III. Mahnungen an die Gläubigen. (Kap. 5, V. 1 – 11): 1. Mahnung an die kirchlichen Vorsteher, ihre Herde wohl zu weiden und derselben durch das Beispiel ihres Lebens voranzuleuchten (V. 3), denn alsdann werden sie vom Erzhirten eine unverwelkliche Krone erlangen. (V. 4) 2. Mahnung an die Herde, den Hirten untergeben zu sein. (V. 5) 3. Mahnung an Hirten und Herde zugleich: Dass alle sich demütigen unter die gewaltige Hand Gottes, der sie zu seiner Zeit erhöhen wird (V. 7), dass alle sich der Selbstbeherrschung befleißigen und wachen mögen, damit sie dem Teufel widerstehen können, der sie verderben will, indem sie sich mit dem Gedanken trösten, dass ihre Brüder von derselben Verfolgung bedrängt werden, Gott aber, der sie berufen, sie auch in der Verfolgung festigen werde. (V. 11) Epilog (V. 12 – 14): Übermittlung des Briefes durch Silvanus. Grüße. Apostolischer Segen.
1Die Vorsteher nun,Anknüpfend an [1Petr 4,7.17]. - die bei euch sind, ermahne ich, als ihr MitpriesterDie dreifache Selbstbezeichnung des Apostels gibt der in V. 2, V. 3 folgenden Ermahnung an die geistlichen Vorsteher eine besondere Kraft und großen Nachdruck. - und Zeuge der Leiden Christi,Wenn der Apostel durch die Bezeichnung Mitpresbyter sich den geistlichen Vorstehern in gewissen Dingen gleichstellt, hebt er doch durch die zweite Bezeichnung seine auf persönliche Kenntnis des Lebens Christi und seine Berufung sich gründende apostolische Würde hervor. Vergl. [Apg 1,21.22, Apg 2,32, Apg 3,15, Apg 5,32, Apg 10,39.41], wo der heil. Petrus es anwendet. Zeuge der Leiden des Heilandes nennt sich der heil. Petrus, weil das Leiden der eigentliche Mittelpunkt im Leben des Herrn und nach Gottes Willen unsere Erlösung sein sollte und so am wirksamsten zum geduldigen Leiden bewegen musste. - wie auch TeilnehmerAuch euch wird dies zu Teil werden, wenn ihr euer Amt treu verwaltet. Der Apostel spricht so sicher wohl infolge einer ihm vom Heilande gegebenen Offenbarung. - der Herrlichkeit, die einst offenbar werden soll,Bei der Wiederkunft des Herrn. -2 weidetDas Bild vom Hirten und der Herde ist aus dem A. T. [Ps 22,1, Jer 3,15] u. a. in das Neue übergegangen. Weide bezeichnet die gesamte Tätigkeit, welche die Vorsteher zum Heile der ihnen anvertrauten Herde zu üben haben. - die euch anvertraute Herde Gottes, und traget für sieDie Herde Gottes, die er sich auserwählt und durch sein Blut erkauft hat, ist eine. - Sorge nicht aus Zwang, sondern gern, nach Gottes Anordnung, und nicht schnöden Gewinnes wegen, sondern aus willigem Herzen,Wohl durften die Verkünder des Evangeliums vom Evangelium leben [1Kor 9,7-14], doch sollen sie den Dienst des Evangeliums nicht zum Gegenstande der Gewinnsucht machen. -3 und nicht als solche, die über das Erbe GottesGriech.: kleros, clerus, das Los, das man durch das Los oder sonst wie zugewiesen wird. Im letzteren Sinne steht es hier und bedeutet die den Vorstehern zugewiesenen Gemeinden. (Cyrill Alex., Beda.) - gewalttätig herrschen wollen,Vergl. [Mt 20,25-28, Mk 10,42-45]. - sondern als solche, die Vorbilder der Herde sind von Herzen.4 Und wenn der ErzhirtVergl. [Hebr 13,20]. Alle geistlichen Hirten sind nur seine Stellvertreter, deshalb soll er ihr Vorbild sein. - erscheinen wird,Vergl. [Dan 12,3]. - werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen.5 Desgleichen, ihr Jüngeren!Laien? - seid untertan den Vorstehern. Alle aber lasset euch von der Demut durchdringen gegeneinander;Griech.: Alle aber sind einander untertan. Hoffärtig sind die, welche sich über ihre Pflichten gegen Gott und Menschen hinwegsetzen. - denn Gott widersteht den Hoffärtigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.6 Demütiget euch also unter die gewaltige Hand Gottes,Beim Leiden. Der Apostel kehrt zu seinem Hauptgegenstande zurück. Der Ausdruck „gewaltige Hand“ ist aus dem A. T. genommen. Vergl. [5Mos 3,24, 2Mos 3,19, Lk 1,51]. Die sich in den Geschicken der Völker wie der einzelnen offenbarende Hand Gottes. - damit er euch erhöhe zur Zeit der Heimsuchung,7 indem ihr alle eure Sorgen auf ihnDem Verse liegt [Ps 54,23] nach der Septuag zu Grunde. Seine Sorge auf den Herrn werfen: sein Herz gleichsam von dieser Last befreiend. Vergl. [Phil 4,6.7]. - werfet; denn er sorgt für euch.Ohne seinen Willen kann uns kein Übel treffen; er stärkt durch seine Gnade zum Leiden, lässt uns aber nicht über unsere Kräfte versucht werden und lenkt alles zum Besten. -8 Seid nüchtern und wachet;Vergl. [Mt 26,41]. - denn euer Widersacher, der Teufel,Griech.: der Ankläger. Hebr.: Satan, Erklärung zu: Widersacher (zu erklären aus [Sach 3,1.2]). - geht wie ein brüllender Löwe umherVergl. [Job 1,7, Job 2,2]. Auch Christus wird [Offenb 5,5] ein Löwe genannt wegen seiner Stärke; der Teufel aber heißt so wegen seiner Wildheit. Christus hat diesen Namen als Sieger, der Teufel als Schädiger. (Aug.) Mit der Unterwerfung unter Gottes Hand muss die kräftige Tat verbunden sein. Vergl. [Eph 6,13ff]. - und sucht, wen er verschlingen könne;9 ihm widerstehet fest im Glauben,Wir müssen mit jener Festigkeit widerstehen, welche der Glaube gibt, der uns lehrt, was Gott in Christus für uns getan, um uns von der Knechtschaft des Satans und dem ewigen Verderben zu entreißen, und der das herrliche Ziel zeigt, das uns erwartet, wenn wir dem Bösen widerstehen, wie auch das ewige Verderben, dem die anheimfallen, welche sich von ihm verschlingen lassen. Der Glaube weist auf die Kraft der Gnade im Kampfe und auf die Macht des Gebetes und der guten Werke. Vergl. [Eph 6,11-18]. - und wisset, dass dieselben Leiden euren Brüdern in der WeltGrund, warum sie mit ihren Brüdern zu leiden haben. In der Welt, dem Herrschaftsgebiete Satans, kann und darf der Christ nichts erwarten als Schmach und Verfolgungen aller Art. Doch wie [1Petr 4,12] sucht der Apostel den Leser durch den Trost aufzurichten, dass Kampf das Los aller Gläubigen ist. - widerfahren!10 Der Gott aller GnadeDer Urheber aller Gnade, der jederzeit die notwendige Gnade geben kann. Der die Christen durch seine Gnade berufen, wird auch ebenso durch seine Gnade das gute Werk vollenden. - aber, der uns in Christus Jesus berufen hatIn der ersten Huld, der Berufung, liegt die Bürgschaft für die Erfüllung der folgenden Verheißung. Das Ziel der Berufung ist Gottes Verherrlichung. - zu seiner ewigen Herrlichkeit, er wird uns, nachdem wir eine kurze Weile gelitten haben, vollenden, stärken und festigen.Er, der Anfänger des Heils, wird auch deshalb der Vollender sein. Er wird das Werk der Heiligung bis an's Ende hinausführen, den Christen Festigkeit im Glauben und im Widerstande verleihen. -11 Ihm ist die Herrlichkeit und die Herrschaft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.12 Durch Silvanus,Der [2Kor 1,19, 1Thes 1,1, 2Thes 1,1] erwählte und in der Apostelgeschichte Silas Genannte. [Apg 15,22.27] u. a. - den treuen Bruder, habe ich euch, wie ich glaube, in Kürze geschrieben, euch zu ermahnen und zu bezeugen, dass dies die wahrhafte Gnade Gottes ist,Die im Christentume geschenkte, in der ihr auch steht, ob auch Leiden euch treffen. So liegt denn darin eine Bestätigung der Predigt des heil. Paulus und seiner Gehilfen, vergl. auch [1Petr 1,12.25], und vielleicht war gerade deshalb Silvanus zum Überbringer dieses Briefes gewählt, damit er den Lesern bezeugte, dass der heil. Petrus alle Lehren des heil. Paulus bestätigt hatte, und so alle Zweifel beseitigte. - in welcher ihr steht.Das Ziel des Schreibens war die Lehre: Durch Leid zur Herrlichkeit, und das Zeugnis, dass der Gnadenstand der Leser der rechte sei. -13 Es grüßet euch die mitauserwählte Gemeinde zu BabylonBabylon ist Rom, die heidnische Hauptstadt der Welt. (Pap., Clem. von Alex., Hier.) Für diese Erklärung spricht auch der Gruß des Markus. Es steht fest, dass dieser mit dem heil. Petrus in Rom war und dort das Evangelium verfasste. Vergl. auch [Offenb 14,8] u. a. - und Markus, mein Sohn.14 Grüßet einander mit dem heiligen Kusse. Gnade sei euch allen, die ihr in Christus Jesus seid! Amen.Wie der Apostel seinen Brief mit dem Gruße des Friedens begonnen, so schließt er mit demselben. Nachdrucksvoll fügt er bei: In Christus, da sie durch den Glauben und die Gnade in der Gemeinschaft mit Christus stehen, dem Urheber und der Quelle des Friedens, den nur er allein verleihen kann. So weist Petrus zurück auf [1Petr 1,2].
V. 4CCC(¶754)Summa (EN)(III 8.6)Ad Catholici Sacerdotii(§55·§60)Ecclesia In Medio Oriente(§39)Evangelii Nuntiandi(§68)Lumen Gentium(§6)Mystici Corporis Christi(§37)Pastores Dabo Vobis(§15·§22)Princeps Pastorum(§1·§28·§31·§58)
V. 5Amoris Laetitia(§98)Christus Vivit(§16)Mystici Corporis Christi(§37)