Ezechiel 9

B. Darstellung der Strafe, welche das Volk treffen soll.

Dann rief er vor meinen Ohren mit lauter Stimme Zeichen der Erregung und des Unwillens. - also: Es nahen die Heimsuchungen der Stadt und ein jeder Ein jeder Engel. - hat eine Mordwaffe in seiner Hand. Siehe, da kamen sechs Männer Sechs, weil nach V. 6 sechs Ordnungen von Menschen geschlagen werden sollen. - den Weg vom oberen Tore herab, das nach Mitternacht zu liegt, Das Nordtor aus dem äußeren Vorhof in den inneren. Von Norden kommt alles Übel. - und jeder hatte eine Waffe des Verderbens in seiner Hand; ein Mann aber war in ihrer Mitte, in Linnen gekleidet Kleidung der Engel [Offenb 16,5]. Alle sieben sind Engel. Warum der siebente ein Schreibzeug hat, wird V. 2 gesagt. - und ein Schreibzeug an seiner Seite; diese traten ein und stellten sich neben den ehernen Altar. Neben den Brandopferaltar. Von da, wo das Mittel geboten war, Gott zu versöhnen, soll die Rache ausgehen. - Und die Herrlichkeit des Herrn Israels erhob sich von dem Cherub, auf dem sie gewesen, Als wollte sie von da weichen. - nach der Schwelle des Hauses hin und rief den Mann, der in Linnen gekleidet war und das Schreibzeug an der Seite hatte. Und der Herr sprach zu ihm: Gehe mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem hindurch und zeichne Der Engel, welcher in Linnen gekleidet ist wie ein Priester, erhält den Auftrag. (Hier.) Die Kleidung ist passend gewählt, gehört er doch nicht zu denjenigen, die verderben sollen, sondern zu denen, die berufen sind, jene zu retten, welche dessen würdig sind: die, welche über die Bosheit der anderen in der heiligen Stadt seufzen und Schmerz tragen. Vergl. [Zeph 3,18]. - ein Tau Diese Buchstaben wurden bei den alten Phöniziern, Aramäern und Samaritern wie ein Kreuz gebildet. Das Kreuzeszeichen hat also Gott mit weiser Absicht gewählt und es passt umso besser, als diese Zerstörung der Stadt ein Vorbild der anderen durch Titus ist, in der nur die mit dem Kreuze Bezeichneten gerettet wurden. - auf die Stirne der Männer, welche über alle Greuel seufzen und wehklagen, die in ihrer Mitte begangen werden. Zu jenen aber sprach er, so dass ich es hörte: Gehet durch die Städte hinter ihm her und erschlaget, euer Auge schone nicht und habet kein Erbarmen! Greise, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder und Weiber tötet, bis sie vernichtet sind; aber niemand, an dem ihr das Tau sehet, tötet und bei meinem Heiligtum machet den Anfang! So begannen sie bei den Ältesten, Die Priester, welche die ersten in der Verfehlung gewahren, [Ez 8,16] sollen auch die ersten in der Strafe sein. Deshalb werden sie hier mit dem profanen Namen Älteste bezeichnet, da sie, ihrer theokratischen Würde verlustig, nicht einmal an heiliger Stätte mehr eine Zuflucht finden sollen. - welche vor dem Hause waren. Vergl. [Ez 8,16]. Das Gericht beginnt bei dem Hause Gottes. Je näher jemand Gott steht, desto größere Strafe verdient er, wenn er sich von ihm ab- und der Bosheit zuwendet. Durch dieses Gesicht wird auch die falsche Zuversicht zerstört, welche man auf den Tempel zu setzen pflegte. - Und er sprach zu ihnen: Verunreiniget das Haus Dies Haus gilt mir nicht mehr als heilig, da es durch den Unflat so vieler Götzenbilder befleckt ist. - und füllet die Vorhöfe mit Erschlagenen an, Durch die Berührung von Leichnamen werden Menschen, Geräte und Häuser befleckt. - dann ziehet fort! Da zogen sie aus und erschlugen die, welche in der Stadt waren. Als nun das Morden zu Ende war und ich allein zurückblieb, Da im Tempel nur Götzendiener gewesen waren [Ez 8,7-17], diese aber nun sämtlich ihren Tod gefunden hatten (V. 6), so ist der Seher unter den Leichen der getöteten Frevler allein. - fiel ich auf mein Angesicht nieder und rief mit lauter Stimme: Wehe, wehe, wehe, Herr, Gott! willst du denn den ganzen Überrest Israels vertilgen, indem du deinen Grimm vollends über Jerusalem ausgießest? Der Prophet fleht Gott an, sein Strafgericht durch Erbarmen zu mildern. So stellt sich der Prophet als eine Mauer für Israel entgegen und kämpft im Streite am Tage des Herrn. [Ez 13,5] - Da sprach er zu mir: Da Gott den Propheten für sein Volk weinen und über die Größe seines Zornes verwundert sieht, teilt er demselben die Gründe seines verdienten und gerechten Ausspruches mit. - Die Verschuldung des Hauses Israel und Juda ist überaus groß, das Land ist voll von Blutschuld und die Stadt voll von Abtrünnigkeit, denn sie sagen: Der Herr hat das Land verlassen und der Herr sieht nicht! So soll denn auch mein Auge nicht schonen und ich will kein Erbarmen üben, ihren Wandel will ich auf ihr Haupt zurückbringen. Und siehe, der Mann, der in Linnen gekleidet war und das Schreibzeug an seiner Seite hatte, brachte Bescheid, indem er sprach: Ich habe getan, wie du mir befohlen hast! Während der Seher Gott seine Klage vorlegt und der Herr auf dieselbe antwortet, haben die Engel das Strafurteil ausgeführt.

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