Exodus 13

3.) Das göttliche Gesetz über die Erstgeburt mit der Mahnung Moses, die durch Gottes Hand gewirkte Befreiung zu feiern. (V. 1 – 16) A. Gesetz über die Erstgeborenen. (V. 2) B. Die Feier, der durch Gottes Hand bewirkten Befreiung. (V. 3 – 16): Eingang (V. 4), die Feier (V. 16): a. Durch das ungesäuerte Brot. (V. 10) b. Durch die Heiligung der Erstgeborenen. (V. 16) 4) Grund der Reise. (V. 19) II. Aus Sokoth nach Etham. (V. 20 – 22)

Und der Herr redete zu Moses und sprach: Weihe mir alles Erstgeborne, das unter den Söhnen Israels den Mutterleib öffnet, Menschen oder Tiere; denn mein ist alles. Gott bestätigt hier eine schon bestehende Gewohnheit. Schon Abel brachte von den Erstgeburten der Herde dar. Auch in der Wüste ward diese Sitte beobachtet, wie [4Mos 3,11] zeigt. Vergl. [2Mos 22,29ff]. Da Gott alles gehört, muss ihm wenigstens ein Teil dargebracht werden, und zwar, um seine Erhabenheit über die Menschen zu kennzeichnen, nicht der bessere, sondern der erste. Vergl. [3Mos 27,27, 5Mos 15,21ff]. Die erstgeborenen Söhne waren freilich den Eltern auch besonders teuer. Die Erstgeborenen Israels sind Gott zu weihen, ebenso die männliche Erstgeburt des Viehes, weil er diese verschont hat. Mit Recht also sagt Gott: Sie sind mein. [3Mos 27,26] - Und Moses sprach zum Volke: V. 3 – 16. Rede Moses, doch nicht auf Gottes Gebot: Vordersatz V. 5 – 7 und 11 – 13. Nachsatz V. 8 – 10 und 14ff. In der Wüste prägte Moses diese Vorschrift jährlich ein. - Gedenket dieses Tages, an welchem ihr aus Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft, gezogen seid, denn mit starker Hand hat euch der Herr von dort weggeführt; darum sollt ihr kein gesäuertes Brot essen! Heute, im Monate der neuen Früchte, zieht ihr aus. Und wenn dich der Herr in das Land der Chananiter, Hethiter, Amorrhiter, Heviter, und Jebusiter Alle in Palästina wohnenden Völkerschaften. - führt, das er dir geben will, wie er deinen Vätern geschworen hat, das Land, welches von Milch und Honig fließt, so sollst du diese heilige Sitte in diesem Monat beobachten. Sieben Tage sollst du Die von V. 5 an angewendete Einheit deutet ein Gesetz an, da die alten Gesetze in diese gekleidet wurden. - ungesäuertes Brot essen; und am siebenten Tage soll ein Fest des Herrn sein. Ungesäuertes Brot sollt ihr sieben Tage essen; Hebr.: wird verzehrt werden. - nichts Gesäuertes soll sich bei dir vorfinden in deinem gesamten Gebiete. [2Mos 12,15]: Häusern. - Und an jenem Tage sollst du deinem Sohne erzählen und sagen: Dies geschieht Deswegen halte ich die Vorschrift betreffs der ungesäuerten Brote. - für das, was mir der Herr erwiesen hat, als ich aus Ägypten auszog. Und es Die Beobachtung der Vorschrift über das ungesäuerte Brot. - sei dir wie ein Zeichen auf deiner Hand, Was in der Hand ist, kann man nicht vergessen. - und wie ein Gedenkzeichen vor deinen Augen, Richtiger: Zwischen. Was auf der Stirn ist, kann nicht verborgen bleiben. Aus dieser Stelle leitet sich der Gebrauch der Phylakterien (Denkzettel [Mt 23,5]) bei den Juden her. - und damit das Gesetz des Herrn stets in deinem Munde Also auch im Herzen. - sei; denn mit starker Hand hat dich der Herr aus Ägypten geführt, Also verdient er es, dass du seiner Wohltaten gedenkest. - Beobachte diese Satzung zur festgesetzten Zeit von Jahr zu Jahr. Das Gesetz der ungesäuerten Brote ist neu. Was Moses hier vorschreibt, ist nicht die Sache, sondern die den Nachkommen zu gebende Erklärung. - Und wenn dich der Herr in das Land der Chananiter gebracht hat, wie er es dir und deinen Vätern geschworen hat, und es dir gibt, so Nach dem hebr. zu konstruieren: Wenn dich Gott führt und du absonderst. - sollst du alles, was zuerst den Mutterleib öffnet, und das Erstgeborne unter deinem Vieh, dem Herrn absondern; was immer männlichen Geschlechtes ist, sollst du dem Herrn weihen. Die Erstgeburt des Esels sollst du mit einem Schafe auswechseln; Diese waren ihnen notwendig, der Esel nämlich hat jährlich nur ein Junges. [3Mos 27,27, 4Mos 18,15] ist wohl der Art nach von reinen Tieren die Rede, jedenfalls sind dies solche, welche wegen irgend eines Mangels unrein sind. - wenn du sie aber nicht auslösest, sollst du sie töten. Aber jeden Erstgebornen unter deinen Söhnen sollst du mit Geld auslösen. Hierdurch sind folgerichtig Menschenopfer verworfen. - Und wenn dich dein Sohn dereinst frägt und sagt: Was ist dies? so sollst du ihm antworten: Mit starker Hand hat uns der Herr aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft, weggeführt. Denn als Pharao verhärtet war und uns nicht ziehen lassen wollte, tötete der Herr alle Erstgeburt im Lande Ägypten, sowohl die Erstgebornen der Menschen, wie die Erstgeburt des Viehes; darum bringe ich dem Herrn alles Männliche, was den Mutterleib öffnet, zum Opfer und löse jeden Erstgebornen unter meinen Söhnen aus. Es soll dir also wie ein Zeichen an deiner Hand sein, und wie ein Gedenkzeichen, das zwischen deinen Augen hängt, daran, dass der Herr uns mit starker Hand aus Ägypten weggeführt hat. Als nun Pharao das Volk hatte ziehen lassen, führte Gott sie nicht auf dem Wege durch das Gebiet der Philister, welcher der nächste ist; War. Gott, der gegen die sein Volk bedrückenden Ägypter so viel Wunder getan, wollte den Philistern gegenüber nicht das Gleiche tun. - denn er gedachte, Gott sieht mit Sicherheit voraus, was unter jeder Bedingung geschehen würde. - es möchte das Volk reuen, wenn es sich in Kampf verwickelt sähe, und es möchte wieder nach Ägypten zurückkehren; sondern er führte sie auf einem Umwege durch die Wüste am roten Meere; und die Söhne Israels zogen gewaffnet aus dem Lande Ägypten. Nicht alle 100000, die mit Moses ausgezogen, waren natürliche Söhne Abrahams (vergl. [2Mos 12,38]), sondern solche durch die Beschneidung geworden, welche sie einem Stamme angliederte und einer Familie zuteilte. (Vergl. [2Mos 6,18]) Siehe [1Mos 34,16]. Die ältesten Israeliten nahmen die verheißene Nachkommenschaft Abrahams weniger in fleischlichem Sinne, deshalb aber in richtigerem, als die späteren Pharisäer. Bewaffnet: Vergl. [1Mos 15,16]. Das Gleiche [2Mos 6,26, 2Mos 12,41.51]. Die Israeliten folgen dem Westufer der Halbinsel Sinai. Die lybische und arabische Wüste hießen bei den Ägyptern das rote Land, daher auch dieses Meer des roten Landes. - Auch nahm Moses die Gebeine Josephs mit sich, weil dieser die Söhne Israels beschworen und gesprochen hatte: Gott wird euch heimsuchen; alsdann führet meine Gebeine von hier mit euch hinweg. Der heilige Stephan nennt [Apg 7,14] Sichem statt Hebron. [1Mos 49,13] Der Acker war nicht von Abraham, sondern von Jakob gekauft. [2Mos 33,19, Joh 24,32] - Und sie brachen von Sokoth auf und lagerten sich in Etham, Grenzfestung der Ägypter. - am äußersten Rande der Wüste. Der Herr aber zog vor ihnen her, um ihnen den Weg zu zeigen, des Tags in einer Wolkensäule, und des Nachts in einer Feuersäule; Von hier an führt sie die Wolke. - um ihr Führer auf dem Zuge zu sein, bei Tag und bei Nacht. Niemals wich die Wolkensäule bei Tag, oder die Feuersäule bei Nacht von dem Volke. Diese Worte sind eine gewisse Zeit nach dem Auszuge geschrieben. Die Wolkensäule ruhte auf dem Berge Sinai [2Mos 19,9.16] und dann auf der Bundeslade [2Mos 40,34ff, 4Mos 9,15ff, 2Mos 10,11ff]. Von da an ging die Bundeslade vor dem Volke her, wie zuvor die Wolke allein. Säule heißt die Wolke einer gewissen Ähnlichkeit entsprechend.

Zitiert in 22