1. Könige 17

1. Eine von Elias vorausgesagte dreijährige Hungersnot bricht unter Achab aus. (17,1 – 19,21) b. Elias sagt die Hungersnot voraus und begibt sich an den Karith, wie er von einem Raben genährt wird. (V. 7) Von da zieht er sich zu einer Witwe in Sarephta zurück, deren Mehl und Öl er wunderbar vermehrt (V. 16) und deren Sohn er vom Tode auferweckt.

Und Das plötzliche Hervortreten (ähnlich wie das des heil. Johannes bei Matthäus und Markus) gehört zur Eigentümlichkeit der Erscheinung Elias. [JSir 48,1ff] - Elias, Elias: Mein Gott ist Jahve. Schon der Name weist auf die Aufgabe des Propheten hin. - der Thesbiter, von den Einwohnern Galaads, In Galaad lebte Elias als Fremdling. Kein anderer Prophet hat in dem abgöttischen Reiche Israel so geeifert für Gottes Ehre wie Elias und zu keinem hat Gott sich durch so große Wunder und Zeichen bekannt wie zu Elias. Der vorliegende Bericht stellt insbesondere seine öffentliche Tätigkeit dar, doch war seine Bedeutung als Stifter von Prophetenschulen sicher nicht geringer. Einsames Leben und große taten vereinigen sich bei Elias, dem Wiederhersteller des von Moses gegründeten Gottesreiches in Israel. Vergl. [Offenb 11,4]. Wie Moses zu Pharao, so wird Elias zu Achab gesendet. Elias war aber auch Vorbild des von Moses verheißenen Propheten, welcher Gesetz und Propheten vollenden sollte [Mt 5,12] und erscheint darum mit Moses auf dem Berge der Verklärung. [Lk 9,31] - sprach zu Achab: So wahr der Herr, der Gott Israels, Dessen Bund ihr durch euren Abfall gebrochen. Die Verkündigung ist zugleich ein Zeugnis gegen Baal. Galt dieser als die erzeugende Naturkraft, so musste die eintretende Trockenheit und Unfruchtbarkeit seine Ohnmacht zeigen. Elias tut die im Gesetze angedrohten Strafen [5Mos 11,16ff, 5Mos 28,15ff, 3Mos 26,19] kund und vollzieht sie gewissermaßen, sich so bei seinem ersten Auftreten in eine unmittelbare Beziehung zum Gründer und Stifter des Bundes stellend, als dessen Wiederhersteller er nachher auftritt. - lebt, vor dessen Angesicht ich stehe, es soll diese Jahre hindurch weder Tau noch Regen fallen außer auf mein Wort hin! Im Reiche Israel fehlte der levitische und priesterliche Gottesdienst und die Opfer, Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit herrschten im Lande, der Götzendienst hatte überhandgenommen. Deshalb greift der Herr ein und tut durch Wunder seine ewige Gottheit kund. Wohl sollte selbst sein Strafgericht über die Frevler kommen, doch es sind noch 7000 im Lande übrig, die ihre Kniee nicht gebeugt vor Baal, und um ihretwillen wird es aufgeschoben, während die Propheten im Geiste und in der Kraft Moses das Gesetz vertreten und verteidigen. - Und das Wort des Herrn erging an ihn also: Elias soll Vertrauen gewinnen auf Gottes Beistand zur Stärkung in den bevorstehenden Kämpfen. Die meisten heiligen, die Gott berief, bis auf den Heiligsten der Heiligen, bereiteten sich in der Einsamkeit auf ihr Wirken vor. - Ziehe hinweg von hier und wende dich nach Osten und verbirg dich am Bache Karith, welcher dem Jordan gegenüber ist, und trinke daselbst aus dem Bache; ich habe den Raben geboten, dich daselbst zu ernähren. Da ging er hin und tat nach dem Worte des Herrn und von dannen gezogen, ließ er sich am Bache Karith nieder, welcher dem Jordan gegenüber ist. Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen, desgleichen Brot und Fleisch am Abend, Woher sie Fleisch zu nehmen hatten, dafür hatte der gesorgt, der ihnen den Befehl zum Bringen erteilt hatte. (Aug.) - und er trank aus dem Bache. Aber nach einiger Zeit vertrocknete der Bach, denn es war kein Regen über das Land gekommen. Da erging das Wort des Herrn an ihn also: Mache dich auf und gehe nach Sarephta im Lande der Sidonier und bleibe daselbst, denn ich habe dort einer Witwe geboten, dich zu ernähren. Da machte er sich auf und ging nach Sarephta. Als er zum Tore der Stadt kam, sah er eine Witwe, welche Holz auflas, und er rief sie an und sprach zu ihr: Gib Hole. - mir ein wenig Wasser in einem Gefäße zu trinken! Als sie nun hinging, es zu holen, Da sie die erste Bitte bereitwillig erfüllte. - rief er ihr nach und sprach: Bringe mir auch, ich bitte, einen Bissen Brot in deiner Hand mit! Da antwortete sie: So wahr der Herr, dein Gott, lebt, ich habe kein Brot, sondern nur so viel Mehl im Gefäße als eine Hand fassen kann und ein wenig Öl im Kruge. Siehe, ich lese ein Paar Stücke Holz auf, um hinzugehen und für mich und meinen Sohn Brot zuzubereiten, dass wir essen und sterben. Elias entgegnete ihr: Fürchte dich nicht, Damit leitet er eine schwere Glaubensprüfung ein, was wohl darauf hinweist, dass sie an den Gott Israels glaubte. Aus diesem Grunde war auch die zeitliche Hilfe zugleich eine geistige. Vergl. [Lk 4,25ff]. - sondern gehe hin und tue, wie du gesagt hast; aber mache mir zuerst von dem wenigen Mehle einen kleinen Aschenkuchen und bringe ihn mir; und dir und deinem Sohne magst du darnach bereiten! Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Das Mehlgefäß soll nicht abnehmen und der Ölkrug soll nicht mehr leer werden bis zum Tage, an dem der Herr auf die Erde Regen senden wird. Da ging sie hin und tat nach dem Worte des Elias und er aß und sie selbst und ihr Haus; von diesem Tage an Gehört im Hebr. zu „aß“. - nahm das Mehlgefäß nicht ab und der Ölkrug ward nicht mehr leer, dem Worte des Herrn gemäß, das er durch Elias gesprochen hatte. Es geschah aber hiernach, dass der Sohn der Hausfrau erkrankte und die Krankheit nahm sehr an Heftigkeit zu, so dass kein Odem mehr in ihm blieb. Da sprach sie zu Elias: Lass mich, Mann Gottes! Bist du zu mir gekommen, meine Sünden wieder in Erinnerung zu bringen und meinen Sohn zu töten? Der Sohn war wirklich tot. Das Licht deiner Heiligkeit macht meine Sünden sichtbar, die zuvor verborgen waren, sagt das Weib. (Theod.) Da der Prophet in besonderer Weise mit Gott verkehrt, traut sie ihm auch die Kraft zu, Strafen in besonderer Weise über die Menschen zu bringen. Doch mit der Erkenntnis erwacht in ihrem Herzen die Reue und diese wird durch die Wiederbelebung des Sohnes belohnt, wie zuvor ihr Glaube durch Mehrung des Öles und Mehles. (Aug.) - Elias aber sprach zu ihr: Gib mir deinen Sohn! Und er nahm ihn von ihrem Schoße und trug ihn in das Obergemach, Auf dem Dache. Siehe [Rich 3,20, 2Koe 4,10]. - wo er sich aufhielt, und legte ihn auf sein Bett. Dann rief er zu dem Herrn und sprach: Herr, mein Gott! auch die Witwe, bei der ich, so gut es geschehen kann, genährt werde, strafst du, dass du ihren Sohn tötest? Darauf streckte er sich dreimal der Länge nach über den Knaben aus Wie der König der Propheten bei der Heilung des Taubstummen, des Blinden und des Blindgeborenen verfuhr [Mk 7,33, Mk 8,23, Joh 9,6.7], ähnlich hier Elias, um die belebende Gotteskraft auf die Toten zu leiten. Dreimal; vergl. [2Koe 4,34]. Dreimal wurde Jahve angerufen [Ps 55,18], dreimal erteilte der Hohepriester den Segen im Namen Jahves [4Mos 6,23], dreimal rufen die Seraphim Heilig. [Jes 6,3] Der tote Sohn ist das Bild der Völker, welche aus dem Todesschlummer von Gott erweckt werden, zu dreien Malen nimmt der Prophet die Messung vor, weil wir durch die ganze hl. Dreifaltigkeit erweckt werden. (Aug.) und rief zu dem Herrn und sprach: Herr, mein Gott, ich bitte, lass die Seele dieses Knaben wieder in seinen Leib zurückkehren!
Elias erweckt den Sohn der Witwe von Sarephta
Der Herr aber hörte auf das Rufen des Elias und die Seele des Knaben kehrte wieder zu ihm zurück und er ward wieder lebendig. Da nahm Elias den Knaben und brachte ihn aus dem Obergemach in den unteren Teil des Hauses und übergab ihn seiner Mutter und sprach zu ihr: Siehe, dein Sohn lebt! Das Weib aber sprach zu Elias: Daran erkenne ich nun, dass du ein Mann Gottes bist und das Wort des Herrn in deinem Munde Wahrheit ist.

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