1. Makkabäer 4

Glückliche Kriege gegen Gorgias (V. 25), und gegen Lysias. (V. 36) b. Judas Machabäus zieht nach Jerusalem hinauf (V. 41), zerstört den entweihten Altar, erbaut einen neuen (V. 48), reinigt den Tempel und feiert mit dem Volke die Tempelweihe.

Und Gorgias nahm fünftausend Mann und tausend auserlesene Reiter und sie brachen des Nachts mit dem Heere auf, Die Hauptarmee unter den Befehlen Nikanors im Lager. Zu V. 1 – 35 vergl. [2Mak 8,24ff]. Gorgias ist ein kriegserfahrener Mann, vergl. [2Mak 8,9], er hofft Judas zu überraschen. Doch Judas hört davon und will seinerseits das Lager überfallen. Da Gorgias und Judas auf ihrem Marsche nicht zusammentreffen, zeihen sie nicht auf demselben Wege. Somit blieb Gorgias noch eine Gefahr für die Juden (V. 18), indes zog er sich zurück, als er sah, dass das Lager der Syrer erstürmt und Nikanor geschlagen war. (V. 21, V. 22) - um das Heerlager der Juden zu überfallen und diese unvermutet zu schlagen; Leute aus der Burg Wohl abtrünnige Juden. - dienten ihnen dabei als Führer. Als Judas dies hörte, brach er mit seinen tapferen Kriegern Anspielung auf [1Mak 3,58]. - auf, um die Heeresmacht des Königs, welche in Emmaus war, zu schlagen, denn das Heer Das Heer des Gorgias. - war noch vom Lager entfernt und zerstreut. Da nun Gorgias des Nachts in das Lager des Judas kam und niemand fand, suchte er sie auf dem Gebirge, weil er dachte: Sie fliehen vor uns. Da Judas seinen Standpunkt im Süden des syrischen Lagers gehabt, sucht ihn Gorgias in dieser Richtung und entfernt sich so immer mehr von dem Lager. - Doch als es Tag geworden war, erschien Judas in der Ebene mit nur dreitausend Mann, welche keine brauchbaren Schilde und Schwerter hatten. Das Griech. fügt bei: so wie sie es wünschten. Die 3000 waren nur ein Teil des in vier Abteilungen geteilten Heeres. Sept. [2Mak 8,21] - Als diese das starke, mit Panzern geschützte Heer der Feinde sahen, dazu die Reiterei auf den Seiten, lauter kriegsgeübte Leute, sprach Judas zu den Männern, die bei ihm waren: Fürchtet euch nicht vor ihrer Menge und zaget nicht vor ihrem Angriffe! Das Hauptheer unter Nikanor mochte über 40000 Mann zählen. - Gedenket, wie unsere Väter im roten Meere errettet wurden, als Pharao sie mit großer Heeresmacht verfolgte. Und nun lasset uns zum Himmel rufen, und der Herr wird sich unser erbarmen und des Bundes unserer Väter eingedenk sein und dieses Heer heute vor uns schlagen. Dann werden alle Völker erkennen, dass Israel einen Erretter und Erlöser hat! Als nun die Fremden Die Nichtjuden, die Syrer. - ihre Augen erhoben und jene heranrücken sahen, zogen sie aus dem Lager zum Kampfe aus, aber die bei Judas waren, stießen in die Trompeten. Alsbald wurden sie handgemein und die Heiden wurden völlig geschlagen und flohen in die Ebene. Die letzten von ihnen fielen durch das Schwert. Und sie verfolgten sie bis Gezeron Gezeron, heute Tell Djezer, eine Stunde nordwestlich von Emmaus. - und bis in die Ebenen von Idumäa, Im Süden. - Azot und Jamnia Im Westen. An alle diese Orte führten große Heerstraßen. Nur einzelne Abteilungen vermochten die Verfolgung so weit fortzusetzen, zumal Judas sich auf das Erscheinen des Gorgias gefasst machen musste. - und es fielen von ihnen gegen dreitausend Mann. Als Judas nun mit seinem Heere, das ihm folgte, zurückgekehrt war, sprach er zu dem Volke: Lasset euch nicht nach der Beute gelüsten, denn es steht uns noch Kampf bevor, Gorgias ist mit seinem Heere auf dem Gebirge uns nahe. Tretet vielmehr nun fest unseren Feinden entgegen und überwindet sie, dann möget ihr die Beute ohne Furcht nehmen. Während Judas noch so redete, siehe, da erschien eine Abteilung, welche von dem Gebirge herkam. Gorgias war in der Meinung, Judas sei in das östlich liegende Gebirge entwichen, dorthin gezogen, doch während er dort nach den Juden suchte, errangen diese den glänzenden Sieg über Nikanor. - Da sah Gorgias, dass die Seinigen in die Flucht geschlagen und ihr Lager angezündet sei; denn der Rauch, den man sah, zeigte, was geschehen war. Als sie dies erblickten, gerieten sie in große Furcht, da sie auch Judas mit seinem Heere in der Ebene zum Kampfe bereit sahen, und sie flohen insgesamt in das Gefilde der Fremdlinge. Der Philister. - Da wendete sich Judas um zur Plünderung des Lagers und sie erbeuteten viel Gold und Silber und Hyacinth und Meerpurpur und große Reichtümer. Und heimkehrend, sangen sie einen Lobgesang und priesen Gott zum Himmel empor, Mit zum Himmel gewendetem Antlitz und erhobenen Händen. - dass er gütig ist, dass seine Barmherzigkeit ewig währt. [Ps 135] - So widerfuhr Israel an jenem Tage großes Heil. So viele aber von den Fremden entkommen waren, kamen und verkündeten dem Lysias alles, was geschehen war. Nikanor selbst floh, von niemandem begleitet, zu dem Reichsverweser Lysias, von der Unüberwindlichkeit der Juden überzeugt. [2Mak 8,36] - Da er dies vernahm, ward er bestürzt und niedergeschlagen, dass es Israel nicht so ergangen, wie er gewollt und wie der König ihm aufgetragen hatte. [1Mak 3,34ff] - Im folgenden Jahre 165 v. Chr. - aber sammelte Lysias Er schenkt den Abmahnungen Nikanors kein Gehör. - sechzigtausend auserlesene Männer und fünftausend Reiter, um die Juden zu vernichten. Diese zogen nach Judäa Die Zusammensetzung des Heeres ist eine andere als [1Mak 3,39] weil Lysias in das Gebirgsland einbrechen will. Dementsprechend zieht er nicht, wie Ptolemäus, Nikanor und Gorgias und zuvor Seron, an der Küste des Mittelmeeres entlang durch die philitäisch-jüdische Ebene, in der die Syrer geschlagen waren, sondern auf der Straße östlich vom Jordan und vom Toten Meer nach Idumäa. Jos. und die Vulg. lesen Judäa statt Idumäa, wie der griechische Text hat. - und schlugen ein Lager bei Bethoron Griech.: In Bethzur, im Gebiete von Bethzur, zwei Stunden nördlich von Hebron. Vergl. [2Chr 11,7]. - auf, Judas aber zog ihnen mit zehntausend Mann entgegen. Da diese sahen, dass das Heer stark war, betete Judas und sprach: Gepriesen seist du, Retter Israels! der du die Kraft des Mächtigen Goliaths. - durch die Hand deines Dieners David vernichtet und das Heer der Fremdlinge in die Hand Jonathas', des Sohnes Sauls, und seines Waffenträgers überliefert hast. Überliefere auch dieses Heer in die Hand deines Volkes Israel, dass sie zuschanden werden mit ihrer Kriegsmacht und ihren Reitern. Jage ihnen Furcht ein und lass ihre trotzige Zuversicht auf ihre Stärke hinschwinden, dass sie geschlagen und vernichtet werden. Wirf sie durch das Schwert derer nieder, die dich lieben, damit dich alle, die deinen Namen kennen, mit Lobgesängen preisen! Hierauf begannen sie die Schlacht und es fielen vom Heere des Lysias fünftausend Mann. Als nun Lysias die Flucht der Seinigen und den Mut der Juden sah, und dass diese bereit seien, entweder zu leben oder tapfer zu sterben, Das Wort tapfer kann auch zu „leben“ mitbezogen werden. - brach er nach Antiochia auf und warb Truppen, Wohl aus besonderes kriegerischen Völkerschaften, zu denen besonders die Galater, Pisidier und Cilicier gehörten. - um mit noch größerer Macht wieder nach Judäa zu kommen. Judas aber und seine Brüder sprachen: Vergl. [2Mak 10,1-5]. - Sehet, unsere Feinde sind geschlagen; lasset uns denn hinaufziehen, das Heiligtum zu reinigen und wieder einzuweihen! Vergl. [2Mak 8,30-36]. - Da versammelte sich das ganze Heer und sie zogen auf den Berg Sion hinauf. D.i.: auf dem Tempelberg, der ein Teil des Sion war. - Als sie nun das Heiligtum verwüstet, den Altar entweiht, die Tore verbrannt und in den Vorhöfen Gesträuch wachsen sahen wie in einem Walde oder auf dem Gebirge und die Zellen zerstört, Die Gemächer, Vorratskammern und Priesterwohnungen in den Vorhöfen. Was die Heiden noch verschont, hatten griechisch gesinnte Juden zerstört, wie Kallisthenes [2Mak 8,33]. Ihm ward Wiedervergeltung (ebenda), während der Hohepriester Menelaus sich bereits in Sicherheit gebracht. [2Mak 11,29] - zerrissen sie ihre Kleider und hielten eine große Wehklage und streuten Asche auf ihr Haupt. Vergl. [1Mak 3,47]. - Und sie fielen auf ihr Angesicht zur Erde nieder und stießen in die Trompeten, mit denen man die Zeichen gab, Vergl. [4Mos 10,2]. - und erhoben ihre Stimme gen Himmel. Hierauf ordnete Judas Männer ab, die, welche in der Burg waren, anzugreifen, Griech.: wider die Besatzung der Burg zu streiten, nämlich um deren Ausfälle zurückzuweisen. Vergl. [Neh 4,16]. - bis sie das Heiligtum gereinigt haben würden. Auch erwählte er Priester, die ohne Tadel und eifrige Beobachter des Gesetzes Gottes waren. Diese reinigten das Heiligtum und schafften die Steine des Greuels fort an einen unreinen Ort. Sie brachen den Götzenaltar nieder und brachten dessen Steine an einen unreinen Ort, wohl in das Tal der Söhne Hinnom, wo einst die Molochsaltäre gestanden. [2Koe 16,3; 2Koe 21,6] Ebenso wurden die anderen Altäre auf den Straßen und Plätzen Jerusalems zerstört. [2Mak 10,2] - Sodann ratschlagte Judas wegen des entweihten Brandopferaltares, was mit diesem geschehen solle. Da fiel ihnen der gute Rat bei, ihn niederzureißen, damit es ihnen nicht etwa zum Schimpfe gereiche, dass die Heiden ihn entweiht hatten, und so rissen sie ihn nieder und legten die Steine an einem geeigneten Orte auf dem Tempelberge nieder, bis ein Prophet käme, der darüber eine Entscheidung gäbe. Der Brandopferaltar hatte dem Götzenaltar als Untergrund gedient, so war auch er entweiht. Aber da er für Jahve errichtet war, werden seine Steine aufbewahrt. Man erwartete wohl auch nach dem Tode des Malachias noch das Auftreten alttestamentlicher Propheten. Vergl. [Lk 7,16; Joh 4,19]. Urim und Thummim waren im zweiten Tempel nach dem Exil nicht, so wenig wie die Bundeslade. - Dann Auf die Reinigung folgt die Wiederherstellung des Heiligtums. - nahmen sie unbehauene Steine dem Gesetze gemäß [2Mos 20,25] - und erbauten einen neuen Altar, nach dem Vorbilde des früheren. Auch stellten sie das Heiligtum und das Innere des Tempels her Was an dem Heiligen und Allerheiligsten beschädigt war. Das Heilige erhielt seine sämtlichen heiligen Geräte, das Allerheiligste blieb leer. Vergl. [2Mak 2,4-8]. - und weihten das Gebäude und die Vorhöfe. Genau drei Jahre, nachdem auf dem alten Brandopferaltar das erste Götzenopfer von den Syrern dargebracht war, ward das erste Opfer wieder dem wahren Gott dargebracht. [2Mak 10,3] ist entweder ein Schreibfehler oder eine bestimmte Zahl für eine unbestimmte: einige Jahre. Es war der 25. Kisleu, Mitte Dezember des Jahres 165 vor Chr. Über das neue Feuer vergl. [2Mak 10,3]. - Und sie fertigten neue heilige Geräte an und brachten den Leuchter, den Räucheraltar und den Tisch in den Tempel. Ferner legten sie Räucherwerk auf den Altar und zündeten die Lampen auf dem Leuchter Dem siebenarmigen Leuchter. - an, dass sie im Tempel leuchteten. Auch legten sie die Brote auf den Tisch und hingen die Vorhänge auf Vor dem heiligen und dem Allerheiligsten. - und vollendeten so alles, was sie begonnen hatten. Am fünfundzwanzigsten Tage aber des neunten Monats (nämlich des Monats Kasleu), im hundertachtundvierzigsten Jahre erhoben sie sich früh und brachten Opfer dar, wie es das Gesetz verlangt, [2Mos 29,28; 4Mos 28,3] - auf dem neuen Brandopferaltar, den sie gebaut hatten. Um die Zeit und an demselben Tage, an welchem die Heiden ihn entweiht hatten, an eben diesem ward er mit Lobgesängen und Zithern und Harfen und Cymbelspiel wieder eingeweiht. Vergl. [1Chr 16,42]. - Da fiel das ganze Volk auf sein Angesicht nieder und sie beteten an und priesen zum Himmel Gesicht und Hände zum Himmel gewendet. - empor den, der ihnen Gelingen gegeben. Und sie feierten die Einweihung des Altares acht Tage hindurch und brachten Brandopfer mit Freuden dar und opferten Heils- und Lobopfer. Auch schmückten sie die Vorderseite des Tempels mit goldenen Kränzen und mit Schildchen Weihegeschenken. Waren diese Schildchen erbeutet? - und weihten die Tore und Zellen ein und versahen diese mit Türen. Und es herrschte eine sehr große Freude im Volke, dass die von den Heiden verursachte Schmach abgewandt war. Und Judas und seine Brüder und die ganze Gemeinde Israels ordneten an, dass die Tage der Altarsweihe zu ihrer Zeit, alljährlich acht Tage lang, vom fünfundzwanzigsten Tage des Monats Kasleu an, mit Freude und Frohlocken gefeiert werden sollten. Vergl. [2Mak 10,6]. Eine Art Laubhüttenfest des Monats Kisleu. - Zur selben Zeit befestigten sie den Berg Sion Den Tempelberg. So konnte der Gottesdienst gefeiert werden, ungehindert von der Besatzung der syrischen Befestigungen auf der Südspitze des Berges Sion. An die Stelle der entflohenen hohenpriesterlichen Verräter Menelaus und Jason traten im wiederhergestellten Tempel entweder Onias IV., der Sohn Onias III. [2Mak 4,33ff], oder der „zweite Priester“ der Stellvertreter des Hohenpriesters. Die hohepriesterliche Würde ging nun auf die Hasmonäer über. - ringsum mit hohen Mauern und starken Türmen, damit die Heiden nicht wiederkommen und ihn niedertreten sollten, wie sie zuvor getan. Auch legte er eine Besatzung hinein, um ihn zu bewahren, und befestigte ihn zum Schutze für Bethsura, damit das Volk ein Bollwerk gegen Idumäa hätte. Von Idumäa aus waren die Syrer eingedrungen. Bereits Roboam hatte Bethsura einst befestigt [2Chr 11,7].

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