1. Makkabäer 2

Mathathias und seine Söhne setzen der Unterdrückung Widerstand entgegen. (Kap. 2) a. Mathathias weigert sich, dem Befehle des Königs zu gehorchen (V. 22), und tötet einen götzendienerischen Juden wie den Gesandten des Königs. (V. 26) b. Flucht in das Gebirge, Beschluss, selbst am Sabbat zu kämpfen, Sammlung eines Heeres und Wiederherstellung der alten Gottesverehrung. (V. 48) c. Letzte Mahnungen des Mathathias an seine Söhne. (V. 64) Ernennung des Simon zu ihrem Haupte, des Judas zu ihrem Führer im Kriege.

In jenen Tagen Vergl. [Dan 11,34]. - erhob sich Hebraismus, der etwas Großes andeutet und einleitet. - Mathathias, Gabe Gottes. Mathathias war ein Sohn des Johannes, des Sohnes Simeons. Fl. Josephus nennt ihn einen Urenkel des Asmonäus, weshalb seine Nachkommen auch Asmonäer heißen. - der Sohn Johannes', des Sohnes Simeons, Priester Nach der jüdischen Überlieferung Hoherpriester. Nach dem Tode des Onias III. [2Mak 4,34] und dem Abfall seines Bruders Jason [2Mak 4,7] wie der Flucht Onias IV. kam das Hohepriestertum an Mathathias Sohn Jonathas, obwohl Mathathias nur einfacher Priester war. - aus der Familie Joaribs Eine der zweiundzwanzig Priesterklassen. [1Chr 24,4-7] - von Jerusalem, der auf dem Berge zu Modin Modin war eine Stadt bei Diospolis (Lyda oder Lod), am Wege von Jerusalem nach Joppe. [1Mak 11,34] - wohnte und fünf Söhne hatte: Johannes, mit dem Zunamen Die Söhne erhielten diese Zunamen wohl nach ihrem Charakter. - Gaddis, Simon, mit dem Zunamen Thasi, Judas, der der Machabäer genannt wurde, Eleazar, mit dem Zunamen Abaron, und Jonathan, mit dem Zunamen Apphus. Gaddis, der Glückliche. Thasi: der Stürmische. Machabäer: der Hammer. Abaron: der Durchbohrer, wegen [1Mak 6,46]. Apphus: der Schlaue. - Als diese das Böse sahen, Nach der Septuaginta Einzahl: Mathathias. - das unter dem Volke von Juda und in Jerusalem geschah, sprach Mathathias: Wehe mir! Ausruf des Schmerzes. - warum bin ich geboren, diese Vernichtung meines Volkes und die Vernichtung der heiligen Stadt zu sehen und dabei untätig zu sitzen, während sie in die Gewalt der Feinde gegeben wird? Das Heiligtum ist in die Hände der Fremden geraten und ihr Tempel Wohl Schreibfehler für Volk (griech. naos statt laos.) - ist wie das Haus eines ehrlosen Menschen geworden. Ihre herrlichen Geräte sind als Beute fortgeführt, ihre Greise wurden auf ihren Straßen getötet und ihre Jünglinge sind durch das Schwert der Feinde gefallen. Welches Volk hat nicht ihr Reich in Besitz genommen und sich nicht ihrer Beute bemächtigt? All ihr Schmuck ist hinweggenommen, sie, die frei war, Unter früheren Bedrückern hatten die Juden wenigstens ihre religiösen Einrichtungen und ihre nationale Selbständigkeit bewahrt. - ist eine Sklavin geworden. Und siehe, unser Heiligtum, unsere Schönheit, unsere Herrlichkeit Was wir Heiliges, Schönes, Prächtiges hatten. - ist verheert und die Heiden haben sie entweiht. Wozu sollen wir denn noch leben? Und Mathathias und seine Söhne zerrissen ihre Kleider und legten Bußkleider an und trugen schweres Leid. Es kamen aber Abgesandte vom Könige Antiochus dorthin, um alle, die sich in die Stadt Modin geflüchtet, zu zwingen, Schlachtopfer und Rauchopfer darzubringen und vom Gesetze Gottes abzufallen. Während nun viele aus dem Volke Israel sich fügten und sich ihnen anschlossen, blieben Mathathias und seine Söhne standhaft. Griech.: versammelten sich – zunächst um zu beobachten und dann gemeinsam zu handeln. - Da begannen die, welche von Antiochus gesandt waren, und sprachen zu Mathathias: Du bist der Erste, Angesehenste und Größte in dieser Stadt und mächtig durch Söhne und Brüder; Verwandte. - so tritt nun zuerst herzu Zum Altar. - und tue, wie der König befiehlt, so wie dies alle Völker und die Männer von Juda und die in Jerusalem Zurückgebliebenen getan haben; so wirst du mit deinen Söhnen zu den Freunden des Königs gehören und mit Gold, Silber und vielen Geschenken überhäuft werden. Mathathias aber antwortete und sprach mit lauter Stimme: Wenn auch alle Völker dem Könige Antiochus gehorchen, dass ein jeder von dem gebotenen Gottesdienste seiner Väter abfällt und sich seinen Geboten fügt, so werden doch ich und meine Söhne und meine Brüder dem Gesetze unserer Väter Griech.: dem Bunde unserer Väter – dem Bunde unserer Väter mit Gott am Sinai. - gehorchen. Gott bewahre uns davor! es frommt uns nicht, das Gesetz und die Vorschriften Gottes zu verlassen. Den Worten des Königs Antiochus werden wir nicht gehorchen und nicht opfern, dass wir so die Gebote unseres Gesetzes übertreten und einen andern Weg einschlagen sollten. Griech.: den Worten des Königs werden wir nicht gehorchen, von unserem Gottesdienste abzuweichen zur Rechten oder zur Linken. -
Mathathias und der Abtrünnige
Nachdem er alle diese Worte gesprochen, trat ein Jude vor aller Augen herzu, um den Götzen auf dem Altare der Stadt Modin dem Befehle des Königs gemäß zu opfern. Als Mathathias dies sah, ergriff ihn Schmerz und sein Inneres erbebte und sein Zorn entbrannte, Griech.: er ließ seinem Zorn freien Lauf, wie es recht war. - der Vorschrift des Gesetzes gemäß, Das Gesetz gebot diejenigen zu töten, welche den Götzen opferten, [5Mos 13,6-9]. - und herzueilend tötete er ihn am Altare. Aber auch den Mann, welchen der König Antiochus gesandt, der zu opfern zwingen sollte, tötete er zur selben Zeit und riss den Altar nieder. Und er eiferte für das Gesetz, wie Phinees dem Zamri, dem Sohne Saloms, gegenüber getan. Vergl. [4Mos 25,13]. - Sodann ließ Mathathias in der Stadt mit lauter Stimme ausrufen: Wer immer für das Gesetz eifert und den Bund aufrecht hält, ziehe aus, mir nach! So flohen er und seine Söhne auf das Gebirge und ließen alles zurück, was sie in der Stadt hatten. Zur selben Zeit zogen viele, welche Recht und Gerechtigkeit suchten, Sich der im Gesetze vorgeschriebenen Gerechtigkeit im Wandel befleißigte. - in die Wüste In die Wüste Juda, westlich vom Toten Meere. Dort waren viele Höhlen. Vergl. [1Sam 13,6] und [1Sam 24,4]. - hinab und blieben daselbst mit ihren Kindern, ihren Frauen und ihrem Vieh, weil immer neues Unheil über sie kam. Indes wurde den Männern des Königs und dem Heere, das in Jerusalem, in der Davidsstadt, In der von den Syrern angelegten Festung auf dem Berge Sion. - war, berichtet, dass Leute, welche das Gebot des Königs verwarfen, in Schlupfwinkel der Wüste entwichen und viele ihnen gefolgt seien. Alsbald zogen jene gegen sie aus und rüsteten sich zum Kampfe wider sie am Sabbate. Und sie sprachen zu ihnen: Wolltet ihr auch jetzt noch Widerstand leisten? Kommet heraus und tuet nach dem Befehle des Königs Antiochus, so sollt ihr am Leben bleiben. Sie aber antworteten: Wir werden nicht hinauskommen und nicht nach dem Befehle des Königs tun, dass wir den Sabbat entheiligen sollten. Herauszugehen und des Königs Wort zu tun, gilt ihnen als eine Entweihung des Sabbats, weil an einem solchen an sie das Ansinnen gestellt war. Sie wollen sagen, dass sie am Gesetze Gottes unentwegt festhalten (nicht etwa, dass sie nur wegen des Sabbats der Aufforderung nicht folgen). - Da beeilten sich jene, einen Angriff auf sie zu machen. Diese aber antworteten ihnen nicht noch schleuderten sie einen Stein auf sie noch verrammelten sie ihre Schlupfwinkel, sondern sprachen: Lasset uns alle sterben in unserer Unschuld! Himmel und Erde werden Zeugen für uns sein, dass ihr uns ungerechterweise tötet. Jene also griffen sie am Sabbate an und sie kamen mit ihren Frauen und ihren Kindern und ihrem Vieh um, gegen tausend Seelen. Ob an verschiedenen Sabbaten? [2Mak 6,11] Das Gesetz Moses untersagt nirgends, die Waffen zu ergreifen. Diese Auslegung war eine irrtümliche. Vergleiche die bessere Erkenntnis V. 41. - Als Mathathias und seine Freunde dies erfuhren, trauerten sie gar sehr um sie. Und sie sprachen untereinander: Wenn wir alle tun, wie unsere Brüder getan haben, und nicht wider die Heiden um unser Leben und für unser Gesetz kämpfen, so werden sie uns bald von der Erde vertilgen. Sie beschlossen also an jenem Tage und sprachen: Gegen jeden, der uns am Sabbatstage angreift, wollen wir kämpfen, dass wir nicht alle sterben, wie unsere Brüder in den Schlupfwinkeln gestorben sind. Hierauf sammelten sich die Assidäer Hebr.: Chasidim, die Frommen. Diese schlossen sich den Machabäern an, ohne sich denselben zu unterstellen, daher der Gegensatz [1Mak 7,13]. Zu diesem kamen V. 43 noch die hinzu, welche sich dem Drucke der Fremden entziehen wollten. - zu ihnen, eine tapfere Schar aus Israel, alle Eiferer für das Gesetz. Auch alle, welche vor dem Unheil flohen, begaben sich zu ihnen und brachten ihnen Verstärkung. So bildeten sie ein Heer und schlugen die Sünder in ihrem Zorn und die Gottlosen in ihrem Grimm, während die Übriggebliebenen Wohl: die Abtrünnigen. - zu den Heiden flohen, um zu entkommen. Mathathias aber und seine Genossen zogen umher, zerstörten die Altäre und beschnitten alle unbeschnittenen Knaben, soviel sie innerhalb der Grenzen Israels fanden, und zeigten sich als tapfere Männer. Nach anderen: selbst mit Gewalt. - Sie verfolgten die Übermütigen Die Syrer. - und ihr Beginnen hatte gutes Gelingen. Und sie befreiten das Gesetz aus der Gewalt der Heiden und aus der Hand der Könige Verschafften dem Gesetze Ansehen gegen die Statthalter (Könige), welche es abschaffen und unterdrücken wollten. - und ließen die Sünder Die abgefallenen Juden. - nicht emporkommen. Als nun die Zeit herankam, dass Mathathias sterben sollte, Etwa nach einem Jahre des Kampfes. - sprach er zu seinen Söhnen: Jetzt ist der Übermut mächtig geworden und die Züchtigung und es ist eine Zeit der Verwüstung und grimmiger Zorn.
Mathathias ruft die jüdischen Flüchtlinge auf
So eifert denn nun, meine Söhne! für das Gesetz Das Grundlage und Bedingung des Bundes ist. - und gebet euer Leben für den Bund eurer Väter hin. Seid der Taten eurer Väter eingedenk, welche jene zu ihrer Zeit vollbrachten, und ihr werdet großen Ruhm und einen unsterblichen Namen erlangen. Beide Worte sind im gleichen Sinne zu nehmen. Vergl. [2Mak 7]. - Ward nicht Abraham treu erfunden in der Prüfung und ihm dies zur Gerechtigkeit angerechnet? Die Worte sind [1Mos 15,6] entlehnt und auf Israels Opferung übertragen. - Joseph beobachtete in der Zeit seiner Bedrängnis das Gebot und ward so Herr von Ägypten. Phinees, unser Ahne, hatte brennenden Eifer für Gott und erhielt deshalb die Verheißung des Priestertums auf immer. Da Jesus Josue [2Mos 17,9; 4Mos 14,6; 4Mos 27,18; Jos 1,2-10]. - den Befehl erfüllte, ward er Führer in Israel. Weil Kaleb in der Versammlung Zeugnis ablegte, erhielt er Erbbesitz. David erlangte durch seine Barmherzigkeit Allgemeiner: Frömmigkeit. Anspielung auf [2Sam 7]. - den Thron des Reiches auf ewige Zeiten. Elias ward, da er für das Gesetz eiferte, in den Himmel aufgenommen. Ananias, Azarias und Misael glaubten und wurden deshalb aus den Flammen errettet. Daniel ward ob seiner Lauterkeit vor dem Rachen der Löwen errettet. Und so erwäget von Geschlecht zu Geschlecht, dass alle, die auf ihn hoffen, nicht unterliegen. Daher fürchtet euch nicht vor den Drohungen eines sündhaften Menschen, denn seine Herrlichkeit ist Kot und Gewürm. Seine Herrlichkeit wird zu Kot und Würmern werden. Bild der Verwesung im Tode. - Heute erhebt er sich und morgen ist er nicht mehr zu finden, denn er ist wieder in seinen Staub zurückgekehrt und seine Anschläge sind vernichtet. Vergl. [Ps 36,35; Ps 81,11; Ps 145,4; Jes 66,24]. - Darum, meine Söhne! seid stark und tretet mannhaft für das Gesetz ein, denn durch dasselbe werdet ihr verherrlicht werden. Den von Gott der Treue verheißenen Lohn empfangen. Ähnlich V. 51. - Und siehe, euer Bruder Simon, von ihm weiß ich, dass er ein Mann des Rates ist; auf ihn höret allezeit, er soll euch Vater sein. Judas, der Machabäer, stark und tapfer von seiner Jugend an, soll euer Heerführer sein und den Kampf des Volkes Nach anderen: Gegen die Heiden. - führen. Ihr aber sammelt zu euch alle, welche das Gesetz beobachten, und nehmet Rache für euer Volk. Übet Vergeltung an den Heiden und seid bedacht auf die Gebote des Gesetzes! Hierauf segnete er sie und ward seinen Vätern beigesellt. [1Mos 25,8; 1Mos 35,29] u.a. - Er starb im einhundertundsechsundvierzigsten Jahre 166 vor Chr., also drei Jahre nach der Entweihung des Tempels. [1Mak 1,21] - und ward von seinen Söhnen in der Grabstätte seiner Väter zu Modin begraben Vergl. [1Mak 13,27]. und ganz Israel hielt über ihn große Trauerklage.

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