1. Samuel 10

c. Saul wird durch das Eintreffen dreier Zeichen, welche ihm Samuel voraussagt (V. 7), versichert, dass er von Gott erwählt ist und den Auftrag des Propheten (V. 8) erfüllen muss. (V. 16) B. Sauls öffentliche Einsetzung zum Könige und Bestätigung. (10,17 – 11,15) a. Samuel beruft das Volk nach Maspha und verkündigt ihm, dass der Herr ihm einen König geben werde. (V. 19) Das Los trifft Saul als König, der als solcher von dem Volke begrüßt wird. B. Samuel schreibt das Recht des Königs nieder (V. 25), ein Teil der Israeliten verschmäht Saul als König.

Da nahm Samuel ein Gefäß mit Öl, goss es über sein Haupt Die Salbung mit Öl versinnbildlicht die Begabung mit dem Geiste Gottes [3Mos 8,12]. Bis dahin war im Volke Gottes keine andere Salbung als die der Priester und des Heiligtums vorgekommen. [2Mos 30,23ff, 3Mos 8,10ff] Wenn also Saul durch Salbung zum Könige geweiht wird, so wird dadurch das Königtum neben dem Priestertum als göttliche Ordnung eingesetzt, durch welche der Herr seinem Volke gleichfalls Gaben seines Geistes zufließen lassen will zum Ausbau seines Reiches. Auch bei den benachbarten Völkern war es wohl Sitte, die Könige zu salben. [Rich 9,8] Die Könige von Juda wurden gesalbt [2Koe 11,12, 2Koe 23,30], auch Absalon [2Sam 19,10]. Von den Königen in Israel wird einzig Jehu als von einem Propheten gesalbt erwähnt. [1Koe 19,16] Das Öl wurde der Stiftshütte entnommen. [1Koe 1,39] - aus, küsste ihn und sprach: Siehe, der Herr hat dich zum Fürsten über sein Erbe gesalbt, und du sollst sein Volk aus der Hand seiner Feinde, die es ringsum umgeben, befreien. Und dies Der Satz: Und du sollst usw. ist so aus der Itala übernommen. Damit Saul wusste, dass seine Salbung nicht einen Menschen, sondern Gott zum Urheber hatte, fügte der Prophet Zeichen bei: das Begegnen mit zwei Männern zur Mittagszeit, das Zusammentreffen mit den drei Männern mit Opfergaben, das Entgegenkommen der Propheten. - soll dir ein Zeichen sein, dass der Herr dich zum Fürsten gesalbt hat: Die Worte fehlen im Hebr., doch vielleicht durch Schuld des Abschreibers. - Wenn du heute von mir weggehst, so wirst du bei dem Grabe Rachels an der Grenze Benjamins, gegen Süden, Hebr.: In Zelzach. - auf zwei Männer treffen, diese werden dir sagen: Die Eselinnen, welche du zu suchen ausgegangen warst, haben sich gefunden; aber dein Vater denkt nicht mehr an die Eselinnen, sondern ist um euch bekümmert und spricht: Was soll ich wegen meines Sohnes tun? Und wenn du von da fort und weiter gehst und zur Eiche Thabor Die Terebinthe Thabor wird sonst nicht erwähnt. - kommst, so werden dich daselbst drei Männer treffen, welche zu Gott nach Bethel In Bethel, wo Gott den Abraham und Jakob erschienen, war wohl eine dem Herrn geweihte Opferstätte. - hinaufgehen; der eine führt drei Böckchen mit sich, der andere drei Rundbrote, und der dritte trägt einen Krug Wein. Diese werden dich grüßen und dir zwei Brote geben, und du sollst sie aus ihrer Hand annehmen. Die erste Huldigung durch einen Teil des Gott zustehenden Opfers, wie er die Salbung mit den Priestern gemein hat. Es ist dieser Vorgang die deutlichste Bestätigung für Saul, dass Gott ihn erwählt. - Darnach wirst du zu dem Hügel Gottes Gabaa. An dem Orte, wo die Philister, die Bedränger Israels, militärische Posten aufgestellt haben, soll der Geist Gottes über ihn kommen und ihn mit der zu seinem Amte erforderten Gotteskraft ausrüsten. [1Koe 3] - kommen, wo eine Besatzung der Philister ist; und wenn du dort in die Stadt trittst, wird dir eine Schar Propheten Diese Propheten sind Männer, welche sich der Betrachtung des Gesetzes, regelmäßiger Andachtsübungen, mancherlei Abtötungen befleißigten und ihren Eifer für die Ehre Gottes durch heilige Lieder u. dgl. an den Tag legten. Dass Gott sie aller höheren Eingebungen würdigte, war nicht notwendig, ebenso wenig, dass sie eine bestimmte Sendung an das Volk erhielten. Vergl. [4Mos 11,25]. Diese Einrichtung war als bleibend von Gott verheißen. [5Mos 18,9ff] Zur Zeit Helis war die Prophetengabe selten. [1Sam 3,1] Samuel war Stifter von Schulen geworden, von denen die eine bei Gabaa, die andere bei Rama war. [1Sam 19,20] - begegnen, die von der Höhe herabkommen, mit Harfen und Pauken und Flöten und Zithern, und sie selbst werden weissagen. Da wird der Geist des Herrn über dich kommen, und du wirst mit ihnen weissagen und in einen andern Menschen verwandelt werden. Wenn dir nun alle diese Zeichen eingetroffen sind, so tue, was dir unter die Hand kommt, denn der Herr ist mit dir. Mit besonderem Beistande. Warum und wann etwa Saul nach Galgala gehen soll, wird ihm bekannt gewesen sein. Galgala wird zweimal genannt: In Galgala legt Samuel sein Richteramt nieder und erneuert das Königtum [1Sam 11,12ff], worauf Saul den Kampf gegen die Philister beginnt. [1Sam 13,1] Als nach dem siegreichen Kampfe Jonathas die Philister bis Machmas vorrücken, beruft Saul das Volk nach Galgala zum Kampfe und bringt, da Samuel verzieht, Opfer dar. [1Sam 13,13ff] Auf dies zweite Ereignis weist die Bemerkung [1Sam 13,8] hin. Die Zeitbestimmung wird durch V. 7 als von der höchsten Bedeutung hingestellt: Alsdann soll er vom Propheten die volle Regierungsgewalt erhalten. Die Zwischenzeit ist eine Zeit der Probe, in der es sich entscheiden soll, ob in seiner Familie die Königswürde bleiben wird. [1Sam 13,13] - Und gehe mir voraus nach Galgala hinab (denn ich werde zu dir hinabkommen), um ein Opfer darzubringen und Friedopfer zu schlachten; sieben Tage warte, bis ich zu dir komme und dir anzeige, was du tun sollst. Als er nun den Rücken wandte, um von Samuel wegzugehen, gab ihm der Herr ein anderes Herz, und alle diese Zeichen trafen an demselben Tage ein. Und als sie an den vorbenannten Hügel kamen, siehe, da ging ihm eine Schar von Propheten entgegen; und der Geist des Herrn kam über ihn, dass er in ihrer Mitte weissagte. Die Benjamiten waren auf Kis und Saul neidisch, da deren Familie unter den letzten des Stammes war. Diese wird nun durch Sauls Prophetengabe hoch geehrt. - Als nun alle, welche ihn von gestern und von früher her kannten, sahen, dass er bei den Propheten war und weissagte, sagten sie zueinander: Was ist dem Sohne Kis begegnet? Ist wohl auch Saul unter den Propheten? Und einer antwortete dem andern und sprach: Und wer ist ihr Vater? Haben denn jene den prophetischen Geist kraft eines Geburtsprivilegs? - Darum ist es zum Sprichwort geworden: Ist wohl auch Saul unter den Propheten? Zwei Zeichen sind in ihrer Erfüllung ausgefallen. Das dritte ist erzählt wegen des Sprichwortes, das ein bleibendes Denkmal der Erfüllung war und weil Gott seine Freiheit in der Wahl besonders zeigen wollte. Vergl. [Apg 9,21]. - Als er aufhörte zu weissagen, kam er auf die Höhe. Da sprach der Oheim Ein Verwandter. Vielleicht kollektiv: Ein Verwandter nach dem anderen. - Sauls zu ihm und zu seinem Diener: Wohin seid ihr gegangen? Sie antworteten: Die Eselinnen zu suchen, und da wir sie nicht fanden, kamen wir zu Samuel. Sein Oheim sagte zu ihm: Teile mir mit, was dir Samuel gesagt hat. Saul sprach zu seinem Oheim: Er hat uns kundgetan, dass die Eselinnen gefunden seien. Von der Verheißung der Königswürde aber, die Samuel ihm gegeben, sagte er ihm nichts. Da berief Samuel das Volk zum Herrn nach Maspha Wo Gott vor kurzem gezeigt, dass er das Volk auch ohne einen König zu retten vermag. - und sprach zu den Söhnen Israels: Also spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe Israel aus Ägypten geführt, So oft Gott sein Ansehen betont und seine Gebote einschärft, beginnt er mit diesen Worten. Ebenso, so oft er sich über die Untreue des Volkes beklagt. - und euch aus der Hand der Ägypter und aus der Hand aller Könige, die euch bedrängten, errettet. Gott zählt dem Volke das einen König verlangt, die besiegten Könige auf. - Ihr aber habt heute euern Gott verworfen, der allein euch aus allen euren Leiden und Drangsalen errettet hat, und habt gesagt: Mit nichten! sondern setze einen König über uns! Nun denn, so stellet euch nun vor den Herrn Vor dem Altar, der [1Sam 7,9] erwähnt ist, bei dessen Opfer sich Gott als König und Helfer gegen die Philister gezeigt hatte. - nach euren Stämmen und nach den Familien. Hierauf brachte Samuel alle Stämme Israels herzu, da fiel das Los auf den Stamm Benjamin. Lose werden nicht selten geworfen. So über den Wüstenbock [3Mos 16,8], das heilige Land wird nach dem Lose geteilt. [4Mos 26,55], Achan entdeckt [Jos 7,14], Jonathan als Schuldiger gefunden [1Sam 14,38], der Dienst im Tempel verteilt. [1Chr 24,7]; die Wohnstätten nach dem Exil [Neh 11,1]. Matthias wird durch das Los als Apostel gewählt [Apg 1,26]. - Dann brachte er den Stamm Benjamin und seine Geschlechter herzu, und es fiel auf das Geschlecht Metris und kam Durch die Vaterhäuser. - bis auf Saul, den Sohn Kis. Als man ihn nun suchte, ward er nicht gefunden. Da fragten sie hierauf den Herrn, Durch Urim und Thummim. - ob er denn noch dahin kommen werde? Vielleicht besser: Ist er gekommen? - Der Herr antwortete: Sehet, er ist zu Hause verborgen. Sie liefen also hin und holten ihn von dort; und als er unter das Volk trat, war er von der Schulter an aufwärts höher als alles Volk. Und Samuel sprach zu dem ganzen Volke: Wahrlich, da seht ihr, dass dem den der Herr erwählt hat, keiner gleich ist im ganzen Volke. Körperliche Größe und Schönheit galt als besondere Anlage zum Herrschen. An dem Könige, der nur aus Furcht vor dem Feinde, nur aus menschlichen Beweggründen erbeten ist, werden nur die Gaben des Kriegers gelobt, und diese genügen dem törichten Volke. - Da rief das ganze Volk und sprach: Es lebe der König! Da der Ausfall des Loses als göttliche Entscheidung galt, sollte Saul durch die Losung vor dem gesamten Volke als der von Gott gesetzte König legitimiert und selbst in der Gewissheit seiner göttlichen Erwählung bestärkt werden. - Samuel aber verkündete dem Volke das Gesetz über das Königtum, Das Recht, welches die Stellung des irdischen Königtums in dem Gottesstaate regelte, die Pflichten des Königs gegen Gott und das Volk bestimmte. Nur ein Prophet wie Samuel konnte dasselbe feststellen. - und schrieb es in ein Buch, und legte es vor dem Herrn In der Stiftshütte, wo auch das Gesetz Moses, das Grundgesetz des israelitischen Gottesstaates, niedergelegt war. - nieder; dann entließ Samuel das ganze Volk, einen jeden in sein Haus. Auch Saul ging in sein Haus nach Gabaa; und ein Teil des Heeres zog mit ihm, deren Herzen Gott gerührt hatte. Die Belialssöhne aber sprachen: Soll dieser uns etwa Heil bringen können? Und sie verachteten ihn und brachten ihm keine Geschenke; So brachten die Moabiter dem Eglon [Rich 3,15], David dem Saul Geschenke dar. [1Sam 16,20] Wer solche verweigerte, verriet feindselige Gesinnung gegen den König. Saul bewährte hier große Selbstbeherrschung, wie er V. 16 und 22 Demut gezeigt, indem er sich suchen ließ. er aber tat, als hörte er es nicht.

Zitiert in 16

  • V. 1 CCC(¶436)Compendium of the Social Doctrine of the Church(377)Diuturnum(§21)
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  • V. 8 Compendium of the Social Doctrine of the Church(377)
  • V. 9 Compendium of the Social Doctrine of the Church(377)
  • V. 10 Compendium of the Social Doctrine of the Church(377)
  • V. 11 Compendium of the Social Doctrine of the Church(377)
  • V. 12 Compendium of the Social Doctrine of the Church(377)
  • V. 18 Compendium of the Social Doctrine of the Church(377)
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