1. Samuel 4

2. Samuel als Befreier und Besserer des Volkes Israel. (4,1 – 7,17) 1. Unglück Israels infolge der Sünden des Hauses Heli und des gesamten Volkes. (4,1 – 7,1) A. In einem Kriege gegen die Philister holen die Israeliten die Bundeslade herbei (V.9), doch werden sie geschlagen, die Bundeslade wird von den Philistern genommen, die beiden Söhne Helis getötet. Heli selbst stürzt auf die Nachricht davon nieder und stirbt, auch seine Schwiegertochter in schwerer Stunde.

Da begab es sich in jenen Tagen, dass die Philister sich zum Kampfe sammelten; Diese Worte fehlen im Hebr. und ursprünglich auch in der Vulgata. - und Israel zog den Philistern zum Streite entgegen und lagerte sich bei dem Steine der Hilfe. So wird der Ort hier im Voraus genannt. [1Sam 7,12] - Die Philister nun kamen nach Aphek Im Süden Palästinas zwischen Masphath und Sen. - und stellten sich in Schlachtordnung gegen Israel auf. Als aber der Kampf begann, floh Israel vor den Philistern, und es wurden in dieser Schlacht über das weite Feld hin zerstreut bei viertausend Mann erschlagen. Samuels Ansehen war bereits zu fest gegründet, als dass es dadurch hätte leiden können. Zudem erinnerte man sich vielleicht an [Rich 20,18-25]. - Da nun das Volk in das Lager zurückkam, sprachen die Ältesten von Israel: Warum hat uns heute der Herr vor den Philistern geschlagen? Lasset uns die Lade des Bundes des Herrn von Silo hierher bringen, damit sie in unsere Mitte komme und uns aus der Hand unserer Feinde errette! Die wahre Ursache der Niederlage war die Schändung des göttlichen Dienstes. Doch Gott wollte, dass die Menschen dies selbst erkannten, damit die Strafe heilsam werde und zugleich, damit er an Helis Haus das Strafgericht vollziehen könne. Wie konnte ihnen die Lade des Bundes helfen, wenn sie den Bund nicht achteten? - Das Volk sandte also nach Silo, und sie holten von da die Bundeslade des Herrn der Heerscharen, der über den Cherubim thront; und die beiden Söhne Helis, Ophni und Phinees, waren bei der Lade des Bundes des Herrn. Nicht umsonst werden Helis Söhne erwähnt. Während Elkana hinaufgeht, Gott um Segen für sein Haus anzuflehen, häufen Helis Söhne Fluch auf ihr Vaterhaus. Während Samuel vor Gott dient [1Sam 2,11], sind Helis Söhne da und verunehren die Opfer. Auf Samuels Ruf zieht das Volk [1Sam 4,1] aus und lagert an dem Orte, an dem später nach göttlichem Ratschlusse die Philister eine Niederlage erleiden sollten. [1Sam 7,12] Die Söhne Helis, welche an keine Buße denken, stellen sich gleichsam zwischen Bundeslade und Volk und sind eine der Ursachen der Niederlage. Wie viel schadet dem Volke ein böser Priester! - Als die Lade des Bundes des Herrn in das Lager kam, erhob ganz Israel ein Jubelgeschrei, dass die Erde davon erdröhnte. Da die Philister den Schall des Jauchzens hörten, sprachen sie: Was bedeutet dieser Schall großen Jubelgeschreies im Lager der Hebräer? Und als sie erfuhren, dass die Lade des Herrn in das Lager gekommen sei, fürchteten sich die Philister und sprachen: Gott ist in das Lager gekommen! Das Gerücht von Gottes Taten in der Vorzeit war wohl zu ihren Ohren gedrungen. (Vergl. [2Mos 15,14ff].) Das folgende lautet nach dem Griech.: Baal, rette uns heute! denn usw. - Und aufseufzend, sprachen sie: Wehe uns! denn solches Frohlocken war weder gestern noch zuvor. Wehe uns! wer wird uns aus der Hand dieser erhabenen Götter retten? Die Ägypter hatten heilige Laden, welche der Bundeslade ähnlich waren. Auf diesen waren Götzenbilder aufgestellt, und ähnlich galten vielleicht die Cherubim den Philistern als Götter. Erhabene Götter: Berggötter? - Das sind die Götter, welche Ägypten mit allerlei Plagen in der Wüste geschlagen haben. Fasset Mut Legt eure Furcht ab, dass ihr geschlagen werden und in Knechtschaft geraten könntet! - und zeiget euch als Männer, ihr Philister! dass ihr den Hebräern nicht dienstbar werdet, wie sie euch dienstbar waren, fasset Mut und kämpfet! Die Philister zogen also in den Kampf, und Israel ward geschlagen, und ein jeder floh in sein Zelt; Der Ausdruck ist noch aus der Zeit der Wüstenwanderung her beibehalten. - und die Niederlage war sehr groß; es fielen von Israel dreißigtausend Mann Fußvolk. Auch ward die Lade Gottes weggenommen, und die beiden Söhne Helis, Ophni und Phinees, kamen um. Angesichts der Bundeslade, die sie verunehrt. - Ein Mann aus Benjamin aber lief aus der Schlacht weg und kam an demselben Tage nach Silo, mit zerrissenem Kleide, und das Haupt mit Staub bestreut. Als dieser ankam, saß Heli auf dem Sitze, nach der Straße ausschauend; Er war halbblind. - denn sein Herz bangte um die Lade Gottes. Nachdem aber der Mann in die Stadt gekommen war, verkündete er es daselbst, und die ganze Stadt wehklagte. Der Bote wollte dem ganzen Volke die Nachricht bringen. - Als Heli das laute Geschrei hörte, sprach er: Was ist das für ein lautes Getümmel? Da kam der Mann eilends herzu und verkündete es Heli. Heli aber war achtundneunzig Jahre alt, und seine Augen waren dunkel geworden, und er konnte nicht sehen. Als jener nun zu Heli sprach: Ich bin der, welcher aus dem Kampfe gekommen ist, und ich bin es, der heute aus der Schlacht geflohen ist, sprach er zu ihm: Was hat sich begeben, mein Sohn? Da antwortete der, welcher Nachricht brachte, und sprach: Israel ist vor den Philistern geflohen und eine große Niederlage ist unter dem Volke angerichtet, überdies sind auch deine beiden Söhne Ophni und Phinees tot; und die Lade Gottes ist weggenommen. Als jener die Lade Gottes nannte, fiel Heli rücklings vom Sitze neben dem Eingange und brach den Hals und starb. Denn er war ein alter Mann und hochbetagt; Nicht der Tod der Söhne, sondern der Verlust der Bundeslade lässt ihn niederstürzen, ein Zeichen seines Glaubens. - und er hatte Israel vierzig Jahre gerichtet. Seine Schwiegertochter aber, das Weib des Phinees, war schwanger und nahe am Gebären. Als diese die Kunde vernahm, dass die Lade Gottes weggenommen und ihr Schwiegervater und ihr Mann tot seien, sank sie nieder und gebar; denn die Wehen überfielen sie plötzlich. Da sie nun im Sterben lag, sprachen die Frauen, die um sie standen, zu ihr: Fürchte dich nicht; denn du hast einen Sohn geboren! Sie aber antwortete nicht und merkte nicht darauf. Einen Knaben zu gebären, war die größte Freude. Doch auch sie denkt nur an den Verlust der Bundeslade. Tiefer konnte Israel nicht gebeugt werden, denn mit dem Verlust der Bundeslade schien auch der Gnadenbund des Herrn mit Israel aufgehoben. - Und sie nannte den Knaben Ichabod, Jochabed? (Vergl. Sept.) indem sie sprach: Hinweggenommen ist die Herrlichkeit von Israel! Weil die Lade Gottes weggenommen war, und wegen ihres Schwiegervaters und ihres Mannes; und sie sprach: Hinweggenommen ist die Herrlichkeit von Israel! Weil die Lade Gottes genommen war.

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