1. Timotheus 2
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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II. Vorschriften über das öffentliche Gebet (Kap. 2, V. 1 – 15): 1. Für wen ist zu beten? Für alle Menschen und Obrigkeiten (V. 2), so schreibt Gott vor, der alle Menschen selig machen will, wie er durch den Tod Christi für alle und durch die Sendung des Apostels an die Heiden gezeigt. (V. 7) 2. Wer soll beten und wie? Die Männer frei von Sünden (V. 8), die Frauen geschmückt mit Tugenden vielmehr als mit kostbaren Kleidern. (V. 10) 3. Die Frauen sollen in der christlichen Versammlung schweigen und lernen (V. 12), da die Frau, wie die Schöpfung und der Sündenfall zeigt, dem Manne unterworfen sein soll. (V. 14) Ihre Berufssphäre und der Weg zum Heil für sie.
1 Ich ermahne nun Zurückbeziehung auf [1Tim 1,3]. Der eigentliche Gegenstand meines Schreibens ist dieser. - vor allem, Unter allem, was zum christlichen Leben notwendig ist, nimmt das Gebet die erste Stelle ein, ist es doch der beste Schild gegen die Versuchungen, das beste Mittel zum Fortschritt. (Thom.) - Gebete, Bitten, Fürbitten, Danksagungen Gebet im allgemeinen, Bittgebet, Fürbitte und Dankgebet. Der heil. Augustin bezieht diese Stelle auf die heilige Messe und deren Gebete. - zu verrichten für alle Menschen, Keiner wird ausgenommen. Man vergleiche die Eingangsgebete in der Liturgie des heil. Chrysostomus und die in der lateinischen Kirche jetzt noch am Karfreitag üblichen Gebete. - 2 für Könige und für alle, die in obrigkeitlichem Ansehen Die Juden beteten nur in gewissen Umständen für die weltliche, nichtjüdische Gewalt [Baru 1,10, Jes 29,7, Esr 6,10] und nährten zur Zeit die Empörungssucht gegen heidnische Obrigkeiten. Dazu gingen die Verfolgungen von der Obrigkeit aus oder wurden von dieser geduldet, was nicht geeignet war, ihr die Liebe der Christen zu gewinnen. Kein besseres Mittel gab es nun, jeder feindseligen Gesinnung gegen dieselbe vorzubeugen, als indem der Apostel die Obrigkeit dem Gebete der Christen empfahl. Das Gebet für die Fürsten hängt nicht von dem Religionsbekenntnisse oder der Würdigkeit derselben ab, denn der Christ sieht in ihnen nicht die menschlichen Personen, sondern die Stellvertreter Gottes zur Handhabung des Rechtes. Vergl. [Tit 3,1]. – Wie treu die Christen diese Mahnung des Apostels selbst heidnischen Verfolgern gegenüber beobachteten, bezeugen Justinus (Apol. 1) und Tertullian. (Apol. 30) - stehen, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Ziel und Frucht, nicht Gegenstand des Gebetes. - 3 Denn dies Der subjektiven Absicht werden die verpflichtenden Gründe beigefügt: Das Gebet ist an sich gut, Gott wohlgefällig, und entspricht insbesondere dem göttlichen Heilswillen. - ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heilande, Die heil. Dreifaltigkeit. Unser Gebet für die Ungläubigen soll sich also besonders auf ihre Bekehrung richten. - 4 der da will, Soviel auf ihn ankommt. Deshalb bietet er auch die dazu nötigen Mittel, deren Erfolg durch den Mangel an gutem Willen seitens der Menschen freilich vielfach vereitelt wird. - dass alle Vergl. [2Petr 3,9]. Nicht nur etwa die Gläubigen oder nur die Vorherbestimmten, sondern jeder einzelne Mensch. - Menschen das Heil erlangen Wenn die Ungläubigen das natürlich Gute tun, das in ihren Kräften steht, so hilft Gott durch besonderen Beistand weiter zum Heile. Die Treue gegen seine Eingebungen und Anregungen wird Gott bewegen, die Gnade des Glaubens zu gewähren. Wenn der Arzt alle Kranken einlädt, seine Hilfe anzunehmen, ist es da seine Schuld, wenn einer derselben sie zurückweist und stirbt? (Ambrosiaster) - und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Der Apostel setzt hier die Vorbedingung, den Weg zum Heile, an die zweite Stelle, das Ziel aber voran, da dies von Gott zuerst in's Auge gefasst wird. - 5 Denn Dritter und vierter Grund. Da einer Gott ist, folgt, dass der Gnadenweg nur einer ist, und darum ohne die Erkenntnis der denselben kundmachenden Wahrheit niemand gerettet werden kann. Einer ist der Erlöser, also kann niemand gerettet werden als durch ihn. - einer ist Gott, einer auch ist Mittler zwischen Gott und den Menschen, Wohl waren die Menschen als Geschöpfe an Gott als den Schöpfer, als Untertanen an den Herrn, Gesetzgeber und Richter gebunden, indes war die Verbindung für den Menschen teils eine tote [Eph 2,5], da er das Bewusstsein davon verloren, teils zum Tode. [Eph 2,3] Da erschien Jesus Christus als Mensch und zeigte in seiner Person Gottheit und Menschheit auf das innigste vereinigt. Er gab sich als Lösegeld hin für alle und hob so das Verhältnis der Menschen zu Gott auf, soweit es eine Verbindung zum Tode war, indem er Schuld und Strafe des ganzen Menschengeschlechtes auf sich nahm. Alsdann kehrte er mit seiner heiligsten Menschheit in den Himmel zurück, wo er fort und fort das Mittleramt übt, die Menschheit mit Gott verbindet. - der Mensch Seine Mittlerschaft reicht also so weit als es nur Menschen gibt. - Christus Jesus, 6 welcher sich selbst als Lösegeld hingegeben hat Der Mensch war durch seinen Abfall von Gott unter die Herrschaft der Sünde und damit in die Sklaverei Satans gekommen. Da er aus freiem Willen sich in diese Lage gebracht, geriet er Gott gegenüber in Schuld. Die Gefangenschaft musste gelöst, die Schuld bezahlt werden. Beides leistete Christus, der für die Menschen vollbrachte, was diese hätten tun müssen, und so zugleich die Kette der Sklaverei löste. - für alle, Da Christus sich für alle hingegeben, ging auch Gottes Heilswille auf alle. - ein Zeugnis Von der Heiligkeit, wie von der Liebe Gottes. Von jener, da auf den Heiland die Strafe der Sünden gelegt ward, von dieser, da seine Hingabe ein Beweis ist, dass sie von Gott geliebt und zum Heile berufen sind. Der Heilswille Gottes, alle Menschen, Juden wie Heiden, zum Heile zu führen, war im A. T. Geheimnis, das zu seiner Zeit offenbart werden sollte [Gal 4,4] und von dem Christus Zeugnis gegeben. - zu seiner Zeit, In dieser Zeit. - 7 für welches ich bestimmt bin als Prediger und Apostel Die Berufung auf sein Apostelamt für die Heiden wird wohl mit Rücksicht auf den allgemeinen Heilswillen Gottes (V. 4) beigefügt. Sein Amtscharakter als Apostel ist schon bezeichnet, es kommt also nur darauf an, zu betonen, dass er als solcher insbesondere die Heiden zu lehren hat, was er durch die Bekräftigung: ich rede die Wahrheit, einleitet. - (ich rede die Wahrheit, ich lüge nicht), als Lehrer der Heiden in Glauben und Wahrheit. Sphäre, in der er sein Amt als Heidenapostel verwalten soll: In der Erweckung des Glaubens und der Erkenntnis der Wahrheit. - 8 Ich will Ich verordne. - nun, Wiederaufnahme von V. 1, der bis V. 7 begründet ist. - dass die Männer aller Orten An allen für das öffentliche Gebet bestimmten Orten. - beten, indem sie reine Dem religiösen Akte gemäß. - Hände erheben, Das Aufheben der Hände beim Gebet wie beim Segnen [Lk 24,50] ist jüdische [2Mos 17,11, Ps 28,2, Ps 62,5] u. a. und altchristliche Sitte. (Tertull., Clem. Alex.) - ohne Zorn und Streit. 9 Gleicherweise Die den Männern gegebenen Vorschriften gelten zwar den Frauen gleicherweise, indes empfiehlt der Apostel jedem Geschlechte diejenigen Eigenschaften insbesondere, welche demselben vorzüglich notwendig sind. - auch, dass die Frauen sich schmücken mit ehrbarer Tracht, in Schamhaftigkeit und Sittsamkeit, nicht mit Haargeflechten, oder Gold, oder Perlen, oder kostbarer Kleidung; Auch außerhalb der heiligen Versammlung gilt diese Vorschrift. Die Frauen haben die Neigung zu gefallen, diese Neigung ist nicht zu tadeln, wohl aber die Gefallsucht, welche sich offenbart, wenn die Frau ohne Schamhaftigkeit und Mäßigung, also in übertriebener Ziersucht sich schmückt. Vergl. auch [1Kor 11,12.16]. - 10 sondern, wie es sich ziemt Sich zu schmücken. - für Frauen, welche sich zur Frömmigkeit bekennen, durch gute Werke. 11 Die Frau Von dem Verhalten der Frauen beim Gebet geht der Apostel auf den anderen Teil des Gottesdienstes, die Lehrvorträge, über. In der Stille lernen ist eine Art der Untertänigkeit. - lerne in der Stille in aller Untertänigkeit. 12 Zu lehren aber gestatte ich der Frau nicht, In der christlichen Versammlung, das Evangelium auslegend, in seiner Wahrheit und in seinen Vorschriften, mit dem Anspruche auf Glauben und Gehorsam der übrigen, kraft eines Lehramtes. Es ist den Frauen hingegen nicht verboten, das, was sie gelernt haben, da mitzuteilen, wo es zu ihrem besonderen Berufe gehört, z. B. bei den Kindern (V. 15) oder wo besondere Umstände dies erfordern. [Apg 18,26] Wohl kann es geschehen, dass Frauen ihre inneren Erfahrungen auch in größeren Kreisen aussprechen [Apg 2,17.18, Apg 21,9] Vergl. [1Kor 11,7ff], indes dürfen sie nie als Lehrerinnen der Gläubigen auftreten, namentlich in der Versammlung. [1Kor 14,34.35] - noch auch sich über den Mann zu erheben, Auch in häuslichen Verhältnissen. - sondern sie soll sich still verhalten. 13 Denn Begründung zu V. 12 und damit auch zu V. 11. - Adam wurde zuerst gebildet, darnach Eva; Da der Mann eine Zeit lang ohne das Weib war, ist er nicht auf deren Leitung angewiesen. Die Ergänzung, das Verhältnis des Weibes zum Manne, siehe [1Kor 11,7ff]. - 14 und Adam ward nicht verführt, das Weib aber ward verführt und beging so die Übertretung. Eva ward durch die Verheißungen der Schlange getäuscht, während Adam der Stimme Evas gehorchte. [1Mos 3,12.17] So ist das leicht zu täuschende Weib nicht geeignet, eine Lehrerin der Wahrheit zu sein. - 15 Sie Von der Vertreterin der Frauen geht der Apostel auf diese selbst über. Ist nach V. 11ff der Wirkungskreis der Frauen auch beschränkt, so hat sie doch auch einen solchen zur Erlangung des Heils. Der Apostel spricht hier von dem nach der natürlichen Gottesordnung besonderen Beruf der verheirateten Frau [1Mos 3,16], während er [1Kor 7] die Frage erörtert, was für die Erfüllung der religiösen Aufgaben unter Umständen ratsamer ist. - wird das Heil aber erlangen durch Kindergebären, Das Kindergebären tritt an die Stelle des versagten Lehrberufes. War nun jener nicht als Mittel zur Seligkeit hier gedacht, so auch das Kindergebären nicht. Die Bedingungen der Seligkeit ferner, welche folgen, stehen in keiner Verbindung zum Kindergebären. Also muss die Präposition per (διa) hier lokal genommen werden, ja, nach [2Kor 2,4] kann es selbst als begleitender Umstand gefasst werden. Um den Gedanken, dass die Frau durch Kindergebären das Heil wirkt, in dem vorliegenden Texte zu finden, dehnten einige das Kindergebären auf die Bedeutung der Erziehung und Erfüllung aller mütterlichen Pflichten aus (Chrys., Theoph.), während andere an die Schmerzen dachten, deren Ertragung eine gewisse Genugtuung leistet. - wenn sie im Glauben und in Liebe und Heiligung mit Eingezogenheit verharrt. Das Beharren im Glauben. Liebe und Heiligung soll noch besonders mit Mäßigung verbunden sein, weil die Frauen gern über die Schranken weiblichen Berufes hinaus eine Tätigkeit suchen. Griech. und in den letzten lat. Handschriften Plur.: Wenn sie (die Kinder) verharren (so weit die Mutter darauf einwirken kann).
Zitiert in 189
- Dieses Kapitel CCC(¶1058)Fidei Donum(§82)
- V. 1 CCC(¶1349
¶1900 Compendium of the Social Doctrine of the Church(380¶2636) 381) Summa (EN)(II-II 83.17)Fragen(Whether the State should be CatholicThe saints, statues and images) Dignitatis Humanae(§14)Diuturnum(§14§18) Quod Auctoritate(§5)Sacrosanctum Concilium(§53) - V. 2 CCC(¶1349
¶1900 Compendium of the Social Doctrine of the Church(380¶2240 ¶2636) 381) Summa (EN)(III 83.4)Fragen(Whether the State should be CatholicThe saints, statues and images) Dignitatis Humanae(§14)Diuturnum(§14§18) Evangelium Vitae(§71)Mystici Corporis Christi(§48§102 Sacrosanctum Concilium(§53)§105) - V. 3 CCC(¶2822)Kompendium(591)Fragen(Whether the State should be Catholic
A child who died unbaptised Depuis Le Jour(§34)Dignitatis Humanae(§14)Diuturnum(§14The saints, statues and images) §18) Pastores Gregis(§3) - V. 4 CCC(¶74
¶851 Kompendium(11¶1058 ¶1256 ¶1261 ¶1821 ¶2822) 172 Compendium of the Social Doctrine of the Church(121)Summa (EN)(I 19.6591) I 23.4 Fragen(Whether the State should be CatholicI-II 19.10 I-II 91.5 I-II 98.2 I-II 106.3 II-II 83.5 III 67.3 III 70.2) A child who died unbaptised Ad Gentes(§4Salvation outside the Church The saints, statues and images) §7 Dignitatis Humanae(§11§14 §25 §42) §14) Dominum Et Vivificantem(§64)Ecclesia In Africa(§27§73 Ecclesia In Medio Oriente(§88)Evangelii Nuntiandi(§57)Fides Et Ratio(§99)Lebanon(§13§128) §125) Lumen Gentium(§16)Marialis Cultus(§27§28) Mortalium Animos(§18)Nostra Aetate(§1)Pastores Gregis(§3)Quadragesimo Anno(§139)Redemptor Hominis(§1§4) Redemptoris Missio(§9)Sacrosanctum Concilium(§5)Slavorum Apostoli(§19) - V. 5 CCC(¶618
¶956 Kompendium(324)Compendium of the Social Doctrine of the Church(121)Summa (EN)(III 7.1¶1544 ¶2574 ¶2634) III 26.1 Fragen(A child who died unbaptisedIII 26.2 Suppl 90.2) Salvation outside the Church Ad Catholici Sacerdotii(§21The saints, statues and images) §26) Ad Gentes(§7)Aeterna Dei Sapientia(§25§29 Dilexit Nos(§201)Ecclesia In Africa(§27)Ecclesia In Asia(§13)Fidentem Piumque Animum(§7)Fides Et Ratio(§99)Indulgentiarum Doctrina(§5)Lumen Gentium(§28§60 §68) §49 Marialis Cultus(§6§60) §31 Mediator Dei(§1§32) §96 Mortalium Animos(§14)Mystici Corporis Christi(§15§106 §130) §35 Redemptoris Mater(§22§36 §40 §88 §90) §38) Redemptoris Missio(§5)Sacrae Laudis(§15)Sacrosanctum Concilium(§5)Summi Pontificatus(§30§31) - V. 6 CCC(¶2634)Fragen(A child who died unbaptised)Ad Gentes(§7)Dilexit Nos(§201)Ecclesia In Africa(§27)Ecclesia In Asia(§13)Fidentem Piumque Animum(§7)Fides Et Ratio(§99)Lumen Gentium(§60)Redemptoris Mater(§22
§38) Redemptoris Missio(§5)Spe Salvi(§28) - V. 7 CCC(¶2634)Summa (EN)(I 117.1
II-II 175.3) Fidei Donum(§19§33) Redemptoris Missio(§5) - V. 8 CCC(¶2634)
- V. 9 Summa (EN)(II-II 149.1
II-II 169.2) Fragen(Modesty) - V. 10 Fragen(Modesty)
- V. 11 Summa (EN)(Suppl 19.3)Mulieris Dignitatem(§24)
- V. 12 Summa (EN)(II-II 177.2
III 27.5 Mulieris Dignitatem(§24)III 55.1 III 67.4 Suppl 39.1) - V. 13 Mulieris Dignitatem(§9
§24) - V. 14 Summa (EN)(I 94.4
I-II 89.3 Mulieris Dignitatem(§9II-II 163.1 II-II 163.4) §24) - V. 15 Mulieris Dignitatem(§24)
- V. 45 Ad Gentes(§7)
- V. 46 Fides Et Ratio(§99)
- V. 1314 Mulieris Dignitatem(§9)