4. Pflichten der Knechte: Dieselben sind zu mahnen, dass sie ihre Herren ehren und auch jene, welche gläubig sind, nicht unter dem Vorwande, das sie Brüder seien, gering achten. (V. 2) VI. Besondere Vorschriften für Timotheus allein (Kap. 6, V. 3 – 21): 1. Mahnung, alles dies zu lehren. Wer anders lehrt, sucht nur Streit und seinen eigenen Nutzen. (V. 5) Den größten Nutzen bringt Frömmigkeit, die mit Genügsamkeit verbunden ist; wer hingegen Reichtum sucht, fällt in die Schlingen des Teufels (V. 10) 2. Solches meidend, soll Timotheus der Tugend nachstreben und den guten Kampf kämpfen, der zum Leben führt. (V. 12) Um diese Mahnung dem Herzen seines Jüngers tiefer einzuprägen, fügt der Apostel eine feierliche Beschwörung bei, alle diese Vorschriften ohne Flecken zu wahren. (V. 16) 3. Vorschrift, Reiche den Wert der Demut zu lehren. (V. 19) 4. Mahnung, die Hinterlage des Glaubens zu wahren, und von Neuerungen falscher Wissenschaft sich fern zu halten. Segen.
1Alle, welche unter dem Joche als Sklaven dienen,Nichtchristlichen Herren gegenüber empfinden die Sklaven ihre Lage als ein Joch. Indes den Christen drängt der Glaube, welcher ihn mit dem Herrn verbindet, und die Liebe, die er diesem schuldig ist, die Dienste, welche verlangt werden, gern zu leisten. - sollen ihre Herren aller Ehre wert halten, damit nicht der Name des Herrn und die Lehre gelästert werde.Als ob das Christentum Unbotmäßigkeit billigte. -2 Diejenigen aber, welche gläubige Herren haben, sollen diese nicht deswegen geringschätzen, weil sie Brüder sind,Und somit vor dem himmlischen Vater gleich. Vielmehr sollen sie umso bereitwilliger dienen, da diejenigen, welchen sie ihre Dienste weihen, Christen, also mit größerer Liebe zu umfassen sind. - sondern nur umso mehr dienstbar sein, weil es Gläubige und Geliebte sind, welche der Wohltat teilhaftig werden.Die gläubigen Herren befleißigen sich des Wohltuns allgemein und besonders gegen die Knechte, dieser Liebesbeweis aber verpflichtet die Knechte zu dankbarer Gegenliebe. (Chrys.) - Dies lehre und schärfe ein!Das über das Verhalten der Sklaven Gesagte. -3 Wenn jemand anders lehrt,Zum Schlusse eilend, greift der Apostel noch einmal auf die Irrlehren [1Tim 1,3] zurück. - und nicht an den heilsamen Worten unsers Herrn Jesus ChristusWorten, die von dem Heilande handeln. - hält und der der Frömmigkeit gemäßen Lehre,4 der ist dünkelhaft,Indem er jene Torheiten, die er lehrt, für besonders hohe Wahrheiten ansieht. - während er doch nichts versteht, vielmehr kränkelt an Streitfragen und Wortgezänk,Nur solches, nicht die Wahrheit sucht er. - aus welchen Neid,Wenn einer gesiegt hat. - Hader,Bei der Entscheidung, wer gesiegt hat. - Lästerungen,Gegen den, welchen er mit Gründen nicht hat besiegen können. - böser ArgwohnGegen den Gegner. - entstehen,5 stete Händel von Menschen, die in ihrem Urteil verdorben und der Wahrheit bar sind,Infolge der Verderbnis ihres Urteils. - welche wähnen, die Frömmigkeit sei ein Mittel zum Gewinn.Wie können sie also meinen über anderen zu stehen in der Erkenntnis der Wahrheit! Daher auch Neid, Streit, Argwohn usw. -6 In der Tat, ein großer Gewinn ist Frömmigkeit,Der Apostel verbessert sich gleichsam: Ja, die Frömmigkeit ist ein großer Gewinn, aber in dem [1Tim 4,8] erklärten Sinne (Theod.). - wenn sie mit Genügsamkeit verbunden ist,7 denn nichts haben wir in diese Welt hereingebracht; ohne Zweifel können wir auch nichts mit hinausnehmen.Der liebe Gott hat uns beim Eintritt in die Welt mit dem ausgestattet, wessen wir bedürfen, um unser letztes Ziel erreichen zu können. Da er uns nun beim Eintritte keine irdischen Güter verliehen, können wir auch nichts mit uns nehmen, wenn der Tod Leib und Seele trennt. So bildet der Satz die Begründung zu V. 6: Da diese Güter für unser ewiges Sein ohne Wert sind, kann die Frömmigkeit, welche Gottes Wohlgefallen und unser letztes Ziel sucht, jenen Gütern gegenüber nur genügsam sein, erwirbt uns aber so das Höchste, das ewige Leben, Gott selbst. -8 Wenn wir jedochGegensatz zu der Zeit, wo wir noch nichts hatten, weil wir nichts in die Welt gebracht. - Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daranAn dem, was zur Nahrung und Kleidung notwendig ist. - genügen lassen.9 DennGegensatz zu der Voraussetzung des V. 7ff und Begründung zu V. 8, dass die Christen genügsam sind. - die reich werden wollen,Die fest entschlossen sind, es zu werden. - fallen in Versuchung und in Fallstricke des Teufels,Dieser Zusatz fehlt im Griechischen. - und viele unnütze und schädliche Begierden, welche die Menschen in Untergang und Verderben stürzen.10 DennBegründung zu dem ganzen V. 9. - die Habsucht ist eine Wurzel aller Übel;Es kann aus der Habsucht alles Böse hervorgehen. Unter anderen Gesichtspunkten wird der Stolz der Anfang aller Sünden genannt. [JSir 10,15], (vergl. Thom. 1,2 qu 84a 1.2) Der Stolz ist gleichsam Anfang und Keim eines Sündenbaumes, dessen Wurzel die Habsucht ist, die dem Sündenbaum fortwährend Saft und Kraft zuführt. - einige, die sich ihr ergaben, sind vom Glauben abgeirrtWie in V. 5 gesagt ist. - und haben sich in viele SchmerzenGewissensschmerzen. - verstrickt.11 Du aber, o Mann Gottes!Von Gott erwählte, Gott darstellende Person. Mit größerem Rechte als im A. T. die Propheten [1Koe 9,7, 2Chr 8,14] heißen im N. T. die Diener Christi und Hirten der Seelen so. Diese Anrede muss Timotheus veranlassen, die Mahnung des Apostels desto mehr zu beherzigen, die Habsucht und ihre Folgen zu fliehen und sich um alle christlichen Tugenden zu bemühen. - fliehe dies;Das V. 3 – 5 Gesagte. - strebe vielmehr nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Geduld, Sanftmut.12 Kämpfe den guten Kampf des Glaubens,Der Glaube kämpft. Der Mensch kann nur als Gläubiger in diesen Kampf eintreten. - ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen bist und für welches du das gute BekenntnisBei der Taufe. - abgelegt hast vor vielen Zeugen.13 Ich gebiete dir vor Gott, der allem Leben gibt,Mit feierlichem Nachdrucke befiehlt der Apostel, was er V. 11 eingeschärft, vor Gott, der allem, was lebt, das Leben gibt und dem, der nach dem ewigen Leben ringt, auch dieses verleiht. - und vor Christus Jesus, der unter Pontius Pilatus Zeugnis abgelegt hat, das gute Bekenntnis,Das bei der Taufe von Timotheus abgelegte Zeugnis von Christus, welches der Heiland, der erste und seinem Wesen nach vollgültige Zeuge, gleichfalls über sich gegeben, dass er der Messias sei. -14 das GebotDas in V. 11 gegebene. - unbefleckt und untadelhaft zu halten bis zur Ankunft unsers Herrn Jesus Christus,Griech.: Bis zur Erscheinung unsers Herrn zum Gerichte. -15 welche zu seiner Zeit zeigen wird der selige und alleinige Machthaber,Vergl. [2Mak 12,15, JSir 46,5]. Da Gott in sich selig ist, bedarf er keines Dinges außer sich. - der König der Könige, und der Herr der Herrschenden,Nach [5Mos 10,17, Ps 135,3]. -16 der allein Unsterblichkeit besitztVergl. [1Kor 15,53ff]. Hier Umschreibung von „Dem Unsterblichen“ [1Tim 1,17] - und in unnahbarem Lichte wohnt;Der Himmel ist ein Reich des Lichtes, in dem der Glanz der göttlichen Herrlichkeit so groß ist, dass kein Auge denselben zu ertragen vermag. - den kein Mensch gesehen hat, noch auch zu sehen vermag, dem Ehre und ewige Macht sei.In V. 15 war seine Macht besonders gepriesen. - Amen.17 Den ReichenVers 3 – 16 sind eine Schlussermahnung für Timotheus. Eine Ermahnung an die, welche reich sind, ließ sich in die Erörterung V. 9 nicht gut einfügen, weshalb der Apostel sie hier gibt. - dieser WeltGegensatz zu der neuen Welt, welche die Ankunft Christi (V. 14) herbeiführt. - gebiete, nicht hochmütig zu sein und ihre Hoffnung nicht auf unsicheren Reichtum zu setzen,Die Warnung einer Verkündigung gegen andere: sich nicht über sie zu erheben, wird die andere vor dem eitlen Vertrauen auf den Reichtum beigefügt. - sondern auf den lebendigen Gott (der uns alles reichlichDa Gott allen, nicht nur den Reichen, alles, was sie brauchen, reichlich darbietet, kann man auf ihn vertrauen und bedarf nicht des Reichtums, um Vertrauen zu haben, ist doch jener auch ganz ungeeignet, solches in uns zu wecken. - zum Genusse darbietet),Was Gott gibt, genießen wir; so vergeht das Geschenk zwar mit dem Gebrauche, aber es bleibt auch nicht, wie bei dem Reichen, Hochmut, der sich seines Besitzes überhebe. -18 Gutes zu tun, reich zu werden an guten Werken, freigebig zu sein, mitzuteilen,Gleichsam andere zu Mitbesitzern zu machen. -19 sich einen Schatz als eine gute Grundlage für die Zukunft zu sammeln,Man legt einen solchen Schatz zum eigenen Vorteil bei Seite auf die in V. 18 geschilderte Weise. - damit sie das wahrhafte Leben ergreifen.Wer mit sicherer Hand etwas ergreifen will, muss eine feste Unterlage unter den Füßen haben. -20 O Timotheus!Die Innigkeit der Anrede wie [1Tim 1,18] wird durch das O wie [1Tim 6,11] noch eindringlicher. - bewahre, was dir anvertraut ist,Was dir anvertraut ist, nicht was du erfunden hast; was du empfangen, nicht was du dir ausgedacht hast, nicht eine Sache deines Scharfsinnes, sondern der Überlieferung, deren Wächter und Nachfolger du bist (Vinz. von Lerin.). das Empfangene wird hier dem falschen Wissen gegenübergestellt, [2Tim 1,13.14] wird es „heilsame Worte“ genannt. [Tit 2,2] wird der Jünger vom Apostel angewiesen, das von diesem Gehörte bei anderen niederzulegen. Alles dies gibt dem Ausdruck eine bestimmte Beziehung auf die Lehre des Evangeliums. Diese soll Timotheus so, wie er sie übernommen, rein und ungeschmälert festhalten. - indem du die verwerflichen NeuerungenGriech.: Das leere, allen wahren Inhaltes entbehrende Geschwätz. - im Reden und die GegensätzeDie Sätze, welche die Irrlehrer, gegeneinander und gegen die Wahrheit aufstellen, ohne Inhalt von Wahrheit. - der fälschlich so genannten Wissenschaft meidest,Einer Wissenschaft, die nur leeres Geschwätz und sich selbst widersprechende Säte hervorbringt, dazu gegen die Wahrheit kämpft, fehlt alles außer dem Namen. -21 zu welcher einige sich bekannt haben,Welche besonders zu kennen einige gelten wollten. und so vom Glauben abgefallen sind. Die Gnade sei mit dir! Amen.
Zitiert in 101
Dieses KapitelAd Sinarum Gentem(§18)Dives In Misericordia(§2)Ecclesiam Suam(§46·§64)Sacerdotalis Caelibatus(§60)Saeculo Exeunte Octavo(§44)