1. Thessalonicher 5
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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b. Jeder vorwitzigen Frage über die Wiederkunft des Herrn vorbeugend, erinnert Paulus an das, was er gelehrt, dass dieselbe plötzlich statthaben wird. (V. 3) c. So mögen den alle wachen und die Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe gleichsam als Waffen ergreifen. (V. 11) 3. Weitere Mahnungen (V. 12 – 22): a. Über die Pflichten der Untergebenen, dankbar, liebevoll, friedvoll zu sein (V. 13), über die Pflicht der Vorgesetzten, einem jeden nach seinem Bedürfnisse beizustehen. (V. 15) Mahnungen zu weisem Gebrauche der geistigen Gaben, zur Meidung aller Sünden.
1 Über die Zeit und Stunde Zu welcher der Herr kommt, Gericht zu halten. - aber, Brüder! habt ihr nicht nötig, dass wir euch schreiben; 2 denn ihr selbst wisset gar wohl, dass der Tag des Herrn so wie ein Dieb in der Nacht kommen wird. Vergl. [Mt 24,43, Lk 12,39, 2Petr 3,10]. Paulus wählt dies Bild, indem er sich auf den Standpunkt der Weltmenschen stellt. Für diese, welche in irdischem Besitze ihr Glück gesucht, wird die Ankunft des Herrn sein, wie wenn ein Dieb bei Nacht in ein Haus einbricht. Nach der Tradition der Juden wird der Messias, wie einst in Ägypten der Würgeengel, in der Osternacht kommen. Daran anknüpfend feierten die ersten Christen die Ostervigil (Laktant., Hier.). - 3 Denn wenn sie Die Kinder der Welt. - sagen: Friede und Sicherheit! dann wird plötzliches Verderben Weil der Gerichtstag sie in unbußfertiger Sicherheit und Abkehr von Gott findet, wird er für sie zu einem Tage des Verderbens. - sie überfallen, wie die Wehen die Schwangere, und sie werden nicht entrinnen. Das Bild zeigt die Plötzlichkeit, die unfehlbare Sicherheit und die bittere Pein des Gerichtes. - 4 Ihr aber, Brüder! seid nicht in Finsternis, Fern von Gott und seine Feinde. - so dass euch jener Tag wie ein Dieb überrasche, Ihr gehört dem Tage an, da ihr im Tageslichte wandelt, und so vermag euch jener Tag nicht zu überraschen. - 5 denn alle seid ihr Kinder des Lichtes und Kinder des Tages; Hebraismus: Ihr gehört der Gerechtigkeit und Heiligkeit an. - wir Alle Christen. - gehören nicht der Nacht, noch der Finsternis an. 6 So lasset uns denn nicht schlafen, Sorglos nur dem Irdischen leben und das Ewige aus den Augen verlieren. - wie die übrigen, sondern lasset uns wachen und nüchtern sein. Nüchtern sein: Alle Begierden bezähmen. (Chrys.) das Wachen allein reicht nicht aus, seine Stärke ist die Nüchternheit. - 7 Die, welche schlafen, schlafen ja des Nachts, und die, welche sich berauschen, sind des Nachts berauscht. Die Alten hielten ihre Festgelage abends und nachts. Zu der Mahnung vergl. [Mt 24,48ff]. - 8 Wir Indem der Apostel sich und alle Christen einschließt, wird die Mahnung eindringlicher. - aber, die wir dem Tage angehören, Vergl. [Lk 16,8, Joh 12,36]. Der Tag des Herrn ist ein Tag der Erscheinung des Lichtes, wie schon die Propheten bezeugen [Hos 6,5, Mic 7,9] vergl. [1Kor 5,5], selbst wenn sie denselben für die Sünder einen Tag der Finsternis nennen. [Amos 5,18.20] - wollen nüchtern sein, Wiederaufnahme von V. 5, 6. Von der Tagesstimmung wendet der Apostel sich indes zur Tageskleidung, vergl. [Offenb 16,5] u. a., ja, dem Zusammenhange entsprechend, zur Waffenrüstung. - angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helme der Hoffnung des Heils. Das Gleichnis hat schon im A. T. Vorbilder. [Jes 59,17, Weish 5,19] und [Baru 5,2]. Der Apostel nennt hier wie sonst [Eph 6,11] nur Verteidigungswaffen und bekleidet die Grundtugenden des Christentums, Glaube, Hoffnung und Liebe mit denselben. Der Glaube kann Schild [Eph 6,16] und Panzer zugleich sein; Schild, da er die Geschosse des Feindes auffängt und abhält, Panzer, da er ihnen nicht gestattet, in dein Herz einzudringen. (Aug.) - 9 Denn Der Helm der Hoffnung ist an dieser Stelle besonders wichtig, da er den künftigen Sieg verbürgt, weshalb der Apostel ihm eine Begründung beifügt. - Gott hat uns nicht zum Zorne bestimmt, Gott hat uns Christen nicht dazu bestimmt, dass wir am Tage des Gerichtes dem Zorne anheimfallen sollen. - sondern zur Erwerbung des Heiles durch unsern Herrn Jesus Christus, 10 der für uns gestorben ist, Zwar wird die Auferstehung des Herrn nicht ausdrücklich genannt, doch zeigt das letzte Wort des Verses, dass der Apostel sie bei der Nennung des Todes Jesu gleichfalls im Auge hatte. - damit wir, mögen wir nun wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben. 11 Darum tröstet einander, und erbauet einander, wie ihr ja auch tuet. Der einzelne Christ und sein Leben ist gleichsam ein Bau, an dessen Vollendung andere mithelfen können und sollen. Vergl. [1Kor 14,4] und [Eph 2,20]. - 12 Wir bitten euch aber, Brüder! dass ihr die anerkennet, welche unter euch arbeiten, und euch im Herrn vorstehen, und euch zurechtweisen, Der Beruf der Vorsteher der Gemeinde ist es, zu arbeiten für das geistliche Wohl der ihnen anvertrauten Seelen, der Gemeinde vorzustehen in geistlichen Angelegenheiten, im Herrn (im Zusammenhang mit ihm und auf seine Autorität gestützt) zurechtzuweisen, d. i. zu belehren und die Zucht zu handhaben. Den Gläubigen werden drei Pflichten auferlegt: Dankbarkeit und Ehrerbietung, Liebe, Friede und Unterwerfung. - 13 dass ihr sie überaus hochhaltet in Liebe um ihres Werkes willen; lebet im Frieden mit ihnen! Besser nach dem Griech.: Wahret den Frieden durch sie. Sie seien eure Schiedsrichter. - 14 Wir bitten euch aber, Brüder! Die folgenden Mahnungen sind wohl an die Vorsteher gerichtet. - weiset die Unruhigen Griech.: die Unordentlichen, die ein ungeordnetes Leben führen, das der göttlichen Ordnung widerspricht. (Chrys.) - zurecht, tröstet die Kleinmütigen, Welches immer der Grund des Kleinmutes sein mag. - nehmet euch der Schwachen Die im Glauben, der Erkenntnis oder der Lebensführung Schwachen. - an, seid langmütig Ertraget Enttäuschungen und Misserfolge mit einem Herzen voller Liebe und Hoffnung. - gegen alle. Gegen alle Glieder der Gemeinde. Mit der zweiten Hälfte dieses Verses richtet sich die Mahnung wohl über den Kreis der Vorsteher hinaus auch an die übrigen Gläubigen. - 15 Sehet zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte; sondern befleißet euch immerdar des Guten gegeneinander und gegen alle. 16 Freuet euch allezeit! Zu dieser geistigen Freudigkeit, welche aus lebendigem Glauben, fester Hoffnung und aufrichtiger Liebe entspringt, ermuntert Paulus häufig in seinen Briefen. [Roem 13,12, 2Kor 13,11, Phil 3,1, Phil 4,4] Und in der Tat, wie kann der traurig sein, der weiß, dass die göttliche Vorsehung auch widrige Dinge zur Erlangung des Himmelreiches ordnet? - 17 Betet ohne Unterlass! Ein beständiges Gebet in Worten ist dem Menschen nicht möglich, mithin wollte der Apostel ein solches nicht vorschreiben. Wohl aber können und sollen wir alles, was wir denken, wollen und tun, auf Gott beziehen. - 18 Bei allem Dies ist nicht nur meine Vorschrift, sondern so will es Gott von euch in Christus Jesus. - saget Dank; denn dies Vielleicht bezieht sich „dies“ noch weiter zurück auf alles, was V. 16 – 18 gesagt ist. - ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch alle. 19 Den Geist Den Heil. Geist. Derselbe wird [Roem 12,11, Apg 18,25, Apg 2,3] mit Feuer verglichen. Entweder sind die Geistesgaben gemeint, vergl. [1Kor 12,5ff], dann bietet V. 21 die positive Mahnung, (Chrys., Ambr.) oder die heiligmachende Gnade (Athanas., Aug.). - löschet nicht aus! 20 Weissagungen achtet nicht gering! Weissagungen, Prophezeiungen, sind im Sinne der heil. Schrift nicht nur Offenbarungen der Zukunft, sondern alles gottgewirkte Aussprechen des Willens Gottes. - 21 Alles aber prüfet; Ob es gut oder böse ist. - was gut ist, behaltet! 22 Meidet jeden Schein Wohl: Jede Art des Bösen, alles Böse. - des Bösen! 23 Er Er, von dem alles abhängt und ohne den wir nichts vermögen; Gegensatz zu allem rein menschlichen Streben. - aber, der Gott des Friedens, Sind nicht die Mahnungen von V. 12 an Mahnungen zum Frieden? - heilige euch vollkommen, damit euer Geist, eure Seele Bei der Dreiteilung der Seele ist der Geist die Seele als Vernunft, die Seele aber der Lebensgrund, welcher dem Leibe das Leben verleiht und mit ihm durch die Sinne wahrnimmt und tätig ist. Der ganze Mensch also erfahre die Erlösung des Gottes des Friedens an sich. - und euer Leib ganz untadelhaft bewahrt werde zur Ankunft unsers Herrn Jesu Christi. Der Geist wird untadelig bewahrt, wenn die Vernunft durch den Glauben erleuchtet, der Wille an Liebe und Gerechtigkeit Wohlgefallen findet, die Seele, wenn sie die Sinnlichkeit im Zaume hält, der Leib, wenn er rein bewahrt und nicht zum Werkzeug böser Handlungen herabgewürdigt ist. - 24 Treu ist, der euch berufen hat; er wird es auch vollbringen. Gottes Liebe bleibt stets die gleiche. Dies ist der Grund unserer Hoffnung und die Bürgschaft unseres Heils. - 25 Brüder! betet für uns. Wie wir für euch: [1Thes 1,2, 1Thes 2,13ff, 1Thes 3,9ff]. Griech.: Betet auch für uns; so dass Paulus in die Zahl derer aufgenommen zu werden wünscht, für welche die Thessalonicher bereits beten. - 26 Grüßet alle Brüder mit heiligem Kusse! Mit dem Bruderkusse. Im Morgenlande war es Sitte, mit dem Gruße den Kuss zu verbinden. Der Kuss heißt heilig, d. i. Zeichen nicht nur der Liebe, sondern auch der Heiligkeit, der heiligen Liebesgemeinschaft der Gläubigen. - 27 Ich beschwöre euch bei dem Herrn, diesen Brief allen heiligen Brüdern vorlesen zu lassen. Der Brief ist wohl an die geistlichen Vorsteher gesendet, damit diese ihn vorlesen. Wie der ganze Brief, so zeigen die Schlussworte die Innigkeit der Liebe des Apostels zu allen Gliedern der Gemeinde von Thessalonich. 28 Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch! Amen.
Zitiert in 112
- Dieses Kapitel CCC(¶2648
¶2757) Ecclesiam Suam(§50) - V. 1 Evangelii Nuntiandi(§9)
- V. 2 CCC(¶673
¶675) Summa (EN)(Suppl 73.1Suppl 88.3) Evangelii Nuntiandi(§9) - V. 3 CCC(¶675)Summa (EN)(Suppl 73.1)
- V. 4 Veritatis Splendor(§88)
- V. 5 CCC(¶1216)Veritatis Splendor(§88)
- V. 6 CCC(¶2849
¶2853) Gaudete Et Exsultate(§164)Veritatis Splendor(§88) - V. 7 Veritatis Splendor(§88)
- V. 8 CCC(¶1820)Dignitatis Humanae(§11)Veritatis Splendor(§88)
- V. 9 Dignitatis Humanae(§11)
- V. 11 Ecclesia In Europa(§28)Sacrosanctum Concilium(§86)
- V. 12 CCC(¶801
¶1269) Apostolicam Actuositatem(§3)Christifideles Laici(§24)Lumen Gentium(§12§20) Paternae(§15) - V. 13 CCC(¶1269)Lumen Gentium(§20)Paternae(§15)
- V. 15 CCC(¶1174)
- V. 16 Fragen(Yoga and meditation)
- V. 17 CCC(¶1174
¶2633 Summa (EN)(II-II 83.14)Fragen(Yoga and meditation)Haerent Animo(§14)Laudis Canticum(§8)Quod Auctoritate(§5)Rosarium Virginis Mariae(§13)Sacrosanctum Concilium(§12¶2742 ¶2757) §86) Verbum Domini(§62) - V. 18 CCC(¶2633
¶2638 Summa (EN)(II-II 106.3)Fragen(Yoga and meditation)¶2648) - V. 19 CCC(¶696
¶801) Summa (EN)(II-II 189.1)Fragen(Apparitions and private revelationCharismatic gifts and healing Africae Munus(§168)Apostolicam Actuositatem(§3)Christifideles Laici(§24)Dominum Et Vivificantem(§47)Ecclesia In Medio Oriente(§87)Lumen Gentium(§12Signs) §37) Mediator Dei(§191§206) Novo Millennio Ineunte(§46)Verbum Domini(§14) - V. 20 CCC(¶801)Fragen(Apparitions and private revelation
Charismatic gifts and healing Africae Munus(§168)Christifideles Laici(§24)Lumen Gentium(§12)Novo Millennio Ineunte(§46)Verbum Domini(§14)Signs) - V. 21 CCC(¶801)Compendium of the Social Doctrine of the Church(126)Summa (EN)(II-II 189.10)Fragen(Apparitions and private revelation
Charismatic gifts and healing Africae Munus(§168)Apostolicam Actuositatem(§3)Christifideles Laici(§24)Divini Illius Magistri(§87)Ecclesiam Suam(§27Signs) §52) Gaudete Et Exsultate(§168)Lumen Gentium(§12)Mediator Dei(§192)Novo Millennio Ineunte(§46)Octogesima Adveniens(§50)Sacramentum Caritatis(§78)Verbum Domini(§14) - V. 22 Summa (EN)(II-II 43.1
II-II 100.2 Africae Munus(§168)Gaudete Et Exsultate(§164)II-II 144.4 II-II 187.6 Suppl 47.3) - V. 23 CCC(¶367)
- V. 24 Redemptor Hominis(§7
§9) - V. 25 CCC(¶2636)
- V. 48 Veritatis Splendor(§88)