Genesis 26

b. Da eine Hungersnot entsteht, will Isaak nach Ägypten ziehen, wird indes von dem Herrn daran verhindert, der ihm verspricht, die Abraham gemachten Verheißungen zu erfüllen (V. 6), und Rebekka beschützt, dass Abimelech, König der Philister, sie nicht raubt. (V. 11) Gott schenkt Isaak Reichtum und stillt den Unwillen der Philister, die mit Isaak ein Bündnis schließen. (V. 33) c. Esau nimmt zwei fremde Frauen, was seiner Eltern Unwillen erregt.

Es kam Die Ereignisse liegen vielleicht vor dem in [1Mos 25] Erzählten. - aber eine Hungersnot über das Land, nach jener Unfruchtbarkeit, welche zur Zeit Abrahams [1Mos 12,10] - gewesen war, da zog Isaak zu Abimelech, dem Könige der Philister, nach Gerara. Vergl. [1Mos 20,1] und [1Mos 21,33]. - Und der Herr erschien ihm und sprach: Ziehe nicht nach Ägypten hinab, sondern bleibe in dem Lande, das ich dir sagen werde. Er soll im Glauben gestärkt werden. - Weile als Fremdling in demselben, so will ich mit dir sein und dich segnen. Denn dir und deinen Nachkommen werde ich alle diese Länder geben und so den Schwur erfüllen, den ich Abraham, deinem Vater, geschworen habe. Zwei Dinge hatte Gott Abraham verheißen: das Hervorgehen des Messias aus seinem Geschlechte, des Segens aller Völker [1Mos 12,1ff, 1Mos 18,17ff, 1Mos 22,16ff] und den Besitz von Chanaan für seine leiblichen Nachkommen. [1Mos 15,18, 1Mos 17,5ff] Beide Verheißungen werden hier vereinigt. Der Schwur Gottes und der Gehorsam Abrahams weisen auf [1Mos 22,16.18] zurück. Die erste Offenbarung an Jakob [1Mos 28,13-15] ist dieser ähnlich. - Und ich werde deine Nachkommen mehren wie die Sterne des Himmels, und werde deinen Nachkommen alle diese Länder geben; und in deiner Nachkommenschaft sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, dafür dass Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist, Besonders indem er Chaldäa verließ und seinen Sohn zum Opfer darbringen wollte. - und meine Gebote und Befehle gehalten, und meine Vorschriften und Weisungen beobachtet hat. So blieb Isaak also in Gerara. Als nun die Männer dieses Ortes nach seinem Weibe fragten, antwortete er: Sie ist meine Schwester Schwester: Blutsverwandte. Von einer Lüge ist nach hebr. Sprachgebrauche Isaak ebenso frei wie Abraham. (Aug.) Vergl. [1Mos 20,12] -; denn er fürchtete sich, zu bekennen, dass sie ihm durch das Eheband verbunden sei, und dachte, sie möchten ihn etwa um ihrer Schönheit willen töten. Und als eine lange Zeit verflossen war, seitdem er sich dort aufhielt, schaute Abimelech, der König der Philister, durch das Fenster und sah ihn mit Rebekka, seinem Weibe, scherzen. Da rief ihn Abimelech zu sich und sprach: Offenbar ist sie dein Weib! Warum sagtest du fälschlich, sie sei deine Schwester? Er antwortete: Ich fürchtete um ihretwillen sterben zu müssen. Da sagte Abimelech: Warum hast du uns betrogen? Es hätte jemand vom Volke mit deinem Weibe sich vergehen können, und du hättest so eine große Sünde über uns gebracht. Und er gebot allem Volke und sprach: Wer das Weib dieses Mannes antastet, soll des Todes sterben! Isaak aber säete in jenem Lande und erntete in diesem Jahre hundertfältig; denn der Herr segnete ihn. Wie er V. 3 verheißen. - Und der Mann ward reich und schritt stetig fort und wuchs, bis er ungemein groß ward. Und er besaß Schafe und Rinder, und sehr viel Gesinde. Darum beneideten ihn die Philister und verschütteten Richtiger als Plusquamperfekt zu übersetzen. - zu jener Zeit alle Brunnen, welche die Knechte seines Vaters Abraham gegraben hatten, indem sie dieselben mit Erde füllten, Gegen das [1Mos 21,23] mit Abraham geschlossene Bündnis. Dieses Ereignis fällt nach V. 17. - so dass Abimelech selbst zu Isaak sprach: Ziehe hinweg von uns, denn du bist uns allzu mächtig geworden. Da zog er von dort hinweg, um zu dem Tale von Gerara zu kommen und dort sein Lager aufzuschlagen. Und er grub die anderen Brunnen wieder auf, welche die Knechte seines Vaters Abraham gegraben und welche die Philister nach seinem Tode einst verschüttet hatten, und nannte sie mit denselben Namen, die ihnen vordem sein Vater gegeben hatte. Die Namen wurden verändert, um ähnlicher Streitigkeiten willen wie die [1Mos 13,7, 1Mos 21,15] erzählten. - Und sie gruben im Tale und fanden Quellwasser. Aber auch dort gerieten die Hirten von Gerara in Streit mit den Hirten Isaaks und sprachen: Uns gehört das Wasser! Darum nannte er dem gemäß, was sich zugetragen hatte, den Namen des Brunnens Zank. Hierauf gruben sie einen andern Brunnen; und auch seinetwegen gerieten sie in Streit, und er nannte ihn Feindschaft. Dann zog er von dannen und grub einen andern Brunnen, über diesen gerieten sie nicht in Streit; darum nannte er dessen Namen Weite und sprach: Nun hat uns der Herr freien Raum geschafft und bewirkt, dass wir uns ausbreiten im Lande. Von diesem Orte brach er nach Bersabee auf. Dort erschien ihm der Herr in derselben Nacht und sprach: Ich bin der Gott Abrahams, deines Vaters! Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir, und ich will dich segnen und deine Nachkommen mehren, um Abrahams, meines Dieners willen. So heißt Abraham in der Genesis nur an dieser Stelle. Um Abrahams willen war Isaak auch die Verheißung V. 3 – 5 gegeben. Die früher gemachten Verheißungen werden bestätigt, und sofort offenbart sich der Schutz Gottes, da der Herr den König der Philister herbeiführt. (Chrys.) - Da baute er daselbst einen Altar, und rief den Namen des Herrn an, und schlug sein Zelt auf. Und er befahl seinen Knechten, einen Brunnen zu graben. Da kam Abimelech an diesen Ort von Gerara, und Ochozath, sein Freund, und Phikol, sein Heerführer; Daraus, dass es Isaak trotz aller Anfeindungen dauernd wohl geht, erkennt der Philisterkönig, dass jener von Gott gesegnet ist. (V. 29), und hält es für ratsam, mit ihm in ein freundliches Verhältnis zu treten. - und Isaak sprach zu ihnen: Warum seid ihr zu mir gekommen, dem Manne, den ihr doch hasset und von euch hinweggetrieben habt? Sie antworteten: Wir haben gesehen, dass der Herr mit dir ist, und deshalb sprachen wir: Ein Eid sei zwischen uns, und wir wollen ein Bündnis schließen, dass du uns nichts Böses zufügen willst, wie auch wir von dir nichts angetastet, V. 11. Dies geschah, so lange Isaak in Gerara blieb. (V. 16) Abimelech tut, wie [1Mos 21,26] als ob er nichts von dem wüsste, was seine Leute Böses getan, und fordert schamlos Dankbarkeit. - noch etwas getan haben, was dir Schaden brachte, sondern dich in Frieden haben ziehen lassen, voll des Segens vom Herrn. Diese Worte entsprechen nicht der Wahrheit, dienen aber der Absicht Abimelechs. - Da bereitete er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken. Am andern Morgen aber erhoben sie sich früh und schworen sich einander zu; und Isaak entließ sie in Frieden in ihre Heimat. Aber siehe, an demselben Tage kamen Isaaks Knechte, und berichteten ihm von dem Brunnen, den sie gegraben hatten, und sprachen: Wir haben Wasser gefunden! Abimelech wusste wohl nichts von der Arbeit der Leute Isaaks. - Darum nannte er ihn Überfluss; Hebr.: Schwur. - und die Stadt ward Bersabee Eidesbrunnen. - genannt bis auf diesen Tag. Als nun Esau vierzig Jahre alt war, nahm er Judith, die Tochter Beeris, des Hethiters, und Basemath, die Tochter Elons, derselben Abkunft, zu Weibern. [1Mos 36,2] heißen die Frauen: Ada, die Schmucke, Basemath, die Duftige. - Diese beiden betrübten das Herz Isaaks und Rebekkas. Zurückweisung auf [1Mos 25,37ff] und Hinweis auf das folgende Kapitel. Zwei Ursachen betrüben Rebekka: der Hass Esaus gegen seinen Bruder und die Heimführung fremder Frauen gegen den Willen Isaaks. Esau, der sein Erstgeburtsrecht verkauft, zeigt auch durch die Wahl seiner Lebensgefährtinnen außerhalb seines Stammes [1Mos 24], dass er nicht geeignet ist, Erbe und Vermittler der Verheißungen Gottes zu sein.

Zitiert in 6