Galaterbrief 3

II. Dogmatischer Teil. (3,1 – 4,31): Das Gesetz Moses hilft nicht des Abraham verheißenen Segens teilhaftig zu werden. 1. Die Nutzlosigkeit des Gesetzes steht aus der Erfahrung der Galater selbst fest. (V. 1 – 7) 2. Die Nutzlosigkeit des Gesetzes zeigt sich aus der ganzen Natur der Abraham gemachten Verheißungen. (3,8 – 4,20) a. Nur die an Christus glauben, haben ein Anrecht auf die Abraham gemachten Verheißungen. (V. 14) b. Die Abraham gemachte Verheißung ist durch das Gesetz nicht geändert. (V. 18) c. Welche Stelle also hat das Gesetz in der Heilsordnung eingenommen? [Gal 4,6] Es war ein Lehrmeister auf Christus. (V. 24) Als Christus kam, hörte es auf, ein solcher zu sein.

O ihr unverständigen Galater! Unverständig ist, wer die Wahrheit nicht besitzt. - Wer hat euch bezaubert, der Wahrheit nicht zu gehorchen? euch, denen Jesus Christus vor Augen gestellt worden, als wäre er unter euch gekreuzigt? Sie waren auf das beste über den Tod Christi, dessen Ursache und seine Verdienste unterrichtet worden und hatten sich dennoch verführen lassen, denselben gering zu schätzen. - Dieses nur will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist Den Heiligen Geist. - durch Werke des Gesetzes empfangen, oder durch Annahme des Glaubens? In der ersten Kirche offenbarte sich der Heil. Geist nach der Predigt des Glaubens sichtbar in den Gläubigen. Auch die Galater hatten seine Gaben empfangen. Woher aber? Nicht durch Werke des Gesetzes, da sie Heiden gewesen waren, also durch die Annahme des Glaubens. Konnte dies die Kraft des Glaubens, so suchen wir vergeblich ein anderes Mittel zur Vollkommenheit zu gelangen; denn schwerer ist es, den Ungerechten zu einem Gerechten zu machen, als den Gerechten in der Gerechtigkeit zu bewahren. - So töricht seid ihr, dass, nachdem ihr im Geiste Im Heil. Geiste, der die Kirche lehrt und regiert und die einzelnen Gläubigen innerlich erneuert. Den Gegensatz bildet das Fleisch, mit dem das Zeremonialgesetz sich beschäftigt, durch welches die falschen Apostel die Galater zur Vollkommenheit führen wollten. - angefangen, ihr im Fleische zur Vollendung geführt werden wollt? So Großes habt ihr ohne Grund gelitten? wenn jedoch Wenn es jedoch wahr ist, was ich nicht glauben möchte, dass euer Abfall schon vollendet ist und alles, was ihr wegen des Glaubens erduldet habt, von euch umsonst und ohne Furcht ertragen ist (Theod., Vikt.). Wie schwere Verfolgungen sie erlitten hatten, berichtet der heil. Lukas [Apg 13,50, Apg 14,2.5ff.18ff]. Auch der Apostel erwähnt solche [Gal 4,13.29]. - ohne Grund! Nun also, der euch den Geist verleiht und Wunder unter euch wirkt, tut er es durch Gesetzeswerke, oder durch die Annahme der Glaubenspredigt? Wie geschrieben steht: [1Mos 15,6] - Abraham glaubte Gott, und es ward ihm zur Gerechtigkeit angerechnet. Erkennet also: die, welche aus dem Glauben sind, diese Diese: keine anderen. - sind Kinder Abrahams. Die falschen Apostel suchten die Galater zu überreden, dass sie sich beschneiden lassen müssten, wollten sie als Kinder Abrahams der ihm gemachten Verheißungen teilhaftig werden. Paulus zeigt also, dass sie schon durch den Glauben Kinder Abrahams sind, da sie der Segnungen bereits teilhaftig geworden. Jemand ist dessen Sohn, dessen Werke er nachahmt; nun suchte Abraham nicht durch die Beschneidung gerechtfertigt zu werden, sondern durch den Glauben, also sind die, welche durch den Glauben gerechtfertigt zu werden suchen, Kinder Abrahams (Thom.). - Da aber die Schrift Gott, der Urheber der heil. Schrift. - voraussah, Ehe das Gesetz gegeben wurde. - dass Gott die Heiden durch den Glauben rechtfertigt, verkündete sie dem Abraham voraus: In dir sollen alle Völker gesegnet werden. Alle Gnaden hat Christus verdient und dies für alle, also nicht nur für einen Teil, wie die falschen Lehrer den Gläubigen einreden wollten. In dir, in dir, dem Vater der Gläubigen, werden alle Gläubigen gesegnet. Wie nur die Juden, welche seinen Glauben nachahmen, seine Söhne sind, so werden die Heiden seine Söhne, indem sie glauben (Chrys.). - Somit werden die, welche aus dem Glauben sind, mit dem gläubigen Abraham gesegnet werden. Denn alle, die sich auf die Werke des Gesetzes stützen, sind unter dem Fluche; denn es steht geschrieben: Verflucht ein jeder, der nicht verharret in allem, was in dem Buche des Gesetzes geschrieben ist, dass er es tue. [5Mos 27,26] Wer dem Fluche entgehen will, muss jede Vorschrift des Gesetzes, ohne Ausnahme, stets und überall erfüllen. Nun kann dies aber niemand leisten, da das Gesetz zwar Erkenntnis der Sünde gewährt, nicht aber die Kraft, es zu halten. So wirkt es also Zorn. [Roem 3,20] - Dass aber durch das Gesetz niemand bei Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar; denn der Gerechte lebt aus dem Glauben. Der Gerechte, welcher meinen Worten glaubt und an denselben nicht zweifelt, wird als Lohn das ewige Leben haben. - Das Gesetz aber ist nicht aus dem Glauben, Das Gesetz, d. i. die verschiedenen Vorschriften, welche Moses gegeben, schreibt vor, was zu tun, nicht, was zu glauben ist (Thom.). Die Heiligen des A. T. glaubten wohl und liebten, wie das Gesetz es vorschrieb, aber nicht in Kraft des Gesetzes, welches Vorschriften gab, sondern in Kraft des Messias, der in demselben verheißen war, den sie im Glauben erwarteten und auf dessen Ankunft sie durch dasselbe vorbereitet wurden. - sondern „wer es tut, wird darin leben“. Christus hat uns losgekauft vom Fluche des Gesetzes, Vers 13 bildet den Gegensatz zu V. 11, 12. Weit entfernt, den Galatern alle Hoffnung zu nehmen, will er ihnen vielmehr die wahre Quelle aller Hoffnung und alles Vertrauens eröffnen. Deshalb bezeichnet das Objekt uns diejenigen, welche dem Fluche des Gesetzes unterworfen waren, die Juden. Diese waren zuerst von dem Fluche zu befreien, damit alsdann auch die Heiden zum Heile gelangten. - da er für uns zum Fluche Wie Christus selbst unschuldig die Sünden der Welt auf sich nehmend nicht ein Sünder sein, sondern als Sünder erscheinen wollte [2Kor 5,21], so wollte er auch, indem er allen Fluch auf nahm, nicht als Verfluchter, denn vielmehr als Fluch erscheinen, d. i. als Mann, in dem außer dem Fluche sich nichts findet. Die Worte: verflucht usw. sind keine Beschimpfung des Heilandes. Dem sterblichen Teile nach hing er am Kreuze; woher aber die Sterblichkeit ist, wissen die Gläubigen, es ist die Strafe und der Fluch des ersten Menschen, die der Herr auf sich genommen hat, unsere Sünden an seinem Leib an das Kreuz tragend. Wenn man also sagte: Der Tod ist verflucht, würde niemand erschrecken, was anders aber hat am Kreuze, wenn nicht die Sünde des alten Menschen, welche der Herr für uns in der Sterblichkeit seines Fleisches auf sich nahm? (Aug.) - geworden; denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der am Holze hängt; [5Mos 21,23] - damit über die Heiden der Segen Abrahams käme durch Christus Jesus, Christus hat die Scheidewand zwischen Juden und Heiden niedergerissen und beide empfangen nun - so dass wir die Verheißung des Geistes empfangen durch den Glauben. Brüder! Die er zuvor „unverständige Galater“ genannt, redet er jetzt Brüder an. - (ich rede nach Menschenweise) Der vorhergehende Beweisgrund war der heil. Schrift entnommen, dieser stützt sich auf die Vernunft (Chrys.). - eines Menschen rechtskräftiges Testament hält doch niemand für nicht verpflichtend oder fügt etwas hinzu. Nun sind die Verheißungen Die oftmals wiederholte Verheißung. - dem Abraham zugesagt worden und seinem Samen. Da die Verheißung nicht allein Abraham sondern auch seinem Samen gegeben ist, so hat dieselbe nicht mit Abrahams Tode ein Ende genommen, sondern ist auch auf seinen Samen übergegangen. - Es heißt nicht: „Und den Samen“, wie in Bezug auf viele, sondern von einem: „Und deinem Samen“, [1Mos 17,8] (Iren., Orig.) Indem Gott in der Verheißung den Sammelnamen wählte, nicht hingegen die Mehrzahl, welche einzelne bezeichnet, zeigte er gleichsam, dass Abrahams Nachkommen in einen Körper vereinigt werden sollen. Als Einheit ist den leiblichen Kindern Abrahams das Recht auf seine Erbschaft zu Teil geworden, als Einheit den geistigen, soweit diese eines sind in dem geistigen Christus, der Kirche (Iren., Aug.) - das ist Christus. Da sage ich nun also: Das von Gott bekräftigte Testament Darf keines Menschen Testament, wenn es in gesetzmäßiger Form abgefasst ist, ungültig gemacht werden, so kann dies noch viel weniger mit einem von Gott vorher, d. i. vor dem Gesetze, bekräftigten Testamente geschehen. - wird durch das Gesetz, welches vierhundert und dreißig Jahre darnach gegeben ward, Die Zahl stimmt nicht mit [1Mos 15,3] verglichen mit [2Mos 12,40] überein, denn von der Verheißung bis zum Gesetze verflossen mehr als 600 Jahre. Viele alte Erklärer nehmen an, dass die auch von der Vulgata [2Mos 12,40] beibehaltene Lesart des heutigen hebräischen Textes, welche den Aufenthalt in Ägypten auf 430 Jahre bestimmt, nicht unversehrt ist, und lesen mit der Sept., dem chaldäischen Paraphrasten und dem samarit. Pentateuch: In Chanaan und Ägypten (Eus., Aug., Thom.). Andere nehmen an, dass Paulus seine Zählung mit der letzten, Jakob gemachten Verheißung beginnt. - nicht aufgehoben, so dass die Verheißung vereitelt werden sollte. Denn wenn die Erbschaft kraft des Gesetzes käme, so käme sie nicht kraft der Verheißung; dem Abraham aber hat Gott durch die Verheißung sich gnädig erwiesen. Wozu nun das Gesetz? Der Übertretungen wegen ist es aufgestellt worden, Nach dem Griech.: Den Verheißungen beigefügt. Einige (Chrys., Theod., Hier.) erklären: Das Gesetz ist gegeben, die Übertretungen zu strafen und in Schranken zu halten. Besser scheint eine andere Erklärung: Das Gesetz ward gegeben, um die Übertretungen zu offenbaren und zu vermehren, damit der Mensch so seine Schwäche erkannte und angespornt würde, zur Gnade und zum Glauben, mit deren Hilfe er sie meiden könnte, seine Zuflucht zu nehmen (Aug., Thom.). Die Menschen (sagt der heil. Thomas) hatten eine doppelte falsche Meinung von sich: Sie überhoben sich ihres Wissens und ihrer Kraft. Indem Gott sie eine Zeit lang ohne Unterweisung dem Naturgesetze überließ, zeigte er ihnen, dass sie in stolzem Wahne ihres Wissens sich überhoben. Da sie indes noch im Irrtume über ihre eigene Kraft befangen waren, indem sie sagten: Es gibt keinen, der Gebote gebe, er sollte wohl sehen, dass wir dieselben zu beobachten im Stande sind, so ward ihnen das Gesetz zu Teil, welches Erkenntnis der Sünde bringen sollte. Denn da der Mensch sah, dass er ohne die Gnade sich nicht von Sünden freihalten konnte, musste die Erkenntnis davon, welche das Gesetz vermittelte, die Sehnsucht nach der Gnade wecken. - bis der Same käme, dem die Verheißung galt, verordnet durch Engel, aufgestellt durch einen Mittler. Der Mittler war Moses. Das mosaische Gesetz also stand dem Bündnis der Verheißungen weit nach und konnte nicht an dessen Stelle treten. - Ein Mittler aber ist nicht eines einzigen, Ein Mittler gehört, wie der Name bereits angibt, nicht nur sich selbst an, wenigstens zwei Personen müssen vorhanden sein, zwischen denen jener vermittelt, um einen beide verpflichtenden Vertrag zu Stande zu bringen. Ein solcher Vertrag war also das Gesetz. Gott verhieß seinerseits Segnungen, aber unter der Bedingung, dass das Gesetz beobachtet werde. - Gott hingegen ist ein einziger. Eine Verheißung ist eine einfache Verpflichtung, durch welche der Versprechende sich anheischig macht, etwas umsonst zu leisten. Als Gott dem Abraham und seinem Samen Verheißungen gab, nahm er die Erfüllung derselben auf sich, ohne dass eine Bedingung zu erfüllen war. So ist er denn allein verpflichtet, und wird, was er versprochen, nach seiner Treue und Unveränderlichkeit erfüllen. Mit anderen Worten: Das Gesetz, welches durch einen Mittler gegeben ist, enthält eine zweiseitige Verpflichtung, der Segen hängt von der Erfüllung des Gesetzes ab. Die Abraham gegebenen Verheißungen legen nur Gott eine Verpflichtung auf und sind bedingungslos, also konnte das Gesetz nicht an deren Stelle treten und sie aufheben. – Diese Stelle ist eine der schwersten und findet unzählige der verschiedenartigsten Erklärungen. - Ist also das Gesetz wider die Verheißungen Gottes? Es könnte so scheinen, da es die Übertretungen offenbaren und mehren soll (V. 19) und zu der freiwilligen Verheißung eine Bedingung beifügt. - Das sei ferne! Denn wenn das Gesetz gegeben wäre, so dass es lebendig machen könnte, so käme wirklich die Gerechtigkeit aus dem Gesetze. Wenn das Gesetz eine solche Kraft hätte, dass es das Leben der Gnade geben und das ewige Leben verschaffen könnte, so entspränge die Gerechtigkeit in Wahrheit und nicht nur zum Scheine aus dem Gesetze, so würde das Gesetz das bewirken, was dem Glauben zugeschrieben wird, und so wäre der Glaube vergeblich (Thom.). Die Gerechtigkeit ist die Grundlage jenes wahren Lebens, welches in diesem Leben beginnt, aber erst in der ewigen Seligkeit voll besessen wird, welches die Summe der dem Abraham und seinem Samen verheißenen Erbschaft ist. Nach der Lehre der judaisierenden Lehrer mussten die Gläubigen das Gesetz beobachten, wollten sie der verheißenen Erbschaft voll teilhaftig werden, mithin müsste auch die Gerechtigkeit, die Grundlage der Erbschaft, aus dem Gesetze sein, wenn die Erbschaft aus dem Gesetze wäre, und Gerechtigkeit und Leben wären dem Gesetze verliehen, nicht mehr umsonst gewährte, den Gläubigen verheißene Gaben, sondern ein dem die Werke des Gesetzes tuenden gebührender Lohn (Hier.). - Aber die Schrift Die gesamte heil. Schrift. - hat alles unter die Sünde einbeschlossen, D. i. gleichsam derart, dass keine Flucht möglich ist. Alle Menschen ohne Ausnahme haben Strafe verdient, vor allem die Juden, welche das Gesetz hatten. - damit die Verheißung Das Abraham und seinem Samen verheißene Erbe. - durch den Glauben an Jesus Christus denen zu Teil würde, die glauben. Gott ließ die Menschen ihre Schuld und die gebührende Strafe erkennen, damit sei einen Erlöser suchten und den Weg des Heils beschritten, welchen Gott durch den Glauben an Christus bereitet. - Bevor aber der Glaube Der subjektive Glaube, d. i. die Zeit der neuen Heilsordnung. - kam, wurden wir unter dem Gesetze in Gewahrsam gehalten, Paulus spricht jetzt von den Juden allein. Der erste Teil des Verses bezeichnet die Zeit bis zur Verkündigung des Evangeliums. Das Gesetz hielt die Juden wie ein Wächter, freilich zu ihrem Heile; denn sonst wären sie nicht zu dem ihnen verheißenen Guten gelangt. - verschlossen auf jenen Glauben hin, der geoffenbart werden sollte. Somit ist das Gesetz unser Zuchtmeister auf Christus hin gewesen, Bei Römern und Griechen wurden die Kinder, zwar nicht zur Erziehung, aber zur Überwachung, einem gebildeten Sklaven übergeben, welcher den Namen Pädagoge, Zuchtmeister führte und die Kinder zum Lehrer führte, welcher sie erzog und unterrichtete. - damit wir durch den Glauben gerechtfertigt würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Wie der schon erwachsene junge Mann nicht mehr der Strenge des Zuchtmeisters unterworfen bleibt, so wäre es töricht, wollten die Judenchristen sich noch jetzt dem Gesetze unterworfen glauben, nachdem sie durch den Glauben schon zu Christus gelangt sind. Aber sind auch die Heidenchristen vom Gesetze frei? Die nachfolgenden Verse (26 – 29) antworten auf diese Frage. - Denn ihr alle seid Kinder Gottes durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Der Glaube hat alle aus dem Kindesalter herausgeführt. Nun haben auch die Heidenchristen die gleiche Würde wie die Judenchristen, mithin bezieht sich das Wort alle auch auf beide. Ihr seid alle Kinder Gottes, da ihr durch den Glauben mit dem natürlichen Sohne Gottes vereint seid (Thom.). - Denn ihr alle, die ihr in Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Durch die Taufe geben sich die Christen gänzlich Christus als Eigentum hin und weihen sich ihm. Wechselseitig schenkt Christus sich den Getauften und wandelt sie in sich selbst um (Chrys.). - Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann noch Weib; denn ihr alle seid eines in Christus Jesus. Alle sind Kinder Gottes durch den Glauben, alle haben Christus angezogen, alle sind eines in Christus, haben die gleiche Gestalt mit Christus. Wer zuvor Heide oder Sklave war, hat jetzt nicht die Gestalt eines Engels oder Erzengels angenommen, sondern des Heilandes selbst. (Chrys.) Wenn jemand einmal den Herrn angezogen hat und in die Flamme des Heil. Geistes versetzt glüht, so lässt sich nicht erkennen, ob er Gold oder Silber ist, so lange er im Feuer bleibt, nur Feuer ist an ihm bemerklich, so ist an den Christen nur Christus sichtbar (Hier.). Ja, von heiliger Begeisterung fortgerissen erkennt der Apostel nicht einmal mehr die sozialen und die natürlichen Unterschiede unter den Menschen an: in der Vereinigung mit Christus sind alle eine moralische Person, ein neuer Mensch - Wenn ihr aber Christi seid, so seid ihr Abrahams Same, Erben Ihr seid Glieder Christi (V. 27, 28), nun ist Christus der Same Abrahams, dem die Verheißungen gegeben sind (V. 16), euch also sind dieselben auch gegeben. (Aug., Thom.) gemäß der Verheißung.

Zitiert in 134