1. Samuel 9

2. Saul wird zuerst ohne Zeugen, als dann öffentlich und feierlich zur Königswürde erhoben. Samuel legt sein Amt als Richter nieder. (9,1 – 12,25) A. Sauls Salbung ohne Zeugen. (9,1 – 10,16) a. Saul, ein Sohn des Kis, ein Benjamit, sucht die Eselinnen seines Vaters. Samuel erhält von Gott den Befehl, ihn zum König zu salben. (V. 1-24) b. Saul wird ohne Zeugen von dem Propheten gesalbt. (9,25 – 10,1)

Es war ein Mann von Benjamin, namens Kis, Siehe [1Chr 9,35]. - ein Sohn Abiels, des Sohnes Serors, des Sohnes Bechoraths, des Sohnes Aphias, des Sohnes eines Benjamiten, stark an Kraft. Dieser hatte einen Sohn, Namens Saul, Samuel: der von Gott Erlangte. Saul: der Erlangte (durch die Ungeduld des Volkes) - auserlesen und tüchtig; und es war kein tüchtigerer unter den Söhnen Israels als er. Von der Schulter an aufwärts überragte er alles Volk. Nun waren die Eselinnen Nach dem Hebr.: Alle. - Kis, des Vaters Sauls, verloren gegangen; und Kis sprach zu Saul, seinem Sohne: Nimm einen von den Knechten mit dir und mache dich auf und gehe hin und suche die Eselinnen. Sie durchwanderten also das Gebirge Ephraim und das Gebiet von Salisa, ohne sie zu finden, und durchzogen sodann das Land Salim, aber sie waren nicht da, und das Land Jemini, aber sie fanden sie nicht. Als sie aber in das Gebiet von Suph Dort lag Rama. - kamen, sprach Saul zu dem Knecht, der bei ihm war: Komm, lass uns umkehren, denn mein Vater lässt vielleicht die Eselinnen fahren und wird um uns besorgt. Es war der dritte Tag, seitdem die Eselinnen verloren gegangen waren, und die Zeit des Abendessens. (V. 13) Saul war wohl etwa 1 ½ Tage vom Hause fort, wohin er indes noch am gleichen Tage zurückkehren konnte. - Dieser sprach zu ihm: Siehe, ein Mann Gottes ist Wohnt. - in dieser Stadt, ein angesehener Wegen seiner Prophetengabe. - Mann; alles, was er sagt, trifft sicher ein. So lass uns denn jetzt dorthin gehen, vielleicht gibt er uns Auskunft über unsern Weg, wegen dessen wir gekommen sind. Da sprach Saul zu seinem Knechte: Siehe, wir wollen hingehen, aber was werden wir dem Manne Gottes bringen? Wie es verboten war, vor Gott mit leeren Händen zu erscheinen, so auch vor Königen und Propheten. - Das Brot ist in unsern Reisesäcken ausgegangen und wir haben kein Geschenk, um es dem Manne Gottes zu geben, noch sonst etwas anderes. Da antwortete der Knecht dem Saul wiederum und sprach: Siehe, der vierte Teil eines Silber-Staters Etwa 70 Pfennige. Das Geschenk ist nicht wegen seines Wertes, sondern als Zeichen der Hochachtung der Annahme würdig. - findet sich in meiner Hand, diesen wollen wir dem Manne Gottes geben, dass er uns unsern Weg angebe. (Vor Zeiten sprach jeder, welcher Gott zu fragen ging, in Israel so: Kommet und lasst uns zum Seher gehen; Man befragte den Seher also auch in Privatsachen. - denn die, welche heutzutage Propheten heißen, wurden einst Seher Das Wort hörte wahrscheinlich kurz vor dem Könige Asa auf gebraucht zu werden. Diese Worte können ja nicht aus Samuels Aufzeichnungen entlehnt sein. - genannt.) Saul sagte zu seinem Knechte: Dein Vorschlag ist sehr gut. Komm, lass uns hingehen! So gingen sie denn in die Stadt, in welcher der Mann Gottes war. Als sie nun den Hügel zur Stadt hinaufstiegen, trafen sie Mädchen, welche herauskamen, um Wasser zu schöpfen, und sie sprachen zu ihnen: Ist hier der Seher? Der hier zu wohnen pflegt. - Diese antworteten und sprachen zu ihnen: Er ist hier; siehe, da vor dir, eile nun! denn er ist heute in die Stadt gekommen, weil das Volk heute ein Opfer auf der Höhe feiert. Wenn ihr in die Stadt kommt, werdet ihr ihn alsbald finden, bevor er auf die Höhe hinaufsteigt, um zu essen. Die Opfermahlzeit. Auf der Höhe war ein Altar. [1Sam 7,17] - Denn das Volk wird nicht essen, bis er kommt; denn er segnet das Opfer, alsdann erst essen die, welche geladen sind. So gehet nun hinauf, denn heute werdet ihr ihn finden. Da gingen sie in die Stadt hinauf; und als sie in die Mitte der Stadt Hebr.: In das Stadttor: Die Höhe liegt auf der entgegengesetzten Seite der Stadt. - gekommen waren, erschien Samuel ihnen entgegen hinausgehend, um auf die Höhe zu steigen. Der Herr aber hatte Samuel an dem Tage, bevor Saul kam, eine Offenbarung gegeben und gesagt: Morgen, zu eben dieser Stunde, welche jetzt ist, werde ich einen Mann aus dem Lande Benjamin zu dir senden, diesen sollst du zum Fürsten über mein Volk Israel salben und er soll mein Volk aus der Hand der Philister erretten; denn ich habe mein Volk angesehen, weil ihr Rufen zu mir gedrungen ist. Wenngleich sie sich durch das Verlangen nach einem Könige von Gott entfernten, hörte der Herr dennoch erbarmend auf ihr Flehen. [1Sam 8,18] will er sie nicht hören gegen den König, doch in der Bedrängung durch einen auswärtigen Feind erhört er sie. -
Samuel segnet Saul
Als Samuel nun Saul erblickte, sprach der Herr zu ihm: Siehe, das ist der Mann, von dem ich dir gesagt habe: Dieser soll über mein Volk herrschen! Saul aber trat zu Samuel in der Torhalle Vergl. V. 14. - heran und sprach: Zeige mir doch an, wo ist das Haus des Sehers? Samuel antwortete Saul und sprach: Ich bin der Seher. Gehe mir voraus auf die Höhe, Ehrenhalber als von Gott erwählter König soll Saul vorausgehen. - damit ihr heute mit mir esset, so werde ich dich am Morgen ziehen lassen und dir alles sagen, was du auf dem Herzen hast. Er will Saul Ehrfurcht und Vertrauen zu seinem Propheten amte einflößen. - Und um die Eselinnen, die du vorgestern verloren hast, sei unbekümmert; denn sie haben sich gefunden. Und wem wird alles gehören, was das Beste ist in Israel? Nicht dir und dem ganzen Hause deines Vaters? Saul aber antwortete und sprach: Bin ich nicht ein Sohn Benjamins, aus dem kleinsten Stamme Israels, und ist mein Geschlecht nicht das geringste unter allen Geschlechtern des Stammes Benjamin? Warum also hast du also zu mir geredet? Samuel antwortet inzwischen nicht. Das Finden der Eselinnen war eine Vorbedeutung für die Erfüllung der gegebenen Verheißung. - Da nahm Samuel Saul und seinen Diener, führte sie in den Speisesaal, Derselbe war auf der Höhe. - und wies ihnen ihren Platz an der Spitze derer an, welche geladen waren; Saul erhält seiner künftigen Würde wegen des ersten Platz. - es waren ihrer nämlich ungefähr dreißig Männer. Und Samuel sprach zum Koche: Gib das Stück her, das ich dir gegeben habe, mit der Weisung, du sollest es besonders bei dir aufheben! Da trug der Koch das Schulterstück auf und setzte es Saul vor. Und Samuel sprach: Siehe da, was noch übrig geblieben ist! Da nach V. 23 alle anderen Personen schon ihre Speise hatten, war für Saul das noch Nachbleibende. Obwohl es ein auserlesenes Stück ist, bezeichnet Samuel dennoch dem Gaste, in dem er den künftigen König sieht, diesen Umstand dass ihm nach den anderen aufgetragen wird, als eine Ungehörigkeit, die er sich dieses Mal noch gefallen lassen wollte. Dass dies Stück für ihn zurückbehalten war, zeigt Saul, dass der Prophet sein Kommen von Gott erfahren. - Lege es vor dich und iss; denn mit Fleiß Für diese (bestimmte) Zeit. - ward es für dich aufbehalten, als ich das Volk rief. Und Saul aß mit Samuel an jenem Tage. Alsdann gingen sie von der Höhe in die Stadt herab, und er redete mit Saul auf dem Dache Nicht indes von Sauls Berufung zur Königswürde, von der erst V. 27 die Rede ist. - und Zusatz der Sept., der aus der Itala in die Vulgata eingedrungen ist. bereitete Saul ein Lager auf dem Dache, und er schlief allda. Als sie nun am Morgen aufgestanden waren und der Tag schon anbrach, rief Samuel dem Saul auf dem Dache zu und sprach: Stehe auf, dass ich dich entlasse. Da stand Saul auf, und beide gingen hinaus, er nämlich und Samuel. Während sie nun am Ende der Stadt herabgingen, sprach Samuel zu Saul: Sage dem Knecht, dass er uns vorausgehe und weiterschreite; du aber bleibe ein wenig stehen, dass ich dir das Wort des Herrn kundtue.

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