Hebräerbrief 13

b. Der Apostel empfiehlt den Hebräern die Bruderliebe, besonders gegen die Armen (V. 3), vollkommene Reinheit und Meidung der Habsucht. (V. 6) c. Auf die Beharrlichkeit im Glauben zurückkommend mahnt er die Hebräer, ihrer Vorgesetzten eingedenk und, deren Beharrlichkeit nachahmend, vor neuen Lehren sich zu hüten (V. 9), sowie, nicht außer dem Altare, von dem die Juden nicht essen dürfen, einen anderen zu suchen, sondern mit Hintansetzung aller Schmach Jesus zu folgen. (V. 17) Kurzer Epilog (V. 18 – 25): a. Paulus empfiehlt sich ihren Gebeten, damit er eher zu ihnen zurückkehren könne. (V. 19) b. Er wünscht ihnen alles Gute von Gott und bittet sie, seine Mahnung gut aufzunehmen. (V. 22) c. Er verspricht mit Timotheus zu kommen, grüßt im Namen der an seinem Aufenthaltsorte Gegenwärtigen und erteilt seinen Segen.

Die Bruderliebe Also lebte die Bruderliebe. [Hebr 6,10, Hebr 10,33] - bleibe unter euch. Der Gastfreundschaft Vergl. [1Tim 3,2]. Ganz besonders ist sie gegen vertriebene oder reisende Christen zu üben. - vergesset nicht; Übet treu fort. - denn durch diese haben einige, ohne es zu wissen, Engel beherbergt. So Abraham und Loth, (1Mos und 18.19) Manue [Rich 13] - Gedenket der Gefangenen Mit treuer Fürsorge der ihres Glaubens wegen gefangen gehaltenen Christen, durch Gebet und jede Hilfe. - als wäret ihr Mitgefangene, Als ob es um eure eigene Sache ginge. - und der Mühseligen, als noch selbst im Leibe Dem mancherlei Übeln und Leiden ausgesetzten Leibe. - Weilende. In Ehren gehalten sei die Ehe in allen Stücken, Der erste Satz enthält nicht eine Empfehlung der Ehe gegen ihre Gegner, sondern bezieht sich nur auf die bestehenden Ehen, deren Würde nicht verletzt werden soll, wie der Parallelismus zeigt. - und das Ehelager unbefleckt; denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten. Euer Wandel sei ohne Habsucht, Habsucht ist die Wurzel aller Übel. [1Tim 6,10] - indem ihr zufrieden seid mit dem, was ihr habt. Denn er selbst hat gesagt: Ich will dich nicht verlassen, und dich nicht aufgeben. So können wir getrost sprechen: Der Herr ist mein Helfer; ich werde nicht fürchten, was ein Mensch mir tun möchte. [Ps 117,6] ist nicht genau nach der Septuag gegeben, wohl in dem damals in der Liturgie üblichen Wortlaut. - Gedenket Ein anderes Motiv, das die Leser vor dem Abfall bewahren soll. - eurer Vorsteher, Die Vorsteher sind wohl die der Kirche von Jerusalem. In gleicher Weise gebrauchte Clem. Rom. und Euseb. dies Wort. - welche euch das Wort Gottes verkündet haben; auf den Ausgang ihres Wandels schauend, Den Ausgang ihres Lebens, ihren Martertod. Gedacht ist wohl an Stephanus und Jakobus. - ahmet ihren Glauben nach! Jesus Christus derselbe gestern und heute und in Ewigkeit. Christus als Heiland, als Erlöser, doch wird die Unveränderlichkeit seiner Person mit Beziehung auf seine Lehre hervorgehoben, als der Grund, aus welchem die Unwandelbarkeit der letzteren gefolgert werden soll. Vergl. [2Kor 2,18]. - Lasset euch nicht verführen Lasset euch daher nicht durch verschiedene Lehren verführen. Gemeint sind die Vorschriften des Mosaischen Gesetzes in Verbindung mit der aufkommenden falschen Gnosis, gemäß der jene von manchen als zum Heile notwendig bezeichnet wurden. - durch manigfaltige, fremdartige Lehren, denn es ist gut das Herz durch die Gnade Die heiligmachende Gnade. (Thom.) Nach anderen die Eucharistie. - zu stärken, nicht durch Speisen, Jüdische Opfermahlzeiten. - welche denen, die derselben teilhaftig wurden, keinen Nutzen brachten. Zur wahren Heiligkeit. Vergl. [Jer 11,15]. Metonymisch für das Opfer, das auf dem Altare dargebracht wird. Wer am levitischen Opferkulte teilnimmt, reiht sich der jüdischen Gemeinde wieder ein, der durch das Gesetz verboten ist, von den vorbildlichen Sündopfern des A. B., und so auch von dem vorgebildeten wahren Versöhnungsopfer des N. B. zu essen. - Wir Die Christen. - haben einen Altar, von welchem zu essen die kein Recht haben, welche dem Zelte dienen. Die an dem jüdischen Ritus festhaltenden und auf ihn vertrauenden Juden. Diese Stelle beweist, dass die heil. Messe ein wahres Opfer ist. Dem Altare der alten Bundeshütte, von dessen Opfern die Priester aßen, wird der neue Altar der Kirche gegenübergestellt, von dem die Priester und Gläubigen nicht eine fleischliche Speise von Ochsen und Schafen, sondern eine göttliche genießen, den Leib Christi. Da die heil. Eucharistie ihren Altar hat, ist sie ein Opfer, denn wo ein Altar, da muss auch ein Priester und ein Opfer sein, da diese drei Dinge korrelat sind. (Primas., Sedul., Anselm) - Denn die Leiber der Tiere, deren Blut für die Sünde durch den Hohenpriester in das Allerheiligste gebracht wird, werden außerhalb des Lagers verbrannt. [3Mos 16,27] Christus hingegen, und mithin die Eucharistie, ist dem Opfer ähnlich, welches am feierlichen Versöhnungstage dargebracht wird, also müssen die Juden, welche das levitische Gesetz beobachten, sich der neutestamentlichen Speise enthalten. Das Fleisch des Sühnopfers aßen die Juden nicht nur nicht, sondern verbrannten es selbst außerhalb des Lagers und der Stadt in der Wüste, deshalb litt Christus, dessen Typus das Versöhnungsopfer war, außerhalb des Tores. Mithin muss man das Lager des A. B., die alte Bundeshütte und das alte Priestertum verlassen, will man am Opfer Christi teilhaben. - Darum hat auch Jesus, um durch sein Blut das Volk zu heiligen, außerhalb des Tores gelitten. So lasset uns denn hinausgehen zu ihm außerhalb des Lagers, Außerhalb der Stadt, wie V. 14 zeigt. Der Hügel Golgotha, auf welchem unser Heiland gekreuzigt wurde, lag zur Zeit außerhalb der westlichen Mauer von Jerusalem in der Gegend zwischen den Türmen Hippikus und Pfephinus. Als später der Kaiser Hadrian die Stadt erweiterte, und einen Tempel in der Gegend des Golgotha erbaute, kam dieser innerhalb der Stadt zu stehen, und jetzt befindet er sich fast in der Mitte derselben, seit durch die noch späteren Veränderungen die westliche Seite noch mehr bebaut worden ist. - indem wir seine Schmach tragen. Was der Apostel von dem Leiden Christi außerhalb des Tores gesagt, wendet er jetzt allegorisch an zu einer Aufmunterung Christus in dem zu folgen, was er außerhalb des Tores gelitten hat: Lassen wir die Opfer der Juden, trennen wir uns von diesen, auch wenn wir deshalb an dem Leiden Christi, ja selbst an seinem schmachvollen Tode, Anteil nehmen müssten. - Denn Grund, warum wir einen schmachvollen Tod um des Glaubens wegen auf uns zu nehmen uns nicht weigern dürfen. - wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern trachten nach der zukünftigen. Wie [Hebr 12,22]. Sie ist für uns zukünftig, Gott, den Heiligen und den Engeln bereits gegenwärtig. - Durch ihn Durch Christus, der uns so reiche Wohltaten durch seine Lehre und Gnaden gespendet, der für unsere Sünden am Kreuze gestorben ist und zur Erinnerung an seinen Tod das heil. Messopfer eingesetzt hat. - also Folgerung aus allem, was von V. 8 an gesagt ist. Feiern wir Gott um aller uns durch Christus erwiesenen Wohltaten willen nicht durch jüdische Riten, sondern durch fromme Anmutungen, durch Opfer des Herzens. - lasset uns Gott allezeit das Opfer des Lobes Eine besondere Art des Friedopfers [3Mos 7,11-15]. Der Verfasser überträgt hier [Ps 49,14-23] auf das Gebet. - darbringen, das ist, die Frucht der Lippen, welche seinen Namen preisen. Jemandes Vorzüge anerkennen heißt sie erheben. Der Apostel zeigt, was das Opfer des Lobes ist. - Wohlzutun und mitzuteilen aber vergesset nicht; denn an solchen Opfern Anspielung darauf, dass die Juden Arme zu den Opfermahlzeiten einzuladen pflegten. - hat Gott Wohlgefallen. Stillschweigender Gegensatz zwischen den Gott wohlgefälligen Opfern und denen, welche dem Gesetze gemäß dargebracht wurden (über die [Hebr 10,5] das Urteil spricht). - Gehorchet euern Vorstehern Also haben diese das Recht, zu befehlen und Gesetze zu geben, denen die Untergebenen Gehorsam schulden. - und seid ihnen untertan; denn sie wachen als solche, die für eure Seelen Grund zu gehorchen für die Untergebenen, aber zugleich Mahnung an die Vorgesetzten, der Wichtigkeit ihres Amtes eingedenk zu sein. - Rechenschaft geben sollen, Eine harte Bürde ist es, dass die, welche kaum für sich Rechenschaft geben können, es noch für andere tun sollen. (Thom.) Die Gefahr, in welcher die Vorgesetzten schweben, soll die Untergebenen zum Gehorsam veranlassen. - damit sie dies Das Wachen. - mit Freuden Wenn sie sehen, dass ihr euer Leben nach dem Glauben einrichtet. - tun, und nicht mit Seufzen; denn das bringt euch keinen Nutzen. Betet für uns! denn wir vertrauen, dass wir ein gutes Gewissen haben, da wir in allem recht zu wandeln trachten. Grund, weshalb er verdient, dass sie für ihn beten. Die Feinde hatten ihn wohl angegriffen, weil er gelehrt, dass das Mosaische Gesetz abgeschafft sei. - Um so mehr aber bitte ich euch, dies zu tun, damit ich euch um so eher wiedergegeben werde. Anderer Grund, warum er um ihr Gebet ersucht. Der Apostel wünscht die Fürbitte der Hebräer vornehmlich zu dem Ziele, dass er ihnen bald wiedergegeben werde. Ähnlich [Philo 1,22]. Paulus ist also in Fesseln, doch seiner Befreiung sicher. - Der Gott des Friedens aber, Ein dem heil. Paulus geläufiger Ausdruck: Ursacher und Liebhaber des Friedens. Er lasse nicht zu, dass ihr nicht einer Meinung seiet mit mir. Die letzten Worte des V. 18 zeigen, dass einige Leser nicht recht gegen ihn gesinnt waren. - welcher den großen Hirten Den Hirten, der an Würde alle anderen überragt, weil er durch sein Blut und seinen Tod den N. B. geschlossen und gefestigt hat. Im A. T. hieß Moses ein Hirt, Christus nennt sich selbst den Hirten, der für seine Schafe sein Leben lässt. [Joh 10,15.17]. [1Petr 5,4] wird der Heiland der Erzhirt genannt. - der Schafe aus den Toten heraufgeführt hat Die Auferweckung Christi von den Toten war ein Zeugnis, durch das Gott die Lehre des Herrn bestätigte. Der Apostel bezieht sich oft auf die Auferstehung des Heilandes in seinen Briefen. - in dem Blute eines ewigen Weil der Bund in Ewigkeit dauern wird. - Bundes, In: d. i. mit (Ökum., Theoph., Anselm, Thom.) oder durch: zur Belohnung für sein Leiden ist Jesus der große Hirte. - unsern Herrn Jesus Christus, möge euch geschickt machen zu jedem guten Werke, Jedes gute Werk ist, wenn auch eine Wirkung menschlicher Tätigkeit, doch auch Gottes Wirkung in uns. (Trid. Konzil Sitz 6 Kap. 16) - auf dass ihr seinen Willen tuet; indem er in euch wirkt, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, welchem die Ehre ist von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. An die Bitte des Gebetes für ihn hat der Apostel füglich sein Gebet für die Leser selbst angeknüpft. - Ich bitte euch aber, Brüder! nehmet dies Wort des Zuspruches Dasselbe griech. Wort [Apg 13,15]: Das gesamte Schreiben mit seinen Belehrungen, Ermahnungen und Empfehlungen der Festigkeit im christlichen Glauben, der Hoffnung und der Treue gegen Christus. - gut auf; denn ich habe euch in Kürze Im Vergleich zu der Wichtigkeit des Gegenstandes, da er fast alle Geheimnisse des A. B. berührt hat. - geschrieben. Wisset, dass unser Bruder Timotheus wieder frei ist; Timotheus war von Paulus während seiner ersten Gefangenschaft zu ihm berufen [2Tim 4,9] und war vielleicht in der Anklage gegen den Apostel verwickelt worden und in Haft gesetzt. Wahrscheinlich befand er sich jetzt noch in Rom, während der heil. Paulus ihn an einem anderen Orte Italiens erwartete. - mit ihm werde ich, wenn er bald eintrifft, euch sehen. Grüßet alle eure Vorsteher und alle Heiligen. Es grüßen euch die Brüder aus Italien. Ähnlich wird die griech. Präpos. Apo. [Apg 17,13, Joh 11,1] und an anderen Orten gebraucht. Die Gnade sei mit euch allen! Amen.

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