1. Könige 6
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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Im zweiten Monat des vierten Jahres beginnt Salomon den Tempelbau. (V. 1) Zuerst wird der Außenbau vollendet (V. 10), den Gott gutheißt (V. 13), dann das Innere: Heiliges und Allerheiligstes (V. 22), die beiden Cherubim (V. 28) und anderer Schmuck. Beendigung des Baues im achten Monate des elften Regierungsjahres Salomons.
1 Es war also im vierhundert und achtzigsten Jahre nach dem Auszuge der Söhne Israels aus dem Lande Ägypten, im vierten Jahre der Regierung Salomons über Israel, Die genaue Zeitangabe weist auf die Wichtigkeit des zu Erzählenden hin. Ist auch die Berechnung schwer, so sind die Zahlen, welche Fl. Josephus an die Stelle der hier gegebenen setzt, sicher falsch und nach rabbinischen Lehrmeinungen konstruiert. - im Monat Ziv (das ist der zweite Monat), Hebr.: Ziv (nach dem Exil Ijar genannt) Glanz, Blumenpracht? Er fällt in den April und Mai unserer Einteilung. Nach der gewöhnlichen Annahme ist das Jahr des Tempelbaues 3208 nach Erschaffung der Welt, das 1017. Jahr vor Chr. - dass man anfing, dem Herrn ein Haus zu bauen. 2 Das Haus Der eigentliche Tempel: Heiligtum und Allerheiligstes. - aber, welches der König Salomon dem Herrn baute, hatte sechzig Ellen Die Maße werden nach dem freien Raum im Innern gegeben ohne die Dicke der Mauern und der decken. Die heilige Elle war etwa 52 Ctm. lang. - in der Länge, Von Osten nach Westen. - zwanzig Ellen in der Breite Von Süden nach Norden. - und dreißig Ellen in der Höhe. 3 Vor dem Tempel war eine Halle, zwanzig Ellen lang, nach dem Maße der Breite des Tempels, Die Halle lief von Süden nach Norden. Nach [2Chr 3,4] war sie 120 Ellen hoch. (Syr. Arab. LXX. A. haben: 20 Ellen) Demnach mochte der ganze Bau von außen etwa 50 m lang und 26 ¼ m breit, die Anbauten 9 ½ m, der Hauptbau etwa 17 m hoch sein, so dass er weit über die Anbauten emporragte und ausreichend Raum zu Fenstern bot. - und zehn Ellen Breite hatte sie an der Vorderseite des Tempels. 4 Und er brachte in dem Tempel sich allmählich verengende Fenster Die Fensteröffnungen waren wohl mit einem Gitter von starken, fest gemachten Querstäben verschlossen, so dass sie nur gedämpftes Licht in das Heiligtum einließen. Sie dienten besonders dazu, frische Luft zuzuführen. - an. 5 Auf die Wand des Tempels baute er Stockwerke ringsum, an die Mauern des Hauses, rings um den Tempel sowie um den Spruchort, und legte ringsum Seitengemächer an. 6 Das Stockwerk, welches unten war, hatte fünf Ellen in der Breite, das mittlere Stockwerk sechs Ellen in der Breite und das dritte Stockwerk hatte sieben Ellen in der Breite; die Balken aber legte er am Hause ringsum so von außen an, dass sie nicht in die Mauern des Tempels eingriffen. Über dem Allerheiligsten befand sich zunächst ein Obergemach, durch welches dasselbe in gleicher Höhe mit dem Heiligen kam. Doch auch über dem ganzen Tempelhause befanden sich Obergemächer. [1Chr 28,11] An der Nord-, West- und Südseite umgab das Tempelgebäude ein Nebenbau in drei Stockwerken. In jedem dieser Stockwerke befanden sich verschiedene, fünf Ellen hohe, durch Türen miteinander verbundene Zellen, welche für Aufbewahrung der den Herrn geweihten Kleider, Waffen usw. [1Koe 7,51, 1Koe 15,15, 2Koe 11,10] Gefäße und Schätze dienten. Die Breite dieser Zellen nahm mit jedem Stockwerk zu; im untersten betrug sie 5, im mittleren 6, im obersten 7 Ellen, während die Mauern des Tempelgebäudes dem entsprechend um eine Elle abnahmen. Auf den dadurch gebildeten Mauerabsätzen lagen die Deckenbalken der Stockwerke und ließen so die heilige Tempelmauer unversehrt, während sie in die Außenmauer des Nebenbaues eingelassen waren. - 7 Als aber das Haus gebaut wurde, ward es von behauenen und zugerichteten Steinen aufgerichtet, und es wurde kein Hammer, noch Beil, noch irgend ein anderes eisernes Werkzeug an dem Hause gehört, als es gebaut wurde. 8 Der Eingang zum mittleren Seitengemache befand sich auf der rechten Seite des Hauses, auf einer Wendeltreppe stieg man zu dem mittleren Stockwerke empor und von dem mittleren in das dritte. Der Eingang zu diesem Anbau befand sich auf der Südseite, wohl in der Mitte, und eine Wendeltreppe (V. 8) in der äußeren Mauer führte in das mittlere und obere Stockwerk und wahrscheinlich noch auf das Dach und die Obergemächer. - 9 So baute er das Haus und vollendete es und bedeckte das Haus mit Tafelwerk von Zedern. 10 Und über dem ganzen Hause her erbaute er ein Stockwerk, fünf Ellen in der Höhe, und deckte das Haus mit Zedernholz. Das Dach war wahrscheinlich flach, aus aneinandergereihten Zedernbalken mit schwacher Wölbung aufwärts und einem Estrich oder einer Marmor. Inkrustation zur Abwehr der Feuchtigkeit. - 11 Da erging das Wort des Herrn an Salomon und er sprach: V. 11 – 14 fehlen in der Septuag. Jedenfalls gehört V. 14 hinter V. 10. Das Wort des Herrn ergeht wohl durch einen Propheten. - 12 Du bauest nun dieses Haus; wenn du in meinen Geboten wandelst und nach meinen Rechten tuest und alle meine Gesetze hältst und darnach wandelst, so will ich mein Wort an dir bestätigen, welches ich zu David, deinem Vater, gesprochen habe. 13 Ich werde inmitten der Söhne Israels wohnen und mein Volk Israel nicht verlassen. 14 So baute Salomon das Haus und vollendete es. 15 Und er baute die Wände des Hauses nach innen zu mit Tafelwerk von Zedern, vom Fußboden des Hauses bis an die obersten Teile der Wände und bis zur Decke überkleidete er es innen mit Zedernholz und den Fußboden des Hauses belegte er mit Brettern von Tannenholz. Wohl: Zypressenholz. - 16 An dem hinteren Teile des Tempels baute er zwanzig Ellen Tafelwerk von Zedernholz, vom Fußboden bis oben hinauf, und richtete das innere Haus des Spruchortes als das Allerheiligste ein. Das Allerheiligste war ein Kubus von 20 Ellen. - 17 Vierzig Ellen war der Tempel selbst Das Heilige. - vor dem Spruchorte lang. 18 Und das ganze Haus wurde innen mit Zedernholz überkleidet, darauf kam Schnitzwerk, das künstlich miteinander verbunden war, und erhabene Arbeit; Hebr.: Und das Zedernholz vom Hause inwendig war mit Schnitzwerk von Eierstäben und knospendem Blumenwerk. Die geschnitzten Verzierungen waren indes nicht, wie die Vulgata will, erhaben auf den Wänden, sondern vielmehr eingegraben. Dann aber wurde das Ganze, Decken, Wände und Fußböden mit Goldblech in der Weise überzogen, dass die Verzierungen an den Wänden auch in dem goldenen Überzuge sichtbar blieben. (V. 18) Das Goldblech war mit Goldnägeln befestigt. So war nicht nur das eigentliche Tempelhaus, sondern auch die Vorhalle und die Obergemächer vergoldet. [2Chr 3,4] - alles war mit Getäfel von Zedernholz überzogen, so dass kein Stein an der Wand zu sehen war. Während die Außenseite im Glanze des Marmors erstrahlte. - 19 Den Spruchort aber bereitete er inmitten des Hauses im innern Teile, Das Allerheiligste war von dem heiligen durch eine mit Zedernbrettern bekleidete Mauer oder durch eine einfache Bretterwand getrennt, in welcher sich eine fünfeckige Türöffnung befand, die durch eine Tür und dazu durch einen vierfarbigen Vorhang geschlossen werden konnte. Die Tür, eine Flügeltür (V. 31), war von Ölbaumholz und in derselben Weise verziert wie die Scheidewand und mit Gold überzogen. Die Flügeln drehten sich in goldenen Angeln. - um die Lade des Bundes des Herrn daselbst hinzusetzen. 20 Der Spruchort hatte zwanzig Ellen in der Länge, zwanzig Ellen in der Breite und zwanzig Ellen in der Höhe; diesen überdeckte und überzog er mit lauterem Golde. Auf die Vergoldung des Allerheiligsten allein, d. i. seiner vier Wände, Decke und Fußboden, sechs Flächen, jede von 400 Quadratellen, wurden 650 Talente (29250 Kilogr.) nach heutigem Werte etwa 78 Millionen Mark verwendet. Vergl. [1Chr 29,2.7, 2Chr 3,6.8]. - Auch den Altar Den Rauchopferaltar. Vergl. [2Mos 30,6] und [2Mos 40,5]. - überkleidete er mit Zedernholz. 21 Ebenso überzog er das Haus vor dem Spruchorte mit lauterem Golde und befestigte die Platten mit goldenen Nägeln. Hebr.: Und er zog goldene Ketten vor den Hinterraum. Entweder verschlossen diese das Allerheiligste oder waren nur eine Verzierung. - 22 Und es war nichts im Tempel, was nicht mit Gold bedeckt wurde, auch den ganzen Altar vor dem Spruchorte bedeckte er mit Gold. 23 Und er machte im Spruchorte zwei Cherubim aus Ölbaumholz, zehn Ellen in der Höhe. 24 Fünf Ellen hatte der eine Flügel des einen Cherub und fünf Ellen der andere Flügel des Cherub, das ist, es waren zehn Ellen von dem Ende des einen Flügels bis zu dem Ende des andern Flügels. 25 Auch der andere Cherub maß zehn Ellen, Maß und Arbeit war an beiden Cherubim gleich, 26 das ist, der eine Cherub war zehn Ellen hoch und ebenso auch der andere Cherub. 27 Und er stellte die Cherubim in die Mitte des inneren Tempels; die Cherubim hielten ihre Flügel ausgebreitet, so dass der Flügel des einen die eine Wand berührte, während der Flügel des andern Cherub die andere Wand berührte, die andern Flügel aber berührten einander in der Mitte des Tempels. Die ausgebreiteten Flügel der Cherubim nahmen die ganzen Breite des Allerheiligsten in der Weise ein, dass sie ihr Angesicht gegen das Heilige richteten. - 28 Auch die Cherubim überzog er mit Gold. 29 Und alle Wände des Tempels ringsum verzierte er mit allerlei erhabener Arbeit und Drehwerk und Nämlich. - brachte an demselben Cherubim und Palmen und allerlei Zieraten an, aus erhabener Arbeit und gleichsam aus der Wand hervortretend. Hebr.: mit Schnitzwerk von Cheruben, Palmen und Blumengewinden einschneiden, sowohl im innern wie im äußeren (Hause). - 30 Auch den Fußboden des Hauses überzog er mit Gold, den inneren wie den äußeren. 31 Und an den Eingang in den Spruchort machte er kleine Türen von Ölbaumholz mit Pfosten von fünf Ecken. Die Tür war eine Flügeltür und drehte sich in goldenen Angeln. Nach einigen nahm sie den fünften Teil der Trennungswand ein und war alsdann 4 Ellen breit, nach anderen war sie an fünfeckigen Türpfosten befestigt und hing in einer fünfeckigen Türbekleidung, so dass sich über der Tür noch ein Dreieck befand. - 32 Auch die beiden Türflügel waren von Olivenholz und er ließ darauf Schnitzwerk von Cherubim und Palmen und erhabene Arbeit anbringen, die weit hervorsprang, und überzog sie mit Gold; und er überkleidete sowohl die Cherubim als die Palmen und das übrige mit Gold. 33 Und an den Eingang in den Tempel setzte er Pfosten von Ölbaumholz ins Gevierte Ein Viereck ohne Giebel. - 34 und zwei Türen von Tannenholz hintereinander; jede Tür hatte zwei Flügel, die aneinander hingen, wenn man sie öffnete. Die Türen waren entweder in eine obere oder untere Hälfte oder in zwei senkrecht nebeneinander stehende, durch drehbare Bänder zusammengehaltene Hälften verbunden. - 35 Auch ließ er Schnitzwerk von Cherubim und von Palmen und von erhabener Arbeit, die weit hervorragte, anbringen und überzog alles mit Goldplatten, im Gevierte nach der Richtschnur gearbeitet. Dem Schnitzwerke angepasst. - 36 Und er baute den innern Vorhof mit drei Lagen von geglätteten Steinen und einer Lage von Zedernbalken. Von dem äußeren Vorhofe ist [2Chr 4,9] die Rede. Dieser hatte mit Erz beschlagene Tore, war also nach außen mit einer Mauer umgeben. Rings um denselben waren Kammern und Zellen angelegt für Priester und Leviten. Das Haupttor war das Osttor. - 37 Im vierten Jahre, im Monat Ziv, ward zu dem Hause des Herrn Nicht sollte der Tempel Jahve räumlich einschließen (vergl. [1Koe 8,27]), sondern dort sollte Jahves Name wohnen, Gott sich bezeugen. Vergl. [2Mos 29,43.46]. Die Überziehung des Innern mit Gold wies darauf hin, dass dies Haus die Residenz des himmlischen Königs sei, die Palmen (Palästina ist ein Palmenland) waren Sinnbilder des Friedens. - der Grund gelegt 38 und im elften Jahre, im Monat Bul, Der im Mondjahre teils dem Oktober, teils dem November entspricht. - (das ist der achte Monat) ward das Haus vollendet in seinem ganzen Umfange und mit allen seinen Gerätschaften; also baute er daran sieben Jahre. Der Tempel hatte die gleiche Bestimmung wie die Stiftshütte, an deren Stelle er trat und deren Grundformen er sich anschloss.