1. Korintherbrief 3

Den Korinthern als fleischlichen Menschen konnten jene höheren Geheimnisse des Evangeliums nicht verkündet werden. (V. 3) c. Die Parteizerrissenheit der Korinther ist unverständig. (V. 17) C. Praktische Folgerungen aus der vorgetragenen Lehre (3,18 – 4,13): a. die Gläubigen sollen sich hüten, einen Lehrer am anderen vorzuziehen.

Auch ich, Als Geistiger. - Brüder! konnte nicht zu euch reden als zu Geistigen, sondern als zu Fleischlichen. Als Unmündigen in Christus Diese Worte gehören nach dem griechischen Texte zu dem Vorhergehenden. - gab ich euch Milch zu trinken, nicht feste Speise, Sind auch andere Speisen als Milch an sich besser, würden dieselben doch schaden. - denn noch waret ihr nicht stark genug; ja, auch jetzt seid ihr es noch nicht, denn noch seid ihr fleischlich. Denn da unter euch Eifersucht herrscht und Streit, Wenngleich getauft und Christi Glieder geworden, hatten die Korinther dennoch nicht alle verkehrten Gemütsneigungen abgelegt, sondern es war etwas von dem „Fleische“, der Herrschaft des niederen Teiles, in ihnen zurückgeblieben. In diesen Worten liegt ein gewisser Tadel, doch ist derselbe nicht so scharf, wie der [Hebr 5,11] erteilte. Die korinthische Kirche war etwa 5 oder 6 Jahre, ehe dieser Brief geschrieben ward, gegründet, die Kirche der Hebräer bestand bereits seit mehr als 30 Jahren; die Hebräer waren vom Wege der Vollkommenheit abgewichen [Hebr 5,14], die Korinther hatten denselben noch nicht betreten. - seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach menschlicher Weise? Fleischlich. - Denn wenn einer sagt: Ich bin des Paulus; der andere aber: Ich des Apollo, seid ihr da nicht Menschen? Was ist denn Apollo? oder was Paulus? Diener dessen, an den ihr gläubig geworden seid, und jeglicher so, wie es der Herr ihm gegeben hat. Sie sind nicht Herren des Glaubens, den sie predigen, euer Glaube beruht einzig auf dem Ansehen des Herrn, also sind sie ihrem Amte nach gleich. Hat also auch Paulus den Glauben verkündet, Apollo ihn gestärkt, so ist doch alle Würde und Wirksamkeit der Diener des Evangeliums von Gott. Nach dem Griech. noch kräftiger: ein jeder nach dem Maße, wie es ihm der Herr verliehen hat. - Ich habe gepflanzt, Apollo hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. Daher ist weder der etwas, welcher pflanzt, noch der, welcher begießt, sondern der das Gedeihen gibt, Gott. Die Christen sind gleichsam ein Feld, in welches Paulus den Samen des Glaubens gestreut hat. Apollo hatte die jungen Pflänzchen begossen. Vergl. [Apg 18,27]. Aber der, welcher sät, und der, welcher bewässert, schaffen nur die äußeren Bedingungen, damit die Pflanze wachse, geben ihr indes nicht die innere Lebenskraft; so können auch die Verkünder des Evangeliums nur eine äußere Bedingung erfüllen, den Glauben aber gibt Gott. Hieraus zieht der Apostel zwei Folgerungen: die eine über das Verhältnis der Verkünder des Evangeliums zu Gott (V. 7), die andere über das Verhältnis derselben zueinander (V. 8). - Der da pflanzt, und der begießt, sind eines; Eines im Amte. Sie sind Diener eines und desselben Gottes, also mögen ihre Dienstverrichtungen verschieden sein, ist es töricht, Spaltungen hervorzurufen. - ein jeder aber wird seinen Lohn je nach seiner Arbeit Nicht nach seinem Amte. Das Amt gibt kein Recht auf Lohn, da der Erfolg nicht von den Arbeitern abhängt, das Maß des Lohnes ist die Arbeit. - empfangen. Wenn die Arbeiter einen ihnen gebührenden Lohn empfangen, und zwar nach der Arbeit verschieden, so ist also die Arbeit die Ursache des Lohnes und verdienstvoll. - Denn wir sind Gottes Mitarbeiter, Freie Arbeiter, die ein recht auf Lohn haben, anders als der unfreie Knecht. - ihr seid Gottes Ackerfeld, seid Gottes Die dreifache Wiederholung des Wortes „Gottes“ weist wieder auf das V. 8 bereits gesagte hin, dass eine Verschiedenheit der Diener nur von Gott selbst gesetzt ist. - Bau. Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich wie ein weiser Baumeister den Grund gelegt, Außer Paulus, der den Grund gelegt, waren drei Klassen von Arbeitern tätig: die einen mit guten Steinen, so dass ihr Teil dem Feuer widersteht; die zweiten mit schlechtem Material, welches vom Feuer vernichtet wird, während die Arbeiter gestraft werden, aber nicht der Seligkeit verlustig gehen, da sie das Fundament nicht verletzt oder gearbeitet haben (V. 12 – 15); die letzten endlich bauen nicht sowohl als sie zerstören, weshalb sie schwere Strafen verdienen. (V. 16, 17) - ein anderer aber baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baue. Der ganze Bau hängt vom Fundamente ab. „Wie“, mit welchem Stoffe. - Denn einen andern Grund kann niemand legen, als den, welcher gelegt ist, welcher ist Christus Jesus. Jesus Christus, von den Aposteln verkündet und von den Korinthern geglaubt, ist das Fundament, oder: die Lehre, dass Jesus, der Messias ist. - Wenn aber jemand auf diesen Grund Wenn jemand auf das gleiche Fundament, aber seinen Teil, aufbaut. - aufbaut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Zwei Arten von Lehren werden geschildert: Holz usw., unnütze, wenn auch nicht falsche Lehren. Vielleicht die über das Vorrecht der Juden, durch welche die judaisierenden Lehrer sich den Weg zur Verkündigung von Irrtümern bereiteten. Vergl. [2Kor 11,21ff]. Es ist wohl die dritte der obengenannten Parteien gemeint, jene, welche sich auf den heil. Petrus berief. - Heu, Stoppeln, so wird eines jeden Werk offenbar werden; denn der Tag des Herrn Der heil. Paulus spricht oft so von dem Tage des Gerichtes, als ob er und seine Zeitgenossen denselben noch erleben könnten. Es fehlte ihm die Offenbarung über den Zeitpunkt desselben. - wird es kundmachen, weil es im Feuer offenbar werden wird, und wie das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben. Das Haus ist die Kirche von Korinth. Der Lohn der Lehrer ist ein besonderer, wie er dem Gebäude und dem Material entspricht. - Wenn jemandes Werk, welches er aufgebaut hat, besteht, so wird er Lohn empfangen. Wenn jemandes Werk verbrennt, so wird er Schaden leiden; Er wird den außerordentlichen Lohn verlieren. Er hat einige Aspekte erregt, aber nicht zur Tugend geführt, die Aufmerksamkeit gefesselt, aber das Herz nicht wirksam geleitet. - er selbst aber wird selig werden, so jedoch wie durch Feuer. Er hat gegen den Willen seines Herrn minder gutes Material gebraucht, deshalb verzehrt das Feuer den von ihm gebauten Teil, er selbst aber muss durch dasselbe leiden. Der Zusatz „wie“ (durch Feuer) stellt die Wirklichkeit des Feuers nicht in Abrede, so wenig wie es [Joh 1,14] eine Abschwächung ist. Die entsprechende hebräische Partikel (Ke) bezeichnet vielmehr die vollkommene Einheit, oder: wie jemand, der durch Feuer hindurchgeht. Das Feuer, von dem der Apostel hier spricht, kann nicht das Feuer der Trübsale auf der Welt sein; denn er redet von einem Feuer, das am Gerichtstage, also nach dieser Zeit des Lebens brennt (V. 13). Es kann auch nicht die bloße Prüfung des Richters bedeuten; denn es prüft nicht nur, sondern macht auch brennen, so dass der Brennende leidet (V. 15). Es kann ebenso wenig das Feuer der Hölle sein; denn der in dem hier genannten Feuer Brennende wird, nachdem der Schaden gelitten, selig. (V. 15) Es kann einzig und allein das Feuer nach dem Tode im Reinigungsorte, Fegefeuer genannt, sein, welches noch in der Zeit zur Läuterung der nicht ganz reinen, abgeschiedenen Seelen brennt, bis es mit dem allgemeinen Gerichte und dem allgemeinen Weltbrande [2Petr 3,10-13] endet. In Übereinstimmung hiermit erklären die heil. Väter die obige Stelle, und wir haben sogar eine unfehlbare Erklärung derselben im gegebenen Sinne von dem Kirchenrate zu Florenz (letzte Sitzung). - Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und der Geist Gottes in euch wohnt? Der Apostel ruft eine bereits dargelegte Wahrheit in das Gedächtnis zurück. Die Korinther konnten sich wundern, dass Lehrer, welche sie hochschätzten, einzig wegen unnützer Lehren schwere Strafen leiden sollten, ehe sie selig würden. - Wenn aber jemand den Tempel Gottes Mit Recht leiten viele Väter die Gottheit des Heil. Geistes aus dieser Stelle her. (Athan., Basil., Greg. v. Naz., Aug.) - versehrt, so wird ihn Gott verderben; Im Griech. wird beide Male dasselbe Wort gebraucht. Die Vulg. nimmt durch die Verschiedenheit des Ausdruckes auf die Verschiedenartigkeit der Sache, welche die Handlung trifft, Rücksicht. Der heil. Paulus droht gleichsam die Strafe der Wiedervergeltung an. Dennoch ist ein Unterschied zwischen dem „versehren“ und „verderben“. Durch falsche Lehren wird die Kirche nicht erbaut, sondern zerstört. Wie die Arbeit dieser Arbeiter, so ist ihr Ende dem der vorhergehenden Werkleute entgegengesetzt: sie werden auf ewig verdammt. Jede Verletzung eines Tempels Gottes ist eine Heiligtumsschändung, nun aber ist die korinthische Gemeinde ein solcher. - denn der Tempel Gottes ist heilig, das seid ihr. Niemand betrüge sich selbst! Niemand betrüge sich selbst absichtlich, indem er meint, dass diese Dinge anders seien, als ich gesagt habe (Theoph.), und er über Kephas und Apollo und Paulus urteilen könne. Dies ist keine wahre Weisheit. Wahre Weisheit gewinnt man nur, wenn man vor der Welt ein Tor wird, jene aber wollen vor derselben wegen der Vorzüge ihres Lehrers für weise gelten. - Wenn jemand unter euch als ein Weiser in dieser Welt gilt, der werde ein Tor, auf dass er ein Weiser werde. Griech.: Wenn jemand sich unter euch für weise hält, werde er töricht in dieser Welt (Chrys., Dam., Ök.). - Denn die Weisheit dieser Welt Die nicht vom Heil. Geiste erleuchtete Weisheit. - ist Torheit vor Gott. Sie wird durch Gottes unfehlbares Urteil als Torheit erklärt und überführt. - Denn es steht geschrieben: Ich werde die Weisen fangen in ihrer Schlauheit. Ein Beispiel hierfür sind die Söhne Jakobs, welche ihren Bruder Joseph verkauften, damit er die ihm verheißene Würde nicht erlangte, und die ihm gerade dadurch den Zugang zu derselben öffneten (Thom.). - Und wiederum: Der Herr kennt die Gedanken der Weisen, dass sie nichtig sind. Darum rühme sich niemand der Menschen. Die wahre Weisheit gestattet nicht, dass die Korinther einen Lehrer vorziehen und sich seiner rühmen. Alle Lehrer sind Verkünder des Evangeliums, Diener dessen, durch den sie gläubig geworden (V. 5), zur Ehre der Gläubigen gesendet. - Denn alles ist euer; Die Korinther sahen sich gleichsam als Eigentum der Lehrer an. Der Apostel zeigt, dass die Wahrheit eine entgegengesetzte ist: die Lehrer sind wegen der Gläubigen da. Niemand aber rühmt sich dessen, der seinetwegen da ist. - sei es Paulus oder Apollo oder Kephas, Alle sind Diener Christi und durch Christus eure Diener [2Kor 4,5]. Ja, alles ist zum Nutzen der Gläubigen bestimmt: die ganze sichtbare Welt, das leben, die Zeit des Verdienstes, der Tod, die Tür zum ewigen Lohne, die in dieser Zeitlichkeit verliehenen, die dem anderen Leben vorbehaltenen Güter, alles ohne Ausnahme. - oder Welt oder Leben oder Tod, oder Gegenwart oder Zukunft; denn alles ist euer; ihr aber seid Christi, Christus aber Gottes. So dürfen die Gläubigen sich vielleicht ihrer selbst rühmen? Nein, sondern alles ist dem zuzuschreiben, von dem und durch den alles ist und sie selbst, unserm Schöpfer [Joh 1,3] und Erlöser. Seiner göttlichen und menschlichen Natur mögen wir uns rühmen. (Chrys.)

Zitiert in 153