Ezechiel 1

I. Der Prophet wird über seine Berufung und sein Amt belehrt. (Kap. 1 – Kap. 3,21) A. Die Zeit der Berufung. (V. 3) B. Beschreibung der Theophanie.

Der Prophet Ezechiel
Und es geschah Fünfmal werden die Zeitumstände berichtet, weil der Prophet nicht ohne Staunen erkennt, dass Gott in unreinem Lande und in der Verbannung des Volkes so erscheint, wie er sich in seinem Tempel zu offenbaren pflegt; ein besonderer Gnadenerweis Gottes. Den Propheten will Gott durch die Erscheinung über seine Berufung und sein Amt gewiss machen. Eine solche Gewissheit war erforderlich, damit er inmitten aller Schwierigkeiten seines Amtes unerschüttert und standhaft walten konnte, vom Herrn getröstet und gestärkt. - im dreißigsten Jahre, In welchem dreißigsten Jahre? Und V. 2 in welchem Monate? – Wohl am fünften Tage des vierten Monats des fünften Jahres der Wegführung Joachins, 594 oder 592 vor Chr. - am fünften des vierten Monats, während ich mich unter den Gefangenen am Flusse Chobar In Babylon, wohin Nabuchodonosor die Juden geführt. [2Koe 24,15.16] - befand, öffnete sich der Himmel Entweder kam die Vision gleichsam vom Himmel herab oder der leuchtende Äther bot ein Bild, als ob der Himmel sich öffnete. - und ich sah Gesichte von Gott. Gesichte von Gott gewährt, welche göttliche Dinge darstellen. Der Ausdruck ist hier umso besser gewählt, als Gott sich in einem für die menschliche Natur verständlichen Bilde offenbart. - Am fünften des Monats, es war das fünfte Jahr nach der Wegführung des Königs Joachin, erging das Wort des Herrn an Ezechiel, den Sohn Buzis, den Priester, im Lande der Chaldäer, am Flusse Chobar, und die Hand Die Hand ist Symbol der Kraft. Gott erhebt und stärkt den Propheten, dass er die göttlichen Geheimnisse zu schauen vermag. - des Herrn kam daselbst über ihn. Und ich schaute: Allgemeine Beschreibung. - siehe, da kam ein Sturmwind von Mitternacht her, eine mächtige Wolke und wirbelndes Feuer und Lichtglanz um dieselbe her Eine dichte Flammenmasse, welche ihren Glanz der Wolke mitteilte. - und aus seiner Mitte, das ist aus dem Feuer heraus, leuchtete es wie Glanzerz. Inmitten des Feuers war die Erscheinung eines aus Gold und Silber gemischten Metalls, so dass das Feuer dort noch mehr leuchtete. - Und mitten darin Je mehr das Gesicht ihm nahe kommt, desto besser erkennt er es. - war die Erscheinung von vier Wesen und dies war ihr Aussehen: Sie hatten Menschenähnlichkeit. Ein jedes hat vier Angesichter Richtiger: Gestalten. In dem Lande, in welchem die Verbannten weilten, fanden sich solche Figuren dargestellt. Die Vision knüpft also an bekannte Dinge an. - und ein jedes vier Flügel. Die weitere Beschreibung knüpft durchaus an assyrische Bildwerke an. - Ihre Füße waren gerade und ihre Fußsohle wie eines Rindes und sie funkelten, wie glühendes Erz leuchtet. Und Menschenhände An der ganzen Erscheinung vier. Hebr.: Die Hände des Wesens waren Menschenhände. An jeder Seite erschien eine. - waren unter ihren Flügeln an den vier Seiten, auch hatten sie Gesichter und Flügel an den vier Seiten. Hebr.: Und ihre Gesichter und Flügel an jenen vier. Es ist gleichsam die Überschrift zu der folgenden Beschreibung der Flügel und Gestalten. V. 9-13. Besser lässt man übrigens mit der Septuag diese Worte fort. - Ihre Flügel waren gegeneinander ausgestreckt, sich berührend. Im Hebr. wie in der Vulg. ist die Ordnung der folgenden Verse gestört, da der ersten Hälfte V. 9 ein Stück von V. 12 beigefügt wird. In der Septuag wird zuerst eine Beschreibung der Gestalt, dann der Flügel geboten. - Sie wendeten sich nicht um, wenn sie gingen, sondern ein jedes ging gerade vor sich hin. Ihre Gesichter aber waren so gestaltet: Vorn ein Menschenangesicht, auf der Rechten bei allen vieren ein Löwenangesicht, auf der Linken ein Stierangesicht bei allen vieren und nach oben Dies Wort ist, da es im Hebr. wie im Griech. fehlt, auszulassen. Von verschiedenen Seiten gesehen, boten die Wesen einen verschiedenen Anblick. - ein Adlerangesicht bei allen vieren. Ihre Gesichter Diese Worte fehlen in der Septuag. und sind überflüssig. Zwei Flügel gingen nach oben und berührten die Flügel der anderen; zwei andere deckten den Körper. - waren nach oben gewendet und ihre Flügel ebendahin ausgebreitet, je zwei ihrer Flügel berührten einander und zwei Flügel bedeckten ihre Leiber. Ein jedes von ihnen ging gerade vor sich hin; wohin sie der Geist Der Antrieb, Einfluss dessen, der sie leitete, Gottes. - zu gehen trieb, dahin gingen sie und sie wendeten sich nicht um im Gehen. Die Gestalt der Wesen war anzusehen wie die Glut feuriger Kohlen und es war, wie wenn Fackeln glühten. Zwischen den Wesen sah man glänzendes Feuer hin- und herfahren und aus dem Feuer Blitze zucken. Das Feuer, das aus der Ferne gesehen wirbelndes Feuer schien und in der Mitte wie Glanzerz leuchtete, offenbart sich in der Nähe als Glanz, der zwischen den Wesen strahlt und aus dem Blitze hervorgehen, wodurch die Bewegung der Wesen den Anschein von glühenden Fackeln annahm. - Und die Wesen gingen hin und zurück Hierhin und dorthin. - wie das Leuchten des Blitzes. Als ich so die Wesen anschaute, erschien auch ein Rad auf dem Boden neben den Wesen an allen vier Vorderseiten. Bei jedem Wesen erschien ein Rad, ein wenig unter demselben. - Die Räder und ihre Gebilde waren anzusehen wie das Meer, Bläulich. - alle vier hatten eine Gestalt und ihr Aussehen und ihre Bildung war, als wäre ein Rad innerhalb des anderen. Nach ihren vier Seiten gingen sie, wenn sie sich bewegten, ohne sich beim Gehen zu wenden. Sie konnten sich nach jeder Richtung bewegen, ohne sich wenden zu müssen. - Die Größe und Höhe der Räder war schrecklich anzusehen Hebr.: Ihre Rundung. Man konnte sie nicht betrachten, ohne dass sie einen gewissen Schrecken einflößten. - und ihr ganzer Umfang Der Räder. - war voll Augen um und um bei allen vieren. Nach einigen Erklärern waren dies Menschenaugen, nach anderen solche wie auf den Pfauenschwänzen sind. Das letztere passt insofern besser, als die Räder nicht als belebt geschildert werden sollen. - Wenn die Wesen gingen, gingen auch die Räder neben ihnen, und wenn die Wesen sich vom Boden erhoben, erhoben sich auch die Räder. Wohin immer der Geist ging, dahin erhoben sich auch die Räder, dem Geist im Gehen folgend; denn Geist des Lebens Hebr.: Der Geist des Wesens (der Wesen). Jedes Rad ward von dem Wesen, dem es am nächsten war, geleitet, so dass Rad und Wesen von demselben göttlichen Geiste bewegt schienen. Die genaue Beschreibung zeigt, dass die Erscheinung längere Zeit andauerte. In V. 21 gilt dasselbe. - war in den Rädern. Wenn jene Wesen gingen, so gingen sie auch mit, und wenn jene standen, so standen sie auch; und wenn jene sich vom Boden erhoben, erhoben sich auch die Räder und folgten ihnen; denn Geist des Lebens war in den Rädern. Über den Häuptern der Wesen war ein Gebilde wie das Firmament, das wie furchtgebietender Verwunderung und Schrecken verursachend. - Kristall aussah und über ihren Häuptern ausgebreitet war. Unter dem Firmamente aber waren ihre Flügel ausgebreitet, von einem gegen den anderen, und ein jedes Wesen verhüllte mit zwei Flügeln seinen Leib und das andere verhüllte sich ebenso. Und ich vernahm das Rauschen ihrer Flügel wie das Rauschen gewaltiger Wasser, gleich dem Hall des höchsten Des allmächtigen. - Gottes; wenn sie gingen, war es wie das Getöse eines Heeres, wie das Getöse eines Heerlagers; und wenn sie standen, ließen sie ihre Flügel sinken. Besser: Bewegten sie nicht, hielten sie aber zum Liegen bereit. - Denn wenn eine Stimme über dem Firmamente, das über ihren Häuptern war, erschallte, Zuerst wohl plötzlich. - standen sie still und ließen ihre Flügel herabsinken. Und oberhalb des Firmamentes, das sich über ihren Häuptern ausbreitete, erschien wie Saphirstein Der Saphir ist als bläulicher Stein mit goldenen Punkten das Symbol der göttlichen Herrlichkeit. Vergl. [2Mos 34,10]. Ähnlich erscheint Gott in menschlicher Gestalt. [Dan 7,9] - das Gebilde eines Thrones und oben auf diesem Throngebilde eine Gestalt wie ein Mensch, Und ich sah etwas leuchten wie Glanzerz, wie der Schein eines Feuers, innerhalb desselben ringsum, von seinen Lenden aufwärts und von seinen Lenden abwärts sah ich etwas wie Feuer, das ringsum leuchtete, Besser Hieronym.: Der obere Teil glänzte wie Glanzerz, unten erschien er wie Feuer. Das Glanzerz hat innen und außen das Ansehen von Feuer. Damit stimmt [Ez 8,2] überein. Der Glanz deutet die verborgene göttliche Natur an. Wenn das Auge nicht vermag in das Licht der Sonne am Himmelsgewölbe zu sehen, wie viel weniger vermag der Mensch das unzugängliche Licht Gottes zu schauen! (Theod.) - wie der Regenbogen anzusehen, wenn er sich in den Wolken zur Zeit des Regens zeigt, Vergl. [Offenb 4,3]. so war der Glanz ringsum anzuschauen!

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