1. Samuel 11

c. Als darauf der neue König die in das Land einfallenden Ammoniter zurückgeschlagen (V. 11), wird Saul von dem gesamten Volke als König anerkannt und bestätigt.

Und es begab sich, Aus der Itala in die Vulgata gekommen. Das Königtum war in Israel noch etwas so Neues, dass der König, zumal nach dem [1Sam 10,27] erwähnten Verhalten böswilliger Menschen nicht eher auf willige und allgemeine Anerkennung seiner Königswürde von seitens des Volkes rechnen kann, als bis er den Erwartungen an einem Könige entsprochen, sich durch einen siegreichen Feldzug als Retter Israels gezeigt hat. - etwa einen Monat darauf, dass Naas, der Ammoniter, heraufzog und gegen Jabes Die Hauptstadt des Bezirkes Galaad. Dies war die Stätte des ersten Sieges Sauls, hierher ward auch seine Leiche gebracht. Derselbe Kleinmut, der das ganze Volk dazu geführt zu meinen, sie könnten nur unter Führung eines Königs dem Naas widerstehen, bewegt auch die Männer von Jabes, dass sie, ohne Gott oder Samuel um Hilfe zu bitten, sofort an Übergabe denken. - in Galaad zu kämpfen begann. Da sprachen alle Männer von Jabes zu Naas: Nimm uns zu deinen Bundesgenossen an, so wollen wir dir dienstbar sein. Aber Naas, der Ammoniter, antwortete ihnen: Unter der Bedingung will ich einen Bund mit euch machen, dass ich euch allen das rechte Auge aussteche So wurden sie zum Kampf untauglich, weil das linke Auge mit dem Schilde gedeckt war. Ein Auge wollte er ihnen lassen, damit sie wenigstens als Sklaven dienen konnten. Die Schmach war umso größer, als sie die Grundlage eines Bündnisses sein sollte. Naas will also mehr noch die von Jephte [Rich 11] einst beigebrachte Niederlage rächen als Galaad nur unterwerfen. - und euch zur Schande mache in ganz Israel. Da sprachen die Ältesten von Jabes zu ihm: Gib uns sieben Tage Frist, dass wir Boten in das ganze Gebiet von Israel senden; wenn dann niemand da ist, der uns verteidigt, so wollen wir zu dir hinausziehen. Die Ältesten haben sich wohl in das Lager begeben. Naas willigte ein, weil er nicht hoffen konnte, die Stadt schneller zu erobern, und weil er sicher war, das übrige Volk werde ihnen nicht zu Hilfe kommen. Die Erwählung eines Königs kannte er so wenig wie die Jabesiter, welche Boten in alle Stämme Israels sandten. - So kamen denn die Boten nach Gabaa, der Stadt Sauls, und redeten diese Worte vor dem Volke; da erhob das ganze Volk seine Stimme und weinte. Und siehe, Saul kam hinter den Ochsen her vom Felde Saul hatte den Neid gewisser Leute bemerkt und andererseits erwogen, dass das Volk noch nicht an das Joch eines Königs gewöhnt sei. So hielt er es für das Beste, zu seinen früheren Beschäftigungen zurückzukehren, bis sich eine Gelegenheit fände, als König aufzutreten und Gehorsam zu fordern. Auch die Starken [1Sam 10,26] waren nach Hause zurückgekehrt. - und sprach: Was hat das Volk, dass es weint? Als sie ihm nun die Botschaft der Männer von Jabes mitteilten, kam der Geist des Herrn über Saul, da er diese Worte hörte, und er geriet in heftigen Zorn. Wegen der Schmach, welche dem Volke angetan war, dessen König er war, und Gott, der ihn erwählt hatte. - Und er nahm beide Ochsen, hieb sie in Stücke, sandte sie durch die Boten in das ganze Gebiet von Israel und ließ sagen: Wer nicht mit auszieht und Saul und Samuel Er fügt Samuel bei, weil er noch nicht von allen als König anerkannt war. Eine ähnliche Tat wie die hier erzählte. [Rich 19,29] - folgt, dessen Ochsen soll es also ergehen. Da befiel die Furcht des Herrn das Volk, und sie zogen aus wie ein Mann. Als er sie nun in Bezech Im Stamme Issachar, der Stadt Jabes gegenüber. Israel und Juda wurden damals schon unterschieden gezählt, die erste Spur der Sonderung, der später zur Spaltung wird. - musterte, waren der Söhne Israels dreihunderttausend Mann, der Männer von Juda aber dreißigtausend. Das ganze Volk war aufgeboten. Vermutlich ist beide Male 30000 einzusetzen. - Da sprachen sie zu den Boten, welche gekommen waren: So sprechet zu den Männern, die in Jabes Galaad sind: Morgen Nach der Rückkehr. Die von Naas gesetzte Frist scheint vorüber zu sein. - wird euch Rettung werden, wenn die Sonne heiß scheint. Um die Mittagszeit. - Die Boten kamen also und verkündeten es den Männern von Jabes, und diese freuten sich und sprachen: Morgen werden wir zu euch hinausziehen, dann möget ihr uns alles antun, was euch gefällt. Zweideutig. - Und es geschah, als der folgende Tag kam, stellte Saul das Volk in drei Heerhaufen auf, drang um die Morgenwache Um die Zeit der Morgenröte zwischen 3 und 6 Uhr. - mitten in das Lager und schlug die Ammoniter, bis der Tag heiß wurde; die aber übrigblieben, wurden so zerstreut, dass ihrer nicht zwei beisammen blieben. Da sprach das Volk zu Samuel: Vergl. [1Sam 10,27] Warum zu Samuel? Weil dieser erst nach diesem Siege die Richtergewalt niederlegte. [1Sam 12] Zudem gehörte ihm füglich die Verurteilung der Verächters Sauls zu, den er zum Könige eingesetzt. Nachdem Saul durch seinen Sieg über die Ammoniter sein Ansehen begründet, forderte das Volk ihn auf, die Schuldigen zu strafen. - Wer ist es, der gesagt hat: Soll etwa Saul über uns König sein? Gebet die Männer her, dass wir sie töten. Saul aber sprach: Niemand soll an diesem Tage getötet werden; denn heute hat der Herr in Israel Heil gewirkt. Es war sehr weise von Saul, dass er sich so großmütig zeigte (Vergl. das Verhalten Davids: [2Sam 19,22]), indes gewährte solche Großmut noch nicht volle Sicherheit. [1Koe 2,8] - Und Samuel sprach zu dem Volke: Kommet, lasset uns nach Galgala gehen und daselbst das Königtum erneuern! Da zog das ganze Volk nach Galgala, und sie machten daselbst Saul vor dem Herrn in Galgala Von den [1Sam 7,16] genannten heiligen Orten lag Galgala zunächst von Jabes aus. - zum Könige und brachten ebenda vor dem Herrn Friedopfer dar. Und Saul und alle Männer Israels waren dort überaus fröhlich. Die Einsetzung des Königtums ward feierlich begangen.

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