Ezechiel 21
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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C. Gleichnisse über die hereinbrechende Verwüstung. (V. 17) D. Das Schwert des Herrn durch den König von Babylon.
1 Und es erging an mich das Wort des Herrn also: 2 Menschensohn! richte dein Angesicht Rede mutvoll, an das ganze Volk sollst du dich wenden und traurige Botschaft verkünden. (Hier.) - auf den Weg gegen Mittag zu Da der Seher in Babylon ist, liegt Jerusalem und das Reich Juda im Süden. - und ergieße deine Rede gegen Mittag und weissage über den Wald des Landes gegen Mittag. Die Macht und das Heer des Königs von Assyrien wird einem Waldgebirge [Jes 10,18.33] verglichen, mit dem Brande eines Waldgebirges vergleichen auch [Jes 9,17] und [Jer 21,14] den Fall. - 3 Und sprich zu dem Walde gegen Mittag: Hebr.: Negeb. - Höre das Wort des Herrn: So spricht der Herr, Gott: Siehe, ich werde in dir ein Feuer entzünden und in dir alle grünen Bäume und alle dürren Bäume Also alle Bäume schlechthin; die Guten und die Bösen. - verbrennen lassen, die Flamme des Brandes soll nicht erlöschen Menschenmacht soll nichts vermögen gegen den Brand. - und alle Angesichter Alle Menschen. - - sollen durch sie versengt werden von Mittag bis nach Mitternacht. 4 Und alles Fleisch soll sehen, dass ich, der Herr, es entzündet habe und dass es nicht erlöschen wird. 5 Da sprach ich: Ach, ach, ach, Hebr.: Ach, Herr. Herr, Gott! Sie sagen von mir: Redet dieser nicht in lauter Gleichnissen? 6 Da erging an mich das Wort des Herrn also: Da das Volk das Gleichnis wegen seiner Dunkelheit nicht beachtet, wird nun dessen Bedeutung in klaren Worten angezeigt. - 7 Menschensohn! wende dein Angesicht nach Jerusalem hin und ergieße deine Rede gegen das Heiligtum und weissage wider das Land Israel. Den Tempel oder Tempel und Land. [Ez 7,24] - 8 Und sprich zum Lande Israel: So spricht der Herr, Gott: Siehe, ich will an dich und ich werde mein Schwert aus seiner Scheide ziehen und in dir Gerechte und Gottlose töten. Durch Kriegesnot und ähnliche Heimsuchungen werden Gerechte wie Gottlose getroffen; so zeigt sich also aus dieser Stelle von neuem, dass das [Ez 9,4] und [Ez 18,9] verheißene Leben nicht in die engen Schranken dieser Zeitlichkeit gebannt ist, sondern Gott auch infolge der zuvor aufgestellten Norm nach derselben den Bösen strafen, den Guten belohnen wird. - 9 Weil ich aber in dir Gerechte wie Gottlose töten will, deswegen soll mein Schwert aus seiner Scheide fahren über alles Fleisch von Mittag bis nach Mitternacht hin, 10 damit alles Fleisch erkenne, dass ich, der Herr, mein Schwert aus seiner Scheide gezogen, das nimmer zurückkehren soll. Bis es seine Aufgabe erfüllt hat. - 11 Du aber, o Menschensohn! seufze Was der Prophet mit Worten ausgesprochen, soll er nun auch durch die Bezeigung seines Schmerzes bestätigen, damit die, welche ihn gehört, desto aufmerksamer werden und ein Zeichen erhalten, wie furchtbar der Sturz sein muss. - und schlage heftig auf deine Lenden, Seufze so sehr, dass es den Anschein hat, als ob die Lenden, auf denen doch die Kraft des Mannes beruht, durch die Seufzer gebrochen werden. - seufze in bitterem Schmerz vor ihnen. 12 Und wenn sie dann zu dir sagen: Warum seufzest du? so sprich: Wegen einer Kunde, denn es kommt und alle Herzen werden davor verschmachten, alle Hände lass werden, aller Mut erschlaffen und über alle Knie Wasser rinnen; sehet, es kommt und es geschieht, spricht der Herr, Gott. 13 Und es erging an mich das Wort des Herrn also: 14 Menschensohn! weissage und sprich: So spricht der Herr, Gott: Sprich: Ein Schwert, ein Schwert ist geschärft und geschliffen! 15 Es ist geschärft, dass es Opfer schlachte; geschliffen, dass es blinke! Das Schwert ist auf das beste vorbereitet. - Das du meines Sohnes Der Sohn ist das auserwählte Volk in seiner Gesamtheit. - Zepter wegnimmst, du fällst alle Bäume. Alle anderen Reiche als das jüdische. Dem Nabuchodonosor, der Gott als Werkzeug der Rache dient, sind alle Völker ringsum übergeben. – Die Anrede des Schwertes ist in die Übersetzung störend eingefügt. - 16 Schon habe ich es zum Schleifen gegeben, dass es mit der Hand gefasst werde; geschärft ist das Schwert und geschliffen für die Hand des Würgers. Wie furchtbar es in seiner Hand wüten wird, stellt der Befehl zu wehklagen vor Augen. - 17 Schreie und wehklage, o Menschensohn! denn es kommt über mein Volk, es kommt über alle Fürsten Israels, die fliehen; „Die fliehen“ fehlt im Hebräischen. - dem Schwerte sind sie preisgegeben mit meinem Volke, darum schlage auf deine Hüfte! Geste heftiger Betrübnis. - 18 denn es ist bewährt Durch Morden, oder: Gott bewährt und angenehm, damit es das Reich Juda wegschneide. - und zwar, dass es das Zepter verrücke, dass es nicht mehr sei, so spricht der Herr, Gott! 19 Weissage also, Menschensohn! und schlage deine Hände zusammen Zeichen heftigen Schmerzes und Staunens. - und das Schwert sei gedoppelt, ja dreifach werde das Schwert der Würger! Nach allen Seiten hin soll das Schwert wüten. - Das ist das Schwert des großen Würgens, das Entsetzen über sie bringt 20 und ihre Herzen zagen macht und Verderben häuft. In alle ihre Tore will ich Bestürzung kommen lassen ob des scharfen Schwertes, das geschliffen ist, um zu blinken, das gezückt ist, um zu morden. 21 Sei schneidig, fahre zur Rechten oder zur Linken, wohin deine Schneide nur Lust hat! Nur gewendet wird. Gott will als Begünstiger und Mahner das Schwert gleichsam anfeuern. (Hier.) Das Schwert ist auf beiden Seiten geschliffen, darum soll es nach beiden Seiten hin wüten. - 22 Dann werde auch ich die Hände zusammenschlagen und meinen Ingrimm stillen, ich, der Herr habe es geredet! 23 Und es erging an mich das Wort des Herrn also: 24 Menschensohn! bestimme dir zwei Wege, auf welchen das Schwert des Königs von Babylon kommen kann, aus einem Lande sollen beide ausgehen; dann wird er mit seiner Hand das Los ziehen, am Beginne des Weges zu einer Stadt wird er es ziehen. Hebr.: Bestimme die Hand (d.i. das aufgestellte Zeichen, wohin der Weg führt), am Anfange des Weges zu einer Stadt bezeichne es: da wo der Weg anfängt, auf dem man zur Stadt kommt, dort richte ein Zeichen auf, das den Weg weist. - 25 Richte den Weg so her, dass das Schwert über Rabbath im Lande der Ammoniter komme und nach Juda über das so feste Jerusalem. Ein Weg soll zur Hauptstadt der Ammoniter, der andere zur befestigten Stadt Jerusalem führen. Auf beiden soll das Schwert kommen, auf dem einen nach Rabbath Ammon, das vom Jordan ostwärts, von Hesebon nordwärts lag, auf dem anderen nach Jerusalem. - 26 Denn der König von Babylon wird am Scheideweg Halt machen, an der Scheide der beiden Wege, Am Scheideweg schwankt der König von Babylon, welchen von den zwei Wegen er einschlagen soll, und schüttelt Pfeile, befragt die Theraphim, besichtigt die Leber. (Hebr.) Auf die Pfeile schreibt man Namen oder Zeichen und schüttelt jene im Köcher, um zu sehen, welcher Name zuerst herauskommt. (Hier.) Über die Theraphim siehe [Hos 3,4]. Die Besichtigung der Leber von Opfertieren soll über den zu erwartenden Erfolg Aufschluss geben. - einen Wahrspruch suchend und die Pfeile mischend, die Götzen befragen und die Eingeweide besichtigen. 27 Zu seiner Rechten wird die Wahrsagung auf Jerusalem deuten, die Mauerbrecher dort aufzustellen, das Feldgeschrei zum Morden zu erheben, in lauten Kriegsruf auszubrechen, die Sturmböcke an die Tore zu setzen, einen Wall aufzuwerfen, Bollwerke zu bauen. 28 Zwar wird es ihnen Den Juden. - scheinen, als ob er vergeblich Wahrsagung befrage und gleichsam Sabbatsruhe halte; Ohne etwas zu erreichen. Hebr.: die Eide der Eide ihnen. - aber er wird ihrer Verschuldungen Des von Sedekias gebrochenen Eidschwures. - gedenken, Hebr.: wird ins Gedächtnis zurückrufen. - um sie einzunehmen. 29 Darum spricht der Herr, Gott, also: Weil ihr eure Schuld in Erinnerung gebracht und eure Übertretungen offenbar gemacht habt und eure Sünden in all euerm Tun sichtbar geworden sind, ja, weil ihr, sage ich, dies in Erinnerung gebracht, sollt ihr von seiner Hand ergriffen werden. Da sie sündigen ohne Scham und ihre Missetat allen kundtun, müssen sie durch das Gericht Gottes heimgesucht und ihre mit so vielen Freveln belastete Stadt muss zerstört werden. „Von der Hand ergriffen werden“: in die Gewalt der Feinde kommen. - 30 Du aber, unheiliger, Der heiligen Würde als theokratischer, an Jahves Stelle herrschender König von Israel beraubt und von Gott verworfen. - gottloser Fürst Israels! Des Volkes, das so fern ist von der Frömmigkeit und dem gehorsam und dem Verlangen nach dem Gottessegen des Patriarchen Jakob. - dessen Tag gekommen ist, wenn die vorherbestimmte Zeit der Schuld voll ist, Hebr.: Zur Zeit des Endes deiner Bosheit, d.i. zur Zeit, wo deine Bosheit durch deinen Untergang ihr Ende finden soll, oder: wo deine Bosheit Ursache deines Unterganges sein wird. - 31 so spricht der Herr, Gott: Lege den Kopfschmuck ab, entferne die Krone! Beide sind Zeichen der königlichen Würde. Der Befehl besagt entweder: Sie sollen dir genommen werden, oder: Ich werde nehmen. - Ist sie es nicht, die den Niedrigen erhöht und den Hohen erniedrigt? Hebr.: Was bisher war, soll nicht mehr sein. – Was aber wird kommen? Der theokratische König wollte den Königen anderer Völker gleich sein, wie das Gleichnis [Ez 19,2.3.6] zeigt. Gott wird diese stolze Erhebung demütigen, wie er bereits durch viele Weissagungen gedroht. [Jes 2,12ff; Jer 9,24; Amos 9,11; Mic 5,10] Dagegen das messianische Reich, das sich aus kleinen Anfängen erhebt, soll erhöht werden, wie bereits [Ez 17,22] angedeutet ist und ebenso [Jes 11,1; Amos 9,11; Mic 5,1] vorhergesagt wird. - 32 Zur Schuld, zur Schuld, zur Schuld werde ich sie machen, Hebr.: Zur Umkehrung, Umkehrung, Umkehrung will ich sie machen; auch besteht sie (nicht?), bis er kommt, dem das Gericht gebührt, und ich werde es ihm verleihen. – Das Hebr.: dies soll nicht bestehen – ist als eine wiederholte Versicherung, dass das Reich untergehen soll, zu fassen. Der Schluss des Verses spielt auf [1Mos 49,10] an: Keiner aus dem Geschlechte Davids soll hinfort das Zepter führen bis auf Christus, der wahrhaft König ist und durch den die Weissagung von der ewigen Herrschaft, welche David zuteil geworden, in Erfüllung geht. So wird auch die Parabel [Ez 17,22] in helles Licht gesetzt. In der Verheißung [2Sam 7,14] hat Gott David ohne Bedingung und Einschränkung verheißen, dass sein Thron ewig sein soll. Diese Verheißung also muss Gott unbedingt wahr machen. Doch wie die Erfüllung anzubahnen ist, hat Gott dem freien Willen der Davidischen Könige überlassen, daher hat er David vorausgesagt, er werde dieselben strafen, wenn sie fehlen. Jetzt ist ihre Bosheit auf den Gipfel gestiegen, deshalb muss die Königswürde zur Strafe gedemütigt werden, doch da die Verheißung eines ewigen Thrones absolut ist, bleibt sie nur gedemütigt, bis der Messias kommt. (Ephr., Hier. m. Theod.) Vulgata: keiner soll die Krone tragen, bis der Messias kommt. (Hieron.) Der syrische Text und die Septuag. lesen: Und dies geschieht. - doch soll dies nicht geschehen, bis der kommt, dem das Gericht gebührt, und ihm will ich es übergeben. 33 Und du, Menschensohn! weissage und sprich: So spricht der Herr, Gott, über die Söhne Ammons und über ihren Hohn, Der König von Babylon hat durch das Los Jerusalem als Zeil seines Angriffes angewiesen erhalten. Wird er nach der Eroberung der Stadt sich zum linken Wege wenden? Deshalb wird die Weissagung gegen Ammon beigefügt, welches das Volk Gottes wegen seiner Niederlage verhöhnte. [Zeph 2,8; Ez 25,6] - und sage also: O Schwert, Schwert! komm aus der Scheide zum Morden, Schwert gezückt, um zu erschlagen, geschliffen, um zu töten. Die Imperative der Vulg. sind vielleicht Schreibfehler für Vokative: evaginate, limate. - werde geschliffen, dass du tötest und blitzest, 34 während man dir Trug erschaut und Lügen weissagt, dass du über die Hälse der Gottlosen geschwungen werdest, die erschlagen werden sollen und deren Tag gekommen ist, wenn die vorherbestimmte Zeit der Verschuldung voll geworden! Vergl. V. 25. - 35 Kehre zurück in deine Scheide! Da Gott solches bestimmt hat, ist jeder Widerstand vergeblich, ja verboten. - An dem Orte, wo du geschaffen wardst, im Lande deines Ursprungs werde ich dich richten Das Land der Ammoniter war durch starke Felsen geschützt. [4Mos 21,24] - 36 und werde über dich meinen Grimm ausgießen, das Feuer meiner Zornglut werde ich wider dich anblasen und dich in die Hand törichter Menschen Wilder und grausamer Feinde, die wie wilde Tiere wüten. - überliefern, die dir das Verderben bereiten. 37 Dem Feuer sollst du zur Speise dienen, Das Feuer bewirkt die schlimmste, schnellste, schrecklichste Zerstörung. - dein Blut soll inmitten des Landes fließen Das Leben des ganzen Volkes wird ausgetilgt. - und du wirst der Vergessenheit anheimfallen; All dein Ruhm und der Glanz deines Namens wird untergehen. – Die meisten Erklärer verstehen V. 30ff nicht von den Ammonitern (wie Ephr.), sondern von den Chaldäern. (Hier., Theod.) Sie nehmen an, dass in V. 30 die Rede an dasselbe Schwert sich richtet, von dem V. 28 gesprochen wird. Da indes die Überschrift lautet: „So spricht der Herr über die Söhne Ammons“ (V. 28) und da V. 32 schließt: „Ich, der Herr, habe es geredet“ müssen die dazwischenliegenden Verse auf die Ammoniter bezogen werden, da es doch nicht angeht, dass nur ein kleiner Teil der Weissagung ihnen gelten soll. In V. 30 wird also den Ammonitern geboten, das Schwert in die Scheide zu stecken, das sie zu ihrer Verteidigung zücken; umsonst, wie V. 30ff zeigt. Wie aber eine längere Weissagung gegen die Chaldäer, ohne dass dies irgendwie angedeutet wird, hier anzunehmen sein soll, ist nicht klar. denn ich, der Herr, habe es geredet.