1. Könige 21
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
2. Achab lässt gegen Recht und Billigkeit auf Betreiben seiner Gemahlin Naboth steinigen, um dessen Weinberg zu erlangen. (V. 16) Elias bedroht ihn auf Gottes Befehl mit harter Strafe (V. 26), welche indes wegen der Buße, die Achab tut, gemildert wird.
1 Nach diesen Begebenheiten geschah es um diese Zeit, dass Naboth, der Jezraheliter, einen Weinberg hatte, der in Jezrahel nahe bei dem Palaste Achabs, des Königs von Samaria, Jezrahel war nur Sommerresidenz. – Als Achab nach außen Ruhe hat, denkt er, ohne dass die Erfahrungen, welche er gemacht, einen tieferen Eindruck zurückgelassen haben, nur an seinen Lustgarten. - lag. 2 Achab nun redete zu Naboth und sprach: Gib mir deinen Weinberg, dass ich mir einen Gemüsegarten daraus mache, denn er ist nahe und neben meinem Hause gelegen, und ich werde dir statt seiner einen bessern Weinberg geben oder, wenn es dir vorteilhafter scheint, den Preis in Geld, so viel er wert ist. 3 Naboth aber antwortete ihm: Der Herr sei mir gnädig, das Erbe meiner Väter kann ich dir nicht geben. Nach dem Gesetze [3Mos 25,23ff, 4Mos 36,7.8]. Anstatt diese Gewissenhaftigkeit zu achten, zieht Achab verdrießlich nach Samaria. - 4 Da kam Achab in sein Haus, missmutig und ergrimmt über die Antwort, die Naboth, der Jezraheliter, ihm gegeben hatte, indem er sprach: Das Erbe meiner Väter werde ich dir nicht geben. Und er warf sich auf sein Lager, kehrte sein Angesicht zur Wand und aß kein Brot. Aus Sucht nach dem fremden verschmäht er das eigene. (Ambr.) Die kindische Handlungsweise Achabs zeigt, dass ihm zwar die Gesinnung der Bosheit nicht abgeht, wohl aber die Energie der Tat fehlt. - 5 Da kam sein Weib Jezabel zu ihm und sprach zu ihm: Was ist die Ursache, dass deine Seele betrübt ist? und warum issest du nicht dein Brot? 6 Er antwortete ihr: Ich habe mit Naboth, dem Jezraheliter, geredet und zu ihm gesagt: Gib mir deinen Weinberg und nimm dafür Geld oder, wenn es dir gefällt, will ich dir statt seiner einen besseren Weinberg geben; aber er sprach: Ich werde dir meinen Weinberg nicht geben! 7 Da sprach sein Weib Jezabel zu ihm: Großes Ansehen hast du und trefflich herrschest du über das Reich Israel! Spöttisch. Ebenso hebr.: Übst du jetzt Königsgewalt in Israel aus? - Steh auf, nimm Speise zu dir und sei guten Muts, ich will dir den Weinberg Naboths, des Jezraheliters, verschaffen. 8 Hierauf schrieb sie Briefe in Achabs Namen, siegelte sie mit seinem Ringe Das Siegel enthielt wohl den Namen des Königs. - und sandte sie an die Ältesten und Vornehmsten, die in seiner Stadt waren und mit Naboth daselbst wohnten. 9 Der Inhalt der Briefe aber war dieser: Rufet ein Fasten aus Unter irgendeinem Vorwande. Mit solchen Fasten war meist eine öffentliche Versammlung verbunden, welche Gelegenheit zum Vorgehen gegen Naboth bietet. - und lasset Naboth sich unter die Vornehmsten des Volkes setzen Damit der Unwille des Volkes umso heftiger werde, wenn man seine Unwürdigkeit und Schuld vorführt. - 10 und stellet heimlich zwei Männer, Söhne Belials, Nichtsnutzige Leute. - gegen ihn auf, dass sie falsches Zeugnis ablegen und sagen: Er hat Gott und dem Könige geflucht! Dann führet ihn hinaus und steiniget ihn und so sterbe er. Auf Gotteslästerung steht Todesstrafe. [5Mos 13,10, 5Mos 17,5] Die Lästerung des Königs als des Stellvertreters Gottes, zieht gleichfalls Todesstrafe nach sich. Vergl. [2Sam 16,9] - 11 Da taten seine Mitbürger, die Ältesten und Vornehmsten, Sie sind des Königspaares würdig. - welche mit ihm in der Stadt wohnten, wie Jezabel ihnen befohlen hatte und wie in den Briefen geschrieben stand, welche jene an sie gesandt hatte. 12 Sie riefen ein Fasten aus und setzten Naboth unter die Ersten des Volkes. 13 Dann führten sie zwei Männer herbei, Teufelskinder, Nichtsnutzige Leute. - und setzten sie ihm gegenüber; diese aber bezeugten, nämlich als teuflische Menschen, gegen ihn vor der Menge: Naboth hat Gott und dem Könige geflucht. Darum führten sie ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn zu Tode. Mit seinen Söhnen. [2Koe 9,26] - 14 Dann sandten sie zu Jezabel und ließen ihr sagen: Naboth ist gesteinigt worden und tot. 15 Es begab sich aber, als Jezabel hörte, dass Naboth gesteinigt und tot sei, sprach sie zu Achab: Mache dich auf, nimm den Weinberg Naboths, des Jezraheliters, in Besitz, welcher dir nicht willfahren und ihn dir nicht für Geld verkaufen wollte; denn Naboth lebt nicht mehr, sondern ist tot. Die Güter der Majestätsverbrecher und Empörer wurden konfisziert. Vergl. [2Sam 16,4]. Das Verfahren gegen Naboth bildet einen Wendepunkt in der Geschichte Achabs. Der Mord Naboths war ein Beweis, dass Gottes Langmut vergeblich gewesen. Darum musste der Prophet wieder auftreten, dessen Amt es war, die Gerichte Gottes zu verkünden. [JSir 48,10] Jezabel hat sich bis dahin nur als fanatische Verehrerin der Astarte gezeigt, jetzt offenbart sich ihre volle Ruchlosigkeit. Sie sieht die Königsgewalt nicht als eine Stellvertretung Jahves, sondern als eine absolute Herrschaft an, die jedes Mittel, das in ihrer Macht liegt, gebrauchen darf, ja jeder Ungehorsam gegen die Tyrannei soll als Majestätsverbrechen gelten und scheinbare Gerechtigkeit ein Deckmantel werden für die Ruchlosigkeit. - 16 Als Achab dies hörte, nämlich dass Naboth tot sei, machte er sich auf und ging zu dem Weinberge Naboths, des Jezraheliters, hinab, Samaria lag 443, Jezrahel 123 Meter über dem Meere. - um ihn in Besitz zu nehmen. 17 Das Wort des Herrn aber erging an Elias, den Thesbiter, also: 18 Mache dich auf und gehe hinab, Achab entgegen, dem Könige von Israel, der in Samaria wohnt; siehe, er ist in den Weinberg Naboths hinabgegangen, um ihn in Besitz zu nehmen. 19 Rede zu ihm und sage: So spricht der Herr: Du hast gemordet und dann dir zugeeignet! Hebr.: Frage. - Und weiter sage: So spricht der Herr: An diesem Orte, an dem die Hunde das Blut Naboths geleckt haben, sollen sie auch dein Blut lecken. Hebr.: An der Stätte, wo die Hunde Naboths Blut geleckt haben, sollen die Hunde auch dein Blut lecken! Vermutlich wurde Naboth als Verbrecher außerhalb der Stadt hingerichtet, also außerhalb der Stadt sollst du sterben und Hunde dort dein Blut lecken. - 20 Achab sprach zu Elias: Hast du mich dir feindselig erfunden? Hast du mich je als deinen Feind erfunden, dass du nun einen gewalttätigen Tod über mich verhängen willst, den du doch als Vertreter Gottes abwenden kannst? Hebr.: Hast du mich gefunden, mein Feind? Achab sucht die Drohung des Propheten nicht als Ausspruch des Herrn, sondern als Ausfluss persönlicher Feindseligkeit hinzustellen. - Er sprach: Ich habe dich so erfunden, weil du dich verkauft hast, um zu tun, was vor dem Herrn böse ist. 21 Siehe, Zweites Urteil über Achab. Vergl. [1Koe 20,42] - ich werde Unglück über dich kommen lassen und werde deine Nachkommen abmähen Hebr.: Wegfegen. - und von Achab töten, wer die Wand nässt, und den Eingeschlossenen Unmündigen. - und Geringsten in Israel. 22 Und ich will deinem Hause tun, wie ich dem Hause Jeroboams, des Sohnes Nabats, und wie ich dem Hause Baasas, des Sohnes Ahias, getan habe, weil du mich mit deinem Tun zum Zorne gereizt und Israel zur Sünde verführt hast. 23 Aber auch über Jezabel redete der Herr und sagte: Die Hunde werden Jezabel auf dem Felde von Jezrahel fressen! 24 Stirbt Achab Hebr.: Wer von Achab (von Achabs Nachkommen) in der Stadt stirbt. - in der Stadt, so sollen ihn die Hunde fressen; stirbt er aber auf dem Felde, so sollen ihn die Vögel des Himmels verzehren. 25 Es hat also keinen anderen gegeben, der so wie Achab war, der sich verkaufte zu tun, was böse war vor dem Herrn, denn sein Weib Jezabel reizte ihn dazu an 26 und er ward derart verabscheuungswürdig, dass er den Götzen anhing, welche die Amorrhiter gemacht hatten, Hebr.: ganz wie die Amorrhiter getan. - die der Herr vor den Söhnen Israels vernichtet hatte. 27 Als nun Achab diese Worte hörte, zerriss er seine Kleider und legte ein härenes Gewand um den bloßen Leib und fastete und schlief in einem Bußgewande und ging mit gebeugtem Haupte Hebr.: still. - einher. Die Buße war wohl aufrichtig (Chry.), aber keine tiefgehende und dauernde Bekehrung, denn Achab macht sein Unrecht nicht wieder gut. (Ambros.) - 28 Da erging das Wort des Herrn an Elias, den Thesbiter, also: 29 Hast du nicht gesehen, wie Achab sich vor mir verdemütigt hat? Weil er sich also meinetwillen verdemütigt hat, will ich das Unglück nicht in seinen Tagen hereinbrechen lassen, sondern in den Tagen seines Sohnes will ich das Unglück über sein Haus kommen lassen. Das ganze Unheil soll nicht über Achab kommen, sondern nur ein Teil. Der Herr weist auf die Drohung hin, das Unrecht der Väter an den Kindern bis ins 3. und 4. Glied zu strafen. Die Milderung der Strafe hob das Lecken des Blutes durch die Hunde bei Jezrahel auf; dass sie es bei Samaria taten, war Zeichen des [1Koe 20,42] angedrohten gewaltsamen Todes.
Zitiert in 36
- Dieses Kapitel Compendium of the Social Doctrine of the Church(377)Summa (EN)(II-II 70.2)Amoris Laetitia(§26)
- V. 1 CCC(¶2538)
- V. 2 CCC(¶2538)
- V. 3 CCC(¶2538)
- V. 4 CCC(¶2538)
- V. 5 CCC(¶2538)
- V. 6 CCC(¶2538)
- V. 7 CCC(¶2538)
- V. 8 CCC(¶1295
¶2538) - V. 9 CCC(¶2538)
- V. 10 CCC(¶2538)
- V. 11 CCC(¶2538)
- V. 12 CCC(¶2538)
- V. 13 CCC(¶2538)
- V. 14 CCC(¶2538)
- V. 15 CCC(¶2538)
- V. 16 CCC(¶2538)
- V. 17 CCC(¶2538)
- V. 18 CCC(¶2538)
- V. 19 CCC(¶2538)
- V. 20 CCC(¶2538)
- V. 21 CCC(¶2538)
- V. 22 CCC(¶2538)
- V. 23 CCC(¶2538)
- V. 24 CCC(¶2538)
- V. 25 CCC(¶2538)
- V. 26 CCC(¶2538)
- V. 27 CCC(¶2538)Summa (EN)(II-II 187.6
Suppl 14.5) - V. 28 CCC(¶2538)
- V. 29 CCC(¶2538)Summa (EN)(II-II 187.6)