1. Samuel 23
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
b. Im Lande Juda umherschweifend, befreit David Keila und besetzt es. (V. 6) Vergeblich sucht Saul ihn in der Stadt zu fangen. (V. 13) Von größerer Gefahr noch wird David in der Wüste Ziph durch Gottes wunderbares Eingreifen befreit.
1 Es ward dem David verkündet und gesagt: Siehe, die Philister greifen Keila Keila war nahe an der Grenze der Philister. - an und plündern die Tennen! 2 Da befragte David den Herrn Durch den Hohenpriester Abiathar [1Sam 22,20], mit dem zugleich Gad oder Seher [1Sam 22,5] bei David war, während Saul vom Propheten- und Priestertum verlassen war. - und sprach: Soll ich hinziehen und diese Philister schlagen? Der Herr sprach zu David: Ziehe hin, du wirst die Philister schlagen und Keila befreien. 3 Aber die Männer, welche bei David waren, sprachen zu ihm: Siehe, wir leben schon in Furcht, während wir im Lande Judäa In Juda war nur Saul zu fürchten, in Keila auch die Philister. - sind, um wieviel mehr, wenn wir nach Keila ziehen gegen die Heerhaufen der Philister? 4 David also befragte den Herrn wiederum, dieser antwortete und sprach zu ihm: Mache dich auf und ziehe nach Keila, denn ich werde die Philister in deine Hand geben. 5 Da zog David mit seinen Mannen nach Keila, kämpfte gegen die Philister, trieb ihr Vieh weg Sie hatten die Herden wohl den Hebräern geraubt. Abiathar scheint erst in Keila mit David zusammengetroffen zu sein, so dass die früheren Aussprüche von anderen herrührten. - und brachte ihnen eine schwere Niederlage bei, und David befreite die Einwohner von Keila. 6 Damals aber, als Abiathar, der Sohn Achimelechs, zu David nach Keila floh, hatte er das Ephod mit sich gebracht. 7 Als nun Saul gemeldet ward, dass David nach Keila gekommen sei, sprach Saul: Gott hat ihn in meine Hand gegeben, er ist eingeschlossen, da er in eine Stadt gegangen ist, welche Tore und Riegel hat. 8 Und Saul befahl dem ganzen Volke, zum Kampfe nach Keila hinabzuziehen und David und seine Mannen zu belagern. 9 Als nun David merkte, dass Saul ihm heimlich Böses bereitete, sprach er zu Abiathar, dem Priester: Bringe das Ephod herbei! Um Gott mittelst Urim und Thummim zu befragen. - 10 Darauf sprach David: Herr, du Gott Israels! dein Diener hat das Gerücht vernommen, dass Saul sich anschicke, gegen Keila heranzurücken, um die Stadt meinethalben zu zerstören. 11 Werden mich die Männer von Keila an ihn ausliefern? Und wird Saul herabkommen, wie dein Diener gehört hat? Herr, du Gott Israels, tue es deinem Knechte kund! Der Herr antwortete: Er wird herabkommen! 12 Da sprach David: Werden die Männer von Keila mich samt meinen Mannen, die bei mir sind, an Saul ausliefern? Der Herr sprach: Sie werden euch ausliefern! 13 Da machte sich David mit seinen Leuten, etwa sechshundert, auf und aus Keila ausziehend, schweiften sie aufs Geratewohl umher, dahin und dorthin. Als nun Saul gemeldet war, dass David von Keila geflohen und in Sicherheit sei, tat er von diesem Zuge keine Erwähnung mehr. 14 David aber weilte in der Wüste an festen Orten und blieb auf dem Gebirge in der Wüste Ziph, Ziph lag noch in Juda und war von Moab nur durch eine Wüste geschieden. - auf einem waldigen Berge, und Saul fahndete auf ihn alle Tage, Bis er aufhörte, David zu suchen. Vergl. [1Sam 27,4]. - aber Gott ließ ihn nicht in seine Hände fallen. 15 Und David sah, dass Saul ausgezogen sei, ihm das Leben zu nehmen, David war aber in der Wüste Ziph im Walde. Saul wartete nach der Nachricht von Davids Flucht, bis er dessen Aufenthaltsort erfahren. - 16 Da machte sich Jonathas, der Sohn Sauls, auf und ging zu David in den Wald und stärkte dessen Hand durch Gott Jonathas Freundschaft bleibt beständig. Er hilft David und tröstet ihn mit gotterfüllten Worten. Vergl. [Job 4,3]. Davids ganze Zuversicht beruht auf Gottes Ratschluss, ihn zum Könige zu machen. Auch ein großer Teil Judas ist David günstig, der Wohltaten eingedenk, den künftigen Herrscher eingedenk, dem künftigen Herrscher ahnend und Sauls Grausamkeit verabscheuend. - und sprach zu ihm: 17 Fürchte dich nicht, denn die Hand meines Vaters Saul wird dich nicht finden und du wirst König werden über Israel und ich werde der zweite nach dir sein; aber auch mein Vater Saul weiß dies. 18 So schlossen denn beide einen Bund Erneuerung des Bündnisses. - vor dem Herrn und David blieb im Walde, Jonathas aber kehrte in sein Haus zurück. 19 Die Ziphiter aber zogen zu Saul nach Gabaa hinauf und sprachen: Siehe, hält sich David nicht bei uns an sicheren Orten des Waldes verborgen, auf dem Hügel von Hachila, welcher zur Rechten D. i. im Süden der Wüste. Dieser Hügel lag zwischen Ziph und Karmel. - der Wüste liegt? 20 So komm denn nun herab, wie dein Herz begehrt hat herabzuziehen, und unsere Sache wird es sein, ihn in die Hand des Königs zu liefern. 21 Da sprach Saul: Gesegnet seid ihr von dem Herrn, Gewöhnliche Formel jemandem Gutes zu wünschen. Saul achtet wenig auf den Sinn derselben, sonst hätte er sie nicht in diesen Umständen gebraucht. - dass ihr Mitleid mit meinem Schicksal gehabt habt! 22 So gehet denn hin, ich bitte euch, und treffet noch bessere Anstalten und gebet noch sorgfältiger acht und erforschet den Ort, an dem sein Fuß weilt, oder wer ihn dort gesehen hat; denn er vermutet von mir, dass ich ihm mit List nachstelle. David wechselte seinen Aufenthalt öfter und schon war einige Zeit verflossen, seitdem die Zephiter nach Gabaa gekommen waren. Deshalb zweifelte Saul, ob er noch an demselben Orte sei. (V. 19) - 23 Erspähet und erkundet alle seine Schlupfwinkel, in denen er sich versteckt, und kommet zu mir, wenn ihr eurer Sache gewiss seid, dass ich mit euch gehe. Und wenn er sich auch tief im Lande Im Stamme Juda. Vergl. [1Sam 27,4]. - verborgen hätte, will ich ihn ausfindig machen unter allen Tausenden Judas. 24 Da machten sie sich auf und gingen nach Ziph Saul voran. David aber und seine Männer waren in der Wüste Maon in der Ebene, zur Rechten von Jesimon. Dasselbe, das V. 19 Wüste heißt. Maon lag etwa drei Stunden von Ziph. Zwischen Maon und Ziph lag der Karmel. David hatte also wirklich den Hügel Hachila verlassen, wie Saul vermutete. (V. 22) Die Wüste Ziph lag zwischen Ziph und dem Toten Meere. Der Hügel Hachila wie die Wüste Maon lag im Süden der Wüste Ziph. - 25 Als nun Saul mit seinen Begleitern hinzog, ihn zu suchen, ward es David kundgetan und alsbald stieg er zu einem Felsen herab und hielt sich in der Wüste Maon auf. Als Saul dies hörte, verfolgte er David in die Wüste Maon. 26 Und Saul zog an dem Abhange des Berges auf der einen Seite dahin, David aber und seine Männer waren auf der anderen Seite des Berges, und David verzweifelte, dass er noch vor Saul entkommen könne. Saul also und seine Leute umringten David und seine Mannen im Kreise, um ihrer habhaft zu werden. 27 Da kam ein Bote zu Saul und sprach: Komme eilends! Denn die Philister sind in das Land eingefallen. In solcher Zahl, dass Saul alle seine Truppen mit sich nehmen musste. Das Eingreifen der göttlichen Vorsehung zeigt sich so sichtbar, damit David in seinem Gottvertrauen bestärkt und die Ziphäer für ihren Verrat beschämt werden. - 28 Da stand Saul von der Verfolgung Davids ab und kehrte um und zog den Philistern entgegen. Darum nannten sie diesen Ort den Scheidefelsen. Besser: Entkommen.