1. Makkabäer 14
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
3. Demetrius II. Wird von den Persern besiegt, die Juden bleiben in Frieden. (V. 15) Simon erneuert das Bündnis mit den Spartiaten (V. 23) und sendet Gesandte nach Rom, seine Wahl zum Hohenpriester und zum erblichen Oberfeldherrn anzuzeigen und das Bündnis zu erneuern.
1 Im hundertzweiundsiebzigsten Jahre 140 vor Chr. - sammelte der König Demetrius sein Heer und zog nach Medien, Dieser Zug Demetrius Nikators sollte zur gewaltsamen Vermehrung seines Heeres dienen, damit er Tryphon mit Übermacht angreifen konnte. Griechen und Mazedonier hatten ihn gerufen, wie Flav. Josephus berichtet. - um Hilfstruppen zusammenzuziehen und gegen Tryphon den Kampf zu führen. 2 Da aber Arsakes, Arsakes ist der gemeinsame Name der parthischen Könige. Damals herrschte Mithridates I. (164 – 139 vor Chr.) Dieser hatte die Meder und Perser unterworfen, Babylonien und Mesopotamien eingenommen und sein Reich vom Euphrat bis zum Indus ausgedehnt. - der König von Persien und Medien, Das Reich wird nach den beiden bedeutendsten Provinzen bezeichnet. - vernahm, dass Demetrius in sein Gebiet eingefallen sei, entsandte er einen von seinen Feldherrn, ihn lebendig gefangenzunehmen und zu ihm zu bringen. So wollte Arsakes ihn also wohl nicht töten, sondern sich seiner anderweitig bedienen. - 3 Dieser zog hin, schlug das Heer des Demetrius, nahm ihn selbst gefangen und führte ihn vor Arsakes, der ihn in das Gefängnis werfen ließ. Mithridates ließ ihn in schimpflichem Aufzuge von Stadt zu Stadt führen, um ihm jede Möglichkeit zu benehmen, den Thron Syriens wieder zu besteigen. Doch bald änderte er sein Verhalten und gab ihm seine Tochter Rodogune zur Frau. Später wurde Demetrius auch wieder frei und gelangte wieder auf den Thron. - 4 Das ganze Land Juda genoss hierauf Ruhe, solange Simon lebte; er suchte das Beste seines Volkes und seine Herrschaft und sein Ruhm gefielen ihnen die ganze Zeit hindurch. 5 Zu all seinen rühmlichen Taten kam auch, dass er Joppe als Hafen gewann und sich einen Zugang zu den Inseln des Meeres schaffte. Vergl. [1Mak 13,29]. Besonders auf Kreta wohnten zahlreiche Juden. - 6 Er erweiterte die Grenzen seines Volkes und behauptete das Land. 7 Er brachte viele, die gefangen gewesen, zusammen und eroberte Gazara, [1Mak 13,43] - Bethsura [1Mak 11,65] - und die Burg, schaffte die Unreinigkeiten aus ihr hinweg und niemand leistete ihm Widerstand. Niemand vermochte ihm zu widerstehen. - 8 Und ein jeder bebaute sein Land in Frieden und das Land Juda gab seinen Ertrag und die Bäume der Felder gaben ihre Frucht. 9 Die Greise saßen alle auf den Straßen und besprachen sich über das Beste des Landes Ein sicherer und dauernder Friede herrschte. - und die Jünglinge kleideten sich mit Ehren- und Kriegsgewändern. Gingen in dem Gewande und der Waffenrüstung ihrer glorreichen Väter. - 10 Die Städte versorgte er mit Lebensmitteln und bestimmte sie zu Waffenplätzen, Griech.: und machte sie kampffähig mit Befestigungswerkzeugen. - so dass sein Name bis an die Grenzen der Erde mit Ruhm genannt ward. 11 Er stellte den Frieden im Lande her und Israel hatte große Freude. 12 Ein jeder saß unter seinem Weinstocke und unter seinem Feigenbaume, ohne dass jemand sie schreckte. Bild der Ruhe und des Glückes im Frieden. [1Koe 4,25; Mic 4,4; Sach 3,10] - 13 Niemand war mehr auf Erden, der sie bekämpfte, die Könige Besonders die Könige von Syrien. - waren zu jener Zeit niedergeworfen. 14 Er war die Stütze aller Schwachen seines Volkes, wachte über das Gesetz und vertilgte jeden Gottlosen und Übeltäter. 15 Er schmückte das Heiligtum und vermehrte die Gerätschaften desselben. 16 Als man in Rom erfuhr, dass Jonathas gestorben sei, und die Nachricht davon bis nach Sparta kam, betrauerte man ihn sehr. 17 Da sie aber vernahmen, dass sein Bruder Simon an seiner Statt Hoherpriester geworden sei und das ganze Land und die Städte darin beherrsche, 18 schrieben sie an ihn auf ehernen Tafeln, dass sie die Freundschaft und die Bundesgenossenschaft erneuern wollten, welche sie mit seinen Brüdern Judas und Jonathas geschlossen. Das Schreiben der Römer ist bereits eine Antwort auf ein Geschenk Simons und seine Bitte, das Bündnis zu erneuern. [1Mak 15,46-48] Vergl. V. 24. - 19 Diese Schreiben wurden vor der Volksversammlung in Jerusalem verlesen. Folgendes ist die Abschrift des Schreibens, welches die Spartaner sandten: 20 Die Fürsten Die Ephoren. Bald nach 211 vor Chr. gab es keine Könige mehr in Sparta und seit 192 (seit der Ermordung des Nabis) keine Tyrannen mehr. Die Anerkennung der Unabhängigkeit Judäas seitens der Spartaner war für die Beziehungen der Juden zu den Syrern von großer Bedeutung. - und die Städte Griech.: Stadt. - der Spartaner entbieten Simon, dem Hohenpriester, den Ältesten, den Priestern und dem übrigen Volke der Juden, ihren Brüdern, ihren Gruß! 21 Die an unser Volk abgeordneten Gesandten haben uns von euerm Ruhme, eurer Herrlichkeit und Freude berichtet und wir haben uns über ihre Ankunft gefreut 22 und haben das von ihnen Gemeldete in den Volksbeschlüssen also aufgezeichnet: Numenius, Sohn des Antiochus, und Antipater, Sohn Jasons, Abgeordnete der Juden, sind zu uns gekommen, um die frühere Freundschaft mit uns zu erneuern. 23 Und das Volk beschloss, die Männer ehrenvoll zu empfangen und eine Abschrift ihrer Botschaft in den besonderen Staatsakten zu hinterlegen, dem Volke der Spartaner zum Angedenken. Eine Abschrift hiervon senden wir an Simon, den Hohenpriester. 24 Darnach sandte Simon den Numenius nach Rom mit einem großen goldenen Schilde, Sinnbild des Schutzes, um den die Juden die Römer baten. - tausend Minen schwer, Die Mine als Gewicht berechnet ergäbe eine Masse von etwa acht Zentnern, was nicht gut anzunehmen ist. Nach dem Syr. ist „schwer“ zu streichen, so dass der Geldwert des Schildes angegeben ist. In der Tat fehlt in der Antwort der Römer [1Mak 15,18] die Beifügung schwer. Im Geldwerte betrug der Schild dann etwa 75000 M. - um die Bundesgenossenschaft mit ihnen zu erneuern. Als aber das römische Volk Im Griech. fehlt diese Beifügung. So kann der Satz sich auf die Juden beziehen, ja dies ist wahrscheinlicher. - hiervon hörte, 25 sprachen sie: Welchen Dank sollen wir Simon und dessen Söhnen erweisen? 26 Denn er hat seine Brüder wieder befreit und die Feinde Israels mit dem Schwerte von ihnen abgewehrt. Und sie beschlossen dessen völlige Freiheit Israels volle Unabhängigkeit von der syrischen Herrschaft. Griech.: Denn er kämpfte, er und seine Brüder und das Haus seines Vaters; sie vernichteten die Feinde Israels und sicherten dessen Freiheit. Und sie schrieben die Erinnerung daran auf eherne Tafeln und setzten diese auf Säulen auf dem Berge Sion usw. - und schrieben es auf eherne Tafeln, welche an den Säulen auf dem Berge Sion angebracht wurden. 27 Dies ist die Abschrift der Inschrift: „Am achtzehnten des Monats Elul Am achtzehnten des sechsten Monats des heiligen Jahres, etwa in den ersten Tagen September, vergl. [Neh 6,15], im Jahre 140 vor Chr. - im hundertzweiundsiebzigsten Jahre, im dritten Jahre unter Simon, dem Hohenpriester zu Asaramel, Etwa: im Vorhof des Volkes Gottes, wenn man annimmt, dass das hebräische Wort unübersetzt griechisch wiedergegeben ist. - 28 in der großen Versammlung der Priester, des Volkes, der Fürsten des Volkes und der Ältesten des Landes ward dies Uns. - kundgetan: Da oft Kriege in unserem Lande ausgebrochen sind, 29 haben Simon, der Sohn des Mathathias, eines Nachkommen der Söhne Jaribs, Oder Jojarib [1Chr 24,7]. Vergl. [1Mak 2,1]. - und dessen Brüder sich in Gefahr begeben und den Widersachern ihres Volkes Widerstand geleistet, damit ihr Heiligtum und Gesetz wohlbehalten bliebe, und sie verherrlichten ihr Volk mit großem Ruhme. 30 Denn als Jonathas sein Volk versammelt hatte Das Haupt des Volkes geworden war. - und ihr Hoherpriester geworden und zu seinem Volke gesammelt war 31 und ihre Feinde ihr Land verheeren und verwüsten und ihre Hand gegen das Heiligtum jener ausstrecken wollten, 32 stellte sich Simon dem entgegen, Jonathas Wirken war mit seiner Gefangennahme zu Ende. Demgemäß beginnt das des Simon mit dieser, wenn auch Tryphon jene erst später tötete. - kämpfte für sein Volk, wendete viel Geld auf, bewaffnete die Krieger seines Volkes und gab ihnen Sold. Vergl. [1Mak 13,10ff]. - 33 Auch befestigte er die Städte Judäas und Bethsura Diese war besonders wichtig für die Verteidigung Jerusalems. [1Mak 4,29; 1Mak 11,65] - an den Grenzen Judäas, wo zuvor ein Waffenplatz der Feinde gewesen war, und legte eine Besatzung jüdischer Männer hinein. 34 Ferner befestigte er Joppe am Meere Vergl. [1Mak 12,33] und [1Mak 13,29]. - und Gazara Vergl. [1Mak 13,43]. - an den Grenzen von Azot, Die Gegend von Azot erstreckte sich im Nordwesten bis an die Grenze des Berglandes und konnte sehr wohl bis Gazara reichen. - wo vordem die Feinde wohnten, und legte Juden hinein und schaffte alles in diese Städte, was zur Instandsetzung derselben nötig war. 35 Und da das Volk die Taten Simons sah und den Ruhm, den er seinem Volke zu erwerben gesonnen war, machten sie ihn zu ihrem Feldherrn und Hohenpriester, weil er all dieses getan hatte und seinem Volke Gerechtigkeit und Treue bewahrte und sich auf alle Weise bemühte, sein Volk zu erheben. 36 Und zu seiner Zeit ging alles gut vonstatten unter seiner Leitung, so dass die Heiden aus dem Lande Israel vertrieben wurden, sowie auch die, welche in der Stadt Davids, zu Jerusalem, in der Burg waren, aus der sie Ausfälle machten und alles rings um das Heiligtum verunreinigten und seiner Reinheit großen Schaden zufügten. 37 Er aber legte jüdische Männer hinein zum Schutze des Landes und der Stadt und erhöhte die Mauern Jerusalems. 38 Und König Demetrius bestätigte ihm das Hohepriestertum. 39 Er machte ihn demzufolge zu seinem Freunde und zeichnete ihn mit hohen Ehren aus. Siehe [1Mak 13,39]. - 40 Denn er hatte gehört, dass die Juden von den Römern als Freunde, Bundesgenossen und Brüder erklärt seien und dass jene die Abgeordneten des Simon ehrenvoll aufgenommen hätten, Vergl. V. 16 – 24. - 41 sowie, dass die Juden und ihre Priester einmütig beschlossen hätten, dass er Und seiner Nachkommenschaft. Der letzte, der auf rechtmäßige Weise die Würde des Hohenpriesteramtes bekleidete, war Onias III. [2Mak 3,1] Diesen setzte Antiochus Epiphanes 174 vor Chr. ab und verkaufte die Stelle an dessen Bruder Jason. Onias Sohn, Onias IV., flüchtete nach Ägypten, als sein Vater in Daphne ermordet ward, baute in Leontopolis (gegen das Gesetz [5Mos 12,5]) einen Tempel, versah dort das Amt eines Hohenpriesters und ging dadurch mit seiner Familie der gleichen Würde am Tempel zu Jerusalem verlustig. Dies bestimmte die Juden, nun weiteres über das Hohepriestertum festzusetzen, indem sie das Hohepriestertum in der Familie Simons für erblich erklärten, bis ein Prophet aufgestanden sei, der sich über die Erlaubtheit oder Unzulässigkeit dieser Maßregel erklärte. - ihr Fürst und Hoherpriester sein solle auf immer, bis ein glaubwürdiger Prophet unter ihnen aufstehe, Viele Väter übersetzen: der Prophet, obwohl im Griech. der Artikel fehlt. Tatsächlich war ja dieser Prophet erst Christus. - 42 und dass er Heerführer über sie sein und Sorge tragen solle für das Heiligtum und Vorsteher über dessen Geschäfte bestellen, über das Land, über die Waffen und über die Festungen; Dem Machabäer in seiner Person, nicht wird seinem Amte als Hoherpriester dies zugewiesen. - 43 dass ihm die Sorge für das Heiligtum obliegen und alle ihm gehorchen sollen, dass in seinem Namen alle Erlasse im Lande abgefasst würden und dass er ein Purpurgewand und Gold tragen solle. 44 Und keinem von dem Volke und von den Priestern soll es erlaubt sein, etwas von diesen Bestimmungen aufzuheben oder seinen Anordnungen zu widersprechen oder ohne ihn eine Versammlung im Lande zu berufen oder sich in Purpur zu kleiden und eine goldene Spange zu tragen. Vergl. [1Mak 10,39.89] und [1Mak 11,58]. - 45 Wer aber dem zuwider handeln oder etwas davon aufheben sollte, wird straffällig sein!“ 46 So beschloss das ganze Volk, den Simon einzusetzen und allem dem gemäß zu tun. 47 Simon aber nahm es an und hieß es gut, Hoherpriester, Heerführer und Fürst über das Volk der Juden und die Priester zu sein und allen vorzustehen. 48 Auch befahlen sie, diese Urkunde auf eherne Tafeln zu graben und sie in dem Säulengange des Heiligtums Im äußeren Vorhofe. - an einem in die Augen fallenden Orte aufzustellen, 49 eine Abschrift davon aber in die Schatzkammer zu legen für Simon und seine Söhne. Der Verfasser hält sich nicht streng an die zeitliche Reihenfolge in den über Simon berichteten Ereignissen, sondern will durch die Aufzählung nur die hohe Ehre rechtfertigen, die Simon zuteil geworden.