Exodus 16

VI. Von Elim in die Wüste Sin. (Kap. 16): 1. Verheißung einer Himmelsspeise. (V. 8) 2. Gewährung der Himmelsspeise. (V. 15) 3. Dreifache Versuchung des Volkes. (V. 16 – 30): A. Erste Versuchung (V. 18) B. Zweite Versuchung. (V. 21) C. Dritte Versuchung. (V. 30) 4. Das Manna betreffende Ergänzungen.

Von Elim zogen sie weiter, und die ganze Menge der Söhne Israels kam in die Wüste Sin, Vergl. [4Mos 33,11]. - welche zwischen Elim und dem Sinai liegt, am fünfzehnten Tage des zweiten Monats, Sie brauchten also einen Monat, um hierher zu kommen. Bis dahin reichten die mitgenommenen Vorräte. - seitdem sie aus dem Lande Ägypten ausgezogen waren. Da murrte die ganze Gemeinde der Söhne Israels gegen Moses Der zu Gott betete. - und Aaron in der Wüste. Und die Söhne Israels sprachen zu ihnen: Wären wir doch durch die Hand des Herrn im Land Ägypten gestorben, als wir bei den Fleischtöpfen saßen und uns satt aßen am Brot; warum habt ihr uns in diese Wüste geführt, um dieses ganze Volk durch Hunger zu töten? Der Herr aber sprach zu Moses: Siehe, ich werde euch Brot Speise. - vom Himmel regnen lassen; so gehe also das Volk aus und sammle, was je für einen Tag ausreicht, damit ich es prüfe, ob es nach meinem Gesetze wandelt, oder nicht. Am sechsten Tage Der Woche. - aber mögen sie aufheben, was sie heimbringen; es soll doppelt so viel sein, als was sie sonst für jeden Tag zu sammeln pflegten. Und Moses und Aaron sprachen zu allen Söhnen Israels: Am Abende werdet ihr erfahren, dass der Herr euch aus dem Lande Ägypten weggeführt hat; Moses hat euch nicht getäuscht, und Jahve ist kein nichtiger Götze, sondern die Fülle der Macht. - und am Morgen sollt ihr die Herrlichkeit des Herrn schauen; denn er hat euer Murren wider den Herrn gehört. Was aber sind wir, dass ihr gegen uns gemurrt habt? Da sprach Moses: Der Herr wird euch am Abende Fleisch zu essen geben, und am Morgen Brot zur Sättigung, weil er euer Murren gehört hat, Der Text ist verdorben. Ein Abschreiber wollte wohl V. 6 klarer ausdrücken und seine Erklärung kam dann als V. 8 in den Text. Gott offenbart Moses, dass er dem Volke eine besondere Wohltat erweisen wolle, um dessen Treue in der Beobachtung des Sabbats zu prüfen. Moses teilt das erstere dem Volke mit. - wie ihr wider ihn gemurrt habt; denn was sind wir? Nicht gegen uns richtet sich euer Murren, sondern gegen den Herrn. Hierauf sprach Moses zu Aaron: Befiehl der ganzen Gemeinde der Söhne Israels: Tretet herzu vor den Herrn; Siehe [2Mos 33,7] und hier V. 34. - denn er hat euer Murren gehört. Als nun Aaron zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israels redete, sahen sie gegen die Wüste hin; Im Osten. - und siehe, die Herrlichkeit des Herrn erschien in der Wolke. Herrlichkeit: Der Glanz seiner Ankunft und seiner Rede erscheint; Wolke: die Wolkensäule vor dem Lager. - Der Herr aber redete mit Moses Vielleicht: Als sie schauten. Moses war zum Gebete der Wolkensäule genaht. - und sprach: Ich habe das Murren der Söhne Israels gehört, sprich zu ihnen: Am Abende werdet ihr Fleisch essen, und am Morgen euch am Brot sättigen; und ihr sollt erkennen, dass ich der Herr, euer Gott bin. Da begab es sich am Abende, dass Wachteln heraufkamen und das Lager bedeckten; und am Morgen lag Tau Wahrer Tau, nicht das Manna. Vergl. [4Mos 11,9]. Als der Nebel schwand, erschien das Manna. - rings um das Lager. Als dieser den Boden bedeckt hatte, sah man in der Wüste etwas Kleines, wie im Mörser Gestoßenes, das dem Reife glich, auf der Erde. Als die Söhne Israels dies sahen, fragten sie einander: Man hu? das heißt: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war. Nach einer Meinung war dies eine durch ein Wunder hervorgebrachte Frucht, nach einer anderen die Substanz nach dem gewöhnlichen Manna gleich und nur durch die Spendung und andere Umstände wunderbar, indem Gott bei der wunderbaren Versorgung des Volkes das von der Natur Dargebotene benutzte. Eine dritte Meinung hält die Sphærotallia esculenta Nees ab Es. für das Manna, das wunderbar gespendet ward. - Moses antwortete ihnen: Dies ist das Brot, welches euch der Herr zu essen gegeben hat. Dies ist es, was der Herr geboten hat: Ein jeder sammle davon, so viel er bedarf, einen Gomor Etwa 3,9 Liter. - auf den Kopf; je nach der Zahl eurer Seelen, die in jedem Zelte wohnen, sollt ihr es nehmen. Da taten die Söhne Israels also; und sie sammelten ein, der eine mehr, der andere weniger. Und als sie es nach dem Gomor maßen, hatte weder der, welcher viel mehr gesammelt hatte, zu viel, noch wer weniger geholt, zu wenig; sondern jeder hatte so viel gesammelt, Einige Erklärer suchen hier ein Wunder, andere meinen, dass Moses Männer aufstellte, welche das Manna zumaßen, vielleicht die V. 22 genannten Fürsten. - als er essen konnte. Und Moses sprach zu ihnen: Keiner lasse davon etwas auf den folgenden Tag übrig. Aber sie hörten nicht auf ihn, sondern einige von ihnen ließen etwas auf den folgenden Tag übrig, da wurde es voller Würmer und faulte; und Moses ward erzürnt über sie. So sammelten sie des Morgens, ein jeder, so viel zur Speise ausreichen konnte; denn wenn die Sonne heißer schien, zerschmolz es. Am sechsten Tage aber sammelten sie doppelte Speise, das ist zwei Gomor für jeden; da kamen alle Führer der Gemeinde und berichteten an Moses. Er Moses (Vergl. V. 5) - aber sprach zu ihnen: Dies ist es, was der Herr gesagt hat: Morgen ist die dem Herrn geweihte Sabbatsruhe. Alles, was zu arbeiten ist, tuet, und was zu kochen ist, kochet; was aber übrigbleibt, bewahret bis morgen. Und sie taten so, wie Moses befohlen, und es wurde nicht faul, und kein Wurm fand sich darin. Da sprach Moses: Dies esset heute, denn es ist der Sabbat des Herrn; heute wird nichts auf dem Felde gefunden werden. Sechs Tage sammelt; aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deshalb wird man nichts finden. Als nun der siebente Tag kam, gingen einige vom Volke hinaus, um einzusammeln, und fanden nichts. Da sprach der Herr zu Moses: Wie lange noch weigert ihr euch, meine Gebote und Gesetze zu halten? Sehet! der Herr hat euch einen Ruhetag gegeben, und daher spendet er euch am sechsten Tage doppelte Speise; ein jeder bleibe zu Hause, und keiner gehe am siebenten Tage aus seiner Wohnung. So hielt das Volk am siebenten Tage heilige Ruhe. Und das Haus Israel nannte seinen Namen Man. Es war weiß wie Koriandersame und hatte einen Geschmack wie Weizengebäck Ungesäuertes Brot. - mit Honig. Es standen den Israeliten auch andere Nahrungsmittel zu Gebote. Sie hatten zahlreiche Viehherden aus Ägypten mitgenommen [2Mos 12,38, 2Mos 17,3] und hatten nicht nur am Sinai noch Schafe und Rinder [2Mos 34,3], sondern auch noch an der Grenze von Edom Viehbesitz [4Mos 20,19], der freilich durch die den Madianitern abgenommenen Herden verstärkt war. Da sie ferner Jahre lang an einzelnen Lagerplätzen blieben, konnten sie, wo der Boden sich dazu eignete, auch säen und ernten. Zudem kauften sie wohl manches von den Handelskarawanen. Trotz alledem war die Wüste für sie groß und furchtbar [5Mos 1,19, 5Mos 8,15] und die natürlichen Hilfsmittel nicht überall ausreichend, so dass Gott durch die vierzig Jahre wunderbar helfen musste. - Moses aber sprach: Dies ist das Gebot, das der Herr gegeben: Fülle einen Gomor davon, dass es aufbewahrt werde für die künftigen Geschlechter; damit sie das Brot kennen, mit dem ich euch in der Wüste genährt, als ich euch aus dem Lande Ägypten weggeführt habe. Und Moses sprach zu Aaron: Nimm ein Gefäß, und tue Man hinein, so viel ein Gomor fasst; und stelle es vor den Herrn, um es aufzubewahren für eure Nachkommen, wie der Herr dem Moses befohlen hat. Und Aaron stellte es in dem heiligen Zelte Aus [2Mos 33,7] folgt, dass die Israeliten ein vormosaisches Heiligtum hatten. Der heilige Augustin nimmt an, es sei von der späteren Stiftshütte die Rede. - auf, um es aufzubewahren. So aßen denn die Söhne Israels das Man vierzig Jahre hindurch, bis sie in bewohntes Land kamen; mit dieser Speise nährten sie sich, bis sie die Grenzen des Landes Chanaan erreichten. Vergl. [Ps 77,17ff, Weish 16,20ff, Joh 6,31.49.59]. Ein Gomor aber ist der zehnte Teil eines Epha.

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