1. Makkabäer 16

Johannes und Judas, die Söhne Simons, besiegen den Kendebäus. (V. 10) 3. Simons Tod, sein Nachfolger. (V. 11 – 24) a. Simon wird mit seinen Söhnen Judas und Mathathias von seinem Schwiegersohn Ptolemäus ermordet. (V. 17) b. Johannes Hyrkanus folgt seinem Vater Simon nach.

Johannes aber begab sich von Gazara Wo er wohnte [1Mak 13,54]. Es lag in der Nähe von Jamnia und Kedron. - hinauf und teilte seinem Vater Simon mit, was Kendebäus wider ihr Volk getan. Da berief Simon seine beiden ältesten Söhne, Judas und Johannes, Er hatte noch einen dritten Sohn Mathathias. (V. 14) - und sprach zu ihnen: Ich und meine Brüder und das Haus meines Vaters haben wider die Feinde Israels gestritten von unserer Jugend an bis auf den heutigen Tag und es gelang uns, durch unsere Hand mehrere Male Israel zu befreien. Nun aber bin ich alt geworden, darum tretet an meine Stelle und seid mir wie Brüder und ziehet aus Griech.: Nun bin ich alt geworden und ihr seid durch (die göttliche) Gnade tüchtig in den Jahren, tretet denn an meine und meines Bruders Stelle und ziehet aus usw. - und kämpfet für unser Volk, die Hilfe des Himmels aber sei mit euch! Und er hob aus dem Lande zwanzigtausend streitbare Männer und Reiter aus, diese zogen gegen Kendebäus und übernachteten in Modin. Der Wiege der Machabäer. Vergl. [1Mak 2,1] und [1Mak 13,25]. - Als sie nun am Morgen aufbrachen und in die Ebene zogen, siehe, da kam ihnen ein zahlreiches Heer zu Fuß und zu Pferd entgegen, doch lag ein Gießbach zwischen ihnen. Da stellte er Johannes, den Simon zum Anführer aller Truppen ernannt hatte. [1Mak 13,53] - sich mit seinem ganzen Heere ihnen gegenüber auf und, da er sah, dass seine Leute sich scheuten, den Bach zu durchwaten, durchschritt er denselben als der erste. Als ihn die Männer sahen, gingen sie hindurch ihm nach. Alsdann teilte er seine Truppen und stellte die Reiter zwischen das Fußvolk, Sie sollen sich wohl erst an den Kampf gewöhnen. - die Reiterei der Feinde aber war überaus zahlreich. Nun bliesen sie mit den heiligen Trompeten [4Mos 10,9] - und Kendebäus ward mit seinem Heere in die Flucht geschlagen und es fielen von ihnen zahlreiche Verwundete, die übrigen aber flohen in die Feste. Gedor, Kedron. - Hierbei ward Judas, der Bruder des Johannes, verwundet, Johannes aber verfolgte sie, bis er nach Kedron kam, welches jener Kendebäus. - befestigt hatte. Da flohen sie in die Türme, welche in den Gefilden von Azot waren, Wachttürme für Wächter und Hirten. - doch er zündete dieselben Nach dem Griech. nicht diese, sondern die Stadt. - an und es fielen von ihnen zweitausend Mann. Hierauf kehrte er nach Judäa in Frieden zurück. Ptolemäus Der griechische Name Ptolemäus bei einem Hebräer lässt vermuten, dass er oder seine Familie sich griechischem Wesen zuneigte. - aber, der Sohn Abobs, war als Feldherr über die Ebene von Jericho Vergl. [Jos 5,10]. Die etwa 70 Stadien lange und 20 breite Erweiterung der Jordanebene bei Jericho. Diese war wegen der Jordanfurten für Judäa überaus wichtig. - gesetzt, dieser besaß viel Silber und Gold, denn Begründung beider Sätze von V. 11. - er war der Schwiegersohn des Hohenpriesters. Da erhob sich sein Herz und er wollte Herr des Landes Judäas. - werden und ging mit List um wider Simon und seine Söhne, um sie aus dem Wege zu räumen. Simon aber pflegte die Städte im Lande Judäa zu bereisen und für ihr Wohl Sorge zu tragen. So kam er nach Jericho mit seinen Söhnen Mathathias und Judas im hundertsiebenundsiebzigsten Jahre im elften Monate, der der Monat Sabat ist. Im Februar 135 v. Chr. - Und der Sohn Abobs Er wird einzig nach dem Vatersnamen genannt. Verächtliche Bezeichnung? - nahm sie mit Hinterlist in einer kleinen Feste namens Doch Griech.: Dock. Vielleicht war dies eine der von den Machabäern gebauten Festungen. [1Mak 9,50] Dort war Ptolemäus Kommandant. - auf, die er erbaut hatte, und bereitete ihnen ein großes Mahl, versteckte jedoch daselbst Männer. Als nun Simon und seine Söhne es sich wohl sein ließen beim Mahle, Oder selbst berauscht waren. - erhob sich Ptolemäus mit den Seinigen, sie ergriffen ihre Waffen, traten in den Gastsaal und töteten ihn mit seinen zwei Söhnen und einigen seiner Diener. So verübte jener große Treulosigkeit an Israel und vergalt Gutes mit Bösem. Ptolemäus aber schrieb dies an den König Antiochus Sibetes. - und sandte an ihn, er möchte ihm eine Heeresabteilung zu Hilfe senden, so werde er ihm das Land samt ihren Städten und Abgaben übergeben. Zugleich sandte er andere nach Gazara, Wo Jonathas wohnte. [1Mak 13,54] - um Johannes zu vernichten, und richtete Briefe an die Befehlshaber, sie sollten sich ihm anschließen, so wolle er ihnen Silber, Gold und Geschenke geben. Wieder andere sandte er ab, um Jerusalem und den Tempelberg Der den Berg Sion und die ganze Stadt beherrschte. [1Mak 13,53] - in Besitz zu nehmen. Aber einer war vorausgeeilt und verkündete dem Johannes in Gazara, dass sein Vater und seine Brüder umgekommen und dass jener ausgesendet sei, auch dich zu töten. Als er dies hörte, entsetzte er sich und ergriff die Männer, die gekommen waren, ihn umzubringen, und tötete sie; denn er wusste, dass sie ihn umzubringen trachteten. Was sonst noch von den Taten des Johannes, seinen Kriegen, seinen tapfern Taten, die er wacker verrichtete, und von dem Baue der Mauern, die er aufführte, und von allem, was er vollbrachte, zu sagen ist, siehe, das ist aufgeschrieben in der Geschichte seines Hohenpriestertums, von der Zeit an, da er nach seinem Vater Hoherpriester geworden war. Mit dem Tode Simons und der glücklichen Errettung des Johannes Hyrkanus schließt das erste Buch der Machabäer. (Der Name Hyrkanus kommt schon vor ihm in einer jüdischen Familie vor [2Mak 3,11]) Die Geschichte des Hohenpriestertums des Johannes ist uns nicht erhalten. Nach Fl. Josephus regierte Hyrkanus einunddreißig Jahre und vollbrachte viele glorreiche Taten. Mit dem Tode des Johannes 106 v. Chr. begann der Verfall der erlauchten Familie. Die Nachkommen Johannes, die ebenso ehrgeizig wie unfähig waren, stritten miteinander um die Macht und riefen im Jahre 63 vor Chr. Pompejus als Schiedsrichter in ihren Streitigkeiten an. Dieser kam mit seinen Legionen, nahm Jerusalem im Sturme und legte den Juden die Dynastie des Herodes auf, bis Titus im Jahre 70 nach Chr. Jerusalem zerstörte und die Unabhängigkeit Judäas auf immer vernichtete.