1. Könige 11

3. Salomons Abgötterei und Strafe. (11,1-43) A. Salomons Sünde. (V. 1-13) a. Von fremden Frauen verführt, stellt er denselben Götzenbilder auf. (V. 8) b. Gott verkündet ihm, darüber erzürnt, dass sein Reich unter seinem Sohne gespalten und nur ein Stamm dem Hause Davids treu bleiben werde. (V. 13) B. Die Strafe (V. 14-41): a. Gott erweckt Adad (V. 22) und Rajon (V. 25) gegen Salomon zum Kriege; Jeroboam wird von einem Propheten als erster König von Israel bezeichnet. (V. 40) b. Salomon stirbt im vierzigsten Jahre seiner Herrschaft.

Der König Salomon aber liebte viele Gegen [5Mos 17,17]. - ausländische Frauen neben der Tochter Pharaos, Moabitinnen, Die sich nicht bekehrten. Verbot [5Mos 23,3.8ff]. - Ammonitinnen, Edomitinnen, Sidonitinnen und Hethitinnen, von den Völkern, von welchen der Herr zu den Söhnen Israels gesagt: Gehet nicht zu denselben ein und lasset sie nicht zu eueren Frauen eingehen; denn sie werden eure Herzen sicherlich abwendig machen, dass ihr ihren Göttern folgt. An diesen hing Salomon mit brennendster Liebe. Er hatte siebenhundert Frauen als Königinnen und dreihundert Nebenfrauen Die Zahlen sind wohl rund und umfassen alle insgesamt, die er je gehabt. - und die Frauen machten sein Herz abwendig. Als er nun schon alt war, ward sein Herz durch die Frauen verdorben, so dass er fremden Göttern folgte; Vergl. V. 6. Er folgt nicht vollkommen Jahve nach. Dass Salomon falschen Götzen geopfert habe, wird nirgends gesagt. - und sein Herz war nicht mehr ungeteilt mit dem Herrn, seinem Gott, wie das Herz seines Vaters David, sondern Salomon verehrte die Astarte, die Göttin der Sidonier, Die höchste weibliche Gottheit der Phönizier und Syrer, die Personifikation des weiblichen Prinzips. - und den Moloch, den Götzen der Ammoniter. Hebr.: dem Milkom, dem Scheusal der Ammoniter. Es ist wohl die gleiche Gottheit wie der Moloch. - Und Salomon tat, was vor dem Herrn missfällig war, und war nicht treu in der Anhänglichkeit an den Herrn, wie sein Vater David. Hebr.: Folgte nicht vollkommen dem Herrn. Salomons Untreue war keine plötzliche, sondern eine allmähliche. Er baute den fremden Frauen Altäre für ihre Götzen und stellte diese Jahve gleich. Wie warnte ihn Gott [1Koe 3,14, 1Koe 6,12, 1Koe 9,4]. Der Handel brachte das vorher abgeschlossene Volk in vielfache Berührung mit auswärtigen Völkern, und Salomon hält eine gewisse Kultfreiheit für notwendig, eine Tat, welche die Aufhebung des Gesetzes nach sich ziehen musste, auf dem doch Israels welthistorische Bedeutung und sein Heil beruhte. - Damals erbaute Salomon dem Chamos, Vergl. [4Mos 21,29]. - dem Götzen der Moabiter, einen Tempel auf dem Berge, der Jerusalem gegenüber liegt, Östlich von Jerusalem; nach [2Koe 23,13] der rechte, d.i. südliche Gipfel des Ölberges, deshalb auch Berg des Ärgernisses genannt. - und dem Moloch, dem Götzen der Kinder Ammons. Ebenso tat er für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern Räucherwerk anzündeten und Opfer darbrachten. Da zürnte der Herr über Salomon, weil sein Herz sich von dem Herrn, dem Gott Israels, abgewendet hatte, der ihm zweimal erschienen war und ihm geboten hatte, Ob die folgenden Worte ihm durch Ahias (V. 31ff) gesagt worden sind? - fremden Göttern nicht zu folgen; aber er hielt nicht, was der Herr ihm befohlen hatte. Da sprach der Herr zu Salomon: Weil du dies in deinem Herzen gehabt und meinen Bund und meine Gebote, die ich dir anbefohlen, nicht bewahrt hast, so will ich dein Reich zerreißen und zerteilen und es deinem Diener geben. Doch in deinen Tagen will ich es nicht tun um deines Vaters Davids willen, aus der Hand deines Sohnes werde ich es reißen. Auch werde ich nicht das ganze Königreich wegnehmen, sondern einen Stamm Juda, mit dem Benjamin verbunden war. - werde ich deinem Sohne geben um meines Dieners David und um Jerusalems willen, das ich auserwählt habe. Und der Herr ließ dem Salomon den Idumäer Adad Der gleiche Name [1Mos 36,35]. - als Widersacher erstehen, der von königlichem Geschlechte stammte und in Edom war. Als nämlich David in Idumäa war und Joab, der Heerführer, hinaufgezogen war, um die zu begraben, welche erschlagen waren, Die Erschlagenen, welche Joab begraben sollte, waren wahrscheinlich Israeliten, die bei einem Einfalle der Idumäer in das Gebiet der Stämme Simeon und Juda getötet waren. - und er alles, was in Idumäa männlich war, tötete (denn sechs Monate weilte Joab und ganz Israel daselbst, bis er alles, was in Idumäa männlich war, ausgerottet hatte), da floh Adad und etliche edomitische Männer von den Dienern seines Vaters mit ihm, um sich nach Ägypten zu begeben; Adad aber war noch ein kleiner Knabe. Auf die allgemeine Angabe folgt die Erzählung der Einzelheiten. - Diese machten sich von Madian auf und kamen nach Pharan, Madian war an Edom zunächst grenzender Landstrich im nordwestlichen Arabien. - sodann nahmen sie Leute mit sich von Pharan Pharan ist die Wüste zwischen dem Sinai und dem Süden Chanaans. - und kamen nach Ägypten zu Pharao, dem Könige von Ägypten. Dieser gab ihm ein Haus und bestimmte ihm seinen Unterhalt und wies ihm Land an. Und Adad fand Gnade vor Pharao, so sehr, dass er ihm die leibliche Schwester seiner Gemahlin, der Königin Taphnes, zur Frau gab. Und die Schwester der Taphnes gebar ihm einen Sohn, Genubath, diesen zog Taphnes im Hause Pharaos auf; so blieb Genubath im Hause Pharaos mit den Söhnen desselben. Die Entwöhnung erfolgte mit besonderer Feierlichkeit im königlichen Palaste, weil die Knaben damit unter die Königskinder aufgenommen wurden. - Als nun Adad in Ägypten hörte, dass David zu seinen Vätern entschlafen und dass Joab, der Heerführer, gestorben sei, sprach er zu Pharao: Entlasse mich, dass ich in mein Land ziehe! Pharao sprach zu ihm: Was mangelt dir denn bei mir, dass du in dein Land zu ziehen begehrst? Jener antwortete: Nichts, dennoch bitte ich dich, entlass mich! Auch ließ ihm Gott den Razon, den Sohn Eliadas, als Widersacher erstehen, der Adarezer, Hebr.: Hadad-ezer. Razon entfloh wohl seinem Herrn, als dieser in Krieg mit David verwickelt war. Er bemächtigte sich gegen das Ende der Regierung oder bald nach dem Tode Salomons Damaskus. - dem Könige von Soba, seinem Herrn, entflohen war. Dieser sammelte gegen ihn Mannschaften und ward ein Anführer von Räubern, als David sie tötete Als David das Heer Adarezers schlug. -; dann zogen sie nach Damaskus und ließen sich daselbst nieder und machten ihn zum Könige in Damaskus und er war Israels Widersacher die ganze Zeit Salomons hindurch. Dies ist das Unheil von Seiten Adads und sein Hass gegen Israel und er herrschte in Syrien. Auch Jeroboam, der Sohn Nabats, ein Ephrathiter aus Sareda, ein Diener Salomons, dessen Mutter Sarva hieß und Witwe war, erhob die Hand gegen den König. Und dies ist die Ursache der Empörung gegen ihn, dass Salomon Mello baute und den Graben der Stadt seines Vaters David ausfüllte. Hebr.: Und die Lücke an der Stadt Davids verschloss. Jeroboam war königlicher Beamter, der die Belastung der Stämme Ephraims und Manasses zu beaufsichtigen hatte. Diese Belastung war die Stellung von chananitischen Arbeitern zum Frondienste. Während der Stamm Juda alle Chananiter in seinem Gebiete ausgerottet hatte, waren letztere im Gebiete der beiden genannten Stämme noch zahlreich und waren Hörige der jüdischen Grundbesitzer. Letztere mussten nun ihre Arbeiter zum Bau von Mello nach Jerusalem senden. - Jeroboam aber war ein tapferer und gewaltiger Mann, und da Salomon sah, dass er ein tüchtiger und geschickter Jüngling war, machte er ihn zum Vorsteher über die Abgaben Richtiger: Fronarbeit. - des ganzen Hauses Josephs. Es begab sich nun zu jener Zeit, dass Jeroboam aus Jerusalem auszog und der Prophet Ahias, Mein Bruder (d.i. Freund) ist Jahve, ein bedeutsamer Name. - der Siloniter, mit einem neuen Mantel angetan, Der Mantel ist neu, weil er das erst unter David gegründete Reich darstellt. - ihn auf dem Wege traf; beide waren allein auf dem Felde. Da fasste Ahias seinen neuen Mantel, mit dem er bekleidet war, zerriss ihn in zwölf Stücke Die Handlung ist Versinnbildlichung der Weissagung und Unterpfand für ihr Eintreffen. - und sprach zu Jeroboam: Nimm dir zehn Stücke, denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Siehe, ich werde das Königreich aus der Hand Salomons reißen und dir zehn Stämme geben. Aber ein Stamm Juda und Benjamin werden als ein Stamm betrachtet, da Jerusalem auf der Grenze beider lag und Benjamin gegen Juda verschwand. - soll bei ihm zurückbleiben um meines Dieners David und um der Stadt Jerusalem willen, die ich aus allen Stämmen Israels erwählt habe, weil er Hebr.: sie, oder unpersönlich: man. - mich verlassen und Astarte, die Göttin der Sidonier, und Chamos, den Gott der Moabiter, und Moloch, den Gott der Söhne Ammons, angebetet hat und nicht auf meinen Wegen gewandelt ist, um zu tun, was vor mir recht ist, und meine Gebote und Rechte zu üben wie sein Vater David. Doch will ich ihm nicht das ganze Königreich nehmen, sondern will ihn alle Tage seines Lebens zum Herrscher gesetzt sein lassen, um meines Dieners David willen, den ich erwählt, der meine Gebote und meine Gesetze bewahrt hat. Jedoch seinem Sohne will ich das Königreich wegnehmen und dir zehn Stämme geben; seinem Sohne aber will ich einen Stamm geben, damit meinem Diener David allezeit eine Leuchte Nachkommenschaft. Vergl. [2Sam 21,17]. – So lange die Leuchte brennt, sind noch lebendige Bewohner in Zelte. - vor mir in Jerusalem verbleibe, der Stadt, die ich erwählt habe, dass mein Name daselbst sei. Dich also will ich aufnehmen und du sollst herrschen über alles, was deine Seele begehrt, und du wirst König sein über Israel. Wenn Die gleiche Bedingung, welche einst Salomon gestellt ward [1Koe 3,14, 1Koe 6,12, 1Koe 9,4]. - du nun in allem, was ich dir gebiete, gehorchst und in meinen Wegen wandelst und tuest, was vor mir recht ist, und meine Satzungen und Gebote hältst, wie mein Diener David getan hat, so will ich mit dir sein und dir ein beständiges Haus bauen, Jeroboam erfüllte die Bedingung nicht, weshalb sein Haus schon in seinem Sohne ausgerottet ward. - wie ich David ein Haus erbaut habe, und will dir Israel übergeben; und ich will um deswillen die Nachkommen Davids züchtigen, Hebr.: Demütigen. - jedoch nicht auf immer. Aus der Familie Davids soll ja der Messias kommen. – Mit der politischen Trennung soll nach Gottes Willen nicht eine religiöse eintreten. Es war nicht unbedingt erfordert, dass alle Stämme ein sichtbares Oberhaupt hatten, wenn nur alle an Jahve, als dem einen und wahren König von Israel, und an seinem Gesetze und Bunde festhielten. - Deshalb suchte Salomon den Jeroboam zu töten, dieser aber machte sich auf und entfloh nach Ägypten zu Sesak, dem Könige von Ägypten, und weilte in Ägypten bis zu Salomons Tode. Was aber noch sonst von Salomon zu sagen ist und alles, was er getan hat, und seine Weisheit, siehe, das alles ist in den Jahrbüchern Salomons beschrieben. Die Zeit aber, welche Salomon in Jerusalem über ganz Israel herrschte, beträgt vierzig Jahre. Und Salomon entschlief zu seinen Vätern und ward in der Stadt seines Vaters David begraben 975, genauer wohl 981 vor Chr. Er war kaum 60 Jahre alt. Über das Ende Salomons fehlen sichere Nachrichten. Ob er die ihm geschenkte Gnadenfrist noch benützt hat? Die Aufnahme seiner Schriften in den Kanon scheint darauf hinzuweisen, da solche ohne seine Bekehrung kaum erfolgt wäre. Auf die Bekehrung weist vermutlich auch der Inhalt des „Predigers“ hin. Auch die meisten heiligen Väter (so Cyr. von Jerus., Hilar., Hieron.) sind dieser Ansicht (anders Cypr. und Aug.) Auch die Verheißung [2Sam 7,14.15] spricht für dieselbe. - und Roboam, sein Sohn, ward König an seiner Statt. Die Geschichte beider Reiche verläuft in drei Hauptabschnitten: Feindlichkeit (Kap. 12-16), Verschwägerung und Freundschaft (1Koenige Kap. 17 – 2Koenige Kapitel 10,27), Entfremdung: bis zum Untergange Israels. [2Koe 17]

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