1. Makkabäer 12

4. Jonathas erneuert den Bund mit den Römern und den Spartiaten und stirbt. (Kap. 12) a. Jonathas erneuert den Bund mit den Römern und den Spartiaten. (V. 23) b. Er führt von neuem Krieg mit dem Feldherrn Demetrius II., befestigt die Städte Judäas (V. 38), wird aber von Tryphon durch List gefangen.

Als nun Jonathas sah, dass die Umstände ihm günstig seien, erwählte er Männer Die Namen folgen V. 16. Im Jahre 144 vor Chr.? Die erste Gesandtschaft hatte Judas Machabäus nach Rom geschickt. [1Mak 8,1ff] - und sandte sie nach Rom, um die Freundschaft mit ihnen zu befestigen und zu erneuern. Auch an die Spartaner und an andere Orte sandte er Briefe gleichen Inhalts. Durch dieselben Abgesandten. (Vergl. V. 16.) - Jene also zogen fort nach Rom und gingen in die Ratsversammlung und sprachen: Jonathas, der Hohepriester, und das Volk der Juden senden uns, die Freundschaft und die Bundesgenossenschaft in früherer Weise Vergl. [1Mak 8,22]. - zu erneuern. Sie Der Senat gab Schreiben an die römischen Beamten wie an die tributpflichtigen Fürsten. - gaben ihnen Schreiben an die Ihrigen von Ort zu Ort, dass diese sie in das Land Juda in Frieden geleiteten. Dies ist die Abschrift des Schreibens, welches Jonathas an die Spartaner richtete: Jonathas, der Hohepriester, und die Ältesten des Volkes, die Priester und das übrige Volk der Juden entbieten den Spartanern, ihren Brüdern, Gruß! Schon vordem wurde an Onias, den Hohenpriester, Arius I. (309 – 265) sandte zwischen 309 und 300 Briefe an Onias I., Sohn des Jaddus, der von 323 bis 300 vor Chr. Hoherpriester war. - von Arius, eurem damaligen Könige, ein Schreiben gesandt, dass ihr unsere Brüder seid, wie die unten beigefügte Abschrift besagt. V. 19ff. - Und Onias empfing den Abgesandten ehrenvoll und nahm das Schreiben entgegen, in dem von der Bundesgenossenschaft und Freundschaft zwischen uns die Rede war. Obwohl wir nun dessen Eurer Freundschaft und eures Bündnisses. - nicht bedürftig sind, da wir als Trost die heiligen Bücher haben, die in unsern Händen sind, so wollen wir doch an euch senden, um die Verbrüderung und Freundschaft mit euch zu erneuern, damit wir euch nicht etwa entfremdet werden; denn viele Zeit ist verstrichen, seit ihr Gesandte an uns geschickt habt. Wir nun gedenken euer zu jeder Zeit ohne Aufhören, an den Festen und an andern Tagen, An Sabbaten und Neumonden. Vergl. [1Mak 7,33]. - an welchen es sich gebührt, bei den Opfern, die wir darbringen, und bei den heiligen Gebräuchen, Griech.: Gebeten. Die Vulg. bietet wohl einen Schreibfehler: observationibus für obsecrationibus. - wie es schicklich und ziemlich ist, der Brüder zu gedenken. Wir freuen uns daher über eure Herrlichkeit. Ehrenvollen Wohlstand, das Gegenteil von den V. 13 genannten Drangsalen usw. - Uns dagegen haben von allen Seiten viele Drangsale und viele Kämpfe betroffen, denn die Könige, die um uns her sind, Vergl. [1Mak 5]. - haben uns bekämpft. Dennoch wollten wir euch und unsern übrigen Bundesgenossen und Freunden bei diesen Kämpfen nicht lästig fallen, Indem wir euch um Hilfe baten. - denn wir erhielten vom Himmel Hilfe und wurden errettet, unsere Feinde aber gedemütigt. Nunmehr haben wir Numenius, den Sohn des Antiochus, und Antipater, Männer, die der griechischen Sprache mächtig waren. - den Sohn Jasons, Derselbe, den Judas Machabäus nach Rom gesendet? [1Mak 8,17] - erwählt und sie an die Römer gesandt, um die frühere Freundschaft und die frühere Bundesgenossenschaft mit ihnen zu erneuern. Deshalb haben wir ihnen aufgetragen, auch zu euch zu kommen, um euch unsere Grüße zu überbringen und unser Schreiben über die Erneuerung unserer Brüderschaft zu übergeben. So werdet ihr denn wohl tun, uns darauf zu antworten. Dies aber ist die Abschrift des Briefes, den Arius an Onias gerichtet hatte: Arius, König der Spartaner, entbietet Onias, dem Hohenpriester, seinen Gruß! Es ward in einer Schrift Welcher? ist unbekannt. - über die Spartaner und Juden gefunden, dass sie Brüder seien und dass sie dem Geschlechte Abrahams entstammen. Die Heilige Schrift weiß nichts davon und die Spartaner waren ohne Zweifel im Irrtum (wie die Juden [2Mak 5,9]). - Da wir nun dies erfahren haben, werdet ihr wohl tun, uns über euer Wohlbefinden zu schreiben. Vielleicht hatten die Spartaner im Jahre 302, als Demetrius Poliorketes nach der Eroberung des Peloponnes nach Asien zog, um seinen Vater Antigonus gegen Kassander, Lysimachus, Ptolemäus und Seleukus, die sich gegen ihn verbunden, zu unterstützen, die Völker Asiens gegen Demetrius, ihren Besieger, und seinen Vater aufzustacheln gesucht und mit ihnen ein Bündnis geschlossen. Eben damals war Arius I. König von Sparta und Onias I. Hoherpriester. Wenngleich die Spartaner seit 146 nicht mehr unabhängig waren, ließen die Römer ihnen doch volle Freiheit, mit anderen Völkern in Beziehungen zu treten. - Aber auch wir schreiben euch wiederum: Unser Vieh und unsere Habe sei euer und was euer ist, unser. Wir haben also Befehl gegeben, euch dies kundzugeben. Da vernahm Jonathas, dass die Heerführer des Demetrius mit noch größerer Heeresmacht als zuvor Vergl. [1Mak 11,68]. Judäa fand nur dann Ruhe, wenn Syrien sich schwach fühlte oder die Römer es in Schach hielten. Dieser letzte Grund hatte Jonathas bewogen, die Freundschaft mit Rom zu erneuern. - zurückgekehrt seien, um wider ihn zu kämpfen, und brach von Jerusalem auf, ihnen entgegen in das Land Amathis; Emath an der Nordgrenze von Palästina. - denn er wollte ihnen nicht Zeit lassen, in sein Land einzudringen. Er entsandte Kundschafter in ihr Lager, diese kehrten zurück und berichteten ihm, dass jene beschlossen hätten, ihn in der Nacht zu überfallen. Als aber die Sonne untergegangen war, gebot Jonathas den Seinigen, zu wachen und unter den Waffen zu bleiben und die ganze Nacht zum Kampfe bereit zu sein, und zugleich stellte er rings um das Lager Wachen aus. Da aber die Feinde hörten, dass Jonathas mit den Seinigen zum Kampfe bereit sei, fürchteten sie sich und erschraken und zündeten Feuer in ihrem Lager an. Das sie aber heimlich verließen. - Jonathas und die, welche bei ihm waren, merkten dies erst am Morgen, denn sie sahen die Wachtfeuer brennen. Er verfolgte sie nun zwar, doch erreichte er sie nicht, da sie schon über den Fluss Eleutherus Dieser Fluss bildete die Grenze zwischen Phönizien und Syrien, in das eigentliche Syrien aber zögerte Jonathas doch, mit seinen Truppen einzufallen. - gezogen waren. Hierauf wandte sich Jonathas gegen die Araber, welche Zabadäer Wohl Nomaden. Die Ursache, welche Jonathas hatte, sie anzugreifen, ist nicht bekannt. - heißen, und schlug sie und nahm ihnen Beute ab. Alsdann brach er auf und kam nach Damaskus und durchzog jenes ganze Land. Um die Parteigänger des Demetrius daraus zu vertreiben. - Simon aber war ausgezogen und bis Askalon und zu den benachbarten Festungen Simon war von Antiochus zum Statthalter über diese Städte, die sich für Demetrius erklärt hatten, eingesetzt worden. Vergl. [1Mak 11,59]. - gekommen, dann hatte er sich nach Joppe Diese Stadt hatte Jonathas bereits früher erobert. [1Mak 10,75] - gewendet und es besetzt, (denn er hatte gehört, dass sie die Festung den Anhängern des Demetrius übergeben wollten), und er legte eine Besatzung hinein, um sie zu bewahren. Als nun Jonathas zurückgekehrt war, versammelte er die Ältesten des Volkes und beratschlagte mit ihnen, Festungen in Judäa zu bauen, die Mauern von Jerusalem herzustellen und zwischen der Burg und der Stadt eine hohe Mauer zu errichten, um sie von der Stadt abzuschließen, so dass sie für sich allein wäre und man weder kaufen noch verkaufen könnte. Diese Mauer hatte also nur vorübergehende Wichtigkeit. - Sie beschlossen also, an der Stadt zu bauen. Da fiel ein Stück der Mauer an dem Bache Am Kedron. - gegen Sonnenaufgang ein und er stellte das Stück wieder her, welches die Kaphetetha Griech.: Kaphenetha. - hieß. Auch Adiada [Esr 2,33; Neh 7,37] Ein für die Verteidigung der Ebene Juda (Sephela) wichtiger Punkt. - baute Simon in Sephela und befestigte sie mit Toren und Riegeln. Indes trachtete Tryphon darnach, König von Asien Titel der Könige von Syrien. [1Mak 11,13] - zu werden, das Diadem an sich zu reißen und die Hand gegen den König Antiochus auszustrecken. Er tötete in der Tat Antiochus VI., der damals zehn Jahre alt war. Vergl. [1Mak 13,31]. - Da er nun fürchtete, Jonathas möchte ihm etwa darin hinderlich sein und gegen ihn kämpfen, suchte er Gelegenheit, ihn zu ergreifen und zu töten, und so brach er auf und kam nach Bethsan. Vergl. [1Mak 5,32]. - Jonathas aber zog ihm mit vierzigtausend Mann auserlesener Truppen zur Schlacht entgegen und kam nach Bethsan. Als nun Tryphon sah, dass Jonathas mit großer Heeresmacht gekommen war, um mit ihm den Kampf aufzunehmen, fürchtete er sich Griech.: Fürchtete er sich, Hand an ihn zu legen. - und nahm ihn mit Auszeichnung auf, empfahl ihn allen seinen Freunden, gab ihm Geschenke und befahl seinem ganzen Heere, ihm zu gehorchen wie ihm selbst. Und er sprach zu Jonathas: Warum hast du dieses ganze Volk bemüht, da zwischen uns kein Krieg ist? So entlass sie denn nach Hause und wähle dir nur wenige Männer zu deiner Umgebung aus und komm mit mir nach Ptolemais, damit ich dir die Stadt Dies hatte Demetrius I. dem Jonathas bereits versprochen. Vergl. [1Mak 10,39]. - und die übrigen Festungen Am Mittelmeere bis nach Joppe hin. - und das Heer und alle Beamten übergebe und damit zurückkehre; denn dazu bin ich gekommen. Da glaubte er ihm und tat, wie jener gesagt, und entließ sein Heer, dass sie in das Land Juda abzogen. Er behielt nur 3000 Mann, von denen er 2000 in Galiläa zurückließ. - Bei sich aber behielt er dreitausend Mann, von welchen er zweitausend nach Galiläa sandte, während tausend ihn begleiteten. Als aber Jonathas nach Ptolemais gekommen war, schlossen die Bewohner die Tore der Stadt und ergriffen ihn und machten alle, die mit ihm eingezogen waren, nieder. Hierauf sandte Tryphon Fußvolk und Reiterei nach Galiläa und in die große Ebene, um alle, welche Jonathas begleitet hatten, zu vernichten. Als diese aber erfuhren, dass Jonathas mit allen, die bei ihm waren, ergriffen und getötet sei, Falsches Gerücht, denn Jonathas war nicht getötet. Vergl. [1Mak 13,12.15]. - sprachen sie einander Mut zu und zogen, zur Schlacht geordnet, aus. Da die Verfolger sahen, dass jene um ihr Leben kämpfen wollten, kehrten sie um. Jene aber kamen alle glücklich in das Land Juda. Und sie beweinten den Jonathas und die Seinigen überaus und Israel hielt eine große Wehklage. Alle Völker aber rings um sie her trachteten, sie zu vernichten; denn sie sprachen: Sie haben keinen Fürsten noch Helfer, Kein Thronprätendent bemüht sich um ihre Gunst. Zur Zeit waren beide, Tryphon wie Demetrius, ihnen feind. so wollen wir sie nun bekriegen und ihr Andenken unter den Menschen ausrotten.

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