1. Makkabäer 1
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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Einleitung. (1,1 – 2,70) 1. Umschwung der Lage der Juden nach dem Tode Alexanders des Großen. (V. 10) 2. Epiphanes Greueltaten gegen die Juden. (V. 11 – 67) a. Die abtrünnigen Juden. (V. 16) b. Antiochus Epiphanes beraubt den Tempel, tötet viele aus dem Volke (V. 29), überfällt die Stadt zum zweiten Male und erbaut eine Burg in derselben. (V. 42) c. Antiochus erlässt ein Gebot, dass alle seine Untertanen den Götzen dienen sollen, stellt Götzenbilder im Tempel auf und verfolgt die gesetzestreuen Juden.
1 Und Vergl. [1Mak 10,88]. Der Verfasser gliedert sein Buch den anderen heiligen Büchern an. - es begab sich, nachdem Alexander, der Sohn Philipps, der Macedonier, Alexander d. Gr., auf den Daniel [Dan 8,21] und [Dan 11,3] hinweist, ohne seinen Namen zu nennen, herrschte von 336 bis 323 vor Chr. - welcher der erste Im Griech. steht der Komparativ: vor den [1Mak 1,6.9] Genannten. Vergl. auch Daniel an den angeführten Stellen. - König von Griechenland war, aus dem Lande Kethim Von den Küstenländern. - ausziehend, Darius, Darius Kodomanus 336 – 331 vor Chr. Nehemias [Neh 12,22] wird er als Darius der Perser bezeichnet. - den König der Perser und Meder, geschlagen hatte, 2 lieferte er viele Schlachten, nahm alle festen Plätze ein und tötete die Könige Statthalter. - der Erde. 3 Und er drang vor bis zu den Enden der Erde, Bis nach Indien. - gewann Beute von zahlreichen Völkern und die Erde war ihm unterworfen. 4 Er brachte eine gewaltige Macht und ein sehr großes Kriegsheer zusammen, Dies ging zeitlich dem in Vers 3 Berichteten voraus. - deshalb erhob sich sein Herz und ward hoffärtig. Auch brachte er Länder, Völker und Könige in seine Gewalt und sie wurden ihm zinsbar. 5 Darnach Nach zwölfjähriger Herrschaft. - aber sank er auf das Krankenlager Dies ist das Ende seiner unbegrenzten Begierden. - und fühlte, dass er sterben werde. 6 Da berief er seine angesehensten Diener, die von Jugend auf mit ihm erzogen waren, und verteilte sein Reich unter sie noch bei Lebzeiten. Persische und arabische Geschichtsschreiber bestätigen diese Nachricht, deren auch Curtius Erwähnung tut. Alexander stellte an die Spitze der einzelnen Provinzen seine Feldherren, ohne sie damit unabhängig machen zu wollen. Vergl. (V. 10.) - 7 Alexander hatte zwölf Jahre regiert, als er starb. 8 Und seine Diener erlangten die Herrschaft, ein jeder an seinem Orte. 9 Und alle setzten sich nach seinem Tode Kronen auf, Nach dem Tode der minderjährigen Söhne Alexanders, zwölf Jahre nach dessen Tode, wurden Syrien unter Seleukus, Ägypten unter Ptolemäus, Thracien unter Lysimachus und Mazedonien unter Kassander Königreiche. Vergl. [Dan 8,8.22]. - ebenso ihre Söhne nach ihnen viele Jahre hindurch, und viel Übles ward auf Erden verübt. Besonders in Judäa. - 10 Aus ihnen Aus einem dieser Könige, Seleukus Nikator von Syrien. - ging ein sündhafter Sprössling hervor, Antiochus der Erlauchte, Antiochus Epiphanes IV., der Sohn Antiochus III., des Großen. Dieser herrschte 223 – 187 vor Christus und hatte zwei Söhne, Seleukus IV. Philopator 187 – 175 und Antiochus Epiphanes. Letzterer wurde als Geisel nach Rom gesendet. Im Jahre 179 ließ Seleukus IV. seinen Bruder Antiochus Epiphanes aus Rom zurückkehren und an seine Statt daselbst seinen jungen Sohn Demetrius treten, der später als Demetrius I. Soter nach Antiochus IV. zur Herrschaft kam. Seleukus IV. wurde von Heliodorus, der selbst nach der Königswürde strebte, ermordet. Indes gelang es Antiochus Epiphanes, den Heliodorus zu vertreiben und die Anerkennung als König seitens der Römer zu erlangen. - der Sohn des Königs Antiochus, welcher in Rom als Geisel gelebt hatte, und ward König im hundertsiebenunddreißigsten Jahre der Herrschaft der Griechen. Die Ära der Seleuciden begann mit dem Siege des Seleukus Nikator über Antigonus, dem Jahre 312 vor Christus. (1. Oktober) Das Jahr 137 der Herrschaft der Griechen entspricht also dem Jahre 174 oder 175. Antiochus Epiphanes herrschte 174 – 163 vor Chr. - 11 Zu jener Zeit Während der Herrschaft des Antiochus Epiphanes. Nach V. 21 wohl am Anfang derselben. - traten in Israel ruchlose Leute Ihr Haupt waren Jesus, Bruder des Onias, nach seinem Abfalle Jason genannt [2Mak 4,7], Menelaus u.a. - auf und überredeten viele, Vergl. V. 43, V. 52 und [2Mak 4,13ff]. - indem sie sprachen: Auf, lasset uns einen Bund mit den Völkern um uns her Gegen [2Mos 13,32] und [2Mos 34,15]. - schließen, denn seitdem wir uns von ihnen abgesondert haben, hat uns viel Unheil betroffen. So reden auch die Juden [Jer 44,18]. Das Gegenteil ist wahr. Vergl. [Ju 5,21ff; Ju 11,8.9] - 12 Diese Rede gefiel in ihren Augen. 13 Und einige aus dem Volke entschlossen sich und gingen zum Könige; Zu Antiochus. Nach [2Mak 4,9-10] war dies Jason. Josephus nennt andere Namen, wie er auch manche der hier erzählten Ereignisse und Umstände anders berichtet oder auslässt, nicht immer zur Empfehlung seiner Genauigkeit. - diesen gab er Gewalt, So durfte sich niemand ihnen widersetzen, ohne sich gegen den König zu verfehlen. - die Satzungen der Heiden zu üben. 14 Sie bauten also eine Übungsschule Über diese vergl. [2Mak 4,12]. - in Jerusalem nach dem Brauche der Heiden. 15 Und sie stellten sich die Vorhaut wieder her Durch eine sehr schmerzhafte Operation. (Epiphan.) - und fielen von dem heiligen Bunde ab, schlossen sich an die Heiden an und verkauften sich dazu, Vergl. [1Koe 21,10]. Vergl. [Roem 7,6]. - Böses zu tun. 16 Als nun Antiochus sich in seiner Herrschaft befestigt sah, Nachdem er Heliodor vertrieben und die Anerkennung seitens der Römer erlangt hatte. - schickte er sich an, Ägypten derselben zu unterwerfen, um über beide Reiche Syrien und Ägypten. - zu gebieten. 17 Deshalb drang er in Ägypten ein Es geschah dies dreimal. Den ersten Einfall sagte Daniel [Dan 11,22ff] voraus, der zweite hatte statt nach dem Tode der Kleopatra, der Schwester des Antiochus Epiphanes und Witwe des Ptolemäus V. Epiphanes, die während der Minderjährigkeit des Sohnes Ptolemäus Philometor die Herrschaft geführt. Auch der zweite Einfall ist von Daniel vorausgesagt [Dan 11,25ff]. Von diesem zweiten, 170 vor Christus, bei dem Antiochus Epiphanes ganz Ägypten außer Alexandria einnahm, ist hier die Rede. Vergl. [2Mak 1,21-24; 2Mak 5,11-21]. - mit einem mächtigen Heere, mit Wagen und Elefanten und Reitern und einer zahlreichen Menge von Schiffen Gegen den mit den Römern geschlossenen Vertrag von Magnesia. - 18 und führte gegen Ptolemäus, den König von Ägypten, Krieg. Da geriet Ptolemäus Ptolemäus Euregetes, auch Physko genannt. - in Furcht vor ihm und ergriff die Flucht und zahlreiche Verwundete fielen. 19 Auch nahm Antiochus die festen Städte im Lande Ägypten ein und gewann die Beute des Landes Ägypten. 20 Nachdem er Ägypten geschlagen, kehrte Antiochus heim im hundertdreiundvierzigsten Jahre Im Jahre 170 vor Chr. im Spätherbst. - und zog hinauf gegen Israel Juda. - und kam nach Jerusalem mit einer starken Heeresmacht. Vergl. [2Mak 5,5ff]. - 21 Und er trat in das Heiligtum mit frechem Übermut und nahm den goldenen Altar weg und den Leuchter des Lichtes und alle Geräte desselben und den Tisch für die Schaubrote, die Becken, die Schalen, die goldenen Mörser, den Vorhang, die Kränze Wohl Weihegeschenke. - und den goldenen Schmuck an der Vorderseite des Tempels und er zerschlug alles. Griech.: entblößte alles (nahm alles Gold von den vergoldeten Gegenständen). - 23 Auch das Silber und Gold und die kostbaren Gefäße nahm er, ebenso was er an verborgenen Schätzen Vergl. [2Mak 3,10ff]. - fand. Und nachdem er alles genommen hatte, Nach [2Mak 5,21] etwa 1800 Talente d.i. etwa acht Millionen Mark. - zog er fort in sein Land. Auch richtete er Blutvergießen an Ehe er abzog. - und redete mit großem Hochmute. Vergl. [Dan 11,32]. - 25 Darüber entstand ein großes Wehklagen in Israel, in allen Wohnsitzen desselben. 26 Es jammerten die Fürsten und die Ältesten, die Jungfrauen und die Jünglinge verzagten und die Schönheit der Frauen schwand dahin. 27 Alle Gatten Griech.: Bräutigame. - erhoben Wehklage und die Neuvermählten saßen weinend in ihrem Brautgemache. 28 Das Land erbebte wegen seiner Bewohner und das ganze Haus Jakob war mit Schmach bedeckt. Als ob Gott sie verlassen. - 29 Zwei Jahre darnach Im Jahre 168 nach Chr. - entsandte der König einen Vorsteher der Abgaben Vergl. [2Mak 5,25]. - in die Städte Judas und dieser kam nach Jerusalem mit zahlreicher Mannschaft. 30 Er redete zu ihnen friedliche Worte in trüglicher Gesinnung und sie schenkten ihm Glauben. Doch plötzlich überfiel er die Stadt und brachte ihr eine große Niederlage bei und tötete viel Volk aus Israel. 31 Alsdann plünderte er die Stadt, steckte sie in Brand und zerstörte ihre Häuser und Mauern ringsumher. 32 Die Weiber und Kinder aber führten sie gefangen hinweg und bemächtigten sich des Viehes. 33 Dann befestigten sie die Davidsstadt Die Davidsstadt war nach [2Sam 5,7] und [1Chr 11,5] im Südwesten der Stadt auf dem Berge Sion erbaut. In den Büchern der Machabäer aber bezeichnet das Wort die von den Syrern in Jerusalem errichtete Feste, die, auf dem Berg Sion im Südwesten des Tempels gelegen, diesen beherrschte. [1Mak 4,37.60; 1Mak 5,54; 1Mak 6,62; 1Mak 7,33; 1Mak 10,11] wird der Tempelberg Moria Berg Sion im Gegensatz zur Festung genannt. - mit einer großen und starken Mauer und festen Türmen und sie ward ihre Burg. 34 In diese legten sie gottloses Volk, ruchlose Leute und befestigten sich fest darin, sie versahen sich mit Waffen und Lebensmitteln und brachten die Beute aus Jerusalem dorthin zusammen zur Aufbewahrung und sie wurden ein großer Fallstrick. Im Sinne der Kriegsführung: Die Festung bedrohte die Stadt beständig und erschwerte den Zugang zum Tempel oder machte ihn selbst unmöglich. - 36 Und dies ward ein Hinterhalt für das Heiligtum und ein schlimmer Widersacher für Israel. Das Griechische fügt bei: allezeit. - 37 Sie vergossen unschuldig Blut rings um das Heiligtum und entweihten dasselbe. Vergl. z.B. [2Mak 6,4ff] - 38 Da flohen die Bewohner Jerusalems ihretwillen und die Stadt ward eine Behausung von Fremden, so dass sie ihrem Geschlechte fremd ward und ihre Kinder sie verließen. 39 Ihr Heiligtum ward verödet wie eine Wüste, ihre Festtage wurden in Trauer verkehrt, ihre Sabbate in Schmach und ihre Ehre in nichts. Griech.: in Schmach. - 40 So groß wie ihre Herrlichkeit ward jetzt ihre Schmach und ihre Hoheit wurde in Trauer verkehrt. 41 Hierauf erließ der König Antiochus Schreiben an sein ganzes Reich, dass alle ein Volk sein und jeder sein eigenes Gesetz Seine Religion. Vergl. [2Mak 6,1-9]. Die Religion war nur bei den Juden auf das engste mit dem Volkstum verknüpft, die Juden konnten nicht zugleich Israeliten und Götzendiener sein. - verlassen sollte. Da fügten sich alle Völker dem Befehl des Königs Antiochus, 43 auch viele aus Israel unterwarfen sich seinem Frondienst, Griech.: seinem Kult. - opferten den Götzen und entweihten den Sabbat. 44 Auch sandte der König Schreiben durch Boten nach Jerusalem und in alle Städte von Juda, dass sie die Gesetze derer, welche im Lande fremd waren, befolgen, 45 der Darbringung von Brandopfern, Schlachtopfern und Sühnopfern im Tempel Gottes Einhalt tun und die Feier des Sabbats und der Festtage untersagen sollten. 46 Auch befahl er, das Heiligtum und das heilige Volk Israel Dies stand dem Götzendienste gleich und verdiente wie dieser die Todesstrafe. [2Mos 31,14] - zu verunreinigen, 47 Altäre, Tempel und Götzenbilder zu errichten und Schweinefleisch und unreine Tiere zu opfern, 48 ihre Söhne unbeschnitten zu lassen Vergl. [2Mak 6,8-9]. – Mit dem äußeren Kennzeichen des Judentums hoffte er dieses selbst aufzuheben. - und ihre Seelen mit allerlei Unreinem und Greuel zu beflecken, so dass sie des Gesetzes vergäßen und alle Satzungen Gottes abänderten. 50 Wer nicht nach dem Befehl des Königs Antiochus tun würde, sollte sterben. 51 Dem allem gemäß sandte er in sein ganzes Reich Schreiben aus und setzte Amtleute über das Volk, welche die Ausführung derselben erzwingen sollten. Diese also befahlen den Städten Judas, Opfer darzubringen. Auch darin lag eine Verfehlung gegen das Gesetz. [5Mos 12,13] - 52 Da schlossen sich viele vom Volke, die das Gesetz des Herrn verlassen hatten, ihnen Nach dem Griech. den von Antiochus gesandten Aufseher. - an und taten Böses im Lande. 53 Und sie verscheuchten das Volk Israel an abgelegene Orte, in verborgene Zufluchtsstätten. 54 Am fünfzehnten Tage des Monats Kasleu im hundertfünfundvierzigsten Jahre Der Monat Kasleu fällt in unseren November und Dezember, das Jahr ist das 168. Vor Christus. Zwischen dem Beginne der Arbeiten und dem ersten Opfer V. 62 verflossen wohl zehn Tage. - aber errichtete der König Antiochus ein greuliches Götzenbild der Verwüstung Nach einigen eine Statue des Jupiter. Der griechische Text spricht indes zunächst nicht von einer Statue, sondern von einem gottesschänderischen Götzendienste. - auf dem Altare Gottes und man baute Altäre in allen Städten Judas ringsumher. Vergl. [2Mak 6]. - 55 Auch vor den Türen der Häuser Nach heidnischer Sitte errichtete man an den Schwellen der Türen dem Apollo, dem Hermes, der Diana, den Beschützern der Häuser und Städte, Bildsäulen. - und auf den Straßen brachte man Räucherwerk und Opfer dar 56 und zerriss die Gesetzbücher Gottes und verbrannte sie im Feuer. Beide Handlungen sind Zeichen der Verachtung. - 57 Und bei wem immer sich die Bundesbücher des Herrn fanden, und wer das Gesetz des Herrn beobachtete, der wurde dem Befehle des Königs gemäß getötet. 58 Nach Kräften taten jene also an dem Volke Israel, an denen, welche in den Städten sich fanden, Monat für Monat. Einmal in jedem Monat, um die anderen abzuschrecken. - 59 Und am fünfundzwanzigsten Tage des Monats opferten sie auf dem Altare, der auf Er stand wohl auf dem Altare Jahves. Sie wollten den Schein verhüten, als werde diesem das Opfer dargebracht. - dem Altare Gottes stand. 60 Und die Frauen, welche ihre Söhne beschneiden ließen, tötete man nach dem Befehle des Königs Antiochus. 61 Und man hing die Knäblein an ihren Hals in allen ihren Häusern und tötete auch die, welche sie beschnitten hatten. 62 Viele aber von dem Volke Israel beschlossen bei sich, nichts Unreines zu essen und wollten lieber sterben, als sich mit unreinen Speisen verunreinigen. So Eleazar [2Mak 6,18ff] und die sieben Brüder [2Mak 7] - 63 Sie wollten das heilige Gesetz Gottes nicht verletzen und wurden getötet. 64 Und es erging ein sehr großes Zorngericht über das Volk. Griechisch: Israel.