1. Könige 1

I. Geschichte des von David gegründeten Reiches vor der Spaltung: Geschichte Salomons. (Kap. 1,1 – Kap. 11,43) 1.) Erste Taten Salomons. (1,1 – 3,1) A. David setzt sterbend seinen Sohn Salomon zum Nachfolger ein und übergibt ihm seine letzten Aufträge. (1,1 – 2,9) a. David bestimmt, von Bethsabee gebeten und von Nathan gemahnt, um Adonias Versuche, den Thron zu erringen, zu vereiteln, Salomon zum Nachfolger (V. 31) und lässt ihn salben. B. Auf die Kunde hiervon unterwirft sich Adonias mit seinen Anhängern dem König Salomon.

Als nun der König David alt geworden war und sein Alter auf sehr viele Tage gebracht hatte, konnte er nicht erwarmen, wenn man ihn auch mit Kleidern bedeckte. Die nachfolgenden Umstände aus der letzten Lebenszeit Davids werden erwähnt, weil sie den Tod des Adonias erklären. – Da David damals gegen 70 Jahre alt war, war sein Zustand weniger Folge des Alters als seines bewegten Lebens. - Da sprachen seine Diener zu ihm: Lasset uns für unsern Herrn, den König, eine Jungfrau suchen, die den König bediene und ihn pflege und an seiner Seite schlafe und unsern Gebieter, den König, erwärme. Dass die Mitteilung der Lebenswärme kräftiger jugendlicher Personen die schwindende Lebenskraft anderer erhöhen kann, wird von den Ärzten aller Jahrhunderte angenommen. - Sie suchten also in allen Gauen Israels ein schönes junges Mädchen und fanden die Sunamitin Abisag und führten diese zu dem Könige. Dieses Mädchen aber war sehr schön und schlief bei dem Könige und diente ihm, Sie wurde Davids Nebenfrau. (Theod., Hierony.) Nur als solche konnte sie ihm die genannten Dienste ohne Anstoß leisten, als solche aber musste Salomon sie auch dem Adonias verweigern. [1Koe 2,22] - der König aber erkannte sie nicht. Da erhob sich Adonias, der Sohn der Haggith, Vergl. [2Sam 3,4]. - und sprach: Ich will König sein! Adonias war der vierte Sohn Davids [2Sam 3,4], glaubte aber, da die drei älteren Brüder bereits tot waren, nach dem Rechte der Erstgeburt Anspruch auf den Thron zu haben. Indes im Morgenlande bestimmten die Herrscher selbst ihre Nachfolger und in Israel, dessen Gottkönig Jahve war, hatte Gott sich einst die Wahl des Königs selbst vorbehalten [5Mos 17,15] und übte dies Recht nicht allein bei Saul und David, sondern auch bei Salomon aus. [2Sam 7,12ff] - Und er schaffte sich Wagen und Reiter an und fünfzig Mann, welche vor ihm herliefen. Wie Absalom [2Sam 15,1]. - Sein Vater hatte ihn niemals getadelt, dass er gesagt hätte: Warum hast du dies getan? Er war aber auch sehr schön von Gestalt und der Zweitgeborne nach Absalom. Und er traf eine Verabredung mit Joab, dem Sohne Sarvias, und mit dem Priester Abiathar und diese traten auf die Seite Adonias. Sie glaubten wohl das Recht auf seiner Seite. Die Unterstützung dieser beiden gab Adonias großes Ansehen. Joab war seit langer Zeit David entfremdet (vergl. [1Koe 2,5]) und hoffte sich bei dem neuen König Einfluss zu sichern, wenn er ihm zur Thronbesteigung verhalf. - Der Priester Sadok Vergl. [1Chr 16,39]. - aber und Banajas, der Sohn Jojadas, und der Prophet Nathan und Semei Der [1Koe 4,18] erwähnte? - und Rei Sonst nicht erwähnt. - und die Helden des Heeres Davids Vergl. [2Sam 23,8ff]. - hielten es nicht mit Adonias. Als nun Adonias Widder und junge Rinder und allerlei Mastvieh bei dem Steine Zoheleth, Schlangenstein. - der nahe bei dem Brunnen Rogel Unterhalb der Vereinigung des Tales Hinnom mit dem Tale Josaphat. - liegt, opferte, Es war wohl nicht so ein gottesdienstliches Opfer als ein feierliches Mahl. Auch Absalom begann seine Empörung mit einem feierlichen Opfermahle, um sich den Anschein zu geben, als stelle er sich unter Gottes Schutz. [2Sam 15,12] - lud er alle seine Brüder, die Söhne des Königs, und alle Männer von Juda, welche Diener des Königs waren, ein. Ob diese um seine Ansicht wussten und sein vermeintliches Recht anerkannten? - Den Propheten Nathan aber und Banajas und alle Helden und seinen Bruder Salomon lud er nicht ein. Da sprach Nathan zu Bethsabee, der Mutter Salomons: Hast du nicht gehört, dass Adonias, der Sohn der Haggith, König geworden ist, So gut wie König geworden ist. - ohne dass unser Herr, David, etwas davon weiß? So komm also, nimm Rat von mir an und rette dein Leben und das Leben deines Sohnes Salomon. König geworden, würde Adonias sie zu seiner Sicherheit getötet haben. Vergl. [Rich 9,5]. - Gehe hin, tritt vor den König David und sprich zu ihm: Hast du, mein Herr und König, nicht mir, deiner Magd, geschworen und gesprochen: Salomon, dein Sohn, soll nach mir König sein und er soll auf meinem Throne sitzen? Warum ist denn nun Adonias König? Und während du noch dort mit dem Könige redest, werde ich nach dir kommen und deine Rede bekräftigen. Da ging Bethsabee zu dem Könige in das innere Gemach; der König aber war sehr gealtert und Abisag, die Sunamitin, bediente ihn. Als sich nun Bethsabee verneigte und sich vor dem König niederwarf, sprach der König zu ihr: Was willst du? Sie antwortete und sprach: Mein Herr! du hast deiner Magd bei dem Herrn, deinem Gott, geschworen: Salomon, dein Sohn, soll nach mir König sein und er soll auf meinem Throne sitzen. Siehe, nun ist Adonias König, ohne dass du es weißt, mein Herr und König! Er hat Rinder und allerlei Mastvieh und sehr viele Widder geschlachtet und alle Söhne des Königs, auch Abiathar, den Priester, und Joab, den Anführer des Heeres, eingeladen; deinen Diener Salomon aber hat er nicht eingeladen. Doch, mein Herr und König! auf dich schauen die Augen von ganz Israel, dass du ihnen kundtuest, wer Wer von den beiden. - nach dir, mein Herr und König! auf deinem Throne sitzen soll. Sonst wird es geschehen, dass, wenn mein Herr und König zu seinen Vätern entschlafen ist, ich und mein Sohn Salomon als Verbrecher dastehen werden. Als Kronprätendenten. - Während sie noch mit dem Könige redete, kam der Prophet Nathan. Da meldeten sie es dem Könige und sprachen: Der Prophet Nathan ist da. Dieser trat vor den König, Während Bethsabee fortging. (V. 28) - verneigte sich vor ihm tief bis zur Erde und sprach: Mein Herr und König! Hast du gesagt: Adonias soll nach mir König sein und er soll auf meinem Throne sitzen? Denn er ist heute hingegangen und hat Ochsen und Mastvieh und sehr viele Widder geschlachtet und hat alle Söhne des Königs und die Anführer des Heeres, auch den Priester Abiathar eingeladen, und sie essen und trinken vor ihm und sagen: Es lebe der König Adonias! Mich aber, deinen Diener, und den Priester Sadok und Banajas, den Sohn Jojadas, und Salomon, deinen Diener, hat er nicht eingeladen! Ist dies etwa von meinem Herrn, dem Könige, ausgegangen und hast du mich, deinen Diener, nicht wissen lassen, wer auf dem Throne meines Herrn und Königs nach ihm sitzen soll? Nathan stellt nur eine Möglichkeit auf, die er aber selbst bezweifelt. - Da antwortete der König David und sprach: Rufet Bethsabee zu mir! Als diese zu dem Könige gekommen war Während nun Nathan abtrat. - und vor ihm stand, schwor der König und sprach: So wahr der Herr lebt, der meine Seele aus aller Bedrängnis errettet hat, wie ich dir bei dem Herrn, dem Gott Israels, geschworen und gesagt habe: Dein Sohn Salomon soll nach mir König sein und er soll auf meinem Throne sitzen an meiner Statt, so will ich es heute ausführen! Da verneigte sich Bethsabee mit dem Angesichte bis zur Erde, warf sich vor dem Könige nieder und sprach: David, mein Gebieter, lebe immerdar! Form der Anrede morgenländischen Herrschern gegenüber. Vergl. [Neh 2,3, Dan 2,4]. Bei den Israeliten war dieselbe nur bei besonderen Anlässen im Gebrauch. - Dann sprach der König David weiter: Rufet mir den Priester Sadok und den Propheten Nathan und Banajas, den Sohn Jojadas! Den Obersten der Leibwache. - Als diese vor den König getreten waren, sprach er zu ihnen: Nehmet die Diener eures Herrn mit euch und setzet meinen Sohn Salomon auf mein Maultier Auf des Königs Reittier zu sitzen, ist die höchste Ehre. Vergl. [Est 6,8, 1Mos 41,43]. - und führet ihn nach Gihon! Eine nordwestlich von Jerusalem auf der entgegengesetzten Seite von Rogel gelegene Quelle. - Daselbst salbe ihn der Priester Sadok und der Prophet Nathan Nathan soll durch seine Gegenwart der Salbung besondere Bedeutung verleihen. - zum Könige über Israel und lasset in die Posaune stoßen Dies war wohl bei Thronbesteigungen Sitte. - und rufen: Es lebe der König Salomon! Das Rufen verkündet die durch die Salbung vollzogene Erhebung Salomons und war umso notwendiger als durch Adonias Unternehmen die Thronfolge in Frage gestellt war und der alte König noch lebte. - Sodann ziehet herauf, ihm nach, und er komme und setze sich auf meinen Thron und er sei König an meiner Statt und ich will ihn bestellen, dass er Fürst sei über Israel und über Juda. Da antwortete Banajas, der Sohn Jojadas, dem Könige und sprach: Amen! So gefalle es dem Herrn, dem Gott meines Gebieters, des Königs. Wie der Herr mit meinem Gebieter, dem Könige, gewesen ist, so möge er mit Salomon sein und seinen Thron noch erhabener machen als den Thron meines Gebieters, des Königs David! Der Priester Sadok und der Prophet Nathan und Banajas, der Sohn Jojadas, und die Cerether und Phelether gingen also hinab und setzten Salomon auf das Maultier des Königs David und führten ihn nach Gihon. Und der Priester Sadok nahm das Ölhorn aus dem Zelte und salbte Salomon Er wird mit dem Öle gesalbt, das im Heiligtum aufbewahrt ward. Salomon wird gesalbt, weil seine Rechtmäßigkeit außer allen Zweifel gestellt werden soll und weil sein Vater noch lebt. - und sie stießen in die Posaune und das ganze Volk rief: Es lebe der König Salomon! Nach der Überlieferung der Juden war Salomon damals erst 12 Jahre alt, doch ist dies wenig wahrscheinlich und sein Alter vielmehr auf 20 Jahre anzusetzen, da er beim Tode Davids bereits einen einjährigen Sohn hat. Er übernahm wohl nunmehr die Regierung. - Dann zog die ganze Menge ihm nach und das Volk spielte auf Flöten und sie freuten sich mit großem Frohlocken, dass die Erde von ihrem Rufen erklang. Adonias hörte dies mit allen, die von ihm geladen waren, als das Mahl eben zu Ende war. Da aber Joab den Schall der Posaune hörte, sprach er: Was bedeutet dies Geschrei und Getümmel in der Stadt? Während er noch redete, kam Jonathas, der Sohn Abiathars, des Priesters, Vergl. [2Sam 15,27, 2Sam 17,17ff]. - und Adonias sprach zu ihm: Komm herein, denn du bist ein wackerer Mann und wirst gute Botschaft bringen. Da antwortete Jonathas dem Adonias: O nein! denn unser Herr, König David, hat den Salomon als König eingesetzt. Und er hat den Priester Sadok und den Propheten Nathan und Banajas, den Sohn Jojadas, und die Cerether und Phelether mit ihm gesandt, diese haben ihn auf das Maultier des Königs gesetzt und der Priester Sadok und der Prophet Nathan haben ihn in Gihon zum König gesalbt und sind von da mit Frohlocken hinaufgezogen, so dass die Stadt davon widerhallt; das ist der Schall, den ihr gehört habt. Auch hat sich Salomon auf den Thron des Reiches gesetzt. Und die Diener des Königs sind hingegangen, unserm Herrn, dem König David Segen zu wünschen, Dass seine Befehle vollzogen seien. - indem sie sprachen: Gott mache den Namen Salomons noch größer als deinen Namen und mache seinen Thron noch herrlicher als deinen Thron! Und der König beugte sich auf seinem Lager Nach der Rückkehr Salomons in den Palast. Vergl. [1Mos 47,31]. - und sprach: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, der heute den gegeben hat, der auf meinem Throne sitzt, so dass meine Augen es sehen! Da erschraken alle, die von Adonias geladen waren, und erhoben sich und ein jeder ging seines Weges. Adonias aber stand voller Furcht vor Salomon auf, ging hin und fasste das Horn des Altars. Um dort Schutz zu suchen. ([2Mos 21,14] vergl. [1Koe 2,28]) Es ist der Opferaltar (Septuag) bei dem Zelte. - Sie zeigten es Salomon Der mit der Fülle der königlichen Macht bekleidet war. - an und sprachen: Siehe, Adonias hat aus Furcht vor dem Könige Salomon das Horn des Altars erfasst und spricht: König Salomon schwöre mir heute, dass er seinen Diener nicht mit dem Schwerte töten will! Da sprach Salomon: Ist er ein guter Mann, so soll auch nicht eines von seinen Haaren zur Erde fallen; wird aber Böses an ihm erfunden, Fl. Joseph. Wenn er über einer neuen Freveltat ertappt wird. - so soll er sterben. Der König Salomon sandte also hin und ließ ihn von dem Altare wegholen und er kam und verneigte sich tief vor dem Könige Salomon; Ihm als Könige huldigend. - Salomon aber sprach zu ihm: Gehe in dein Haus! Dies ist keine Verzweiflung vom Hofe, wie der Vergleich mit [2Sam 14,24] und [1Koe 2,13] zeigen. Salomon will sich nicht am Beginne seiner Regierung durch ein Todesurteil Schwierigkeiten schaffen.

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