Alle Herden der Hebräer sind Pharaos Eigentum; gestatte also, dass wir dieselben mit uns fortführen. -26 Alle Herden müssen mit uns ziehen; nicht eine Klaue darf von dem zurückbleiben, wasHebr.: Weil wir von ihnen nehmen werden, um dem Herrn, unserm Gott, Opfer darzubringen. Hieraus konnte Pharao klar erkennen, dass Moses nicht an die Rückkehr, sondern an den Abzug dachte, sonst war es genug, von jeder Art eine bestimmte Anzahl von Tieren mitzunehmen. - zum Dienste des Herrn unsers Gottes erfordert wird; besonders da wir nicht wissen, was zu opfern ist, bis wir an den Ort selbst kommen.27 Aber der Herr verhärtete das Herz Pharaos, und er wollte sie nicht ziehen lassen.28 Da sprach Pharao zu Moses: Gehe hinweg von mir, und hüte dich, ferner vor meine Augen zu kommen! Denn an dem Tage, an welchem du dich vor mir zeigst, bist du des Todes.29 Moses antwortete: Es geschehe, wie du gesagt hast; ich will fortan nicht mehr vor dein Angesicht treten.Worte des Zornes, welche die Bedingung einschließen: Wenn die Umstände sich nicht ändern. Freiwillig komme ich nicht wieder.