Genesis 50

Jakob wird, hochgeehrt von den Ägyptern, von seinen Söhnen in der Doppelhöhle bei Hebron begraben. (V. 14) c. Joseph bewahrt den Brüdern auch nach dem Tode seines Vaters seine Liebe (V. 21), sagt ihnen ihre Rückkehr nach Chanaan voraus und bittet sie, bei derselben auch seine Gebeine nach Palästina mitzuführen. (V. 24) Josephs Tod.

Da Gemäß der Voraussagung [1Mos 46,4]. - Joseph dieses sah, warf er sich über das Angesicht seines Vaters, weinend und ihn küssend. Und er gebot seinen Ärzten, Solche hatte Joseph wohl infolge seiner hohen Stellung [1Mos 41,40]. - die ihm dienten, seinen Vater einzubalsamieren. Während sie vollzogen, was ihnen befohlen war, vergingen vierzig Tage; denn so war es Brauch bei der Einbalsamierung der Leiber; und Ägypten beweinte ihn siebzig Tage. Die vierzig Tage des Einbalsamierens eingerechnet. Bei den Ägyptern währte die Trauerzeit nach dem Tode eines Königs 72 Tage. Die Israeliten beweinten den Tod Aarons 30 Tage [4Mos 20,30], ebenso den Moses. [5Mos 34,8] Gewöhnlich dauerte die Klage über einen Toten bei ihnen sieben Tage. - Als nun die Zeit der Totenklage vorüber war, sprach Joseph zu den Hofleuten Pharaos: In eigener Angelegenheit konnte oder wollte er den König nicht direkt bitten. - Habe ich Gnade in euren Augen gefunden, so saget zu Pharao, dass mein Vater mich hat schwören lassen und gesagt hat: Siehe, ich sterbe, begrabe mich in meinem Grabe, welches ich mir im Lande Chanaan gegraben habe. Entweder hatte sich Jakob in der Höhle Makphela ein Grab aushauen lassen oder redet nach ägyptischer Weise. (Vergl. [1Mos 43,21] im Verhältnis zu [1Mos 42,35].) - So möchte ich nun hinaufziehen und meinen Vater begraben, und dann werde ich zurückkehren. Da sprach Pharao zu ihm: Ziehe hinauf und begrabe deinen Vater, wie er dich hat schwören lassen. So zog er denn hinauf, und es zogen mit ihm alle Würdenträger des Hauses Pharaos, und alle Ältesten Ausdruck, der gleichfalls zur Bezeichnung der Würde dient. - des Landes Ägypten. Hebr.: Es zogen mit ihm alle Diener Pharaos, die Beamten seines Palastes und alle Beamten des Landes. – Alle, d. i. alle, deren Anwesenheit der Rang Josephs forderte. - das Haus Josephs mit seinen Brüdern, ausgenommen die Kinder und die Herden und das Vieh, welche sie im Lande Gessen zurückließen. Auch hatte er Wagen und Reiter als Gefolge, Zum Schutze auf dem nicht gefahrlosen Zuge um das tote Meer herum in fremdes Land. - und es ward eine gewaltige Schar. Als sie nun zur Tenne Atad Goren Atad (Tenne des Stechdorns) - kamen, welche jenseits des Jordans liegt, feierten sie daselbst das Leichenbegängnis mit großer und schwerer Totenklage, sieben Tage hindurch. Zuerst hatten sie wohl nach ägyptischer Sitte die Totenfeier in Ägypten gehalten, dann im verheißenen Lande nach eigenem Brauche. Jenseits – ob von Ägypten aus gerechnet? Nach dem heiligen Hieronymus machte der Zug den Umweg um die Ostseite des toten Meeres, da dieser größere Sicherheit bot. Nach anderen ist Goren Atad ein anderer Name für die Landschaft, in der Mambre lag, und demnach V. 13 nicht Handlung, sondern Abschluss der vorhergegangenen Darstellung, so dass die Trauerfeier zu Goren Atad die Bestattung einschließt. - Als dies die Bewohner des Landes Chanaan sahen, sprachen sie: Eine große Totenfeier der Ägypter findet dort statt; und darum ward der Name dieses Ortes Klage Ägyptens genannt. Die Söhne Jakobs taten also, wie er ihnen geboten hatte, und führten ihn in das Land Chanaan, und begruben ihn in der Doppelhöhle, welche Abraham samt dem Acker zum erbeigenen Begräbnis von dem Hethiter Ephron gekauft hatte, Mambre gegenüber. Vielleicht folgte dieser Vers ursprünglich auf den Bericht [1Mos 49,32] und die Beschreibung des Begräbnisses [1Mos 50,1-11] ward von dem Verfasser erst später eingeschoben. - Und Joseph kehrte mit seinen Brüdern und seinem ganzen Gefolge nach Ägypten zurück, nachdem er seinen Vater begraben. Da nun Jakob tot war, fürchteten sich die Brüder Josephs und sprachen zueinander: Hebr.: Als nun die Brüder sahen, dass ihr Vater tot war, sprachen sie: Wenn Joseph uns befeindete und uns all das Böse, das wir ihm getan haben, vergälte! - Wenn er nur nicht des Unrechtes gedenkt, das er erlitten hat, und uns all das Böse vergilt, das wir ihm angetan haben! Dass ihre Furcht nicht ganz grundlos war, könnte [1Koe 2,5ff] nahelegen. - Und sie ließen ihm sagen: Dein Vater gebot uns, ehe er starb, wir sollten dir dieses mit seinen Worten sagen: Gewiss hat er es gesagt, und die Wiederholung seiner Worte gleichsam von jenseits des Grabes konnte ihren Eindruck auf Joseph nicht verfehlen. - Ich bitte, vergiss doch die böse Tat deiner Brüder, und die Sünde und die Bosheit, die sie an dir verübt haben; und auch wir bitten, du wollest den Dienern des Gottes deines Vaters Sie bitten im Namen des Vaters und Gottes um Verzeihung. - diese böse Tat vergeben. Als Joseph dies hörte, weinte er. Und seine Brüder kamen zu ihm, und warfen sich vor ihm zur Erde nieder, und sprachen: Wir sind deine Knechte. Besser: Bereit, dir Knechte zu sein. - Er antwortete ihnen: Fürchtet euch nicht; können wir etwa Gottes Willen widerstehen? Wegen dessen, was mir nach Gottes Willen begegnet, darf ich Menschen nicht zürnen. Hebr.: Entweder: Bin ich unter Gottes Macht? Ja, so darf ich mich nicht für das rächen, was er aus weisester Ursache zugelassen hat. Oder: Bin ich etwa an Gottes Stelle? Nein, also kann ich nicht an seiner Statt strafen. Alles dies galt umso mehr, als er aus jenen widrigen Schicksalen ein so großes Gut hat hervorgehen sehen. - Ihr freilich sannet Böses gegen mich, Gott aber hat es zum Guten gewendet, um mich zu erheben, Richtiger: Um zu tun. Hebr.: zahlreiches Volk. - wie ihr jetzt sehet, und viele Völker zu erhalten. Fürchtet euch nicht, ich werde für euern und eurer Kinder Eurer Familien. - Unterhalt sorgen. Und er tröstete sie und sprach freundlich und sanft zu ihnen. Und er wohnte in Ägypten mit dem gesamten Hause seines Vaters und lebte hundert und zehn Jahre. Und er sah von Ephraim Söhne bis in das dritte Glied; auch Machir, dem Sohne Manasses, wurden auf Josephs Knieen Söhne geboren. Nach diesen Begebnissen sprach Joseph zu seinen Brüdern: Die noch lebten, und ihren Nachkommen. Joseph sagt die Unterdrückung des Volkes in Ägypten, vergl. [1Mos 15,13], zugleich aber dessen Heimkehr nach Chanaan voraus. [1Mos 46,4, 1Mos 47,29-34] Vielleicht ahnte er, die Lage der Dinge klar durchschauend, die kommende politische Änderung, welche seiner Familie Leid bringen sollte. Seine Bitte, im Lande der Verheißung begraben zu werden (wie sein Vater), wurde erfüllt [2Mos 13,19], er fand seine Ruhestätte bei Sichem. [Jos 24,32] Nach meinem Tode wird Gott euch heimsuchen und euch aus diesem Lande in das Land hinaufziehen lassen, das er dem Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat. Und er ließ sie schwören und sprach: Gott wird euch heimsuchen; führet alsdann meine Gebeine mit euch von diesem Orte hier hinweg. Und er starb, hundert und zehn Jahre alt. Da balsamierten sie ihn ein und legten ihn in Ägypten in einen Sarg.

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