Genesis 19

Am Tage nach dem Besuche Abrahams zerstören die beiden Engel, welche mit dem Herrn zu ihm gekommen, Sodoma und die benachbarten Städte: Ihr Eintritt in die Stadt. (V. 11) Lots und seiner Töchter Rettung. (V. 29) Sünde der Töchter Lots.

Die beiden Engel aber kamen nach Sodoma zur Abendzeit, Die Engel versuchen wohl die Bewohner von Sodoma, ob sie gastfreundlich sind, damit etwas an dem Vollmaße ihrer Sünden zu fehlen scheine. Für Lot wird diese Prüfung die Gelegenheit zur Rettung. [Hebr 13,2] - als Lot gerade im Tore der Stadt Der Torplatz war für die Orientalen, was das Forum dem Römer, der Ort aller wichtigen Verhandlungen, des Marktes, des Zusammenkommens, usw. - saß. Als dieser sie sah, stand er auf, und ging ihnen entgegen, und verneigte sich bis zur Erde. Und sprach: Ich bitte, o Herren, kehret doch in das Haus eures Knechtes ein und bleibet daselbst. Waschet eure Füße, und morgen früh möget ihr eures Weges ziehen. Sie sprachen: Nein, sondern wir werden auf der Straße bleiben. Da drang er inständig in sie, Lots beharrliches Bitten mehrt sein Verdienst. - dass sie bei ihm einkehrten; und nachdem sie in sein Haus eingetreten waren, bereitete er ein Mahl und buck ungesäuertes Brot; und sie aßen. Noch hatten sie sich nicht niedergelegt, da umringten die Männer der Stadt das Haus, jung und alt, das ganze Volk zumal. Alle Klassen des Volkes. - Und sie riefen Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, welche des Nachts zu dir gekommen sind? Führe sie hierher heraus, dass wir sie erkennen. Widernatürliche Wollust mit ihnen treiben. - Da ging Lot zu ihnen hinaus, die Tür hinter sich zuschließend, und sprach: Liebe Brüder, ich bitte, tuet doch diese Schandtat nicht! Ich habe zwei Töchter, welche noch keinen Mann erkannt haben; Die aber schon verlobt sind. Was Lot ihnen anbot, war etwas an sich Böses. Ob Furcht oder Unwissenheit ihn entschuldigt? - diese will ich zu euch herausführen, tuet mit ihnen, wie es euch beliebt. Nur diesen Männern füget kein Leid zu; denn sie sind unter den Schatten meines Daches eingegangen. Sie aber schrieen: Weiche zurück da! Und weiter sprachen sie: Als Fremdling bist du zu uns gekommen, etwa um Richter zu sein? Er hat sie also sonst schon zurechtgewiesen. - Wir werden dir noch Ärgeres antun, als jenen! Und sie drangen mit großer Gewalt auf Lot ein, und schon war es nahe, dass sie die Türe erbrachen. Doch siehe, die Männer streckten die Hand aus, und zogen Lot zu sich hinein, und schlossen die Türe. Und die Leute, welche draußen waren, schlugen sie mit Blindheit, Da ihr Herz verfinstert ist, verfinstert Gott auch ihr Auge. Vergl. [2Koe 6,18] und umgekehrt V. 17 die Bitte des Elisäus für seinen Diener. - klein und groß, so dass sie die Tür nicht finden konnten. Zu Lot aber sagten sie: Hast du hier noch jemanden von den Deinen? Sie reden wie Fremde. - einen Schwiegersohn, oder Söhne oder Töchter, alle, die dir angehören, führe weg aus dieser Stadt; Denn wir werden diesen Ort zerstören, weil das Geschrei über sie groß geworden ist vor dem Herrn, der uns gesandt hat, sie zu verderben. Jetzt ist das Maß voll und die Strafe wird nicht weiter verschoben. - Da ging Lot hinaus, und redete mit seinen Schwiegersöhnen, welche seine Töchter erhalten sollten, und sprach: Machet euch auf und ziehet aus diesem Orte weg; denn der Herr wird diese Stadt zerstören. Ihnen aber schien es, als redete er im Scherze. Da es nun Morgen war, drängten ihn die Engel zur Eile und sprachen: Nimm dein Weib und die beiden Töchter, welche du hast, damit nicht auch du wegen der Sünden der Stadt umkommest. Als er aber noch zauderte, nahmen sie ihn, und sein Weib, und seine beiden Töchter bei der Hand, weil der Herr ihn verschonen wollte. Und sie führten ihn hinaus, und ließen ihn außerhalb der Stadt, und redeten daselbst zu ihm, und sprachen: Rette dein Leben! schaue nicht hinter dich und bleibe nirgends in der Umgegend stehen, sondern rette dich auf das Gebirge, damit nicht auch du mit umkommest. Und Lot sprach zu ihnen: Ich bitte, mein Herr, weil dein Knecht vor dir Gnade gefunden und weil du mir große Barmherzigkeit erwiesen hast, dass du mein Leben rettetest, - ich kann nicht auf das Gebirge Jetzt Djebel Usdun. - flüchten, das Unheil möchte mich sonst erreichen und ich des Todes sterben. Es ist eine Stadt hier in der Nähe, in diese kann ich flüchten. Sie ist klein, Also ist auch ihre Sündhaftigkeit nicht so schlimm wie die von Sodoma. Wie anders redet Lot als Abraham; aus Rücksicht auf Abraham wird seine Bitte gewährt. - und ich werde mich in ihr retten. Ist sie nicht unbedeutend, und werde ich nicht so am Leben bleiben? Da sprach er zu ihm: Siehe, auch darin erhöre ich deine Bitte, dass ich die Stadt nicht zerstöre, für die du Fürsprache eingelegt hast. Eile und rette dich dorthin; denn ich kann nichts tun, bis du dahin gelangt bist. Daher ward diese Stadt Segor genannt. Die früher Bala genannte Stadt wird in der Folge Segor genannt, weil Lot sie als etwas Unbedeutendes bezeichnet hat. - Und die Sonne ging auf Was von V. 15 an erzählt ist, liegt zwischen Morgenröte und Sonnenaufgang. - über der Erde, als Lot nach Segor gelangte.
Lot flieht, während Sodoma und Gomorrha brennen
Der Herr ließ also über Sodoma und Gomorrha Schwefel und Feuer vom Herrn vom Himmel Die emphatische Wiederholung soll unmissverständlich anzeigen, dass dieser Regen, dieses Gericht von Gott ausgegangen ist. Das furchtbare Strafgericht knüpfte an die natürliche Beschaffenheit der Gegend an: es waren daselbst viele Erdpechgruben. Vergl. [1Mos 14,10]. Von Gott gesendetes Feuer (Blitze usw.) entzündeten die von diesen Gruben und Naphtaquellen aufsteigenden Dünste, wodurch diese Quelle selbst und die Asphaltlager in der Erde in Brand gerieten und Luft und Erde ein Feuermeer wurden. In diesem Brande, zu dem vielleicht noch Erdbeben kam, gingen die Städte zu Grunde, der herrliche und fruchtbare Boden wurde ausgebrannt, öde und unfruchtbar, das Tal Siddim selbst sank tiefer ein, so dass die Salzfluten des wohl schon vorher nördlich vorhandenen Sees sich südlich darüber ergossen. - herab regnen, und vernichtete Zur ewigen Warnung. - diese Städte, und die ganze Umgegend, und alle Bewohner der Städte, und alles, was auf dem Felde gewachsen war. Und sein Weib schaute hinter sich und ward zu einer Salzsäule. Zuerst blieb sie stehen, während Lot Segor betrat, dann schaute sie sich, aus Neugierde oder aus Zuneigung zu den Sodomitern, ungläubig um. Aus beiden Ursachen war sie gewarnt worden. Die Strafe traf sie vermutlich, indem durch die Glut die im Erdboden befindlichen Steinfalzmassen glühend oder geschmolzen umhergetrieben wurden, vergl. [5Mos 29,23] und sich um sie anhäuften, so dass sie vollständig zur Salzschlacke ward. - Abraham aber machte sich des Morgens auf an den Ort, wo er vordem vor dem Herrn gestanden; und als er nach Sodoma und Gomorrha, und dem ganzen Gebiete jener Gegend seinen Blick wandte, sah er, wie Qualm von der Erde aufstieg, wie der Rauch eines Ofens. Denn als Gott die Stätte jener Gegend zerstörte, gedachte er Abrahams und errettete Lot aus dem Untergang der Städte, in denen er gewohnt hatte. Und Lot zog von Segor aufwärts, Er hält es wohl für nicht sicher genug. - und blieb auf dem Gebirge, und seine beiden Töchter mit ihm, (denn er hatte sich gefürchtet, in Segor zu bleiben) und er nahm in einer Höhle Wohnung, er und seine beiden Töchter mit ihm. Da sprach die ältere zu der jüngern: Unser Vater ist alt, Also ist kein Verschub. - und es ist kein Mann mehr im Lande übriggeblieben, der zu uns eingehen könnte Besser wohl: wollte. Wir werden als Überbleibsel eines Gott verhassten Volkes gelten und haben zudem kein Vermögen. Ihr böses Gewissen hindert Lots Töchter, ihrem Vater ihre Absicht kundzutun. - nach aller Welt Brauch. Komm, lass uns ihn mit Wein trunken machen und bei ihm schlafen, dass wir von unserem Vater Nachkommenschaft erhalten. Sie gaben also ihrem Vater in jener Nacht Wein zu trinken, und die ältere ging hinein und schlief bei ihrem Vater; aber er ward es nicht gewahr, weder als die Tochter sich niederlegte, noch als sie aufstand. Über den Verlust seines Weibes und seines Vermögens betrübt, trinkt Lot, durch die Schmeicheleien seiner Töchter verführt, mehr als sich geziemte. - Des andern Tages sagte die ältere wiederum zur jüngeren: Siehe, ich habe gestern bei meinem Vater geschlafen, lass uns ihm auch diese Nacht Wein zu trinken geben, und schlafe du bei ihm, dass wir von unserem Vater Nachkommenschaft retten. Also gaben sie auch in dieser Nacht ihrem Vater Wein zu trinken, und die jüngere Tochter kam und schlief bei ihm; aber auch da ward er es nicht gewahr, weder als sie sich niederlegte, noch als sie aufstand. So empfingen die beiden Töchter Lots von ihrem Vater. Und die ältere gebar einen Sohn und nannte ihn Moab; dieser ist der Stammvater der Moabiter bis auf den heutigen Tag. Und auch die jüngere gebar einen Sohn und nannte seinen Namen Ammon, Hebr.: Ben-Ammi: Sohn meines Volkes. Moab: Samen des Vaters (meines Vaters). - das ist Sohn meines Volkes; er ist der Stammvater der Ammoniter bis heute. Die Erzählung V. 29 – 38 rührt nicht von Abraham her, da zur Zeit des Verfassers die Nachkommen Moabs bereits ein Volk bildeten.

Zitiert in 38