Jeremias 17

Wehe den Gottlosen, Heil denen, die auf Gott vertrauen! (V. 18) C. Weg zur Rettung.

Die Sünde Judas ist aufgezeichnet mit eisernem Griffel und mit diamantener Spitze, eingegraben auf die Tafel ihres Herzens und auf die Hörner Die durch die Götzenopfer befleckten Altäre geben von der Sünde Zeugnis. Beim Götzendienst wurde wohl ein ähnlicher Brauch beobachtet wie bei den dem Herrn dargebrachten Opfern, dass das Blut an die Hörner des Brandopfer- und Rauchopfer-Altars gestrichen ward. - ihrer Hebr.: Eurer, der Götzen allein. - Altäre. Ihre Söhne gedenken wieder ihrer Altäre und ihrer Haine und ihrer grünen Bäume auf den hohen Bergen, wenn sie auf dem Felde opfern. Darum will ich deine Stärke, Hebr.: Wie sie ihrer Kinder gedenken, (mit so süßem Gefühl gedenken sie) ihrer Altäre und ihrer Bildsäulen, (die) bei jedem grünen Baum auf allen hohen Bergen (sind). - alle deine Schätze und deine Höhen dem Raube preisgeben um deiner Sünden willen in allen deinen Grenzen. Da alles befleckt ist, soll auch zur Sühne alles, auch die Reichtümer, den Feinden überlassen werden. Hebr.: Meinen Berg im Gefilde, dein Vermögen und all deine Schätze gebe ich dem Raube hin, deine Höhen, wegen der Sünde in allen deinen Marken. Anders das Lateinische: Da die Söhne der gottlosen Altäre eingedenk blieben und nach dem Vorbilde ihrer Väter an den gleichen Stätten gottlose Götzenopfer darbrachten, will ich sie als Beute hingeben usw. - Und du wirst einsam bleiben, von deinem Erbe losgerissen, Hebr.: und du sollst deine Hand lassen müssen von dem Erbe. - das ich dir gegeben; und ich will dich deinen Feinden in jenem Lande dienen lassen, das du nicht kennst; denn ein Feuer hast du entzündet in meinem Grimm, ewig wird es brennen. Vergl. [5Mos 32,22]. Ewig: Lange Zeit und zwar so lange, bis die Gottlosen vernichtet sind. - So spricht der Herr: Gott wird, damit sie den Namen Jahve kennen [Jer 16,21], ihnen seine Macht zeigen, indem er ihren Götzendienst straft. [Jer 17,1-4] Da mit diesem eine falsche Zuversicht verbunden war, rügt er auch diese, die dem Wesen der Theokratie schnurstracks entgegengesetzt ist. [5Mos 28,7.25] Die erste Ursache der Vernichtung ist der Götzendienst, die zweite das Vertrauen auf die Menschen, mit dem sie, Gottes Hilfe ablehnend, zu fremden Völkern eilten. - Verflucht ist der Mensch, der sein Vertrauen auf Menschen setzt und Fleisch Bild der Ohnmacht und Gebrechlichkeit des Menschen. - zu seinem Arme macht und dessen Herz vom Herrn abtrünnig ist. Ein solcher wird zur Strafe für sein Verbrechen blind. - Denn er wird wie ein Tamarisk Carduus. - in der Wüste sein und das Gute nicht schauen, wenn es kommt; sondern wird in der Dürre, in der Wüste, in salzreichem unbewohnten Lande Wie das Land um Sodoma ist. Bild und durch das Bild Bezeichnetes werden miteinander verbunden. - seine Wohnung haben. Gesegnet der Mann, der sein Vertrauen auf den Herrn setzt und dessen Zuversicht der Herr ist! Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist, der nach dem Bache hin seine Wurzeln ausstreckt; nicht darf er fürchten, wenn die Hitze kommt; sein Laub bleibt grün und zur Zeit der Dürre hat er keine Sorge und nimmer lässt er ab, Frucht zu tragen. Der Gerechte hat seine Kraft aus Gott, wie die Pflanze aus dem Flusse Wasser saugt, das ihr Leben gibt und Früchte reifen lässt. - Böse ist der Menschen Herz, mehr als alles, und unerforschlich, wer mag es kennen? Wenn die Menschen doch so aufrichtig Gott suchten und nicht nur ihre bösen Begierden mit dem Schein der Religion schmückten! Aber Gott kann nichts verborgen bleiben, er schaut in das Herz. Hebr.: Ränkevoll ist das Herz über alles und verderbt, wer kann es ergründen? Die Antwort gibt Gott V. 10. - Ich, der Herr, bin es, der das Herz erforscht und die Nieren prüft; Herz und Nieren sind der Sitz aller Gedanken und Begierden. Dem gerechten Richter ist das Verborgenste offenbar, er wird den Richterspruch V. 5-8 bei jedem zur Ausführung bringen. Ein Beispiel davon folgt V. 11 in der Form eines Sprichwortes. - ich vergelte einem jeden nach seinem Wandel und nach der Frucht seiner Bestrebungen. Wie das Rebhuhn brütet, was es nicht gelegt, so ist der, welcher Reichtum erwirbt, aber nicht auf rechtlichem Wege; Schlecht Erworbenes zerrinnt ohne Nutzen, wie das Rebhuhn keinen Gewinn hat von der Mühe, mit der es die Eier eines anderen Rebhuhns stiehlt und bebrütet, denn kaum hat es Junge ausgebrütet, da fliegen sie davon. (Hieron. Volksglaube) - in der Hälfte seiner Tage muss er ihn im Stich lassen und bei seinem Ende wird er als Tor dastehen. O Thron der Herrlichkeit, vom Anbeginn erhaben, Stätte unseres Heiligtums, o du Hoffnung Israels, o Herr! O du Thron der Herrlichkeit: Erhabenheit Gottes und Herrschaft über alles, die du von Ewigkeit her bestehend auf Erden unter deinem Volke aufgerichtet hast, diesem in besonderer Weise nahe, du, der allein unsere Hoffnung, der alles umfasst, was uns Glück und Seligkeit gewähren kann: Jahve! Wenn der Herr ein solcher ist, was erwartet da alle, die ihn verlassen? - alle, welche dich verlassen, müssen zuschanden werden; die von dir abfallen, werden in den Staub geschrieben, Gegensatz: Im Buche des Lebens. Im Staube zertritt der Fuß der darüber Hinschreitenden die Namen, verweht sie der Wind. Das Bild bedeutet einen Untergang voll Schmach, Verwerfung vor Gott. - weil sie den Herrn, die Quelle lebendigen Wassers, verlassen haben. Ob Christus [Joh 8,6.8] auf der Erde schreibend andeuten will, was die erwartet, welche den Messias versuchen, damit sie ihn anklagen können? - Heile mich, Herr! Da gesegnet ist, wer auf Gott vertraut (V. 7), richtet auch der Prophet sein Gebet an den, der die Erwartung Israels ist: Lass auch mir die dem Vertrauenden verheißene Gnade zuteil werden! - so werde ich geheilt werden; hilf mir, so wird mir geholfen sein; denn du bist mein Lobpreis. Gott muss helfen, soll das Rühmen des Propheten in Gott nicht nichtig erscheinen. - Siehe, jene sprechen zu mir: Wo ist des Herrn Wort? es möge doch kommen! Vergl. [Jes 5,19]. Seit langem schon verkünden die Propheten den Untergang des Reiches, warum erfüllen sich die Drohungen nicht? - Ich aber ward nicht eingeschüchtert, Sept.: Nicht müde. Hebr.: Aber ich habe mich nicht dem entzogen, ein Hirte zu sein hinter dir her. Hirt sein ist weiden, führen. Während dies sonst von den Königen und Fürsten gesagt wird, wird an dieser Stelle dem Propheten das Gleiche zugeeignet, insofern er der Mund Gottes ist, welcher das Volk lehrt und es so leitet. Obwohl Jeremias wusste, wieviel Leiden das Amt ihm schaffen werde, hat er Gottes Rufe Folge geleistet. Er erwähnt sein Verdienst, wie 15, 16, 17, um mit desto größerer Zuversicht Gott um Hilfe zu bitten. Auch die Feinde finden nichts, was an ihm zu tadeln wäre. - dir, meinem Hirten, zu folgen, und habe nicht einen Menschentag Hebr.: Ich habe den unheilvollen Tag nicht herbeigesehnt, ich habe die traurigen Weissagungen nicht mit Freude über das Unglück des Volkes verkündet; ich habe nur verkündet, was ich als Gesandter Gottes auf seinen Auftrag musste. - ersehnt, du weißt es. Was aus meinen Lippen hervorging, war recht in deinen Augen. Werde nur du mir nicht zum Schrecken, Den du mir angedroht, wenn ich deinem Rufe entziehen wollte [Jer 1,17], überlass mich nicht meinen Feinden, sondern führe aus, was du durch mich hast verkünden lassen, damit ich als wahrer Prophet [5Mos 18,21; Jer 28,9] erfunden werde. - du meine Hoffnung am Tage der Drangsal! Lass meine Verfolger zuschanden werden, aber lass mich nicht zuschanden werden; lass sie erschrecken, doch nicht mich; lass den Tag des Unheils über sie kommen und mit zweifachem Schlage zerschmettere sie! Alles dieses wird den Feinden durch die Erfüllung der Prophezeiungen widerfahren: Beschämung darüber, dass sie ihn verspottet und auf falsche Weissagungen ihr Vertrauen gesetzt haben; Schrecken, wenn die vom Propheten angekündigten Übel hereinbrechen. Der Prophet bittet, Gott möge sich als gerecht und wahrhaft erweisen, denn nachdem Gott den hartnäckigen Übeltätern jene Strafen angedroht, mussten diese sich entweder bekehren, indem sie aufhören, den Propheten zu verfolgen, oder die Strafen über sich kommen sehen. Mit dieser Bitte tritt der Prophet also für Gottes Sache ein, sucht nicht etwa Rache an jenen Feinden. Der zweifache Schlag sind wohl Hungersnot und Schwert. (Hier.) - So spricht der Herr zu mir: Gehe hin und tritt unter das Tor der Söhne des Volkes, Jedenfalls im Tempel. - durch welches die Könige von Juda aus- und eingehen, und unter alle Tore Jerusalems und sprich zu ihnen: Höret das Wort des Herrn, ihr Könige von Juda Die Mehrzahl steht entweder für das gesamte Haus David oder wohl besser, weil die gleiche Mahnung an verschiedene Könige ergangen ist. Auf Joakim folgte Joachin, der nur drei Monate herrschte, auf diesen Sedekias. Ward die Prophezeiung in der letzten Zeit Joakims gegeben, so richtete der Prophet die Mahnung an die drei Könige. - und ganz Juda, und alle Bewohner von Jerusalem, die ihr durch diese Tore eingeht! So spricht der Herr: Hütet eure Seelen Für die Verletzung des Sabbats war die Todesstrafe festgesetzt. [2Mos 31,14.15] - und traget am Sabbattage keine Lasten und bringet sie nicht durch die Tore Jerusalems herein! Vergl. [2Mos 20,10; 5Mos 5,14]. Wenn der Sabbat beobachtet wurde, war dies ein öffentlicher Beweis der Verehrung und des Gehorsams gegen Gott, dessen Willen der Mensch seinen Vorteil nachsetzt. - Traget auch keine Last am Sabbattage aus euern Häusern heraus und nehmet keine Arbeit vor, sondern heiliget den Tag des Sabbats, wie ich euern Vätern geboten habe! Aber sie hörten nicht darauf und neigten ihr Ohr nicht, sondern waren halsstarrig, dass sie mir nicht gehorchten noch Zucht annahmen. Die Schuld der Vorfahren zeigt, dass der Frevel ein solcher des ganzen Volkes war, ihre Erwähnung aber empfiehlt Gottes Barmherzigkeit, welche stets zuwartet. - Wenn ihr nun wirklich auf mich hören wollt, spricht der Herr, so dass ihr am Sabbattage keine Lasten durch die Tore dieser Stadt hereinbringt und den Sabbattag heiligt, so dass ihr keine Arbeit an demselben verrichtet, so werden durch die Tore dieser Stadt Könige und Fürsten einziehen, die auf dem Throne Davids sitzen, auf Wagen fahrend und zu Ross, samt ihren Fürsten, die Männer von Juda und die Bewohner von Jerusalem, und diese Stadt soll immerdar bewohnt werden. Wird dem Tage Gottes keine Ehre wieder zuteil, so verheißt Gott den einzelnen Ständen und der Stadt Davids Unversehrtheit. Warum der Prophet die auf dem Throne Davids Sitzenden (die Könige) erwähnt, siehe [Jer 13,13]. Wohl ist David ewige Herrschaft versprochen, aber nur unter der Bedingung, dass seine Nachkommen die Gebote Gottes beobachten. - Und es werden aus den Städten Judas und aus der Umgebung Jerusalems und aus dem Lande Benjamin, aus den Niederungen, Die Gegend am Mittelmeere von Joppe bis Gaza. Die Beifügung des Gebirges und des Südlandes ergänzt die Umschreibung von ganz Juda. - vom Gebirge und aus dem Südland solche kommen, die Brandopfer, Schlachtopfer, Speiseopfer und Weihrauch darbringen und Gaben Hebr.: Lobopfer. Diese blutigen und unblutigen Opfer sollen als Danksagung in den Tempel gebracht werden. - in das Haus des Herrn bringen. Wenn ihr aber nicht auf mich hört, dass ihr den Sabbattag heiligen und keine Last tragen und am Sabbattage durch die Tore Jerusalems hereinbringen sollt, so will ich ein Feuer an seinen Toren anzünden, das die Häuser Jerusalems verzehren soll und nicht erlöschen wird. Gehorchen die Juden, so verheißt er ihnen drei Dinge, welche ihre Königsstadt schmücken sollen, die Königswürde, zahlreiche Bewohner, Verehrung des Tempels; doch wenn die Verehrung Gottes gleichsam von Amts wegen vernachlässigt, ja selbst verachtet wird, fällt das Reich selbst mit Recht dem Feuer anheim und noch vielmehr geht die Theokratie unter. Diesen Untergang vermag menschliche Klugheit und Hilfe weder abzuwenden noch wieder gutzumachen. Auf diese Drohung und ihre Erfüllung weist [Neh 13,17.18] hin.

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