2. Geschichte Jonathans zur Zeit Alexander Balas. (Kap. 10) a. In den Thronstreitigkeiten Alexanders, des Sohnes des Epiphanes, mit Demetrius rät Jonathan seinen Standesgenossen, sich für Alexander zu erklären. (V. 17) b. Dieser besiegt den Demetrius und erkennt mit seinem Schwiegervater Ptolemäus Philometor Jonathas als Hohenpriester an. (V. 66) c. Demetrius Nikator versucht, Alexander vom Throne zu stoßen, Jonathan besiegt dessen Feldherrn Apollonius und wird von Alexander mit Ehren überhäuft.
1Im hundertundsechzigsten JahreIm Jahre 152 vor Chr. Der Frieden dauerte also von 156 – 152 vor Chr. - zog Alexander, der Sohn des Antiochus, welcher der Erlauchte genannt ward,Der angebliche Sohn des Antiochus Epiphanes. Antiochus IV. Epiphanes hinterließ bei seinem Tode (163 vor Chr.) seinen erst neunjährigen Sohn Antiochus V. Eupator. Da zwischen dessen Oheim Philippus und dem Feldherrn Lysias [1Mak 6,17ff] über dessen Vormundschaft ein Streit ausgebrochen war, benutzte Demetrius I. Soter (Philopator), Sohn des Seleukus IV., diesen dazu, seine Ansprüche auf den syrischen Thron, von dem er durch Antiochus IV. verdrängt war, geltend zu machen. [1Mak 7,1ff] Er erreichte sein Ziel und ward von den Römern als König von Syrien anerkannt Da er sich aber verhasst machte, trat 15 vor Chr. ein gewisser Alexander Balas, der sich für einen Sohn Antiochus IV. ausgab, als Prätendent auf. Er nahm mit einem kleinen Heere Ptolemais weg, nahm den Titel König von Ptolemais an und verbündete sich mit Jonathas, um dessen Freundschaft sich Demetrius umsonst bewarb. König Ptolemäus Philometor von Ägypten gab ihm seine Tochter zur Gemahlin. [1Mak 10,51ff] Demetrius zog ihm mit einem großen Heere entgegen, verlor aber gegen ihn Schlacht und Leben (V. 48 – 50) und Alexander bestieg den Thron von Syrien. Auch als König blieb er Jonathas freundlich gesinnt und ließ sich auch nicht durch Verleumdungen, die gegen den selben vorgebracht wurden, irre machen. (V. 61 – 65) Nach ungefähr zwei Jahren aber, 147 vor Chr., erschien Demetrius Nikator, der älteste Sohn des Demetrius Soter, mit einem Heere in Cilicien und gewann großen Anhang, ja der Statthalter von Cölesyrien, Apollonius, trat zu ihm über und sollte nunmehr Jonathas, den Bundesgenossen Alexanders, bekämpfen. Es kam zur Schlacht in der Nähe von Joppe: Jonathas blieb Sieger, verfolgte seinen Gegner und eroberte Azotus und Askalon. [1Mak 10,67ff] Zur Belohnung für seine Treue sandte ihm Alexander Balas, der inzwischen aus Phönizien nach Antiochia zurückgekehrt war, eine goldene Spange und schenkte ihm die Stadt Akkaron samt deren Gebiete. (V. 89) Inzwischen war der Ägyptische König Ptolemäus Philometor, den Alexander Balas als seinen Schwiegervater um Hilfe gebeten hatte, auf den Gedanken gekommen, selbst König von Syrien zu werden, und war mit großer Heeresmacht dorthin aufgebrochen. Gegen Jonathas sich freundlich stellend [1Mak 11,1], ließ er, nach Seleucia gekommen, dem Demetrius seine Tochter Kleopatra, die Gemahlin Alexanders, zur Frau antragen unter dem Vorwande, Alexander habe ihm nach dem Leben getrachtet. Der Antrag fand günstige Aufnahme. [1Mak 11,8-12] Doch nun kehrte Alexander Balas, der inzwischen nach Cilicien gegen Demetrius gezogen war, zurück und lieferte Ptolemäus eine Schlacht. Von Ptolemäus geschlagen, flüchtete er nach Arabien zu dem Fürsten Zabdiel, zu dem er bereits vorher seine Kinder gesendet. Von diesem wurde er getötet und sein Haupt an Ptolemäus gesendet. Doch auch Ptolemäus starb nach kurzer Zeit an einer Kopfwunde, die er im Kampfe erhalten, und Demetrius ward nun als Demetrius Nikator König von Syrien. - heran und nahm PtolemaisIn Phönizien, zu Syrien gehörend. - ein, sie nahmen ihn auf und er ward daselbst König.2 Als dies der König Demetrius hörte, zog er ein zahlreiches Heer zusammen und zog ihm entgegen zum Kampfe aus.3 Auch sandte Demetrius einen Brief an Jonathas mit friedlichen Worten, um ihn zu ehren.4 Denn er dachte: Wir müssen eher mit ihm Frieden schließen, als er sich gegen uns an Alexander anschließt.5 Denn er wird all des Bösen gedenken, das wir ihm, seinem Bruder und seinem Volke getan haben.6 So gab er ihm volle Macht, ein Heer zu sammeln, Waffen zu schaffen und sein Bundesgenosse zu seinDamit erkannte er ihn als Fürsten von Juda unter der Oberherrschaft Syriens an. - und befahl, ihm die Geiseln, die sich in der Burg befanden, auszuliefern.Vergl. [1Mak 9,53]. -7 Jonathas kam nach Jerusalem und las den Brief vor den Ohren des ganzen Volkes und derer vor, welche in der Burg waren.8 DieseSie behalten die Feste weiter besetzt und fürchten einen Angriff der Syrer. Die untreuen Juden fürchten seine Rache, die anderen die Greuel eines neuen Krieges. - erschraken sehr, als sie hörten, dass der König ihm Vollmacht gegeben, ein Heer zu sammeln.9 Dann überlieferte man dem Jonathas die Geiseln und er gab sie ihren Eltern zurück.10 So wohnte Jonathas zu JerusalemEr verließ Machmas. [1Mak 9,73] - und begann, die Stadt zu bauen und wiederherzustellen.11 Und er befahl den Werkleuten, die MauernVon Jerusalem. - aufzurichten und den Berg Sion ringsum mit Quadersteinen zur Befestigung zu umgeben.Die Befestigungen waren auf Befehl des Königs von Syrien zerstört worden. Vergl. [1Mak 6,62]. - Sie taten also.12 Da flohen die Fremdlinge, welche sich in den Festen befanden, die Bacchides erbaut hatte,Vergl. [1Mak 9,50-52]. -13 und ein jeglicher verließ seinen Ort und zog fort in seine Heimat.14 Nur in Bethsura blieben einige von denen zurück, welche das Gesetz und die Gebote Gottes verlassen hatten, denn dies diente ihnen als Zufluchtsstätte.15 Inzwischen hörte der König Alexander von den Versprechungen, welche Demetrius dem Jonathas gemacht hatte, und man erzählte ihm von den Kämpfen und Heldentaten, welche dieser und seine Brüder verrichtet, und von den Mühseligkeiten, welche sie erduldet hatten.16 Da sprach er: Sollten wir wohl noch einen solchen Mann finden? So wollen wir ihn denn jetzt zu unserem Freunde und Bundesgenossen machen!17 Hierauf schrieb er einen Brief und sandte denselben an ihn des Inhalts:18 König Alexander entbietet dem Bruder JonathasMit dieser Anrede erkennt er ihn als unabhängigen Herrscher an. Nach V. 20 sandte er ihm auch die äußeren Abzeichen der Königswürde, um ihn desto sicherer für sich und seine Absichten zu gewinnen. - seinen Gruß!19 Wir haben von dir vernommen, dass du ein Mann groß an Macht bist und geeignet, unser Freund zu sein.20 So bestellen wir dich denn heute zum Hohenpriester deines VolkesDas Amt des Hohenpriesters war erblich, nicht durch Wahl zu übertragen. Seit Sadok gehörte diese Würde der Familie Eleazars zu und blieb in ihr bis zum Tode Onias III., nach dem sein Sohn, der letzte Nachkomme Eleazars, nach Ägypten floh. Von nun an wurde das Amt des Hohenpriesters eine verkäufliche Würde. Jason versuchte, sich durch Antiochus Epiphanes als Hoherpriester einsetzen zu lassen. [2Mak 4,7ff] Alkimus wurde als solcher von Antiochus Eupator ernannt. Vergl. [1Mak 9,56]. Nach dem Tode des Alkimus war die Würde durch sieben Jahre und fünf Monate unbesetzt. Jonathas, der aus priesterlichem Geschlechte war, glaubte sich durch seine Abstammung berechtigt, Titel und Würde anzunehmen. - und du sollst der Freund des Königs heißen (dazu sandte er ihm ein Purpurgewand und eine goldene Krone), halte treu zu uns und wahre uns deine Freundschaft.21 Da legte Jonathas am siebten Monate des hundertundsechzigsten JahresIm Monat Tischri (September) 152 vor Chr. am Laubhüttenfest legt Jonathas die heiligen Gewänder an. Demetrius gegenüber hatte Jonathas keine Verpflichtungen auf sich genommen, als rechtmäßiger Herrscher von Juda vermochte er weder Demetrius noch Alexander anzuerkennen. Aber Alexander stand unter dem Schutze der Römer, mit denen die Juden einen Vertrag abgeschlossen [1Mak 8,23ff], und war von ihnen als Sohn des Antiochus Epiphanes und Erbe der syrischen Krone anerkannt; so konnte Jonathan ihn nicht zurückstoßen, ohne sich den Zorn der Römer zuzuziehen. - am Laubhüttenfeste das heilige Gewand an, sammelte ein Heer und veranstaltete große Rüstungen.22 Als Demetrius von all diesen Vorkommnissen Kunde erhielt, ward er überaus betrübt und sprach:23 Was haben wir doch getan, dass uns Alexander zuvorgekommen ist und mit den Juden Freundschaft zu seiner Unterstützung geschlossen hat?24 Auch ich will Worte der BitteGriech.: der Versprechungen. - an sie richten und ihnen Würden und Geschenke verheißen, dass sie mir Beistand leisten.25 Er schrieb also an sie folgendermaßen: König Demetrius entbietet dem Volke der JudenDie Anrede ist eine ganz andere als die Alexanders. (V. 18) Alexander will zur Macht gelangen, deshalb sucht er die Freundschaft des Anführers der Juden, Demetrius will Jonathas nicht als rechtmäßigen Herrscher eines Landes anerkennen, das seit langem unter der Oberherrschaft Syriens steht, er kann sich nur an das Volk wenden und dieses durch Verheißungen zu gewinnen suchen. - seinen Gruß!26 Dass ihr den Vertrag mit uns gehalten und in unserer Freundschaft geblieben und nicht zu unsern Feinden übergegangen seid, haben wir vernommen und haben uns darüber gefreut.27 Fahret nun fort, uns Treue zu bewahren, so werden wir euch Gutes vergelten für das, was ihr uns gegenüber getan.28 Wir wollen euch vielfältig Erlass gewähren und euch Geschenke geben.Die folgenden Versprechungen sind zu großartig, als dass die Juden denselben zu trauen vermochten. (V. 46) -29 Und zwar befreie ich euch und alle Juden hiermit von den Abgaben und erlasse euch den Preis des SalzesFür die Ausbeutung der Salzgruben am Toten Meere mussten die Juden ungeheuere Abgaben zahlen. - und verzichte auf die KronenGeschenke, die man den Königen jährlich darbrachte, gewöhnlich nur im Geldpreise. - und auf den dritten Teil des Getreides30 sowie auf die Hälfte der Baumfrüchte, die zu meinem Einkommen gehören;Die Abgaben wurden nicht in Natur, sondern nach Schätzung der Ernteaussichten bezahlt. - ich erlasse es euch vom heutigen Tage an und in Zukunft, so dass nichts mehr von dem Lande Juda und von den drei ihm aus Samaria und Galiläa zugeteilten LandschaftenDies waren Lyda, Ramatha [1Mak 11,31] und (wie die Septuag. zeigt) Alpherema, die von dem Gebiet von Samaria Judäa angeschlossen waren. Da Judäa von Galiläa durch Samaria getrennt war, ist nicht leicht einzusehen, was der Name Galiläa hier soll. - erhoben werden soll von dem heutigen Tage bis auf ewige Zeiten.31 Jerusalem aber soll samt seinem Gebiete heilig und frei sein und die Zehnten und Abgaben für sich behalten.Nach dem Griech. vielmehr: von Zehnten und Abgaben frei sein. -32 Auch begebe ich mich der Gewalt über die Burg in JerusalemVergl. [1Mak 1,35]. - und überliefere sie dem Hohenpriester,Demetrius fügt absichtlich keinen Namen bei, da er nach V. 25 nicht mit Jonathas verhandeln wollte. - dass er Männer in dieselbe hineinlege, die er selbst erwählt, sie zu bewachen.33 Dazu gebe ich alle Juden, die aus dem Lande Juda in mein ganzes Reich gefangen weggeführt sind, ohne Entgelt frei, und allen seien die Abgaben erlassen, auch für ihr Vieh.34 Und alle Feste,Ostern, Pfingsten, Laubhüttenfest. - Sabbate, Neumonde und festgesetzten Tage,Alle für den Dienst des Herrn auserwählten, auch die Fasttage. - dann drei Tage vor jedem Feste, sowie drei Tage nach jedem Feste, sie alle sollen Tage der Befreiung und des Erlasses sein für alle Juden in meinem Reiche.Sie sollen frei nach Jerusalem gehen und von da zurückkehren können. -35 Und niemand soll Macht haben, etwas wider sie zu unternehmen oder einen von ihnen zu belästigen wegen irgend eines Rechtshandels.Sie sollen statt Spott und Abweisung gleiches Recht finden wie alle Bürger. -36 Ferner sollen von den Juden bei dreißigtausend Mann in das Heer des Königs eingereiht werdenDer Soldatenstand war bei den Griechen der ehrenvollste, er war der Stand der freien Bürger. Die Zahl ist von ganz Palästina, nicht von Judäa allein zu verstehen. So verhinderte er gleichzeitig jeden neuen Aufstand. Auch in den Heeren Alexanders d. Gr., Seleukus Nikators, Ptolemäus Soters und Ptolemäus Philadelphus hatten Juden Kriegsdienste geleistet, ohne dass ihre religiösen Pflichten ein Hindernis waren. - und es soll ihnen Sold gegeben werden, wie er allen Kriegsleuten des Königs gebührt. Einige von ihnen sollen in die Festungen des großen KönigsGriech.: in den großen Festen des Königs. - gelegt werden,37 andere zu Vertrauensämtern des Reiches, andere von ihnen zu Anführern bestellt werden, auch mögen sie nach ihren Gesetzen leben, wie der König für das Land Juda angeordnet hat.38 Auch die drei von dem Lande Samaria zu Judäa geschlagenen BezirkeVergl. V. 30 und [1Mak 11,34]. - sollen als zu Judäa gehörig gelten, so dass sie unter einem Herrn stehen und keiner andern Gewalt gehorchen als der des Hohenpriesters.39 Ptolemais und das dazu gehörige GebietDort befand sich der Gegenkönig Alexander. Um die Juden zu bewegen, ihn zu vertreiben, schenkt Demetrius diese Stadt dem Tempel. - gebe ich dem Heiligtume in Jerusalem als Geschenk zu den für das Heiligtum nötigen Ausgaben.40 Ich meinerseits gebe alljährlich fünfzehntausend Sekel SilbersWenn Sekel des Heiligtums, waren es etwa 36113 M., waren es gewöhnliche Sekel, so betrug die Summe nur die Hälfte davon. - aus den Einkünften des Königs, die mir zukommen.Griech.: von den Orten, wo es am passendsten geschehen kann. Schon vor Demetrius hatte Darius Hystaspes und Artaxerxes I. den Tempel beschenkt [Esr 6,9; Esr 7,21; Esr 8,25], ebenso Ptolemäus Philadelphus und Antiochus der Gr. (Fl. Jos.), Seleukus Philopator [2Mak 3,3], Antiochus Epiphanes. [2Mak 9,16] -41 Und alles, was rückständig ist, was die Beamten nicht in den vorhergehenden Jahren abgeliefert haben,Seit Antiochus Epiphanes. - sollen sie von jetzt an zum Bedarfe des Tempels geben.42 Überdies sollen die fünftausend Sekel Silbers, welche man jährlich von dem Einkommen des Heiligtums nahm, den Priestern gehören, welche Dienst tun.43 Und alle, welche in den Tempel zu Jerusalem und dessen ganzen Bereich flüchten, sollen, wenn sie dem Könige in irgend einer Sache pflichtig sind, frei sein samt allem, was sie in meinem Reiche besitzen.Nach griechischem Rechte. Anders war das jüdische. [2Mos 21,14; 1Koe 1,50] -44 Auch zum Bau und zur Wiederherstellung der Gebäude des Heiligtums sollen die Kosten aus den Einkünften des Königs bestritten werden.Wie Darius und Artaxerxes getan. [Esr 6,8; Esr 7,20] -45 Desgleichen sollen zum Bau der Mauern Jerusalems und zu ihrer Befestigung ringsum und ebenso zum Bau der Mauern in JudäaIn anderen Städte Judäas. - die Kosten aus dem Einkommen des Königs bestritten werden.Das dem Hohenpriester angebotene Recht, die Feste von Jerusalem zu besetzen (V. 32) und die drei Judäa angegliederten Landschaften von Samaria (V. 38) zu verwalten, taten der Souveränität des Königs keinen Eintrag, da er sich ja die Ernennung des jeweiligen Hohenpriesters vorbehielt, der ihm gewiss ganz ergeben sein musste. Die Besetzung der Feste in Jerusalem hatte wenig zu sagen, wenn alle übrigen Festungen im Lande in der Hand des Königs blieben. Demetrius legte einfach syrische Besatzungen hinein und verteilte die 30000 Juden in Syrien. Die freie Übung der Religion und die Vergünstigung für den Tempel (V. 39, V. 42) hatten bereits früher bestanden und waren erst von Antiochus Epiphanes unterdrückt worden. Die einzige wirklich neue Gunstbezeigung war also, wenn Demetrius es aufrichtig meinte, die Milderung der Abgaben. Aber alle diese schönen Versprechungen hatten wohl kaum mehr Wert als die des Antiochus Eupator [1Mak 6,62] -46 Als Jonathas und das Volk diese Worte vernahmen, trauten sie ihnen nicht und nahmen sie nicht an, denn sie gedachten des großen Unheils, welches er Israel zugefügt, und wie schwer er sie bedrängt hatte.V. 5 und [1Mak 7,9]. -47 So hielten sie es mit Alexander, weil dieser als erster Friedensworte an sie gerichtet hatte,Nicht der Zeit, sondern dem Werte nach. Zeitlich hatte Demetrius früher versprochen, Alexander aber hatte die höchsten Ehrenzeichen gesendet und Jonathan als Hohenpriester anerkannt. - und leisteten ihm alle Zeit Hilfe.48 König Alexander aber sammelte ein großes Heer und schlug Demetrius gegenüber sein Lager auf.49 Als nun die beiden Könige sich eine Schlacht lieferten, floh das Heer des Demetrius, Alexander aber verfolgte es und brachte ihm eine schwere Niederlage bei.50 Der Kampf dauerte in großer Heftigkeit an, bis die Sonne unterging, und Demetrius fiel an diesem Tage.51 Da sandte Alexander an Ptolemäus,Ptolemäus VI. Philometor (180 – 145 vor Chr.) Demetrius hatte elf Jahre geherrscht und starb im Jahre 151 vor Christus. - den König von Ägypten, Gesandte mit dieser Botschaft:52 Da ich in mein Reich zurückgekehrt bin und den Thron meiner Väter eingenommen, die Herrschaft erlangt,Er betont die Legitimität seiner Herrschaft. - auch Demetrius geschlagen und unser Land in Besitz genommen habe,53 nachdem ich ihm ein Treffen geliefert und ihn und sein Heer geschlagen und nunmehr den Thron seines Reiches in Besitz genommen habe,54 so wollen wir miteinander Freundschaft schließen. Gib mir daher deine Tochter zum Weibe, dass ich dein Eidam werde, und ich will dir und ihr deiner würdige Geschenke geben.55 Darauf antwortete der König Ptolemäus und ließ ihm sagen: Glücklich der Tag, an dem du in das Land deiner Väter heimgekehrt bist und dich auf den Thron ihres Reiches gesetzt hast.56 So will ich dir denn erfüllen, was du geschrieben; doch komme mir entgegen nach Ptolemais,Alexander hatte also Ptolemais verlassen und seinen Sitz nach Antiochia verlegt. Die Forderung der Hand der Kleopatra war eine bloße Formsache, da ihm dieselbe von Ptolemäus, der ihm geholfen, sich auf den Thron von Syrien zu setzen, gewiss schon zugesichert war. Ob Ptolemäus durch diese Verehelichung seiner Tochter hoffte, Cölesyrien wieder zu erlangen, das Ägypten zur Zeit Antiochus des Gr. verloren? - damit wir uns einander sehen und ich dich zu meinem Schwiegersohn mache, wie du gesagt hast.57 Und Ptolemäus zog aus Ägypten mit seiner Tochter Kleopatra und kam nach Ptolemais im hundertzweiundsechzigsten Jahre.150 vor Chr. -58 König Alexander kam ihm entgegen und jener gab ihm seine Tochter Kleopatra und veranstaltete ihre Hochzeit in Ptolemais, wie Könige pflegen, mit großer Pracht.Kleopatra heiratete zuerst Alexander, dann Demetrius Nikator. Als dieser von den Parthern gefangen genommen, heiratete er die Tochter des Königs derselben, Rodrigane, während Kleopatra ihre Hand und ihre Krone dem Antiochus Sidetes, Bruder des Demetrius, anbot. Als Demetrius wieder in sein Land zurückkehrte, stellte sie sich, als sei sie mit ihm ausgesöhnt, indes wollte sie sich nur umso sicherer von ihm befreien. Sie ließ ihren ältesten Sohn Seleukus, der sich als König hatte huldigen lassen, ermorden. Ebenso wollte sie Antiochus VIII., ihren zweiten Sohn, beiseite schaffen, doch dieser zwang sie, das für ihn bereitete Gift selbst zu trinken 126 vor Chr. -59 Der König Alexander aber schrieb an Jonathas, dass dieser ihm entgegenkommen solle.60 So zog er denn mit Gepränge nach Ptolemais und traf daselbst die beiden Könige und gab ihnen viel Silber und Gold und GeschenkeDer Sitte des Morgenlandes gemäß konnte er den Königen nur mit Geschenken nahen. - und fand Gnade vor ihnen.61 Da rotteten sich wider ihn heillose Männer aus Israel zusammen, gottlose Männer, um ihn zu verklagen; aber der König achtete nicht auf sie.62 Vielmehr befahl er, Jonathas seine Kleider abzunehmen und ihn mit Purpur zu bekleiden, und man tat also. Alsdann ließ der König ihn neben sich setzen63 und sprach zu seinen Fürsten: Ziehet mit ihm aus in die Mitte der Stadt und rufet aus, dass niemand wider ihn etwas vorbringe in irgendeiner Sache und niemand ihn wegen irgendeiner Angelegenheit belästigen dürfe.Vergl. [1Mos 41,42; Est 6,11]. -64 Und es geschah, als seine Ankläger seine Ehre sahen, die man kundtat, und dass er in Purpur gekleidet sei, flohen sie alle,65 der König aber erwies ihm hohe Ehren und schrieb ihn unter seine ersten FreundeV. 20: Freund, hier wird er einer der ersten Fürsten. - und machte ihn zum Feldherrn und Mitfürsten.66 Hierauf kehrte Jonathas in Frieden und Freuden nach Jerusalem zurück.67 Im hundertfünfundsechzigsten Jahre147 vor Chr., drei Jahre nach der Hochzeit Alexanders mit Kleopatra. - kam Demetrius, der Sohn des Demetrius, von Kreta in das Land seiner Väter.Als im Jahre 151 der Krieg zwischen Alexander Balas und Demetrius Soter entbrannt war, sandte letzterer seine beiden Söhne Demetrius II. (der später Nikator hieß) und Antiochus zu Lasthenes, einem seiner Freunde nach Knidus in Karien mit großen Reichtümern, damit sie vor den Wechselfällen des Krieges sicher waren. Alexander Balas machte sich bald bei seinen Untertanen durch seine Verschwendung und Vergnügungssucht verhasst. Demetrius ließ gegen den Besieger seines Vaters durch Lasthenes ein Heer auf Kreta sammeln, landete in Cilicien und zog gegen Alexander. -68 Als König Alexander dies vernahm, ward er sehr bekümmert und kehrte nach Antiochia zurück.Er war wohl in Ptolemais geblieben. -69 Der König Demetrius aber setzte den Apollonius,Der Vater dieses Apollonius war Statthalter von Cölesyrien gewesen. [2Mak 3,5] Der hier genannte Apollonius war der Freund und Vertraute des Demetrius Soter, den er nach Rom in die Gefangenschaft begleitet hatte. Nach dem Tode des Demetrius I. verband sich Apollonius mit Alexander, der ihn als Statthalter von Cölesyrien beließ. Als Demetrius Nikator sich der Gewalt bemächtigen wollte, fiel Apollonius von Alexander ab und stellte sich auf die Seite des Sohnes seines Freundes Demetrius Soter. Cölesyrien war das fruchtbare Tal zwischen Libanon und Antilibanon, jetzt el Bequa. - der über Cölesyrien gesetzt war, zum Heerführer ein. Dieser brachte ein großes Heer zusammen und lagerte sich bei Jamnia,Stadt der Philister. Vergl. [1Mak 4,15]. - und er sandte an den Hohenpriester Jonathas70 und ließ ihm sagen: Du alleinIm Griech. Superlativ: Du Wicht allein. - lehnst dich wider uns auf, ich aber bin zum Gelächter und Spott um deinetwillen geworden; denn du bietest uns Trotz im Gebirge.71 Nun denn, wenn du auf deine Streitkräfte vertraust, so komm zu uns in die Ebene herab, dort wollen wir uns miteinander messen; denn auf meiner Seite ist starke Heeresmacht.Griech.: Die Kraft der Städte (der Meeresstädte). -72 Frage und vernimm, wer ich bin und wer die übrigen, die mir helfen, und man wird sagen, dass ihr nicht standhalten könnt vor unserem Angesichte; denn zweimal sind deine Väter in ihrem eigenen Lande in die Flucht geschlagen worden.Spielt er auf die [1Mak 2,28] oder [1Mak 6,47] und [1Mak 9,6-18] an? Nach anderen weist er auf alte Zeiten zurück: [1Sam 4,10] und [1Sam 31,3-5]. -73 Wie wirst du nun standhalten können gegen die Reiterei und gegen eine so große Heeresmacht in der Ebene, wo kein Stein noch ein Fels oder ein Ort ist, wohin man fliehen könnte?Diese Beschreibung passt auf die Ebene zwischen Cäsarea und Gaza. -74 Als Jonathas die Reden des Apollonius vernahm, ward er sehr entrüstet, wählte zehntausend Männer aus und zog von Jerusalem aus und sein Bruder Simon stieß zu ihm, ihm Hilfe zu leisten.75 Sie lagerten sich vor Joppe, doch man verschloss vor ihm die Stadt, denn es war eine Besatzung des Apollonius in Joppe; und so griff er dasselbe an.76 Die Besatzung der Stadt aber geriet in Schrecken und öffnete die Tore und so nahm Jonathas Besitz von Joppe.Jetzt Jassa, einst im Stamme Dan. Vergl. [1Sam 5,9; Jos 19,45; Jonas 1,3]. Apollonius hatte nach V. 69 sein Lager in Jamnia, südlich von Joppe. Jonathas will keinen Feind im Rücken haben. -77 Als Apollonius dies hörte, nahm er dreitausend Mann Reiterei und viel Fußvolk78 und rückte gegen AzotPhilisterstadt im Süden von Jamnia. Vergl. [1Mak 4,15]. Apollonius will Jonathas durch eine Kriegslist in eine Falle locken. Anstatt einen Versuch zu machen, Joppe wieder zu gewinnen, tritt er anscheinend den Rückzug vor Jonathas an, in der Hoffnung, dieser werde ihm in die Ebene folgen. - vor, als ob er vorbeiziehen wollte, ging aber sogleich in die Ebene, weil er eine zahlreiche Reiterei hatte und sich auf diese verließ. Jonathas verfolgte ihn bis nach Azot und es kam zum Kampfe.79 Apollonius aber hatte tausend Mann Reiterei in einem Versteck hinter ihnen zurückgelassen.80 Doch Jonathas erfuhr, dass ein Hinterhalt hinter ihm liege. Als sie nun sein Heerlager umringten und die Pfeile auf das Heer vom Morgen bis zum Abend entsendeten,81 hielt das Heer stand, so wie Jonathas geboten, und so ermatteten die Rosse der Reiter,Nach Flav. Josephus bildeten die Kämpfer Jonathas ein Karree, jeder Soldat durch seien Schild geschützt. -82 Jetzt ließ Simon sein Heer vorrücken und warf sich auf das Fußvolk, denn die Reiter waren lass geworden, und so wurden jene von ihm geschlagen und flohen.83 Sie zerstreuten sich in der Ebene, flohen nach Azot und begaben sich in den Tempel Dagons, ihres Götzen,Vergl. [Rich 16,23]. Griech.: die Reiterei zerstreute sich in der Ebene und (die Soldaten) flohen nach Azot. - um daselbst Rettung zu suchen.Jonathas zerstört den Tempel Dagons
Gustave Doré (1832-1883), La Grande Bible de Tours (Alfred Mame et fils, Tours, 1866)
The Doré Bible Illustrations (Dover Publications, 1974) — Bilder bereitgestellt von Rev. Felix Just, S.J.84 Jonathas aber brannte Azot und die Städte ringsherum nieder und plünderte sie aus, ebenso wie den Tempel des Dagon: alle aber, welche in denselben geflüchtet waren, verbrannte er.85 So kamen durch das Schwert um oder fanden ihren Tod in den Flammen gegen achttausend Mann.86 Von dort brach Jonathas auf und lagerte sich bei AskalonEine der fünf Philisterstädte in der Ebene, am Mittelländischen Meere gelegen. Die Stadt scheint den Machabäern gewogen zu sein. Vergl. [1Mak 11,60]. - und die Bewohner der Stadt zogen ihm mit großem Gepränge entgegen.87 Hierauf kehrte Jonathas mit den Seinigen nach Jerusalem zurück, mit reicher Beute beladen.88 Und es geschah, als König Alexander von diesen Begebenheiten erfuhr, erwies er Jonathas noch größere Ehre.89 Er sandte ihm nämlich eine goldene Spange, wie man den Blutsverwandten der Könige zu geben pflegte.Die Spangen waren Haste, welche den Vorder- und Hinterteil des Oberkleides oben auf den Schultern zusammenhielten. Eine goldene Spange zu tragen war Vorrecht der höchsten Persönlichkeiten und kam dem Rechte, sich in Purpur zu kleiden, gleich. Ob „Blutsverwandte des Königs“ im eigentlichen Sinne oder als Ehrentitel zu verstehen sind, steht nicht fest. - Auch gab er ihm AkkaronEine andere der fünf großen Philisterstädte, im Osten von Jamnia, zunächst von Jerusalem. und das ganze Gebiet desselben zum Besitztum.