Ezechiel 32
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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f. Klagelied über Pharao. (V. 16) g. Der Untergang der Feinde Gottes.
1 Und es geschah im zwölften Jahre, Manche hebräische Handschriften dienten das elfte Jahr. - im zwölften Monat, am ersten des Monats, da erging an mich das Wort des Herrn, also lautend: 2 Menschensohn! stimme ein Klagelied an über Pharao, den König von Ägypten, und sprich zu ihm: Du warst wie ein Löwe unter den Völkern, wie ein Drache im Meere, Der Löwe ist das Bild der Macht über alle, Löwe unter den Völkern war Ägypten, insofern es den gleichen Rang unter ihnen einnahm, wie der Löwe unter den Tieren. Vergl. [Amos 3,8]. Aber Pharao ist nicht würdig, mit einem so edlen Tiere verglichen zu werden, er ist vielmehr ein Krokodil. [Ez 29,2] - du schwangest das Horn in deinen Strömen, Hebr.: du brachest hervor in deinen Strömen. - trübtest die Wasser mit deinen Füßen und wühltest ihre Fluten auf. 3 Darum spricht der Herr, Gott, also: Ich werde mein Netz über dich ausspannen durch eine Menge vieler Völker Gott wird dich fangen mit seinem Netze, einer Menge zahlreicher Völker. - und werde Hebr.: Sie werden. - dich herausziehen in meinem Garne. 4 Und ich werde dich auf den Boden hinwerfen, auf offenes Feld dich hinschleudern und werde alle Vögel des Himmels sich auf dich setzen lassen und die Tiere des ganzen Landes an dir sättigen. Der ungeheure Leichnam sinnbildet das machtvolle Reich, in dessen Schätze und Länder sich viele teilen. Das Bild des Riesenleichnams entspricht dem anderen des gefällten Riesenbaumes [Ez 31,12.13]. So wird Gottes Strafurteil über Pharao dem Gerichte über Assyrien ähnlich. - 5 Und ich werde dein Fleisch auf die Berge werfen und deine Hügel voll deines Aases machen. 6 Ich will das Land bis an die Berge mit deinem stinkenden Blute Nicht mit dem Wasser des Nil, zudem soll der Blutstrom weiter reichen. Eine große Niederlage wird vorausgesagt. - tränken und die Täler sollen von dir voll werden. 7 Und wenn du erloschen bist, will ich den Himmel verhüllen So wird der Tag des Gerichtes des Herrn oft geschildert. - und seine Sterne dunkel werden lassen, die Sonne will ich in Gewölk hüllen und der Mond soll sein Licht nicht geben. Vielleicht Anspielung auf den Titel des Königs: Geliebter oder Sohn des Ra, des Sonnengottes, oder selbst Ra. - 8 Alle Leuchten des Himmels werde ich über dich trauern lassen und Finsternis über dein Land senden, Es liegt wohl auch eine Anspielung auf die ägyptische Finsternis vor: [2Mos 10,21ff]. - spricht der Herr, Gott, wenn deine Erschlagenen mitten im Lande fallen, spricht der Herr, Gott. 9 Und ich werde das Herz vieler Völker in Bekümmernis versetzen, wenn ich deine Niederlage zu den Völkern hingelangen lasse, in die Länder, die du nicht kennst. 10 Und ich werde machen, dass sich viele Völker über dich entsetzen, und ihre Könige soll gewaltiger Schrecken deinethalben befallen, wenn mein Schwert sich anschickt, sich über ihre Angesichter hin zu schwingen, Alle Völker sollen dem König von Babylon unterworfen und dienstbar sein [Jer 25,11; Jer 26,6.7], deshalb jagt die Unterwerfung eines Volkes den anderen Schrecken ein, da sie wissen, dass ihnen ein gleiches Schicksal bevorsteht. - und jeder soll plötzlich für sein Leben erzittern am Tage deines Sturzes. 11 Denn so spricht der Herr, Gott: Wisse, welches das Schwert ist, das über dich kommen soll. - Das Schwert des Königs von Babylon wird über dich kommen. 12 Durch die Schwerter der Helden werde ich dein zahlreiches Volk zu Falle bringen; alle diese Völker sind unbezwinglich, Hebr.: die trutzigsten der Nationen sie alle… - sie werden den Stolz Ägyptens vernichten und dessen Volksmenge soll zerstreut werden. 13 Und ich werde alles Vieh desselben, das an reichlichen Wassern ist, Oder: von den reichen Wassern weg. - zugrunde gehen lassen und keines Menschen Fuß, noch Tieres Klaue soll diese mehr trüben. 14 Alsdann will ich ihre Wasser sich abklären lassen und ihre Ströme wie Öl daherfließen lassen, Das Wasser soll sich setzen, abklären, da niemand es trübt, und sanft dahinfließen. - spricht der Herr, Gott. 15 Wenn ich das Land Ägypten zur Wüstenei mache, wird es Dieser Satz ist im Hebräischen noch abhängig von: wenn. - auch aller seiner Fülle beraubt, wenn ich alle seine Bewohner schlage; und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin. 16 Ein Klagelied ist dies, man soll es anstimmen, die Töchter der Völker Den Frauen gehört es besonders zu, Klagelieder anzustimmen. Sinn: die Völker. - sollen es anstimmen, über Ägypten und über dessen Volksmenge sollen sie dies Klagelied anstimmen, spricht der Herr, Gott. 17 Und es geschah im zwölften Jahre, am fünfzehnten des Monats, Wohl des zwölften. Das Gebot, dieses Trauerlied anzustimmen, fällt alsdann vierzehn Tage hinter die Zeit der Prophezeiung. Sept.: Im zwölften Jahre im ersten Monate, am fünfzehnten Tage des Monats. Diese Lesart scheint besser und demgemäß auch in V. 1 vorzuziehen: im elften Jahre. - da erging das Wort des Herrn an mich also: 18 Menschensohn! stimme ein Trauerlied an über die Menge Ägyptens; stürze hinab Durch prophetischen Grabgesang bestattend. Für Gott ist sprechen tun. - dies selbst und die Töchter der mächtigsten Völker Durch diesen Zusatz wird das Trauerlied auf das Gericht Gottes über alle Völker ausgedehnt. - in der Erde Tiefen zu denen, die in die Grube hinabfahren. Die durch das Wort Gottes in die Unterwelt hinabgeschleudert werden. - 19 Worin bist du denn besser? Worin bist du besser, dass du verdientest, dem Untergange zu entfliehen? (Hier.) Je mehr du dich erhöhst, desto tiefer wirst du hinabstürzen. - Fahre hinab und bette dich zu den Unbeschnittenen! Den Gott und den Menschen Verhassten. - 20 Mitten unter die durch das Schwert Erschlagenen sollen sie Die Ägypter. - hinsinken, Wie andere Völker werden sie vom Schwerte dahingerafft. - das Schwert ist dargereicht, man stürzt es hinab samt allen seinen Völkerschaften. Das Schwert ist vom Herrn dargereicht und die, welche seine Gerichte zur Ausführung bringen, stürzen Ägypten mit seinen Völkerschaften hinab. - 21 Da werden die mächtigsten der Helden, die mit seinen Helfern hinabfuhren und als Unbeschnittene schlafen, die durch das Schwert Erschlagenen, es begrüßen Die, welche mit den Hilfstruppen des Königs schon in die Unterwelt hinabgestiegen sind, werden ihn mit Hohn begrüßen. Hebr.: Sprechen werden über ihn die mächtigsten der Helden aus der Unterwelt heraus samt seinen Bundesgenossen: Herniedergefahren sind, um da zu liegen, die Unbeschnittenen, als vom Schwerte durchbohrt. - aus der Mitte der Unterwelt. 22 Da Der König von Ägypten muss nach einem allgemein geltenden Gesetze Gottes über seine Feinde und alle Hochmütigen hinabsteigen. Die folgende Aufzählung erklärt weiter das in V. 20, V. 21 Gesagte, und der Sieg Gottes über seine Feinde wird durch ihre Gräber gekennzeichnet. - liegt Assur und dessen ganzes Volk, ringsherum sind seine Gräber! insgesamt Erschlagene, die durch das Schwert gefallen sind. 23 Ihre Gräber sind ihnen bereitet in den tiefsten Räumen der Gruft, all sein Volk liegt rings um sein Grab; Der König liegt hier begraben und um ihn herum sind die übrigen Gräber, doch in dem untersten Teile der Unterwelt, also an verachtetem, schmachvollen Orte. Je höher jemand auf Erden sich erhoben, desto tiefer wird er herabgestürzt. Vergl. auch [Mt 11,23]. - alle erschlagen, durch das Schwert gefallen, sie, die ehedem Schrecken verursachten im Lande der Lebenden. 24 Dort liegt Älam Älam folgt auf Assur, dem es einst diente. Siehe [Jes 21,2]. Gegen Anfang der Herrschaft des Sedekias hatte Jeremias den Älamiten ihre Niederlage vorherverkündet. [Jer 49,35-39] - und dessen ganzes Volk rings um sein Grab her! Sie alle sind erschlagen, durch das Schwert gefallen; als Unbeschnittene fuhren sie hinab in der Erde Tiefen, sie, die Schrecken vor sich im Lande der Lebenden verbreiteten; nun aber tragen sie ihre Schande bei denen, die in die Grube hinabfahren. 25 Inmitten Erschlagener hat man ihm seine Statt bereitet unter allen seinen Völkern, rings um ihn her sind dessen Gräber, alle Unbeschnittene, durch das Schwert Erschlagene. Denn sie verbreiteten Furcht vor sich im Lande der Lebenden, nun aber müssen sie ihre Schmach tragen bei denen, die in die Grube hinabfahren, und inmitten Erschlagener sind sie gelagert. 26 Dort ist Mosoch und Thubal Da Gottes Wille seine Erfüllung fordern muss, stellt der Seher auch solche als von Gottes Schwert und Rache getroffen dar, die in Zukunft davon ereilt werden sollen. – Mosoch und Thubal sind Vertreter der Szythen, die wegen ihrer räuberischen Einfälle der Schrecken Asiens waren. - mit ihrer ganzen Volksmenge, deren Gräber rings um ihn Den König. - her sind; insgesamt Unbeschnittene, Erschlagene, durch das Schwert gefallen; denn sie verbreiteten Furcht vor sich her im Lande der Lebenden. 27 Sie sollten nicht bei den Helden schlafen, die als Unbeschnittene fielen, die mit ihren Waffen in die Unterwelt hinabstiegen, denen sie ihre Schwerter unter ihre Häupter legten; Sie sollen nicht bei jenen Helden ruhen, welche ruhmvoll im Kampfe gefallen und zum Zeichen ihrer Tapferkeit mit ihren Waffen bestattet sind und deshalb diese noch in der Unterwelt festhaltend dargestellt werden, sondern von der Ehre und Gesellschaft der übrigen ausgeschlossen, größere Schmach erdulden. - ihre Verschuldung haftet an ihrem Gebein, Sie dulden Strafe an dem Orte, an dem sie ruhen, ihre Gebeine sind gleichsam befleckt, deshalb sind sie als unrein von der Gemeinschaft mit anderen getrennt. Ihre Verschuldung ist ihre Grausamkeit, die selbst die Tapfersten auf Erden in Schrecken versetzte. – Die ganze Beschreibung zeigt, dass auch in der Unterwelt verschiedene Grade von Strafen und Schmach sind, die den Verschuldungen in diesem Leben entsprechen. - weil sie der Schrecken der Helden gewesen im Lande der Lebenden. 28 So wirst auch du inmitten der Unbeschnittenen zerschmettert liegen und schlafen bei den durch das Schwert Erschlagenen. Anrede an Ägypten, an Pharao. Wie du in grausamer Gewaltherrschaft und in Hochmut mit anderen wetteiferst, so wirst du ihnen auch in Strafe und Unglück zugesellt werden. - 29 Dort ist Idumäa und seine Könige und alle seine Fürsten, welche mit ihrem Heere durch das Schwert zu den Erschlagenen hingegeben wurden; Hebr.: welche in ihrer Vollkraft zu den vom Schwerte Durchbohrten getan wurden. Ass die Edomiter, die südlichen Nachbarn Judas, von den Babyloniern schwere Niederlagen erlitten, zeigt [Jer 23,3ff; Jer 49,7ff] wie sie auch vorher nicht einmal nur Strafe für ihre Frevel erduldeten. [2Sam 8,14; 2Koe 14,7; Joe 3,19] u.a. - sie müssen bei den Unbeschnittenen liegen, bei denen, welche in die Grube hinabfahren. 30 Dort sind alle Fürsten des Nordens Die Babylonier selbst, die zuvor Gottes Rache an anderen vollstreckt, und die Phönizier, die auch darnach noch stolz auf ihre Macht vertrauten. - und alle Gewalttätigen, Besser: Sidonier. (Hebr., Syr., Chald.) - die hinabgestoßen sind zu den Erschlagenen, zagend Hebr.: In (trotz) ihrer Fruchtbarkeit. - und zuschanden geworden an ihrer Tapferkeit; so liegen sie denn unbeschnitten Unrein und gottverhasst. - bei den durch das Schwert Erschlagenen und tragen ihre Schmach mit denen, die in die Grube fahren. 31 Diese wird Pharao schauen und sich über seine ganze Volksmenge trösten, Pharao mag sich in der Unterwelt mit dem Schicksal der anderen trösten, wie diese es mit dem seinigen tun nach [Ez 31,16]. - die durch das Schwert getötet sind, Pharao und sein ganzes Heer, spricht der Herr, Gott. 32 Denn ich lasse meinen Schrecken kommen über das Land der Lebenden, Gott will durch die Strafe, welche er über die Missetäter verhängt, die Menschen Furcht vor seiner Herrschaft lehren. Pharao mit all seinem Volke muss unter den Unbeschnittenen bei den durch das Schwert Erschlagenen ruhen, spricht der Herr, Gott.