1. Samuel 25

c. Samuel stirbt. (V. 1) David, noch immer gezwungen, in den Wüsten umherzuirren, nimmt Abigail und Achinoam zu Frauen, nachdem Saul seine erste Gemahlin, Michol, einem andern übergeben.

Samuel aber starb Der Tod Samuels wird zu Anfang erzählt, entweder weil er in diese Zeit fällt oder weil er Saul Gelegenheit zum Rückfalle wurde, da nun sein Fürsprecher Samuel [1Sam 15,35] nicht mehr seinen Fall aufhielt. Samuels Gebete hatten David im Lande der Hebräer festgehalten [1Sam 22,5], mit ihrem Aufhören muss David aus Judäa weichen, verlässt Gottes Erbarmung Saul. - und ganz Israel versammelte sich und sie beweinten ihn und begruben ihn in seiner Wohnstätte zu Ramatha. An dem verstorbenen Propheten will Saul wieder gut machen, was er an dem lebenden gefehlt. Für Männer, die besonders geehrt werden sollten, wurden in deren Besitzungen, in Gärten und eigenen Anpflanzungen Begräbnisstätten erbaut. Vergl. [1Koe 2,34, Job 30,23]. Die Reliquien Samuels wurden nach dem hl. Hieronymus nach Thracien, von dort nach Nicephorus Callistus nach Konstantinopel übertragen. - Und David machte sich auf und zog in die Wüste Pharan. Nun lebte ein Mann in der Wüste Maon, der sein Besitztum zu Karmel In der Stadt Karmel. [1Sam 15,12] - hatte; dieser Mann war sehr reich und hatte dreitausend Schafe und tausend Ziegen. Da begab es sich, dass bei ihm in Karmel Schafschur gehalten wurde. Der Name des Mannes war Nabal und der Name seines Weibes Abigail; diese Frau war sehr klug und von schöner Gestalt, ihr Mann aber hart und schlecht und boshaft, er war aus dem Geschlechte Kalebs. Als nun David in der Wüste vernahm, dass Nabal seine Herde scheere, Bei dieser Gelegenheit ward ein Fest gefeiert [2Sam 13,23] und (nach V. 7) pflegten wohl diejenigen, welche sich um die Familie verdient gemacht, ein Geschenk zu erbitten. - entsandte er zehn Jünglinge und sprach zu ihnen: Begebet euch nach Karmel und gehet zu Nabal und bietet ihm in meinem Namen den Friedensgruß und saget: Friede sei mit meinen Brüdern und mit dir und Friede mit deinem Hause und mit allem, was du hast! Ich habe gehört, dass deine Hirten, die mit uns in der Wüste waren, Schafschur halten; niemals sind wir ihnen lästig gewesen, noch hat ihnen je etwas von der Herde gefehlt, die ganze Zeit hindurch, die sie bei uns in Karmel waren. Vergl. [1Sam 23,1]. David lebte mit den Einwohnern in Frieden, verteidigte sie gegen Räuber und bat dafür zu geeigneten Zeiten um ein Geschenk, das man einem an der Spitze von 600 Kriegern stehenden Manne nicht leicht versagte. - Frage deine Leute, sie werden es dir sagen. So lass nun deine Knechte Gnade finden in deinen Augen, denn an einem guten Tage sind wir gekommen, und gib deinen Dienern und deinem Sohne David, was deine Hand finden mag. Die Leute Davids aber kamen und redeten alle diese Worte im Namen Davids zu Nabal und schwiegen. Hebr.: ließen sich nieder. Sept.: Und Nabal sprang auf. - Nabal aber antwortete den Leuten Davids und sprach: Wer ist David? Und wer ist der Sohn Isais? Heutzutage gibt es sehr viele Knechte, die ihren Herren entlaufen. David ist nicht wert, dass ich ihn als meinen Freund ansehen sollte. Zudem wären da noch viele, die ich so behandeln müsste wie ihn und euch. - Soll ich denn mein Brot und mein Wasser und das Fleisch der Tiere, die ich für meine Scherer geschlachtet habe, nehmen und es Leuten geben, von denen ich nicht weiß, woher sie sind? Da kehrten die Leute Davids zurück und verkündeten ihm, heimgekommen, alles was jener gesprochen hatte. David aber sprach zu seinen Leuten: Ein jeder gürte sein Schwert um! Die Kürze zeigt, wie groß Davids Zorn ist. Er hätte die Sache Gott anheimstellen sollen. Vergl. [1Sam 24,13.16]. Nicht weniger als die Person des Königs, die jener in David nicht kannte, hoch steht, sind die Rechte der Bürger unverletzlich. - Da gürtete ein jeder sein Schwert um und auch David gürtete sein Schwert um und es folgten David etwa vierhundert Mann, während zweihundert bei dem Gepäck zurück blieben. Aber einer von den Dienern Nabals berichtete es seinem Weibe Abigail und sprach: Siehe, David hat aus der Wüste Boten gesendet, um unsern Herrn zu segnen; Ihn zu begrüßen und ihm Gutes zu wünschen. - er aber hat sie abgewiesen. Diese Leute sind sehr freundlich gegen uns gewesen und waren uns nicht zur Last und nie ging uns etwas verloren die ganze Zeit hindurch, die wir bei ihnen in der Wüste verweilt haben. Sie waren uns eine Mauer bei Nacht wie bei Tag die ganze Zeit hindurch, die wir die Herde bei ihnen weideten. Darum siehe wohl zu und bedenke, was du tun sollst, denn Böses ist wider deinen Mann und wider dein Haus beschlossen, und er ist ein Sohn Belials, so dass niemand mit ihm reden kann. Da eilte Abigail und nahm zweihundert Brote und zwei Schläuche Wein und fünf zubereitete Widder und fünf Maß Röstkorn und hundert Bündel Rosinen und zweihundert Feigenkuchen Nabal hatte dies alles gelegentlich der Schur vorbereitet. Sie bringt es als das (V. 6) erbetene Geschenk dar, denn als Speise hätte es für 600 Mann nicht gereicht. - und packte alles auf Esel und sprach zu ihren Dienern: Gehet mir voraus, sehet, ich werde euch folgen! Aber ihrem Manne Nabal sagte sie nichts davon. Als sie nun den Esel bestiegen hatte und an den Fuß des Berges herabkam, zog David mit seinen Leuten herab in entgegengesetzter Richtung und sie stieß auf dieselben. Plötzlich treffen sie aufeinander. Deshalb beginnt David mit Klagen, da er glaubt, diese Geschenke seien in Nabals Namen dargebracht. - David aber sprach: Wahrlich, umsonst habe ich alles gehütet, was sein war in der Wüste, so dass nichts verloren ging von allem, was ihm gehörte, und er hat mir Böses für Gutes vergolten. So tue Gott den Feinden Davids dies und noch mehr, wenn ich von allem, was ihm gehört, bis zum Morgen einen übrig lasse, der die Wand nässt. Bezeichnung der Personen männlichen Geschlechtes. - Als nun Abigail David sah, stieg sie eilends vom Esel, fiel vor David nieder, verneigte sich bis zur Erde, Der erste Gruß wurde aus einiger Entfernung geboten, alsdann kam man näher und warf sich von neuem nieder. - fiel ihm zu Füßen und sprach: Mein Herr, auf mir sei diese Missetat! Gestatte mir die Unbilde zu entschuldigen oder zu büßen. - lass, ich bitte, deine Dienerin zu deinen Ohren reden und höre die Worte deiner Magd! Möchte doch mein Herr, der König, Steht nicht im Hebräischen. - nicht auf diesen schlechten Mann, den Nabal, achten; denn seinem Namen gemäß ist er ein Tor und Torheit ist seine Begleiterin; ich aber, deine Dienerin, habe deine Leute nicht gesehen, die du, mein Herr, gesandt hast. Jetzt also, mein Gebieter, so wahr der Herr lebt, der dich abgehalten, dass du nicht Blutschuld auf dich ludest, und der dir deine Hand bewahrt hat so mögen deine Feinde und die, welche meinem Gebieter Böses zufügen möchten, werden wie Nabal. Darum nimm diese Segensgaben Eine Segensgabe, insofern sie von Gott empfangen und also geeignet ist, andern dargebracht zu werden. Vergl. [1Mos 33,11] - an, welche deine Magd dir, meinem Gebieter, gebracht hat, und gib sie den Leuten, welche dir, meinem Herrn, folgen. Die Geschenke sollen für seine Begleiter sein, für ihn sind sie zu gering. So gewinnt sie beide. - Nimm die Schuld deiner Magd hinweg, denn der Herr wird dir, meinem Herrn, ein dauerndes Haus bauen, weil du, mein Herr, die Kämpfe des Herrn kämpfest; darum werde auch an dir nichts Böses erfunden alle Tage deines Lebens. Denn Zu streichen. - wenn einst jemand aufstehen sollte, dich zu verfolgen und dir nach dem Leben zu trachten, so wird das Leben meines Herrn bewahrt sein wie in dem Bündel der Lebendigen Hebr.: So möge. Das Leben der Feinde Davids soll wie der Stein aus der Pfanne der Schleuder geworfen werden, das Leben Davids aber wie ein kostbarer Gegenstand in ein Bündel gewickelt und so vor aller Verletzung gesichert sein. - bei dem Herrn deinem Gott; deiner Feinde Leben aber möge weggeschleudert werden wie mit der Gewalt und dem Schwunge der Schleuder. Wenn also der Herr dir, meinem Gebieter, alles Gute tut, das er dir verheißen hat, und dich zum Fürsten über Israel setzt, so wirst du, mein Herr, auch nicht Ursache haben zu seufzen und dir in deinem Herzen Vorwürfe zu machen, dass du unschuldiges Blut vergossen oder dich selbst gerächt hast; und wenn der Herr meinem Gebieter Gutes erweist, so wollest du deiner Dienerin gedenken. Sie wünscht der Segnungen seiner Herrschaft teilhaftig zu werden. - Hierauf sprach David zu Abigail: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, der dich mir heute entgegengesandt hat, und gepriesen sei deine Rede und gepriesen du, die du mich heute gehindert, Blutschuld auf mich zu laden und mich mit eigener Hand zu rächen! Sonst, so wahr der Herr lebt, der Gott Israels, der mich abgehalten hat, dir Übles zu tun, wärest du mir nicht eilig entgegengekommen, so wäre dem Nabal bis zum Morgenlichte nicht einer übriggeblieben, der die Wand nässt! Alsdann nahm David aus ihrer Hand alles, was sie ihm gebracht hatte, und sprach zu ihr: Gehe in Frieden in dein Haus; siehe, ich habe auf deine Stimme gehört und dein Antlitz geehrt! Das Angesicht, das du flehend zur Erde geneigt hattest. (V. 23) - Als nun Abigail zu Nabal heimkam, siehe, da hielt er in seinem Hause ein Gastmahl, wie das Gastmahl eines Königs, und Nabals Herz war fröhlich, denn er war bis zum Übermaß betrunken; so sagte sie ihm denn nichts, weder Kleines noch Großes, bis zum Morgen. Da Nabal so töricht ist, dass er nach der David angetanen Beleidigung sorglos schmaust, sagt sie ihm nichts. - Am frühen Morgen Es war die Zeit, wo er hätte getötet werden sollen. (V. 22, 34) - aber, als Nabal den Rausch überwunden hatte, teilte ihm sein Weib diese Dinge mit; da erstarb sein Herz in seinem Innern und er wurde wie ein Stein. Und als zehn Tage um waren, schlug der Herr den Nabal Er wurde zum zweiten Male vom Schlage gerührt. - und er starb. Als nun David hörte, dass Nabal gestorben sei, sprach er: Gepriesen sei der Herr, der meine Beschimpfung an Nabal gerichtet und seinen Diener vor Bösem bewahrt, während der Herr Nabals Bosheit auf sein Haupt zurückgewendet hat. [1Sam 24,13] hatte David erklärt, dass er Gott die Entscheidung überlasse. Von Abigail davon zurückgehalten, gegen einen solchen Entschluss zu handeln, sieht er seine Sache von Gott gerichtet in dem Augenblicke, den er für seine Rache angesetzt. - David sandte alsdann hin und ließ Abigail sagen, dass er sie zum Weibe nehmen wolle. Sowohl um sich die Leute zu gewinnen, da Abigail einer vornehmen Familie Judas entstammte, wie um sie als kluge Beraterin zur Seite zu haben. Nabals Haus war in Maon, seine Besitzung in Karmel. - Und die Diener Davids kamen zu Abigail nach Karmel und redeten zu ihr und sprachen: David hat uns zu dir gesandt, um dich zu seinem Weibe zu nehmen. Da stand sie auf, verneigte sich bis zur Erde und sprach: Siehe, deine Dienerin werde eine Magd, die Füße der Knechte meines Herrn zu waschen! So sehr war sie bereit, Davids Willen zu dem ihren zu machen. - Und Abigail machte sich eilig auf und bestieg einen Esel, und fünf Mädchen zogen als ihre Dienerinnen mit ihr; und sie folgte den Boten Davids und ward sein Weib. Schneller als sie geglaubt ward ihre Bitte (V. 31), dass David sich ihrer erinnern möchte, erfüllt. - Aber auch Achinoam von Jezrahel Jezrahel lag im Stamme Juda [Jos 15,56], nicht weit von Maon, Karmel und Ziph. - nahm David und beide waren seine Frauen. Saul aber gab seine Tochter Michol, das Weib Davids, dem Phalti, dem Sohne von Lais, welcher aus Gallim war. Im Stamme Benjamin. Ob Saul seine Tochter deshalb einem andern gab, weil David die eben Genannten heimgeführt? Nach kurzer Ruhe, welche der Aussöhnung mit Saul gefolgt ist, entsteht neuer Hass und erneute Verfolgung.

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