1. Könige 2
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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c. David mahnt Salomon sterbend, das Gesetz Moses zu beobachten (V. 4), und gibt ihm Weisungen über sein Verhalten gegen Joab und andere. (V. 9) B. Salomon wirft seine Gegner nieder und festigt seine Herrschaft. (2,10 – 3,1) a. Da Adonias nach Davids Tode von neuem nach dem Throne trachtet, lässt Salomon ihn töten. (V. 25) b. Abiathar wird der hohenpriesterlichen Würde beraubt, Joab getötet, Sadok und Banajas belohnt (V. 35), Semei mit dem Tode gestraft. C. Auch durch Heimführung einer Tochter Pharaos sichert Salomon seine Herrschaft.
1 Als aber die Tage herbei kamen, dass David sterben sollte, gebot er seinem Sohne Salomon und sprach: Diese Aufträge schließen sich an eine Versammlung der Vertreter des gesamten Reiches an, welche Salomon feierlich huldigen. (Ähnlich [1Sam 11,9] und [2Sam 2,4, 2Sam 5,3].) - 2 Ich gehe den Weg aller Welt, sei stark und zeige dich als Mann 3 und habe acht auf das, was der Herr, dein Gott, zu beobachten geboten hat, dass du auf seinen Wegen wandelst und seine Satzungen, Gebote und Rechte und Zeugnisse beobachtest, wie im Gesetze Moses geschrieben steht, auf dass du weise seiest Besser: gelingen habest, Erfolg des weisen Handelns. - in allem, was du tust, und überall, wohin du dich wendest: 4 damit der Herr seine Verheißung bestätige, welche er mir gegeben, Diese Prophezeiung ist von der [2Sam 7,12] berichteten verschieden. - da er sagte: Wenn deine Söhne auf ihre Wege Sitten. - acht haben und vor mir in Wahrheit Treue. - wandeln, von ganzem Herzen und von ganzer Seele, Nachdrücklich hebt David die Bedingungen der göttlichen Verheißung hervor. - so soll es dir nimmer an einem männlichen Nachkommen auf dem Throne Israels gebrechen. 5 Du weißt ferner, was mir Joab, der Sohn Sarvias, getan, Joab hatte durch Abners Ermordung [2Sam 3,27] David falschem Verdachte ausgesetzt und durch Amasas Tötung [2Sam 20,10] seinem königlichen Ansehen Hohn gesprochen. - was er den zwei Heerführern Israels, Abner, dem Sohne Ners, und Amasa, dem Sohne Jethers, getan hat, da er sie tötete und Blut des Krieges im Frieden vergoss und mit Blut des Kampfes seinen Gürtel befleckte, der um seine Lenden war, und seine Schuhe, die er an seinen Füßen trug. Gürtel und Schuhe sind Hauptstücke der morgenländischen Kleidung, wenn man sich zu einem Geschäfte rüstet. - 6 So handle also nach deiner Weisheit und lass seine grauen Haare nicht in Frieden in das Totenreich hinabsteigen. 7 Hingegen den Söhnen Berzellais, David hatte ihm nicht vergeben und durfte ihm seine Schuld nicht nachlassen, wenngleich ihn zuerst die Umstände, dann seine Dankbarkeit hinderten, ihn am Leben zu strafen. Joab steht nicht auf Salomons Seite und David befürchtet für diesen bei seiner Jugend Schwierigkeiten. (Theodor.) Vergl. [2Sam 17,27ff, 2Sam 19,31ff]. - des Galaaditers, erweise Huld und lass sie an deinem Tische essen, Von deinem Tische, ihnen Unterhalt spendend. - denn sie kamen mir entgegen, als ich vor deinem Bruder Absalom floh. 8 Auch hast du Semei, [2Sam 16,5ff] Wohl hatte David ihm das Leben geschenkt [2Sam 19,19ff], aber die Lästerung, welche Semei in seiner Person dem Gesalbten Jahves zugefügt, durfte er als Vertreter des göttlichen Rechtes nicht zugleich ungestraft lassen. Vergl. [2Mos 22,28]. - den Sohn Geras, des Benjamiten von Bahurim, bei dir, der mich mit schlimmer Lästerung verwünschte, als ich nach der Lagerstadt Mahanaim. - zog; aber weil er mir entgegen kam, als ich über den Jordan zog, und ich ihm bei dem Herrn geschworen und gesagt habe: Ich will dich nicht mit dem Schwerte töten, 9 so lasse du doch nicht zu, dass er ungestraft bleibe. Zunächst war es Jahves Sache, Joabs und Semeis Frevel zu strafen. So lange David lebte, konnte er deshalb zuwarten, ob die Schuld gesühnt ward, der Zeitpunkt seines Todes legt ihm die Verpflichtung zu handeln auf. - Du bist ein weiser Mann und weißt, was du ihm tun musst, und wirst seine grauen Haare mit Blut in das Totenreich kommen lassen. Du wirst eine Ursache finden, so dass es nicht den Anschein hat, als nehmest du die von mir erteilte Vergebung zurück (vergl. V. 36). Damit Gerechtigkeit herrschte und das königliche Ansehen gewahrt blieb, durfte Semei so wenig wie Joab ganz ohne Strafe bleiben. In den letzten Worten Davids spricht nicht so der Vater zum Sohne, wie der König zum Nachfolger. Dem Könige lag die Pflicht ob, alle Worte des Gesetzes Jahves zu wahren [5Mos 17,14-20], insbesondere das Grund- und Hausgebot [2Mos 20,3-6], und über die Beobachtung des Bundes Gottes mit dem Volke zu wachen. So blieb auf Davids Regierung anderenfalls ein Flecken. - 10 David also entschlief zu seinen Vätern und ward in der Stadt Davids Auf dem Berge Sion am östlichen Abhange desselben. - begraben. 11 Die Zeit aber, welche David über Israel herrschte, sind vierzig Jahre, in Hebron herrschte er sieben Jahre, Genauer: sieben Jahre, 6 Monate. [2Sam 5,5] - in Jerusalem dreiunddreißig. 12 Salomon aber saß auf dem Throne seines Vaters David und sein Königtum ward sehr fest begründet. 13 Da begab sich Adonias, der Sohn der Haggith, zu Bethsabee, der Mutter Salomons. Sie sprach zu ihm: Ist dein Eintritt friedebedeutend? Sie kann sich zu ihm nicht leicht etwas Guten versehen. - Er antwortete: Ja! 14 Und er fügte hinzu: Ich habe mit dir etwas zu reden. Sie sprach zu ihm: So rede! Jener sprach: 15 Du weißt, dass das Königtum mein So gut wie mein. - war und ganz Israel mich zum König über sich aufgestellt hatte; aber nun ist das Königtum mir genommen und meinem Bruder zugefallen, denn ihm ist es von dem Herrn bestimmt. Adonias hat scheinbar auf alles andere verzichtet. - 16 Nun habe ich eine einzige Bitte an dich, beschäme mein Angesicht nicht! Weise mich nicht ab. Je mehr ich verloren, desto mehr musst du geneigt sein, diese Bitte zu erhören. – Ob Joab ihm zu der Bitte geraten? (Theodor) Jedenfalls glaubt er nicht, gegen [3Mos 18,7] zu fehlen, da die Ehe Davids mit Abisai nicht vollzogen war. Abisai, die letzte Vertraute Davids, soll gleichsam die Bürgschaft bilden, dass seine Nachfolge der wahre Wille des verstorbenen Königs war. Vergl. Absaloms Vorgehen [2Sam 16,15ff]. - Sie sprach zu ihm: Rede! 17 Da erwiderte er: Ich bitte, sprich doch mit dem Könige Salomon, (denn dir kann er nichts abschlagen) dass er mir Abisag, die Sunamitin, zum Weibe gebe. 18 Bethsabee sprach: Wohl, ich will für dich zum Könige reden. 19 Als nun Bethsabee zu dem Könige Salomon kam, um für Adonias mit ihm zu reden, stand der König auf und ging ihr entgegen, verneigte sich vor ihr und setzte sich auf seinen Thron; auch für die Mutter des Königs ward ein Thron hingestellt und sie setzte sich zu seiner Rechten. Als Königin-Mutter hat sie besondere Vorrechte. Vergl. [1Koe 15,13]. Nach der Septuag küsste Salomon sie auch. - 20 Alsdann sprach sie zu ihm: Ich habe eine kleine Bitte an dich zu stellen, beschäme mein Angesicht nicht! Da sprach der König zu ihr: Bitte, meine Mutter! denn es ziemt sich nicht, dass ich dein Angesicht zurückweise. Dich abweise. - 21 Sie sprach: Lass deinem Bruder Adonias die Sunamitin Abisag zum Weibe geben. 22 Da antwortete der König Salomon und sprach zu seiner Mutter: Warum verlangst du die Sunamitin Abisag für Adonias? Verlange auch das Königtum für ihn! Er ist ja mein älterer Bruder und auf seiner Seite steht der Priester Abiathar und Joab, der Sohn Sarvias. Nachkommenschaft gegeben, oder: meine Nachkommen zur Thronfolge erhoben hat. - 23 Und der König Salomon schwur bei dem Herrn und sprach: Gott tue mir dies und das, Adonias hat dies Verlangen gegen sein Leben gestellt! 24 So wahr der Herr lebt, der mich bestätigt und mich auf den Thron meines Vaters Davids gesetzt hat, und der mir ein Haus gebaut, Um einen Bürgerkrieg zu verhüten. - wie er gesprochen hat, noch heute soll Adonias getötet werden! Wozu der Umweg? Fordere alsbald für ihn den Thron Davids, denn auf diesen macht er, indem er Abisai fordert, Anspruch. Er ist des Hochverrates schuldig und Joab mit ihm. (Fl. Jos.) - 25 Und der König Salomon sandte Banajas, den Sohn Jojadas, hin, der jenen tötete, und er starb. 26 Zu dem Priester Abiathar aber sprach der König: Gehe nach Anathoth auf dein Besitztum, In deine Heimat. Anathoth war Priesterstadt. - denn du bist ein Mann des Todes; Des Todes würdig. - aber heute will ich dich nicht töten, weil du die Lade Gottes, des Herrn, vor meinem Vater David getragen und alle Mühsal, die mein Vater erduldet hat, mit ihm ertragen hast. 27 So verstieß Salomon den Abiathar, dass er nicht mehr Priester des Herrn war, damit das Wort des Herrn erfüllt würde, welches er zu Silo über das Haus Helis gesprochen hatte. Salomon beraubte Abiathar der Ausübung des Hohenpriestertums und übertrug es an Sadok. So erfüllte er die Verheißung des Mannes Gottes [1Sam 2,32], dass das Hohepriestertum der Familie Helis genommen und wieder auf einen andern Zweig der Familie Eleazars übertragen werde. - 28 Als aber die Nachricht davon zu Joab kam, - denn Joab war Adonias gefolgt und war nicht auf die Seite Salomons getreten, Noch immer nicht. Auch nach Davids Tode nicht. - - floh Joab in das Zelt des Herrn Auf Sion. - und erfasste das Horn des Altars. 29 Da nun dem Könige Salomon berichtet ward, dass Joab in das Zelt des Herrn geflohen und bei dem Altare sei, sandte Salomon Banajas, den Sohn Jojadas, und sprach: Gehe hin, töte ihn! Noch weiß der König nicht durch eigene Untersuchung, dass Joab an dem letzten Schritte des Adonias beteiligt ist. Erst Joabs Flucht ist einem Geständnisses seiner Schuld gleich. Zuerst befiehlt der König, ihn vom Altare zu entfernen, wohl um ihn zu verhören; erst als Joab durch seine Weigerung sein böses Gewissen offenbart, befiehlt er, ihn zu töten. Der eines Mordes Schuldige hatte kein Recht, an geweihter Stätte Schutz zu suchen. Septuag: Und der König Salomon ließ Joab sagen: Was ist dir geschehen, dass du zu dem Altare geflohen bist? Joab sprach: Ich fürchtete mich vor dir und floh zu dem Herrn. – Im hebr. Texte ist der Vers unverständlich. Wohl konnte Salomon über Joab auch in seiner Abwesenheit das Urteil sprechen, aber es muss ihm daran liegen, demselben die Gründe und die Gerechtigkeit desselben darzulegen. Banajas soll ihn also zum Verhör holen und erhält erst, da Joab sich weigert, zu folgen, V. 33 den Befehl, ihn am Altare zu töten. - 30 Banajas kam zum Zelte des Herrn und sprach zu jenem: So spricht der König: Komm heraus! Er aber antwortete: Ich komme nicht heraus, sondern hier will ich sterben. Da meldete Banajas dem Könige diese Worte und sprach: So hat Joab gesprochen und so hat er mir geantwortet. 31 Der König sprach zu ihm: Tue wie er gesagt hat; töte und begrabe ihn, Ein Begräbnis soll ihm seiner sonstigen Verdienste wegen nicht versagt bleiben. - so wirst du das unschuldige Blut, welches Joab vergossen hat, von mir und von dem Hause meines Vaters Durch das Nichtstrafen der Frevel Joabs würde der König Schuld auf sich laden. - entfernen. 32 Und der Herr wird sein Blut Die Schuld seines Todes. - auf sein Haupt zurückfallen lassen, weil er zwei gerechte Männer getötet hat, die besser waren als er, Hebr.: zwei Männer, die gerechter und besser waren als er. - und weil er sie mit dem Schwerte gemordet hat, ohne dass mein Vater David es wusste, Abner den Sohn Ners, den Heerführer Israels, und Amasa, den Sohn Jethers, den Heerführer Judas. 33 So falle ihr Blut auf Joabs Haupt und auf das Haupt seiner Nachkommenschaft auf immer zurück, Vergl. [2Sam 3,28.29] und [5Mos 19,13]. - aber David und seiner Nachkommenschaft und seinem Hause und seinem Throne werde von dem Herrn immerdar Friede zu teil. 34 Da ging Banajas, der Sohn Jojadas, hin, griff ihn an und tötete ihn und er ward in seinem Hause Wohl in einer in seinem Garten befindlichen Grabstätte. - in der Wüste Der Wüste Juda, südlich und südöstlich von Jerusalem, ausgedehnten Weidetriften. - begraben. 35 Und der König setzte Banajas, den Sohn Jojadas, an seiner Statt über das Heer und Sadok Von dem die Söhne Sadoks, die Sadducäer, abstammen. - setzte er an Abiathars Statt zum Priester ein. 36 Auch sandte der König hin, ließ Semei rufen und sprach zu ihm: Baue dir ein Haus in Jerusalem und wohne daselbst und gehe nicht von dort weg, hierhin oder dorthin. 37 An dem Tage aber, an dem du weggehst und den Bach Cedron überschreitest, wisse, musst du den Tod erleiden; dein Blut wird auf dein Haupt kommen! 38 Semei antwortete dem Könige: Gut ist dies Wort! Wie mein Herr und König gesprochen hat, so wird dein Diener tun. So wohnte Semei in Jerusalem lange Zeit. 39 Nach drei Jahren aber begab es sich, dass Knechte Semeis zu Achis, dem Sohne Maachas, dem Könige von Geth, flohen, und es ward Semei berichtet, dass seine Knechte nach Geth gegangen seien. 40 Da machte sich Semei auf, sattelte seinen Esel und zog zu Achis nach Geth, um seine Knechte aufzusuchen, und brachte sie von Geth zurück. Semei war wohl weiter verdächtig. Jenseits des Cedron lag seine Heimatstadt. - 41 Als Salomon berichtet ward, dass Semei von Jerusalem nach Geth gegangen und wieder zurückgekommen sei, Dass er von dem feindlichen Philisterkönige die Knechte ohne Anstand zurückerhielt, spricht nicht für ihn, so wenig wie dass er trotz des Eidbruches wagte, wieder zu kommen. - 42 sandte er hin, ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Habe ich dir nicht bei dem Herrn geschworen und dir vorhergesagt: Und hast du es nicht angenommen und dich auch eidlich dazu verpflichtet? - An dem Tage, an dem du dahin oder dorthin fortgehst, wisse dies, musst du sterben? Und du hast mir geantwortet: Gut ist das Wort, welches ich gehört habe. 43 Warum hast du nun den Schwur bei dem Herrn Das Brechen des Eides war ein Vergehen, für das Semei keine Entschuldigung vorbringen kann. - und den Befehl, den ich dir gegeben, nicht gehalten? 44 Und der König sprach weiter zu Semei: Du kennst all das Böse, dessen dein Herz sich bewusst ist, das du meinem Vater David angetan hast; nun lässt der Herr deine Bosheit auf dein Haupt zurückfallen. Du bist auf dem Pfade des Bösen geblieben, wie du meinen Vater geschmäht, so hast du mir den Eid gebrochen. Ich bleibe frei von aller Strafe, denn nicht für die Beleidigung meines Vaters nehme ich Rache, aber für den Meineid, den du Jahve geschworen, lässt er deine Bosheit nun über die Haupt kommen und so musst du nach des Herrn Gesetz [2Mos 20,7] sterben. - 45 Der König Salomon aber möge gesegnet sein und der Thron Davids feststehen vor dem Herrn in Ewigkeit. 46 Da gab der König Banajas, dem Sohne Jojadas, Befehl und dieser ging hinaus und schlug ihn, dass er starb. Salomon hatte Semei Schicksal in dessen eigene Hand gelegt, doch da es gilt, strenge Gerechtigkeit zu walten, das königliche Ansehen aufrecht zu erhalten und sich des Schutzes Gottes würdig zu machen, zögert er keinen Augenblick, sich tatkräftig zu zeigen. – Die Septuag hat am Schlusse des Kapitels einige Zusätze, die aber nur eine Wiederholung und Erweiterung des bereits Berichteten darstellen.