1. Samuel 2
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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C. Anna verkündet in einem Lobgesange Gott Dank sagend die Beziehung ihres Sohnes zu dem zukünftigen König und Messias. (V. 11) 2. Samuels fromme Jugend. [1Sam 2,12-36] A. Während die Söhne Helis ein Lasterleben führen und ihr heiliges Amt beflecken (V. 17), dient Samuel dem Herrn so treu im Heiligtume, dass Gott um seinetwillen seine Eltern segnet. (V. 21) B. Heli wird, da er seine Söhne nicht gebührend zurechtweist (V. 26), sein und seines Hauses Untergang durch einen Propheten in Gottes Auftrag verkündet.
1 Es frohlockt mein Herz in dem Herrn, Die einen Propheten neun Monate getragen, hat selbst etwas Prophetisches angenommen. - hoch erhoben ist mein Horn Das erhobene Horn ist ein Zeichen innerer Stärke und des Bewusstseins davon. Das Bild ist vom Stiere hergenommen. Die Lobgesänge der hl. Jungfrau und des Zacharias [Lk 1,46ff68ff] zeigen durch ihre Anlehnung an das Lied, wie die Israeliten in diesem Liede unter persönlichen Lebenserfahrungen das Walten der göttlichen Vorsehung zu erkennen gewöhnt waren. - in meinem Gott; es tut sich mein Mund auf gegen meine Feinde; Sie öffnet ihren Mund und redet mit Vertrauen zu Freund und Feind: Durch Gott habe ich Heil erlangt. - denn ich freue mich deines Heiles! 2 Niemand ist heilig wie der Herr; denn es ist kein anderer außer dir, und niemand ist stark wie unser Gott. Die Heiligkeit, Stärke und Allwissenheit Gottes sind es, durch welche sie Heil erlangt hat. - 3 Führet nicht, euch rühmend, immer von neuem hohe Reden; es weiche das Alte von euerm Munde; denn ein Gott des Wissens ist der Herr, und vor ihm liegen offen die Gedanken. 4 Der Bogen der Helden ist überwunden, und die Schwachen sind mit Kraft umgürtet. 5 Die zuvor satt waren, haben sich um Brot verdungen, und die Hungrigen sind gesättigt; Das Bild ist von der Arbeit um Tageslohn hergenommen. - ja, die Unfruchtbare hat sehr viele Kinder geboren, und die viele Söhne hatte, ist schwach geworden. Welkt dahin. - 6 Der Herr gibt Tod und Leben, er führt in das Totenreich und wieder zurück. 7 Der Herr macht arm und macht reich, erniedrigt und erhöht. 8 Er erhebt aus dem Staube den Dürftigen und hebt aus der Niedrigkeit den Armen empor, dass er sitze neben den Fürsten und den Thron der Herrlichkeit einnehme. Denn des Herrn sind die Grundsäulen der Erde, und er hat den Erdkreis auf sie gesetzt. Seinem Wohlgefallen allein sind alle Wechselfälle unterworfen, deshalb kann er sicher handeln. Dieser Teil des Verses fehlt im Griech. und stört wohl den Strophenbau des Liedes. - 9 Er wird die Füße seiner Heiligen behüten, und die Gottlosen werden verstummen in Finsternis; Die Gerechten wird die Fülle seines Lichtes umgeben, den Ungerechten dasselbe entzogen werden uns so werden sie ins Verderben stürzen. - denn nicht durch eigene Kraft wird der Mensch stark sein. 10 Den Herrn werden seine Feinde fürchten; er wird über sie seinen Donner rollen lassen im Himmel; Die Donner sind ein Zeichen der Gerichte Gottes. Er wirft seine Feinde nieder und tut sich kund als Herr des Erdkreises. - der Herr wird die Grenzen der Erde richten und die Herrschaft seinem Könige Den der Herr erwählen wird. - geben und das Horn seines Gesalbten erhöhen. Die Gedanken dieses Gesanges kehren in der hl. Schrift häufig wieder. V. 1: [1Mos 49,18; 2Mos 15,2; 5Mos 32,39]. Die Heiligkeit [1Mos 11; Jos 24,9]. Gott stärkt: [5Mos 32,39]. Gottes Gericht [2Mos 6,6, 2Mos 7,4]. Reich: [2Mos 15,8, 5Mos 17,14]. Donner [2Mos 9,23]. Die Geburt Samuels ist Gelegenheit zu diesem Gesange, aber nicht der volle Gegenstand des Jubels. (Aug.) Die letzten Verse deuten Höheres an: den Kampf zwischen den Frommen und den Gottlosen, der durch Gottes Dazwischenkunst, durch die Einsetzung eines Königtums zu beenden ist. Da nun die Einsetzung eines Königtums bereits lange vorher verkündet war [5Mos 17,14] und diese damals besonders erwartet wurde [Rich 8,22], drückt Anna diese Hoffnung in ihrem Gesang aus. Gegen die Feinde des auserwählten Volkes soll Gott seine Macht zeigen, wie er sie in der Erhörung von Annas Gebet bewiesen. Aber wie die gesamte Geschichte des auserwählten Volkes dem Werke der Erlösung untergeordnet ist, der Unterwerfung geistlicher Feinde unter die Herrschaft des Messias, so war die Erhörung dieses Flehens ein Unterpfand der Erfüllung aller Verheißungen. Unter dem gesalbten Könige ist zunächst David, dann auch Christus zu verstehen, dessen Feinde auch seiner Kirche sich entgegenstellen. Der gesamte Gesang ist wohl eine von Gott eingegebene Prophezeiung. - 11 Und Elkana ging hin nach Ramatha in sein Haus, der Knabe aber war ein Diener vor dem Herrn, unter den Augen Helis, des Priesters. 12 Aber die Söhne Helis waren Belialskinder, welche des Herrn nicht achteten 13 noch der Pflicht der Priester gegen das Volk; vielmehr wenn jemand ein Opfer schlachtete, so kam, während das Fleisch noch gekocht wurde, der Diener des Priesters, eine dreizackige Gabel in seiner Hand, 14 und stieß sie in den Kessel, den Topf, das Becken oder den Tiegel; und alles, was er dann mit der Gabel heraufbrachte, nahm der Priester für sich; so taten sie allen von ganz Israel, so viele nach Silo kamen. Diesen Frevel trieben die Priester bei Dankopfern, welche mit einer Opfermahlzeit verbunden waren. Von diesen Opfern fielen dem Priester Keule und Brust als Anteil zu, den er erhalten sollte, nachdem die Fettstücke des Opfers auf dem Altare angezündet waren. [3Mos 7,30-34] Vor dieser Darbringung Fleisch von dem Opfertiere zum Braten zu nehmen, war ein schwerer, einem Gottesraube ähnlicher Frevel. (Vergl. V. 29.) So wurde mit der Ordnung die Unverletzlichkeit der Opfergabe vernachlässigt. - 15 Auch ehe sie noch das Fett anzündeten, kam der Diener des Priesters und sprach zu dem Opfernden: Gib mir Fleisch, dass ich es für den Priester koche; denn ich will von dir kein gekochtes Fleisch erhalten, sondern rohes. 16 Sprach dann der Opfernde zu ihm: Lass nach dem Herkommen heute zuerst das Fett verbrennen, alsdann nimm dir, so viel deine Seele gelüstet, so antwortete er und sprach zu ihm: Nicht also; denn jetzt gleich sollst du es geben, sonst nehme ich es mit Gewalt. 17 So war die Sünde der Jünglinge sehr groß vor dem Herrn, weil sie die Leute von dem Opfer des Herrn abwendeten. Dazu brachten sie das Opfer in Verruf. (In der Vulgata ist ein Schreibfehler r statt d) - 18 Samuel aber diente vor dem Angesichte des Herrn, als Knabe, V. 18 schließt sich an V. 11 an. - umgürtet mit einem linnenen Ephod. Wenn das Ephod als nicht priesterliches Kleidungsstück zu bezeichnen ist, wird beigefügt: linnen. Vergl. [1Sam 22,18] und [2Sam 6,14]. Ebenso war das Oberkleid (V. 19) ohne alle amtliche und symbolische Ausschmückung, nur der Form nach dem des Hohenpriesters ähnlich. In der Erlaubnis, solche Kleider zu tragen, lag Samuels nahe Beziehung zu Gott ausgedrückt. - 19 Auch machte ihm seine Mutter ein kleines Oberkleid und brachte es ihm an den bestimmten Tagen, wenn sie mit ihrem Manne hinaufzog, um das feierliche Opfer darzubringen. 20 Und Heli segnete Vielleicht Plusquamperfekt, und Abschluss zu V. 11. - Elkana und sein Weib und sprach zu ihm: Der Herr möge dir von dieser Frau Nachkommen geben, an Stelle des Pfandes, das du dem Herrn anvertraut hast. Sodann gingen sie in ihre Heimat. 21 Und der Herr suchte Anna gnadenreich heim, und sie empfing und gebar drei Söhne und zwei Töchter; und der Knabe Samuel ward groß bei dem Herrn. Wuchs. - 22 Heli aber war sehr alt; und wenn er alles das hörte, was seine Söhne ganz Israel taten, und wie sie den Frauen, welche bei der Türe des Zeltes Dienst verrichteten, Jungfrauen und vielleicht Witwen, welche dort alle weiblichen Arbeiten verrichteten. Vergl. [2Mos 38,8, Lk 2,37]. - beiwohnten, 23 sprach er zu ihnen: Warum tut ihr solche Dinge, so böse Dinge, wie ich von dem ganzen Volke höre? Mit welcher Strenge er hätte vorgehen sollen zeigt [5Mos 21,18]. - 24 Tuet dies nicht, meine Söhne! denn das Gerücht, das ich vernehme, ist nicht gut, dass ihr das Volk des Herrn zur Sünde verleitet. 25 Wenn ein Mensch sich wider den andern versündigt, so kann Gott für ihn Sühne dargebracht werden; Hebr.: Wird Gott ihm Versöhnung gewähren… wenn…. Wer wird sich dann als Versöhner bieten? Eine schwierige Stelle. Wenn ein Mensch gegen den anderen sündigt, kann Gott besänftigt werden, weil die Hütte Gottes da ist, in der er beten kann, und Opfer, mit denen er Gott zu versöhnen vermag. Aber wenn jemand gegen Gott sündigt wie ihr, Gottes Tempel in ein Buhlhaus umwandelnd und die Menschen von seinen Opfern entfernend, welch anderes Opfer oder welches gottesdienstliche Gebet bleibt da noch, das nach Gottes Einsetzung Verzeihung und Erbarmen zu erlangen vermöchte? - wenn aber ein Mensch wider den Herrn sündigt, wer soll da für ihn bitten? Sie aber hörten nicht auf die Stimme ihres Vaters; denn der Herr wollte sie des Todes sterben lassen. Durch ihre Frevel und den wiederholten Missbrauch der Gnade haben sie ihr Herz verhärtet (Vergl. [2Mos 4,21].) und längst den Tod verdient. Diesen endlich zu verhängen, hat Gott beschlossen, und darum sind sie auch, außergewöhnlicher Gnade beraubt, taub gegen die letzte Gnade Gottes, welche durch die Stimme ihres Vaters an ihr Herz pocht. - 26 Der Knabe Samuel aber nahm zu und wuchs und gewann das Wohlgefallen sowohl des Herrn, wie der Menschen. 27 Da kam ein Mann Gottes Hebr. mit Artikel. - zu Heli und sagte zu ihm: So spricht der Herr: Habe ich mich nicht dem Hause deines Vaters offen kundgetan, als sie in Ägypten, im Hause Pharaos, waren? 28 Ich habe ihn mir aus allen Stämmen Israels zum Priester auserwählt, dass er zu meinem Altar hinantreten, mir Räucherwerk anzünden und das Ephod vor mir tragen sollte, und ich habe dem Hause deines Vaters alles von den Opfern der Söhne Israels gegeben. Den dem Priester zukommende Teil aller Opfer. [5Mos 18,1] Die Auserwählung ist die Hauptwohltat, der Unterhalt etwas Beigegebenes. In der Erwählung sind drei Ämter genannt, welche entweder der Priester im Allgemeinen oder der Hohepriester allein zu verrichten hatte: Opfern, Räucherwerk darbringen, Mittler sein zwischen Gott und dem Volke und die Namen der Kinder Israels vor Gottes Angesicht tragen. [2Mos 28,12] - 29 Warum habt ihr mein Opfer und meine Gaben, die ich im Tempel darzubringen geboten habe, mit Füßen hinweggestoßen? Vergleich mit einem Lasttier, das gegen seinen Reiter ausschlägt. - und warum hast du deine Söhne mehr geehrt als mich, Sie nicht vom Frevel gegen mich in den mir geweihten Erstlingsgaben und den von Israel dargebrachten Opfern zurückhaltend. - dass ihr die Erstlinge von allen Opfern Israels, meines Volkes, aßet? 30 Darum spricht der Herr, der Gott Israels: Wohl habe ich gesprochen, dass dein Haus und das Haus deines Vaters vor meinem Angesichte immerfort dienen sollte. [2Mos 29,2]: Verheißung der Güte, deren stillschweigende Bedingung jetzt ausdrücklich genannt wird. - Jetzt aber spricht der Herr: Das sei fern von mir, sondern wer mich ehrt, den werde ich ehren; die aber, welche mich verachten, sollen in Schande geraten. Nicht die Abstammung in gerader Linie, sondern die Würdigkeit soll fortan entscheiden. - 31 Siehe, es kommen Tage, wo ich deinen Arm und den Arm Männer im reifen Alter. (V. 33) Keiner wird bis zu diesem gelangen. - deines Vaterhauses lähmen werde, so dass es keinen Bejahrten mehr in deinem Hause gibt. 32 Dann wirst du deinen Nebenbuhler im Tempel sehen, Wie er in seinen Vorfahren die Erhebung gesehen, so soll er in seinen Nachkommen den Sturz sehen. In der Septuag fehlen V. 31b und 32a (bis: wird) - während Israel in allem glücklich sein wird; und in deinem Hause wird sich nie mehr ein Bejahrter finden. 33 Doch werde ich deine Nachkommen nicht gänzlich von meinem Altare entfernen, aber deine Augen sollen müde werden und deine Seele sich härmen; ein großer Teil deines Hauses soll sterben, wenn er bis in das Mannesalter gekommen ist. Die dermalige Drohung wird mit jeder Wiederholung deutlicher. Den einzelnen Drohungen wird ein anderes Glied vorausgeschickt, das die Beraubung auf verschiedene Weise ausdrückt. - 34 Dies aber soll dir das Zeichen sein, Das Zeichen bezieht sich auf V. 35, 36. Vergl. [1Sam 4,11]. - was über deine zwei Söhne, Ophni und Phinees, kommen wird: An einem Tage werden beide sterben! 35 Und ich werde mir einen treuen Priester Ein Priester, der Gott in dem gefällt, worin sich Elis Söhne verfehlten. Also weder Samuel, noch Christus ist gemeint. - erwecken, der nach meinem Herzen und nach meiner Seele handeln wird, und werde ihm ein dauerndes Haus bauen, und er wird vor meinem Gesalbten Verheißung der Einsetzung des Königtums. Diese Prophezeiung gibt der folgenden Vision ihre Kraft, wie diese ihrerseits die Prophezeiung bestätigt. - wandeln allezeit. 36 Es wird aber geschehen, dass, wer immer in deinem Hause übrigbleibt, kommt, damit man für ihn bitte, und er wird ein Silberstück und einen Brotkuchen anbieten und sagen: Lass mich, ich bitte dich, zu einem Priesterteil zu, damit ich einen Bissen Brot zu essen habe. Wer eine Bitte hatte, brachte ein Geschenk dar. So wenige werden aus Helis Hause übrig bleiben, dass sie nicht mehr einen eigenen Stand bilden werden und bitten müssen, man möge sie der geistlichen Vorrechte nicht berauben. Von Ophni werden keine Kinder erwähnt. Phinees hinterließ Achitob [1Sam 14,3] und Ichabod [1Sam 14,21]. Von Ichabods Nachkommen findet sich nichts. Achitobs Sohn war Achias, der das Ephod [1Sam 14,3] trug, und Achimelech [1Sam 22,20], der ebenfalls Hoherpriester, mit 84 Priestern vom Stamme Ithamar auf Sauls Befehl getötet ward. Einzig Abiathar [1Sam 22,20] blieb übrig, der das Ephod [1Sam 23,6] während der Regierung Davids trug, von Salomon aber in die Priesterstadt Anathoth verbannt ward [1Koe 2,26]. Indes bereits zu Davids Zeiten waren viel weniger Ithamariden als Eleazariden, da diese 16, jene 8 Familien in Anathoth zählten. [1Chr 24,4] Aus der Familie der Ithamariden war, scheint es, Jeremias [Jer 1,1], der Prophet der Trostlosigkeit Israels. Unter dem Könige Artaxerxes wird von den Söhnen Ithamars als Haupt einer Familie, die unter 24 den Bund unterschreibenden Priestern [Neh 10,6] ist, Daniel genannt. [Esr 8,2] Die Erfüllung der Prophezeiung V. 31: [1Sam 22,18] und [1Sam 4,10]. Wie V. 36 erfüllt ward, ist nicht nachzuweisen.