Ezechiel 8
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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2. Zweite Reihe von Strafgerichten. (8,1 – 11,25) A. Die Verbrechen des Götzendienstes. (Kap. 8)
1 Und es geschah im sechsten Jahre, im sechsten Monat, am fünften des Monats, Ein Jahr und sechs Monate nach der Berufung zum Prophetenamte. - als ich in meinem Hause saß und die Ältesten Judas vor mir saßen, kam daselbst die Hand Gottes, des Herrn, über mich. 2 Und ich schaute und siehe da! eine Gestalt, Eine menschliche Gestalt. - wie Feuer anzusehen; von seinen Lenden an abwärts war es wie Feuer anzusehen und von seinen Lenden aufwärts wie Schimmer von Glanzerz. 3 Da streckte sich am Gebilde etwas wie eine Hand aus und ergriff mich Im Gesicht. (Ephr., Hier., Theodor.) - bei den Haaren meines Hauptes und der Geist hob mich empor zwischen Himmel und Erde und brachte mich nach Jerusalem in einem Gottes-Gesichte an das innere Tor, das gegen Mitternacht zu liegt, wo der Götze der Eifersucht war, der zur Eifersucht reizte. Die meisten Ausleger nehmen mit dem heiligen Hieronymus an, dass dies Bild das des Baal war, den Manasses [2Koe 21,7; 2Chr 33,7] in den Tempel stellen, dann Josias zwar zerstören [2Chr 34,4], aber dessen Nachfolger wieder aufrichten ließen. - 4 Und siehe, daselbst war die Herrlichkeit des Gottes Israels, ganz wie das Gesicht, welches ich in der Ebene gesehen. Durch die Erscheinung der Herrlichkeit Gottes im Tempel soll der Prophet erkennen, wie sehr diese Stätte heilig und nun entweiht ist. - 5 Und er sprach zu mir: Menschensohn! erhebe deine Augen in der Richtung nach Mitternacht. Als ich nun meine Augen gegen Mitternacht erhob, siehe, da stand gegen Mitternacht bei dem Tore des Altares Der inneren Nordtür. Das Götzenbild stand im äußeren Vorhofe, wo Priester und Volk es leicht sehen konnten. - der Götze der Eifersucht gleich am Eingange. 6 Und er sprach zu mir: Menschensohn! siehst du wohl, was sie da tun, die großen Greuel, welche das Haus Israel hier verübt, dass ich mich weit entfernen muss Oder ironisch: damit ich mich entferne. - von meinem Heiligtume? aber du wirst noch größere Greuel sehen. 7 Alsdann führte er mich zu dem Tore des Vorhofes, da schaute ich und siehe: eine Spalte war in der Wand. 8 Und er sprach zu mir: Menschensohn! durchbrich die Wand. Der Prophet steht am Tore des äußeren Vorhofes, dort, wo er das Götzenbild gesehen. Die Götzenbilder erscheinen im Tempel, weil die Israeliten die Verehrung Gottes mit dem Götzendienste mischten. Dass die Türe erst nach dem Durchbruch der Mauer erscheint, zeigt, wie geheim man den Götzendienst übte. - Als ich nun die Wand durchbrach, zeigte sich eine Tür. 9 Er sprach zu mir: Tritt ein und sieh die schlimmen Greuel, welche sie hier verüben! 10 Da trat ich ein und schaute und siehe, da waren allerlei Gebilde von Gewürm und anderen Tieren, Es sind also besonders ägyptische Götzenbilder, denen die huldigen, welche von Ägypten Hilfe erwarteten. - Greuel und allerlei Götzenbilder des Hauses Israel waren da an der Wand allenthalben ringsum abgemalt. 11 Und siebzig Männer von den Ältesten des Hauses Israel Als Vertreter des ganzen Volkes. - und Jezonias, Unbekannt. - der Sohn Saphans, in ihrer Mitte, standen vor den Bildnissen und ein jeder hatte ein Rauchfass in seiner Hand und der Duft einer Wolke von Weihrauch stieg empor. 12 Da sprach er zu mir: Du siehst doch, Menschensohn! was die Ältesten des Hauses Israel im Finstern begehen, ein jeder im Dunkel seiner Kammer; Hebr.: In den Kammern ihres Bildes. Öffentlich den Götzendienst zu treiben war wegen Josias nicht möglich. - denn sie sagen: Der Herr sieht uns nicht, der Herr hat das Land verlassen. Jahve schützt dies Land nicht mehr, also müssen wir bei anderen Göttern Hilfe suchen. Vergl. [2Chr 28,23]. - 13 Alsdann sprach er zu mir: Du wirst noch größere Greuel sehen, welche jene verüben. 14 Und er führte mich zum Eingang des Tores am Hause des Herrn, welches gegen Mitternacht Das äußere Nordtor, das von der Stadt in den äußeren Teil des Tempels führte. - lag; siehe, da saßen Frauen, welche den Adonis Hebr. und syrisch: Tammuz. - beweinten. 15 Da sprach er zu mir: Du hast es doch gesehen, Menschensohn? du wirst noch größere Greuel sehen als diese. 16 Und er führte mich in den inneren Vorhof Der Priestervorhof vor dem Heiligtume. [1Koe 6,3] - des Hauses des Herrn; siehe, da waren am Eingange zum Tempel des Herrn, Des Teiles, der Heiliges und Allerheiligstes enthielt. - zwischen der Vorhalle und dem Altare, Das Gegenteil von [Joe 2,17]. Die Verbrechen der Priester werden beschrieben. - etwa fünfundzwanzig Männer, Es waren vierundzwanzig Ordnungen, zu denen der Hohepriester hinzukam. - die mit dem Rücken gegen den Tempel des Herrn, mit dem Gesicht aber gegen Aufgang gewendet waren; diese beteten gegen Aufgang der Sonne zu an. Sie beteten Baal an. - 17 Da sprach er zu mir: Du hast es doch gesehen, Menschensohn? Ist es dem Hause Juda zu wenig, diese Greuel zu verüben, die sie hier begehen, dass sie auch das Land mit Gewalttat erfüllten und mich immer wieder zum Zorne reizten? Siehe nur, wie sie den Zweig an ihre Nase halten. Welche abgöttische Sitte der Prophet hier meint, ist nicht leicht zu bestimmen. - 18 So will auch ich denn im Grimme handeln; mein Auge soll nicht schonen und ich werde kein Erbarmen haben, und wenn sie noch so laut zu meinen Ohren rufen, werde ich sie nicht erhören. Damit sie erst durch die Übel gezwungen werden einzusehen, was sie getan.
Zitiert in 3
- V. 3 Summa (EN)(II-II 175.1
II-II 175.6) - V. 16 Summa (EN)(I-II 102.4)