1. Makkabäer 15
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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2. Simons Taten während der Regierung Antiochus VII. (15,1 – 16,10) 1. Demetrius I. zweiter Sohn des Antiochus (Sidetes), bemächtigt sich der Herrschaft und schreibt freundlich an Simon. (V. 14) Simons Gesandte bringen aus Rom die Anerkennung der Juden als Bundesgenossen. (V. 24) 2. Nachdem Antiochus seinen Gegner Tryphon mit Simons Hilfe besiegt, sendet er, seiner Versprechungen uneingedenk (V. 37), seinen Feldherrn Kendebäus gegen die Juden. (V. 41)
1 Auch König Antiochus, der Sohn des Demetrius, Antiochus VII., Sohn Demetrius I. Soter. Dieser Antiochus (Sidetes) war der Bruder Demetrius II., welcher von den Parthern zum Gefangenen gemacht war. Während der Gefangenschaft Demetrius II. nahmen sich die Feldherrn des gefangenen Königs seiner gegen Tryphon an, während Antiochus VII. selbst flüchtig umherirrte, da keine Stadt ihn aufzunehmen wagte aus Furcht vor Tryphon. Als Antiochus von der Gefangenschaft seines Bruders Kenntnis erhielt, schrieb er alsbald an Simon, sich dessen Hilfe zu sichern, von Rhodus aus. - sandte von den Inseln des Meeres einen Brief an Simon, den Hohenpriester und Fürsten des Volkes der Juden, und an das ganze Volk. 2 Der Inhalt desselben war folgender: König Der Geburt, wenn auch noch nicht der Tat nach. - Antiochus entbietet dem Hohenpriester Simon Griech.: Dem Hohenpriester und Fürsten Simon wie dem ganzen jüdischen Volke. - und dem ganzen Volke der Juden seinen Gruß! 3 Da nichtswürdige Menschen Vergl. [1Mak 10,61]. Gemeint sind Tryphon und Mithridates. [1Mak 13,19.20; 1Mak 14,2] - das Reich unserer Väter in Besitz genommen haben, ich aber willens bin, dasselbe wieder an mich zu bringen und es herzustellen, wie es vordem war, habe ich ein großes Heer geworben und Kriegsschiffe ausgerüstet 4 und bin nun willens, in das Land hinauszuziehen, um mich an denen zu rächen, welche unser Land verwüstet und viele Städte in meinem Lande zerstört haben. 5 Darum bestätige ich dir nun alle Vergünstigungen, welche dir alle Könige vor mir gewährt haben, und erlasse alle anderen Reichnisse, von welchen sie dich entbunden haben. 6 Auch gestatte ich dir, eigene Münzen in deinem Lande zu prägen. Dies Recht war die natürliche Folge der Simon zugesicherten Unabhängigkeit. [1Mak 13,42] - 7 Jerusalem aber soll heilig und frei sein und alle Waffen, die du hast anfertigen lassen, und die Festungen, welche du erbaut hast und besetzt hältst, sollen dir verbleiben. Vergleiche die Zusicherungen [1Mak 10,31] und [1Mak 14,33]. - 8 Alle dem Könige gebührende und ihm fernerhin zukommende Abgabe soll dir von nun an und auf alle Zeiten erlassen sein. Vergl. [1Mak 13,39]. - 9 Wenn wir unser Reich in Besitz genommen haben, wollen wir dich, dein Volk und den Tempel mit großer Ehre auszeichnen, so dass euer Ruhm auf der ganzen Erde kund werde. 10 Im hundertvierundsiebzigsten Jahre 138 vor Chr. - zog Antiochus aus Von Seleucia, wo er sich mit Kleopatra verbunden. - in das Land seiner Väter und alle Heerscharen sammelten sich zu ihm, Er wusste, wie verhasst Tryphon war, und zog daraus Nutzen. - so dass nur wenige bei Tryphon zurückblieben. 11 König Antiochus verfolgte ihn und er kam, Aus Phönizien. (Flav. Josephus) - an der Meeresküste fliehend, nach Dora, Kananäische Stadt am Mittelmeer, nicht weit vom Berge Karmel. (Das Gebiet der Stadt heißt [1Koe 4,11] Nephat-Dor.) - 12 denn er sah, dass ihn Unglück über Unglück traf und das Heer ihn verlassen hatte. 13 Doch Antiochus lagerte sich vor Dora mit hundertundzwanzigtausend Mann Kriegsvolk zu Fuß und achttausend zu Pferd. 14 Er schloss die Stadt ein, während die Schiffe vom Meere aus herankamen, so dass die Stadt vom Lande und vom Meere her bedrängt war und man niemand aus- und eingehen ließ. 15 Da kamen Numenius Vergl. [1Mak 14,24]. - und seine Begleiter aus der Stadt Rom mit Briefen Abschriften von Briefen. (V. 24) - an Könige und Länder, Die unter Roms Oberherrschaft eine gewisse Selbständigkeit genossen. - in welchen folgendes geschrieben war: 16 Lucius, Konsul der Römer, Wahrscheinlich Lucius Calpurnius Piso, zum ersten Male Konsul 139 vor Chr. Sein Amtsgenosse war Markus Popilius Länas. - entbietet dem Könige Ptolemäus Ptolemäus VII. Physkon, der noch neunundzwanzig Jahre nach dem Tode seines Bruders Philometor herrschte. - Gruß. Es wird nur dieser eine Brief angeführt, da die anderen demselben ähnlich waren. (Vergl. V. 22.) - 17 Die Abgeordneten der Juden sind als unsere Freunde zu uns gekommen, um die Freundschaft und die Bundesgenossenschaft von ehedem zu erneuern, gesandt von Simon, dem Hohenpriester, und dem Volke der Juden. 18 Sie haben uns aber auch einen goldenen Schild von tausend Minen überbracht. 19 So beschlossen wir denn, an die Könige und Länder zu schreiben, dass sie ihnen nichts Böses zufügen und nicht wider sie Krieg führen sollen noch wider ihre Städte noch wider ihr Land, und dass sie nicht denen helfen sollen, die gegen sie im Kampfe liegen. 20 Es gefiel uns auch, den Schild von ihnen anzunehmen. Damit nahmen sie die Pflicht auf sich, jene zu schützen. - 21 Wenn also einige nichtswürdige Leute aus ihrem Lande zu euch flüchten, so liefert sie dem Hohenpriester Simon aus, dass er sie nach seinem Gesetze züchtige. Auch Herodes erhielt von Augustus Vollmacht gegen alle flüchtigen Juden im Römerreich. (Polph., Tit., Liv.) - 22 Ebendasselbe schrieben sie an König Demetrius, Demetrius Nikator. Die Römer wussten also von seiner Gefangenschaft noch nichts. - an Attalus, Attalus, König von Pergamus, wohl Attalus II. Philadelphus. - an Ariarathes, Ariarathes: Diesen Namen trugen zehn Fürsten in Kappadozien zwischen 370 und 92 vor Chr. Der hier gemeinte ist Ariarathes VI. Philopator, der 130 vor Chr. starb. - an Arsakes Arsakes, König der Parther, der [1Mak 14,2] erwähnt wird und der Demetrius II. gefangen nahm. - 23 und in alle Länder, nach Lampsakus, In Mysien beim Eingang des Hellespont. (Im Griech. steht Sampsames (?)). - an die Spartaner, Vergl. [1Mak 12,7]. - nach Delos, Kleinste der Zykladen. - Myndos, Im westlichen Karien, jetzt Mentech. - Sicyon, Jetzt Basilika im Peloponnes an der Mündung des Asopus, im Westen von Korinth. - Karien, Karien: Provinz im Südosten von Kleinasien. - Samos, Samos, Insel im ägäischen Meere. - Pamphylien, Pamphylien, Provinz von Kleinasien am Mittelmeer, zwischen Lycien im Westen und Cilicien im Osten. - Lycien, Lycien in Kleinasien grenzt im Norden an Karien, im Osten an Pamphylien, im Süden und Westen an das Mittelmeer. - Halikarnaß, Heute Bodrun, Hauptstadt von Karien. - Koo, Kleine Insel im ägäischen Meere. - Side, Side in Pamphylien (jetzt Eski-Adalia). - Arados, Aradus, heute Arek, an der Küste von Phönizien, an der Mündung des Eleutherus. Vergl. [1Mak 11,7]. - Rhodus, Rhodus, Insel im Mittelmeer, Karien gegenüber. - Phaselis, Stadt in Lycien mit drei Meereshäfen. - Gortyna, Stadt auf der Westseite von Kreta. - Gnidus, Gnidus in Karien. - Cypern Cypern, unfern der syrischen Küste. - und Cyrene. Cyrene in Libyen. – Die Septuag. bietet eine andere Ordnung als die Vulgata. - 24 Die Abschrift davon aber sandten sie an den Hohenpriester Simon und das Volk der Juden. 25 König Antiochus aber belagerte Dora gleich am zweiten Tage Nachdem er sie eingeschlossen. - und setzte ihm unablässig zu, errichtete Maschinen und schloss Tryphon ein, dass er nicht herauskäme. 26 Simon sandte ihm zweitausend auserlesener Mannschaft zu Hilfe und Silber und Gold und viele Waffen. 27 Er aber wollte dies nicht annehmen, Er glaubte sich allein stark genug. Deshalb fällt er auch in den gewöhnlichen Fehler der Könige von Syrien und widerruft alle gegebenen Zusicherungen. - sondern brach alles, was er vordem mit ihm vereinbart hatte, und wendete sich von ihm. 28 Dann sandte er Athenobius, einen seiner Freunde, zu ihm, um mit ihm zu unterhandeln, und ließ ihm sagen: Ihr habt Joppe und Gazara und die Burg in Jerusalem, Städte meines Reiches, Judäa will er ihnen, wie es scheint, zugestehen. Aber die von den Juden besetzten Städte und die von Antiochus IV. Epiphanes, seinem Großonkel, gebaute Festung in Jerusalem fordert er als sein Eigentum. - eingenommen. 29 Die Gebiete derselben habt ihr verwüstet und großen Schaden im Lande angerichtet und euch vieler Orte meines Reiches bemächtigt. 30 So gebet nun die Städte heraus, die ihr eingenommen habt, und zahlet die Steuern von den Orten, deren ihr euch außerhalb des Gebietes von Idumäa bemächtigt habt. 31 Wo nicht, so gebet dafür fünfhundert Talente Silbers und für die Verwüstung, die ihr angerichtet habt, und für die Steuern von den Städten andere fünfhundert Talente; tut ihr dies nicht, so werden wir kommen und euch mit Krieg überziehen. 32 Als nun Athenobius, der Freund des Königs, nach Jerusalem kam und die Herrlichkeit Simons und den Glanz des Silbers und Goldes Des Hauses Simons. - und den großen Prunk Griech.: und den Schenktisch mit goldenen und silbernen Gefäßen. Vergl. [1Mak 11,58]. - sah, erstaunte er und verkündete ihm die Worte des Königs. 33 Simon aber antwortete ihm und sprach zu ihm: Weder haben wir fremdes Land weggenommen noch besitzen wir fremdes Gut, sondern das Erbe unserer Väter, welches von unseren Feinden ungerechterweise einige Zeit in Besitz genommen war. 34 Wir aber suchen, da uns die Umstände günstig sind, das Erbe unserer Väter zu behaupten. 35 Was aber Joppe und Gazara anbelangt, welche du zurückforderst, so haben diese unter dem Volke Der Juden. - großes Unheil angerichtet ebenso wie in unserm Lande; doch wollen wir für dieselben Für die Einnahme dieser Städte macht er das Kriegsrecht geltend. Die Entschädigungsansprüche hätte der König aber schon bei Erlass des Gnadenbriefes erheben müssen. - hundert Talente geben. Athenobius antwortete ihm hierauf kein Wort, 36 sondern kehrte voll Zorn zum Könige zurück und berichtete ihm diese Worte und die Pracht Simons und alles, was er gesehen; da geriet der König in gewaltigen Zorn. 37 Tryphon aber floh auf einem Schiffe nach Orthosias. Trotz der engen Einschließung von Dora gelang es Tryphon, in einen Hafen des phönizischen Meeres, im Süden der Mündung des Eleutherus, nördlich von Tripolis, zu entkommen. - 38 Hierauf bestellte der König den Kendebäus zum Feldherrn über die Meeresküste Der König verfolgte Tryphon weiter und tötete ihn in Appamea, wo derselbe erzogen war. (Joseph) Kendebäus blieb als Statthalter der syrischen Küsten zurück. - und gab ihm Kriegsvolk zu Fuß und zu Pferd. 39 Und er befahl ihm, gegen Judäa zu Felde zu ziehen, und trug ihm auf, Gedor Griech.: Kedron, vergl. [1Mak 16,9], Gedor (Gedara) lag im Gebiet der Philister, im Südosten von Jamnia. [Jos 15,36] zu befestigen, die Tore der Stadt zu verrammeln und das Volk zu bekämpfen. Der König aber setzte Tryphon nach. 40 Kendebäus nun kam nach Jamnia und fing an, das Volk zu beunruhigen, Judäa zu verwüsten, die Bewohner gefangenzunehmen und zu töten und Gedor zu befestigen. 41 Und er legte Reiter und Fußvolk hinein, damit sie Ausfälle machten und die Straßen von Judäa durchzögen, wie der König ihm geboten hatte.