2) So hat er wenigstens Timotheus zu ihnen senden wollen, sie in ihren Drangsalen zu trösten und zu stärken, obwohl er ihnen bereits zuvor gezeigt, dass Christen nicht ohne Heimsuchung bleiben können. (V. 5) 3) Nicht minder zeigt sich seine Liebe in der Freude über die günstigen Nachrichten, welche Timotheus ihm über ihre Standhaftigkeit im Glauben und in der Liebe gebracht (V. 6), die ihn zu neuem Danke gegen Gott, aber auch zu erneutem Gebete an den Herrn veranlasst, ihn wieder nach Thessalonich zurückkehren zu lassen. (V. 10) 4) Der Apostel beschließt diesen Abschnitt mit der Bitte an Gott, er wolle ihn zu den Gläubigen zurückführen, jene aber in der Liebe und allen Tugenden stetig wachsen lassen.
1Darum konnten wirPaulus - es nicht länger ertragen und entschlossen uns, allein in Athen[Apg 17,10] wird nur berichtet, dass der Apostel Silas und Timotheus befahl, nach Athen zu kommen. Diese Stelle zeigt, dass jene dem Befehle nachkamen und Timotheus von dort nach Thessalonich entsandt ward. - zurückzubleiben,2 inzwischen aber sandten wir den Timotheus, unsern Bruder und Diener Gottes im Evangelium Christi,Der Apostel pflegt seine Gehilfen, wenn er ihrer in seinen Briefen Erwähnung tut, durch ehrenvolle Beinamen auszuzeichnen. Timotheus war noch jung und vielleicht noch wenig hervorgetreten, wie sein Zurückbleiben in Thessalonich [Apg 17,10] vermuten lässt. Damit also die Thessalonicher die Größe der Liebe des heil. Paulus erkennen, die sich darin kundgibt, dass er ihn gerade sendet, fügt er innige Worte über dessen Stellung zu ihm selbst bei. Timotheus ist ein von den Aposteln als Bruder anerkannter Mann; mit Paulus selbst also treten die Thessalonicher, soweit dies möglich, durch ihn in Verbindung. Doch Timotheus ist noch mehr, er ist ein Mitarbeiter (so das Griech.) des einen, wahren, lebendigen Gottes in der Verkündigung des Messias. – Nur einmal noch braucht der heil. Paulus die Bezeichnung: Mitarbeiter Gottes für die Apostel. [1Kor 3,9] - um euch zu festigen und zu ermuntern in eurem Glauben,3 damit niemand in diesen DrangsalenDie Drangsale, welche die Thessalonicher noch soeben erfahren [1Thes 2,14] und die jeden Augenblick wiederkehren können. - wankend werde; wisset ihr doch selbst, dass wirAlle Christen (Chrys.). Wohl geht das Leiden vorüber, aber dass wir in dieser bösen Welt leiden, ist ein von Gott gewolltes Merkmal des Christentums. Vergl. [Apg 14,22]. - dazu bestimmt sind.4 Schon als wir bei euch waren, haben wir es euch ja vorhergesagt, dass wir Drangsale leiden würden, wie es auch geschehen und euch kund ist.Das Bewusstsein, dass das Kreuz der Anteil der Christen ist, wird so Ursache des Trostes und der Kraft, da die Gläubigen wissen, wer es sendet und wozu es dient. -5 DarumNeuer Grund zu dem V. 1 angegebenen. Dort war es liebevolles Verlangen nach ihnen, hier ist es liebevolle Sorge um die Thessalonicher, welche den Apostel zur Sendung des Timotheus veranlasst: Die Heimsuchungen könnten ihre Beständigkeit im Glauben erschüttern. - habe ich auch, da ich es nicht länger ertrug, hingesendet,Hatte der Apostel [1Thes 2,18] bereits zweimal den festen Entschluss gefasst, selbst nach Thessalonich zu kommen, so lag ihm daran zu zeigen, dass Timotheus Sendung einen würdigen Ersatz bietet. Der Nachweis hat den Zusammenhang unterbrochen, den er nun durch die Wiederholung des V. 2 bereits gesagten „Ich habe Timotheus gesendet“ herstellt. - um Kunde zu erlangen von eurem Glauben,Der feste Glaube der Thessalonicher und ihre Anhänglichkeit an ihn, ihr Glaube und ihre Liebe, haben den Apostel getröstet. - ob nicht vielleicht der Versucher euch versucht habe, und so unsere Arbeit vereitelt werde.6 Jetzt aber, da Timotheus von euch zu uns gekommen ist und uns die BotschaftIm Griech. steht, um die überaus große Freude des heil. Paulus zu kennzeichnen, „Freudenbotschaft.“ Welch zarte Hirtenliebe! So lange der Apostel fürchten muss, seinen Schäflein möchte eine Gefahr drohen, bangt er; empfängt er gute Nachrichten über sie, vergisst er der eigenen Heimsuchungen. - von eurem Glauben und eurer Liebe gebracht hat, und dass ihr uns stets in gutem Andenken habet, euch sehnend uns zu sehen, wie auch wir euch,7 so sind wir deshalb, meine Brüder, euretwegen getröstet worden bei all unserer Not und Bedrängnis durch euren Glauben;8 denn nun leben wir,Die Botschaft war mehr als ein Trost, sie war eine Neubelebung des Apostels. Die Worte bilden im Griechischen einen Pentameter, was vielleicht auf ein Zitat urchristlicher Poesie hinweist. - wenn ihr feststehet im Herrn.9 Denn welchen DankKein Dank reicht aus für die in V. 7,8 aufgezählten Wohltaten Gottes. (Theoph.) - können wir Gott für euch darbringen zur Vergeltung für alle Freude, die wir eurethalben empfinden vor unserem Gott,10 indem wir Tag und Nacht eifrigst flehen, dass wir euer Angesicht sehen mögen und das, was eurem Glauben abgeht, vervollständigen dürfen.11 Er aber, Gott, unser Vater, und unser Herr Jesus Christus, wolle unsern Weg zu euch ebnen.Das V. 10 erwähnte Gebet, dessen Ziel Satan entgegentritt. -12 Euch aber wolle der HerrDer Herr der Kirche und Teilnehmer an der Weltregierung. - wachsen und reich werden lassen in eurer Liebe gegeneinander und gegen alle,Gegen eure Mitchristen in Thessalonich und gegen alle Menschen. - so wie auch wir sie haben gegen euch,Das Maß und Vorbild der Liebe habt ihr an uns (Theoph.). -13 eure Herzen zu festigen, dass sie tadellos seien in der HeiligkeitZustand der Heiligkeit. - vor Gott und unserem Vater bei der Ankunft unsers Herrn Jesus Christus mit allen seinen Heiligen.Bei dem letzten Gerichte, wenn der Herr mit allen Engeln kommt. (Sap. 14,5) Dann wird Paulus auf ewig mit seinen Brüdern vereint und sein Gebet im Übermaß erhört sein. Amen.