1. Makkabäer 7
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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3. Zeit des Demetrius I. Soter. (7,1 – 9,18) 1. Erster Krieg bis zum Siege über Nikanor. (Kap. 7) a. Demetrius nimmt nach Besiegung des Eupator den Thron ein (V. 4) und sendet, von Alkimus angestachelt (V. 7), den Bacchides ab, Palästina zu erobern, doch vermag dieser den Judas nicht zu besiegen. (V. 25) b. An seine Stelle tritt Nikanor, der in zwei Treffen besiegt und selbst getötet wird. (V. 47) Zur Erinnerung an den Sieg wird ein Fest veranstaltet.
1 Im hunderteinundfünfzigsten Jahre 161 vor Christus. - entwich Demetrius, der Sohn des Seleukus, aus der Stadt Rom Antiochus der Große ______________________________________________________________________________ Seleukus IV. Philopator Antiochus Epiphanes | | :Demetrius. (Statt seiner folgt Antiochus Ep.) :::::::::::::::::Antiochus Eupator. (Regent Philippus) Zur Zeit des Todes seines Vaters war Demetrius Geisel in Rom und Antiochus Epiphanes bemächtigte sich des Thrones. Umsonst bemühte jener sich, bei der Nachricht von dem Tode seines Onkels Antiochus Epiphanes frei zu werden. Da der Senat ihm die Erlaubnis versagte, floh er mit Unterstützung des Polybius heimlich und kam, dreiundzwanzig Jahre alt, in Syrien an. - und landete mit wenigen Leuten in einer Stadt am Meere Nach [2Mak 14,1] Tripolis. Anfangs war sein Heer nicht so zahlreich. - und ward daselbst König. Da gegen Lysias große Missstimmung herrschte, sammelten sich viele zu ihm, wahrscheinlich selbst die Soldaten, und lieferten ihm die beiden bisherigen Regenten aus, die er töten ließ. Zuletzt setzte er seine Anerkennung als König bei dem römischen Senate durch. - 2 Und es begab sich, als er in den Königspalast seiner Väter einzog, ergriff das Heer den Antiochus und Lysias, um sie vor ihn zu bringen. 3 Da ihm dies kund ward, sprach er: Lasset mich ihr Angesicht nicht sehen! Wer nicht wert, das Angesicht des Königs zu schauen, also dem Tode verfallen war, dem verhüllte man das Gesicht. Vergl. [Est 7,8]. - 4 Da tötete das Heer sie und Demetrius bestieg den Thron seines Reiches. 5 Und es kamen zu ihm ruchlose und gottlose Männer aus Israel, Alkimus an ihrer Spitze, der Priester Hoherpriester. - werden wollte. Alkimus hebr.: Eliakim, ein Angehöriger der aaronitischen Priesterfamilie, hatte sich zur Zeit des Antiochus Epiphanes willig dem heidnischen Wesen anbequemt [2Mak 14,3] und wünschte nun, in seiner Würde bestätigt zu werden. Nach dem Tode des Hohenpriesters Menelaus [2Mak 13,3ff] war er auf Wunsch des Lysias von Antiochus Eupator an dessen Stelle eingesetzt, aber bisher noch nicht von den gesetzestreuen Juden anerkannt worden. - 6 Diese Jüdische Parteigänger der Syrer. - verklagten das Volk bei dem Könige und sprachen: Judas und seine Brüder haben alle deine Freunde umgebracht und haben uns aus unserm Lande vertrieben. Eine solche Anklage aus hohenpriesterlichem Munde musste dem König glaubwürdig erscheinen. - 7 Darum sende nun einen Mann, dem du vertraust, dass er hinziehe und alle die Zerstörung sehe, die jener über uns und die Länder des Königs gebracht hat, und alle seine Freunde und deren Helfer strafe. 8 Da erwählte der König aus seinen Freunden den Bacchides, der im Reiche jenseits des großen Stromes die Herrschaft führte Er war Statthalter der östlichen Euphratprovinzen. - und dem Könige treu war. Diesen entsandte er, 9 dass er die Zerstörung, welche Judas angerichtet, in Augenschein nehmen sollte; überdies setzte er den gottlosen Alkimus in das Priestertum ein und hieß ihn, Rache zu nehmen an den Söhnen Israels. 10 Jene machten sich auf und kamen mit großer Heeresmacht in das Land Juda und sandten Boten, um zu unterhandeln, an Judas und seine Brüder mit friedlichen Worten, Die Abgesandten des Alkimus sollten durch heuchlerische Freundlichkeit die machabäischen Führer ebenso wie die assidäischen Patrioten und Gesetzeslehrer für das neue geistliche Oberhaupt gewinnen. - doch in Arglist. 11 Diese aber achteten nicht auf ihre Worte, denn sie sahen, dass jene mit großer Heeresmacht gekommen waren. 12 Da versammelte sich bei Alkimus und Bacchides eine Schar von Schriftgelehrten, um Recht zu suchen. 13 Die ersten von den Söhnen Israels, welche von ihnen Frieden begehrten, waren die Assidäer, Sie dachten nur an ein friedsames Leben. - 14 denn sie dachten: Ein Priester aus dem Geschlechte Aarons Er war aber nicht aus der erbberechtigten hohenpriesterlichen Familie. Indem sie mit ihm verhandelten, erkannten sie ihn an, wofür sie hofften, in Ruhe der Beobachtung des Gesetzes leben zu dürfen. - ist gekommen, ein solcher wird uns nicht hintergehen wollen. 15 Und er Alkimus. - redete mit ihnen friedliche Worte und schwor Nach V. 18 war auch Bacchides zugegen und leistete den Eid gleichfalls, wie auch Fl. Josephus bestätigt. - ihnen und sprach: Wir werden euch und euren Freunden kein Leid zufügen! 16 Da glaubten sie ihm, doch er ergriff sechzig Männer von ihnen Wahrscheinlich seine bisherigen Hauptgegner. - und tötete sie an einem Tage, nach dem Worte, welches geschrieben steht: Vergl. [Ps 78,7.2.3]. Die Zeiten er Zerstörung Jerusalems durch die Chaldäer scheinen wiederzukehren. - 17 Das Fleisch deiner Heiligen Der Assidäer. Nach Jason und Menelaus war dies der dritte die Heiligkeit seines Amtes schändende Hohepriester. - und ihr Blut haben sie rings um Jerusalem her vergossen und es war niemand, der sie begrub. 18 Da befiel Furcht und Schrecken das ganze Volk, denn sie sprachen: Bei ihnen ist keine Treue und Gerechtigkeit, denn sie haben den Vertrag und den Eid, den sie geschworen, gebrochen. Judas hat ihnen nicht getraut. Zwischen den hellenistischen und den gesetzestreuen Juden wurde nun der Riss immer größer, ebenso der Gegensatz zwischen den politisierenden Priestern und Hohenpriestern (der Partei der Sadducäer) und den Assidäern, die sich zu den Pharisäern fortentwickeln. - 19 Hierauf brach Bacchides von Jerusalem auf und lagerte sich in Bethzecha Wohl in dem späteren Stadtteil Bezetha, dem Hügel nördlich von Jerusalem. - und sandte aus und ließ viele von denen ergreifen, die ihn verlassen hatten, Es waren wohl Geiseln aus höheren Ständen, die er mitschleppte und die ihm misstrauten. - auch metzelte er einige von dem Volke Gewöhnliche Leute, die sich ihm verdächtig gemacht hatten. - nieder und warf sie in den großen Brunnen. 20 Hierauf Da er nun das Land beruhigt glaubte. - übergab er dem Alkimus das Land und ließ ihm Mannschaft zu seiner Unterstützung zurück. Alsdann zog Bacchides ab zum Könige. 21 Alkimus aber bemühte sich sehr um sein Hohepriestertum. Dass er, sei es mit Güte, sei es mit Gewalt, sich Anerkennung verschaffte. - 22 Und es sammelten sich um ihn alle, welche ihr Volk in Verwirrung brachten, Zum Abfall zu bringen suchten. - und bemächtigten sich des Landes Juda und richteten großes Unheil in Israel an. 23 Da nun Judas all das Übel sah, welches Alkimus und sein Anhang den Söhnen Israels zufügte, viel schlimmer als die Heiden, 24 durchzog er ganz Judäa ringsum und nahm Rache an den abtrünnig gewordenen Männern, so dass sie abließen, weiter das Land zu durchziehen. Judas Scharen hatten sich vor Alkimus und Bacchides nicht gezeigt. Jedenfalls waren sie nach den letzten Kämpfen sehr geschwächt. Die Assidäer hatten sich von ihm getrennt, das Volk war durch die Bluturteile eingeschüchtert, jetzt aber will der Machabäer weiterem Unheil Einhalt tun, so viel er vermag. Konnte er auch den Syrern nicht im offenen Kampfe entgegentreten, so verfolgte er doch die Abgesandten des Alkimus und zwang sie, innerhalb der Städte zu bleiben. - 25 Als aber Alkimus sah, dass Judas und die Seinen überlegen seien, und erkannte, dass er ihnen nicht standhalten könne, kehrte er zum Könige zurück und klagte sie vieler Verbrechen an. Zuerst hat er persönlich um stärkeren Schutz durch Truppen, dann erschien er zum zweiten Male vor dem Könige mit reichen Geschenken, einem goldenen, kostbaren Kranze, einem Palm- und einem Ölzweige, so symbolisch um Schutz in Krieg und Frieden bittend. Dann schilderte er in einem Staatsrat die Lage Judäas und die von Judas drohende Gefahr. [2Mak 14,4-10] - 26 Da sandte der König Nikanor, einen seiner angesehensten Feldherrn, der Israel sehr feindselig war, Nikanor war bereits von den Juden geschlagen. [2Mak 8,11] Nach [2Mak 14,12] war er Oberbefehlshaber über die Elephanten. Nach Josephus war er einer der vertrautesten Freunde des Demetrius, wahrscheinlich hatte er sich nach dem Tode des Antiochus Epiphanes, eifersüchtig auf die Macht des Lysias, nach Rom begeben und Demetrius angeschlossen. Schon unter Antiochus Epiphanes war er nach Judäa gekommen [2Mak 3,38] und hatte an der Schlacht von Emmaus teilgenommen. [2Mak 4,6] - und befahl diesem, das Volk zu vertilgen. Demetrius zog diese Anschuldigungen so wenig wie die früheren Anklagen in Zweifel, zumal syrische Höflinge die gleichen Beschuldigungen erhoben. - 27 So kam denn Nikanor mit großer Heeresmacht nach Jerusalem und sandte zu Judas und dessen Brüdern mit friedlichen Worten in böslicher Absicht, 28 indem er sagen ließ: Es sei kein Kampf zwischen mir und euch! Ich werde mit wenigen Leuten kommen, euer Angesicht in Frieden zu schauen. Dem erheuchelten Wohlwollen folgte ein wirkliches [2Mak 14,19ff]. Nach [2Mak 14,16ff] traf Nikanor zuerst mit Simon zusammen. Dessau, der an dieser Stelle genannt wird, ist wohl der gleiche Ort wie Adase hier. Die Syrer waren von Norden in Judäa eingedrungen. Ohne sich auf einen Entscheidungskampf einzulassen, suchte Nikanor, sich friedlich zu verständigen. Die syrischen Abgesandten Posidonius, Theodotus und Mathathias bewogen Judas zu einer Unterredung mit Nikanor, auf dessen Rat der Machabäer eine Ehe einging. Wenngleich Nikanor zum Beweis seiner Aufrichtigkeit einige Truppen entließ, war Judas doch auf seiner Hut. Mit dieser Gestaltung der Dinge war Alkimus, der für seine Stellung als Hoherpriester fürchtete, wenig zufrieden. Er begab sich zum dritten Mal an den Königshof nach Alexandria und erreichte einen Umschwung der Lage [2Mak 14,26], denn Nikanor enthielt nunmehr den Befehl vom König, Judas gefangen nach Antiochia zu bringen. Doch Judas zog sich rechtzeitig mit wenigen seiner Anhänger in das Gebirge zurück. Nikanor ging nur ungern gegen Judas vor [2Mak 14,28], zumal er keine starke Truppenmacht hatte. [2Mak 14,23] Erst nach der Schlacht bei Kapharsalama geriet er in unbezähmbaren Zorn gegen die Juden. - 29 Als er nun zu Judas kam, begrüßten sie einander friedlich, doch die Feinde hielten sich bereit, Judas wegzuschleppen. 30 Die Kunde davon, dass jener mit Hinterlist zu ihm komme, gelangte indes an Judas und er fürchtete sich vor ihm und wollte ihn nicht mehr sehen. 31 Da erkannte Nikanor, dass sein Anschlag entdeckt sei, und zog Judas zur Schlacht bei Kapharsalama entgegen. Wohl südlich von Jerusalem. - 32 Und es fielen von Nikanors Heere gegen fünftausend Einige Manuskripte haben 500, was wahrscheinlicher ist. In Jerusalem bot ihm die Feste mit ihrer Besatzung einen starken Stützpunkt. - Mann, die übrigen flohen in die Davidsstadt. In die Feste von Jerusalem. - 33 Nach diesen Ereignissen zog Nikanor auf den Berg Sion. Auf dem Tempelberg. Antiochus Eupator hatte dessen Mauern schleifen lassen [1Mak 6,32], so konnten die Juden ihn nicht verteidigen. – Vergl. [Esr 6,10; Jer 29,7]. - Da kamen einige Priester des Volkes heraus, ihn in Frieden zu begrüßen und ihm die Brandopfer zu zeigen, welche für den König dargebracht wurden. 34 Er aber verspottete sie, verlachte und verunreinigte sie und redete übermütig Die Worte folgen V. 35. - 35 und schwor voll Zorn und sprach: Wenn Judas und sein Heer nicht Griech.: jetzt, alsbald. - in meine Hände geliefert wird, so will ich alsbald, wenn ich wohlbehalten wieder zurückkehre, Er will ja fortziehen und den Machabäern eine Schlacht liefern. - dieses Haus niederbrennen. Um den Ernst seiner Drohungen zu zeigen, ließ er einen der angesehensten Bürger von Jerusalem, dessen Gesetzestreue unerschütterlich gewesen, angreifen, wohl um ihn grausam hinrichten zu lassen. [2Mak 6,18ff; 2Mak 7,1ff]. Der von allen verehrte Greis wollte ihm diesen Triumph nicht gönnen und tötete sich selbst. [2Mak 14,37-46] - Dann ging er mit großem Zorne hinaus, Zunächst zogen die Syrer in die Provinz Samaria, wo sie Judas Machabäus vergeblich an einem Sabbat zu überraschen hofften. Alsdann wandten sie sich nach Bethhoron, wo ein von Norden kommendes Heer ihnen entgegen trat. - 36 die Priester aber traten hinein vor den Altar und den Tempel Zwischen Brandopferaltar und Tempelhaus. - und sprachen unter Tränen: 37 Du, o Herr! hast dieses Haus erwählt, dass dein Name über dasselbe angerufen werde, dass es ein Haus des Gebetes und Flehens für dein Volk sei. [1Koe 8,29ff] - 38 Nimm Rache an diesem Menschen und seinem Heere, dass sie durch das Schwert fallen; gedenke ihrer Lästerungen und lass sie nicht Bestand haben. 39 Indes zog Nikanor von Jerusalem weg und lagerte sich bei Bethoron, Siehe [2Mak 3,16] und [2Mak 15,1-36]. Dort stieß eine von Norden kommende Abteilung zu ihnen. [2Mak 15,1-6] - dort stieß ein syrisches Heer zu ihm. 40 Judas aber lagerte sich in Adarsa Nach Fl. Josephus dreißig Stadien von Bethhoron. (Nach damaligem Maße der Stadie etwa 53,4 Kilom.) - mit dreitausend Mann. Und Judas betete und sprach: 41 Als die Gesandten des Königs Sennacherib dich lästerten, Herr! ging ein Engel aus und er schlug von ihnen zur Strafe hundertfünfundachtzigtausend; 42 so vernichte dieses Heer heute vor uns, auf dass die übrigen erkennen, dass er lästerlich über dein Heiligtum geredet, und richte ihn seiner Bosheit gemäß. Gesetz, Propheten und eigene Erfahrung begeistern ihn. Den Schluss bildete die Erzählung des Traumes [2Mak 15,11]. - 43 Am dreizehnten Tage des Monats Adar Mitte Februar und Anfang März (Vortag des Purimfestes [Est 9,21]) 160 vor Chr. - kam es zwischen den Heeren zum Kampfe, Die Juden selbst verlassen ihr Lager bei Adarsa, um durch ihren Angriff dem des Feindes zuvorzukommen. [2Mak 15,25ff] - da ward das Heer Nikanors geschlagen und er selbst fiel als erster im Kampfe. 44 Als nun sein Heer sah, dass Nikanor gefallen war, warfen sie ihre Waffen weg und flohen. 45 Jene aber verfolgten sie eine Tagreise weit von Adazer, Von Adarsa. - bis man nach Gazara kommt, und sie bliesen mit den Trompeten hinter ihnen her, um Zeichen zu geben. 46 Da kamen aus allen Ortschaften Judäas ringsumher Leute und setzten ihnen allenthalben hart zu und jene wandten sich nochmals gegen sie, Nach dem Griech. wendeten sich die Syrer gegen die Juden, welche sie verfolgten, da sie sich umschlossen sahen. - so dass sie alle durch das Schwert fielen, und auch nicht einer blieb von ihnen übrig. 47 Und sie nahmen ihnen reiche Beute ab und hieben dem Nikanor das Haupt und seine Rechte ab, die er im Übermut ausgestreckt hatte, diese brachten sie Zeigten sie den Syrern. - und hingen sie vor Jerusalem auf. Genauer [2Mak 15,33.35]. 48 Da freute sich das Volk sehr und beging diesen Tag in großer Freude. 49 Judas aber setzte fest, dass dieser Tag, der dreizehnte des Monats Adar, jährlich gefeiert werden sollte. 50 Und das Land Juda hatte auf kurze Zeit Ruhe.