c. Achabs Undank und Ungehorsam. (20,1 – 21,29) 1. Benadad, König von Syrien, belagert Samaria, wird aber von Achab durch besonderen Beistand Gottes geschlagen (V. 21) und ein Jahr später von neuem besiegt. (V. 29) Gegen Gottes Willen schont Achab das Leben des gefangenen Königs, weshalb ihm selbst ein gewaltsamer Tod vom Propheten vorhergesagt wird.
1Benadad aber, der König von Syrien,Vergl. [1Koe 15,18]. - sammelte sein ganzes Heer und zweiunddreißig KönigeVasallen, Herren einzelner Städte. - um sich und Rosse und Wagen und er zog aus und kämpfte gegen Samaria und belagerte es.2 Auch sandte er Boten zu Achab, dem Könige von Israel, in die Stadt3 und ließ sagen: So spricht Benadad: Dein Silber und dein Gold ist mein und deine Frauen und deine besten Söhne sind mein!4 Da antwortete der König von Israel: Nach deinem Worte, mein Herr und König! ich bin dein, mit allem, was mein ist.5 Doch die Boten kamen wieder und sprachen: Also spricht Benadad, der uns an dich sendet: Dein Silber und dein Gold, deine Frauen und deine Söhne sollst du mir geben.6 DaherVielmehr. Die Nachgiebigkeit Achabs hat Benadad Hoffnung gemacht, dass er noch mehr erreichen kann. Deshalb lehnt er das Anerbieten des Königs als scheinbar ungenaue Auslegung seiner Worte ab: Du willst nach Gutdünken geben und ich will nach meinem Wohlgefallen nehmen. Er fordert unbedingte Unterwerfung. - werde ich morgen um eben diese Stunde meine Diener zu dir senden, dass sie dein Haus und das Haus deiner Diener durchsuchen, und sie werden alles, was ihnen gefällt, an sich nehmen und forttragen.7 Da berief der König von Israel alle Ältesten des Landes und sprach: Erkennet und sehet, dass er uns nachstellt, denn er hat zu mir gesendet, um meine Frauen und Söhne, um mein Silber und Gold und ich habe es ihm nicht verweigert.8 Da sprachen alle Ältesten und das ganze Volk zu ihm: Höre nicht auf ihn und gehe nicht auf seinen Willen ein.9 Er antwortete also den Boten Benadads: Saget meinem Herrn, dem Könige: Alles, um was du zuerst zu mir, deinem Knechte, gesandt hast, will ich tun; dies aber kann ich nicht tun.10 Als nun die Boten zurückkehrten und es jenem berichteten, sandte er sie nochmals hin und ließ sagen: Dies mögen mir die Götter tun und das dazu, wenn der Staub von Samaria hinreicht, dass alles Volk, welches mir folgt, eine Handvoll davon nehmen kann!So wenig soll von Samara übrig bleiben. -11 Der König von Israel aber antwortete und sprach: Saget ihm: Es rühme sich nicht der Gegürtete gleich dem, der den Gürtel abgelegt hat.Sprichwort: Nicht vor dem Kampfe rühme dich des Sieges. -12 Es geschah aber, als Benadad diese Antwort hörte, trank er eben mit den Königen in den ZeltenRichtiger: In Hütten aus Ästen und Zweigen gebaut. - und er sprach zu seinen Knechten: Umschließet die Stadt! Und sie umschlossen sie.13 Siehe, da kam ein Prophet zu Achab, dem Könige von Israel, und sprach zu ihm: So spricht der Herr: Hast du wohl diese ganze große Menge gesehen? Siehe, ich werde sie heute in deine Hand geben, damit du erfahrest, dass ich der Herr bin!Durch Gottes Fürsorge kommt es nicht zum Sturme. -14 Achab sprach: Durch wen? Er antwortete ihm: So spricht der Herr: Durch die Mannschaften, welche den Obersten der Landschaften folgen.Durch die Mannschaften der Landvögte der eroberten Provinzen, welche V. 15 von den eigentlichen Israeliten unterschieden werden. - Da fragte er weiter: Wer soll den Kampf beginnen? Jener antwortete: Du.Die Israeliten. Achab selbst rückt erst später aus, als die Syrier bereits fliehen. (V. 21) -15 Hierauf musterte er die Leute der Obersten der Provinzen und fand ihre Zahl zweihundertzweiunddreißig und nach ihnen musterte er das Volk, alle Söhne Israels, siebentausend.16 Und sie rückten am Mittage aus. Benadad aber zechte und ward trunken in seinem Zelte und mit ihm die zweiunddreißig Könige, die ihm zu Hilfe gekommen waren.17 Und die Leute der Obersten der Landschaften rückten an der Spitze aus. Da sandte Benadad hin und man berichtete ihm und sprach: Es sind Männer aus Samaria ausgerückt.18 Er sprach: Kommen sie in friedlicher Absicht, so greifet sie lebendig; oder kommen sie, um zu kämpfen, so nehmet sie lebendig gefangen!19 So rückten denn die Leute der Vorsteher der Landschaften aus und das übrige Heer folgte20 und ein jeder erschlug den Mann, der ihm entgegentrat; da flohen die Syrer, Israel aber setzte ihnen nach. Und Benadad, der König von Syrien, floh zu Pferd mit seinen Reitern.Septuag.: Mit einigen Reitern. -21 Auch der König von Israel zog aus und schlug Ross und Wagen und brachte Syrien eine große Niederlage bei.22 (Da trat der Prophet zu dem Könige von Israel und sprach zu ihm: Gehe hin, sei stark und schaue und siehe zu, was du tun sollst,Gehört V. 21 vor V. 20 oder ist in V. 20a etwas ausgelassen? Verstärke deine Streitkräfte. - denn im nächsten Jahre wird der König von Syrien wider dich heranziehen.)23 Die Diener des Königs von Syrien aber sprachen zu diesem: Berggötter sind ihre Götter, darum haben sie uns überwunden; dagegen ist es besser, in der Ebene mit ihnen zu kämpfen, so werden wir sie überwinden.24 Tue also dieses: Entferne alle KönigeVergl. [1Koe 22,31]. - von deinem Heere und setze BefehlshaberDie ganz von dir abhängen. - an ihre Stelle.25 und ergänze die Zahl der Soldaten, die von den Deinen gefallen sind, und die Rosse zu gleicher Zahl wie die früheren, und die Wagen wie die Wagen, welche du früher gehabt hast, und wir wollen gegen sie in der Ebene kämpfen; dann wirst du sehen, dass wir über sie die Oberhand gewinnen werden. Er vertraute ihrem Rate und tat also.26 Als nun ein Jahr vorüber war, musterte Benadad die Syrer und zog nach Aphek, um mit Israel den Kampf zu beginnen.27 Die Söhne Israels wurden gleichfalls gemustert und sie empfingen Speisevorrat und zogen ihnen entgegen und schlugen ihr Lager ihnen gegenüber auf, wie zwei kleine Herden Ziegen,Israel hatte wohl sein Lager in zwei Abteilungen an den Gebirgsabhängen der Ebene Jezrahel aufgeschlagen. - die Syrer aber überschwemmten das Land.28 (Da kam ein Mann Gottes und sprach zu dem Könige von Israel: So spricht der Herr: Weil die Syrer gesagt haben: Ein Gott der Berge ist der Herr und nicht ein Gott der Täler, so will ich diese ganze große Menge in deine Hand geben und ihr sollt erfahren, dass ich der Herr bin.)Die Israeliten metzeln die Syrer nieder
Gustave Doré (1832-1883), La Grande Bible de Tours (Alfred Mame et fils, Tours, 1866)
The Doré Bible Illustrations (Dover Publications, 1974) — Scans bereitgestellt von Rev. Felix Just, S.J.29 So stellten sie sieben Tage lang ihre Reihen einander gegenüber auf, am siebenten Tage aber kam es zur Schlacht, und die Söhne Israels schlugen von den Syrern hunderttausend Mann Fußvolk an einem Tage.30 Die Übriggebliebenen aber flohen nach Aphek in die Stadt und es fiel die Mauer auf die siebenundzwanzigtausend Mann, die noch übriggeblieben waren.Waren die 27000 übriggebliebenen Syrer in Aphek an der Mauer der Stadt, so kämpften sie dort gegen die Israeliten, und fiel in diesem Kampfe ein großer Teil der Mauer auf die Syrer, so fiel die Mauer auf die Übriggebliebenen, auch wenn nur ein Teil derselben durch die Mauer getötet ward. - Auch Benadad kam auf der Flucht in die Stadt und verbarg sich im innersten Gemache.31 Da sprachen seine Diener zu ihm: Siehe, wir haben gehört, dass die Könige des Hauses Israel barmherzig sind; wir wollen also Trauergewänder um unsere Lenden legen und Stricke um unsere HäupterDie Säcke (Trauergewänder) waren ein Zeichen der Reue und Buße, die Stricke Zeichen der völligsten Unterwerfung. - und zu dem Könige von Israel gehen, vielleicht wird er uns dasHebr.: dein. - Leben schenken.32 Und sie gürteten Trauergewänder um ihre Lenden und Stricke um ihre Häupter und kamen zu dem Könige von Israel und sprachen zu ihm: Dein Knecht Benadad lässt dir sagen: Lass mich am Leben, ich bitte dich! Jener antwortete: Ist er noch am Leben, so ist er mein Bruder.Diese Demut schmeichelte Achab und er behandelte Benadad in der Antwort als ebenbürtigen König. -33 Das nahmen die Männer für ein gutes Zeichen und griffen eilig das Wort aus seinem Munde aufHebr. etwa: nahmen dies als zugesichert, brachten es vor ihm in Sicherheit. - und sprachen: Benadad ist dein Bruder!Vielleicht Frage. - Er sprach zu ihnen: Gehet und führet ihn zu mir! Da kam Benadad zu ihm heraus und er ließ ihn auf seinen Wagen steigen.34 DieserBenadad. Er will Achab bei geneigtem Wohlwollen erhalten. - sprach zu ihm: Die Städte, die mein Vater deinem Vater weggenommen hat, will ich zurückgeben; lege dir StraßenEine mit Mauern abgeschlossenen Karawanserei, welche ganze Straßen einzunehmen pflegte. - in Damaskus an, wie mein Vater in Samaria getan hat, und ich werde als Verbündeter von dir scheiden. Er schloss also einen Bund mit ihm und entließ ihn.35 Da sprach einer von den Söhnen der ProphetenDen Prophetenschülern. - zu seinem Genossen auf den Befehl des Herrn: Schlage mich!Damit meine Wunde versinnbildliche, welche Achab und das Volk durch die Begnadigung Benadads erlitten. - Aber dieser wollte ihn nicht schlagen.36 Da sprach jener zu ihm: Weil du nicht auf die Stimme des Herrn hast hören wollen, siehe, so wird ein Löwe dich töten, wenn du von mir gegangen bist. Als er sich nun etwas von ihm entfernt hatte, traf ein Löwe auf ihn und tötete ihn.37 Hierauf traf er noch einen andern Mann und sprach zu ihm: Schlage mich! Dieser schlug und verwundete ihn.38 Alsbald ging der Prophet hin und stellte sich dem Könige auf dem Wege entgegen und gab sich ein anderes Aussehen, indem er Staub auf seinen Mund und seine AugenNach anderen: eine Binde über den Augen anlegte. - streute.39 Als nun der König vorüberkam, rief er denselben an und sprach: Dein Knecht war zum Handgemenge in die Schlacht ausgezogen; da floh ein Mann und ein anderer führte ihn zu mirHebr.: war ausgezogen mitten in die Schlacht, da trat (plötzlich) jemand aus der Schlachtreihe aus, brachte einen Mann zu uns und sprach. - und sprach: Bewahre diesen Mann; wenn er entrinnt, so soll dein Leben für sein Leben einstehen oder du sollst ein Talent SilberÜber 6000 Mark. Der gefangene wird damit als eine wichtige Person bezeichnet. - zahlen.40 Während ich aber bestürzt mich dahin und dorthin wandte, war er plötzlich nicht mehr zu sehen. Da sprach der König von Israel zu ihm: Das ist dein Urteil, das du selbst gefällt hast.41 Alsbald wischte er den Staub von seinem Angesichte und der König von Israel erkannte, dass er einer von den Propheten war.42 Dieser aber sprach zu ihm: So spricht der Herr: Weil du einen Mann, der des Todes würdig war,Hebr.: Der meinem Banne verfallen war. (Benadad) Siehe [4Mos 21,2]. Die Freilassung Benadads war eine Leugnung der macht und Gnade Jahves, der ihn in deine Hände gegeben. Dein Sieg sollte offenbar machen, dass Jahve allein Gott ist. Die Strafe, welche du jenem eigenmächtig erlassen, soll dich und dein Volk treffen. aus deiner Hand gelassen hast, so soll dein Leben für sein Leben und dein Volk für sein Volk einstehen.43 Alsbald kehrte der König von Israel in sein Haus zurück, ohne darauf hören zu wollen, und kam zornschnaubend nach Samaria.