Jeremias 10
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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6. Mahnungen an die Weggeführten. (Kap. 10) a. Was sind die Götzenbilder, was Gott? (V. 10) b. Was sollen die Israeliten die Heiden lehren? (V. 16) c. Mit welcher Gesinnung sollen die Frommen die Wegführung ertragen?
1 Höret das Wort, welches der Herr über euch geredet hat, Haus Israel! Der ehrenvolle Name Israel ruft Glaube, Gehorsam und Sehnsucht nach dem Segen des Patriarchen ins Gedächtnis zurück. - 2 So spricht der Herr: Gewöhnet euch nicht an die Weise Die Religion und Gottesverehrung. - der Völker und erschrecket nicht vor den Zeichen des Himmels, vor denen die Völker sich fürchten! Dies passt insbesondere auf die Babylonier. Hebr.: Vor den Zeichen des Himmels erschrecket nicht, weil die Heiden vor jenen erschrecken. – Die Furcht ist die Grundstimmung alles Aberglaubens. Die Israeliten aber wissen, dass Gott, wie er alles geschaffen, so auch alles leitet. - 3 Denn die Satzungen der Völker Der Sterndienst fußte auf Rechnungen und Gesetzen. Mit dem Worte Nichtigkeit bezeichnet der Prophet gewöhnlich die Götzen, die er also hierbei insbesondere im Auge hat. - sind nichtig, Es ist also lächerlich, sie zu fürchten. - man behaut einen Baum aus dem Walde und des Künstlers Hand richtet ein Werk daraus her mit der Axt. Siehe da Ursprung, Material, Gestalt der vermeintlichen Götter! Axt: vielleicht besser: ein minderes Schneidwerkzeug. - 4 Mit Silber und Gold verziert Das Holz, aus dem die Götzen gefertigt waren, wurde mit Gold- und Silberplatten überzogen. - er es und festigt es mit Nagel und Hammer, damit es nicht aus den Fugen gehe. Hebr.: wackle. Damit der arme Götze nicht hinfällt, muss er mit Nagel und Hammer festgenagelt werden. - 5 Gedrechselt steht es da wie ein Palmenstamm Hebr.: wie eine gedrechselte Säule sind jene Götzen – unbeweglich und jeder Möglichkeit entbehrend, sich zu bewegen und zu handeln. - und kann nicht reden; es muss getragen werden, denn es kann nicht gehen. Hebr.: sogar getragen müssen sie werden, denn sie können nicht gehen. - Darum fürchtet euch nicht vor ihnen, denn sie vermögen weder zu schaden noch zu nützen. Hebr.: Fürchtet euch nicht vor ihnen, denn sie tun kein Leides; auch wohlzutun steht nicht bei ihnen. - 6 Herr! Den eitlen Götzen wird die Majestät, Macht, Stärke und Weisheit Gottes gegenübergestellt, die der Herr von sich offenbart. (Name) - deinesgleichen ist nicht, Hebr.: Gar niemand ist wie du, Jahve. Wo wäre ein Mensch, ein Engel zu finden, die dir vollkommen ähnlich wären? Alles, was der Mensch kennt oder denken kann, übertriffst du, unaussprechlich und unbegreiflich. - du bist groß Was Gott in sich ist. (Thom.) - und groß ist dein Name Das, was du von dir offenbarst, ist groß in Stärke und Macht. - in Macht! Höchster Gegensatz gegen die Götzen. - 7 Wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker? Schon die Natur leitet alle dazu an. - Denn dein ist die Herrlichkeit, Hebr.: denn dir gebührt es. - unter allen Weisen der Völker und in allen ihren Reichen ist nicht deinesgleichen. 8 Sie erweisen sich allzumal Indem sie einen solchen Gott nicht verehren. - als einfältig und töricht, denn die Unterweisung ihrer Nichtigkeit ist Holz. Hebr.: Lehre der Eitelkeiten, Holz ist dies! – alles, was von der Hilfe der Götzen gesagt oder erhofft wird, ist zu nichts nütze; da die Götzen nur Holzblöcke sind, ist auch ihre Lehre nichts. Vielleicht hat der Prophet hier [5Mos 11,2] vor Augen. Im Folgenden beschreibt der Prophet die einzelnen Bestandteile der Götzenbilder. - 9 Man bringt Silberblech aus Tharsis Siehe [Jonas 1,3]. - und Gold aus Ophaz, Vielleicht: Ophir. (Syr. Chald.) - von den Künstlern gefertigt, von der Hand des Goldschmieds bereitet; Hebr.: Erzeugnis des Werkmeisters ist es und der Hände des Schmelzers. - blauer und roter Purpur ist ihr Gewand und all das ist der Kunstverständigen Werk. 10 Aber der Herr ist der wahre Oder: wahrhaft Gott. - Gott, er ist der lebendige Gott, Nicht tot, wie die Götzenbilder. (V. 5, V. 8) - der ewige König; Dem niemand in Ewigkeit auch nur das geringste Teilchen seiner Herrschaft rauben kann. - vor seinem Zorne erbebt die Erde und sein Dräuen vermögen die Völker nicht zu ertragen. 11 Darum saget also zu ihnen: Die Götter, welche Himmel und Erde nicht gemacht haben, mögen Besser: werden. - vertilgt werden von der Erde und unter dem Himmel. So sollen die Israeliten die Heiden mahnen, nachdem sie auf die Ohnmacht der Götzen hingewiesen. Schon vor Jeremias sind Tausende weggeführt, er hat eine erneute Wegführung vorausgesagt und die Gottesverehrer gemahnt, sich von den religiösen Übungen der Heiden fernzuhalten, jetzt zeigt er jenen, was sie antworten sollen, wenn die Heiden sie zur Verehrung der Götzen auffordern. Der Satz ist in aramäischer Sprache eingefügt, deren sich die Assyrier in ihrem Handelsverkehr mit den westlichen Völkerschaften bedienten. - 12 Der die Erde erschaffen durch seine Kraft, den Erdkreis durch seine Weisheit gegründet und die Himmel durch seine Einsicht ausgespannt hat, Diese drei Glieder des Verses bilden einen Gegensatz zu V. 11. Gottes Weisheit und Macht bei dem Werke der Schöpfung und der Gründung der Welt wird gepriesen. Doch wie Gott der Schöpfer, so ist er auch der Erhalter aller Dinge. (V. 13) - 13 er lässt seine Stimme Den Donner. - erschallen und es sammelt sich des Wassers Menge unter dem Himmel: er lässt Wolken aufsteigen vom Ende der Erde her, schafft Blitze zum Regen Die Blitze zerreißen die Wolken und lassen so den Regen herabströmen. Vorratskammern hat Gott für den Wind wie [Job 38,22] für Schnee und Hagel: Sie stehen ihm reichlich zu Gebote. - und führt den Wind aus seinen Vorratskammern hervor. 14 Toren ohne Einsicht Verdummt, dem Tiere ähnlich. - sind alle Menschen und alle Künstler werden zuschanden werden an ihren Bildern; denn Trug ist, was sie gießen, Einen solchen Gott bilden sie sich, der ganz aus Trug und Lüge besteht, da er nur durch den Irrtum der Menschen und ihre Sünde Dasein hat und Ursache der Sünden ist. Er ist eine Lüge, weil er seiner Gestalt nach eine Gottheit darstellen soll und doch keine Kraft und kein Leben in sich hat, also nichtig und verächtlich und des Unterganges würdig ist. - und es ist kein Odem darin. 15 Eitel sind sie und Werke, des Verlachens würdig; zur Zeit ihrer Heimsuchung werden sie untergehen. 16 Nicht wie diese ist der, welcher Jakobs Anteil ist; denn er ist es, der alles geschaffen hat, und Israel ist der Stamm seines Erbes; Der lebendige Gott, der Schöpfer aller Dinge ist der Anteil Israels. Israel ist das Volk, das er sich als sein besonders Erbe erwählt hat. – Stamm hebr.: Volk. Dieser Gott ist der Herr Himmels und der Erde. - Herr der Heerscharen ist sein Name. Mit diesem Namen schließt dieser Teil passend wie mit einem Bestätigungssiegel der göttlichen Majestät und dem Unterpfande der Würde und Hoffnung des Volkes. - 17 Raffe von der Erde deinen Kram zusammen, Angeredet ist die Bevölkerung von Juda: Jerusalem. - du, die du von Belagerung umgeben wirst! 18 Denn so spricht der Herr: Siehe, ich werde die Einwohner des Landes dieses Mal Nicht allein die gewöhnlichen Heimsuchungen des Krieges werden dich treffen, sondern du wirst selbst fortgeführt werden. So tröste dich denn nicht mit dem Sprichworte: Es wird noch lange währen. [Ez 12,22] - weit fortschleudern und sie so bedrängen, dass keiner entrinnen kann. 19 Wehe mir ob meiner Verwundung, unheilbar ist die Wunde, die mir geschlagen ward. Doch ich sprach: Das ist ja mein Leiden, Das mir für meine Sünden gebührte. So werden die Israeliten durch die Wegführung gebessert sprechen. - so will ich es denn tragen! 20 Mein Gezelt Die Staatsordnung. - ist zerstört, alle meine Seile Die Seile, welche das Zelt festhalten: alle meine Stützen. - sind zerrissen; meine Söhne sind von mir weggezogen und sind nicht mehr; niemand ist, der mein Gezelt wieder aufschlage und meine Decken aufspanne. Nur Gott vermag das Gottesreich, das er einst gestiftet, wieder aufzurichten. - 21 Denn die Hirten Die Fürsten. - handelten töricht und suchten den Herrn nicht, darum hatten sie keine Einsicht Und folgten nicht den Vorschriften, welche er im Gesetze gegeben. Diese zu verstehen und zu schätzen, wird Glaube und Frömmigkeit gefordert, doch sie haben wie Tiere dahingelebt. - und ihre ganze Herde wurde zerstreut. 22 Horch! ein Ruf erschallt und ein Sturmesbrausen naht aus dem Lande gegen Norden, um die Städte Judas zur Einöde zu machen, zur Wohnung der Drachen. Hebr.: Horch, was man hört: Siehe, da kommt es! und großes Getöse vom Lande gegen Norden her die Städte Judas wüste zu machen, zur Behausung der Schakale. - 23 Ich weiß, Herr! dass des Menschen Weg nicht in seiner Gewalt steht und dass es in niemandes Macht ist, wie er wandle und seine Schritte lenke. Wie ist diese Vernichtung zu tragen? Die Frommen mögen sich gänzlich Gott überlassen, in dessen Hand ihr Schicksal ruht. Nicht dem Manne, der da wandelt, steht es zu, dass er geradrichte seinen Schritt (hebr.), d.i., dass er nie schwanke, nie abweiche vom rechten Wege. Ohne Gottes Willen und Hilfe vermag der Mensch nichts zum glücklichen Ausgang zu führen, wenn er auch noch so sehr seine Einsicht anwendet und von seinen Kräften Gebrauch macht. Die Anwendung dieses Satzes auf die Israeliten gilt für Vergangenheit und Zukunft. Vergeblich haben sie versucht, den Untergang von ihrem Reiche abzuwenden, vergeblich versuchen sie dies wiederherzustellen; Gott allein kann helfen. - 24 Züchtige mich also, o Herr! Da die Frommen es der göttlichen Vorsehung überlassen, wann und wie das Heil ihnen kommen soll, an dasselbe nach den Verheißungen der Propheten fest glauben, bitten sie den Herrn nur um eines: dass er nach seiner Barmherzigkeit Zorngericht und Strafe mildere. - nur nach Recht und nicht nach deinem Grimme, Nach der Richtschnur des Wahren und Rechten, so dass du unsere Besserung bewirkst, nicht so strafest, wie unsere Sünden es verdienen und nur, um gerechte Rache zu nehmen. - auf dass du mich nicht etwa vernichtest. Als Volk. Hebr.: gering machest. - 25 Gieße deinen Zorn über die Völker aus, welche dich nicht kennen, und über die Länder, welche deinen Namen nicht anrufen; denn sie haben Jakob verzehrt und ihn verschlungen, sie haben ihn vernichtet und seine Herrlichkeit verwüstet. Gott wird sein Volk wiederherstellen. Doch dazu wird gefordert, dass er zugleich über die Völker Gericht halte: Sie verehren Gott nicht und suchen das Volk Gottes, dessen Land sie verwüstet haben, zu vernichten.
Zitiert in 22
- V. 1 CCC(¶2112)
- V. 2 CCC(¶2112)Summa (EN)(I 70.2)
- V. 3 CCC(¶2112)
- V. 4 CCC(¶2112)
- V. 5 CCC(¶2112)
- V. 6 CCC(¶2112)
- V. 7 CCC(¶2112)Summa (EN)(II-II 19.1)
- V. 8 CCC(¶2112)
- V. 9 CCC(¶2112)
- V. 10 CCC(¶2112)
- V. 11 CCC(¶2112)
- V. 12 CCC(¶2112)
- V. 13 CCC(¶2112)
- V. 14 CCC(¶2112)Summa (EN)(II-II 46.1)
- V. 15 CCC(¶2112)
- V. 16 CCC(¶2112)
- V. 23 Summa (EN)(I 83.1)
- V. 24 Summa (EN)(I 104.3
I-II 87.4)