Jeremias 25

5. Fünfte Rede. (Kap. 25) A. Verkündigung der Unterjochung. (V. 14) B. Der Zornkelch des Herrn. (V. 26) C. Das Gericht ist unausweichlich.

Wort, welches an Jeremias erging über das ganze Volk Juda im vierten Jahre Joakims, des Sohnes Josias', des Königs von Juda (das ist das erste Jahr Nabuchodonosors, des Königs von Babylon,) In diesem Jahre hatte die Schlacht bei Charkamis statt, in der König Nechao von Nabuchodonosor besiegt, die babylonische Herrschaft in Asien gefestigt, die Unterwerfung Ägyptens selbst vorbereitet ward. Schon stand Nabuchodonosor an den Grenzen Ägyptens, als er die Nachricht erhielt, dass Nabopolassar gestorben und er selbst König geworden sei. Das Jahr dieses Kampfes gilt als das erste Nabuchodonosors, es war das vierte Joakims. [Jer 46,2] - welches Jeremias, der Prophet, zu dem ganzen Volke Zum Unterschied der an die Könige insbesondere gerichteten Weissagungen. - Juda redete und zu allen Bewohnern Jerusalems, also lautend: Jeremias hat oft, an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Gelegenheiten das Folgende dem Volke verkündet. - Vom dreizehnten Jahre Josias', des Sohnes Ammons, des Königs von Juda, bis auf diesen Tag, diese dreiundzwanzig Jahre hindurch Josias herrschte einunddreißig Jahre; zu den neunzehn letzten Jahren desselben kommen drei Monate Joachaz hinzu und vier Jahre Joakims. - ist das Wort des Herrn an mich ergangen und ich habe zu euch vom frühen Morgen an geredet, doch ihr habt nicht gehört. Auch sandte der Herr alle seine Diener, die Propheten, zu euch, vom frühen Morgen an Fleißig, unaufhörlich. Nicht Jeremias allein waltete dieses Amtes. - sendend; aber ihr habt nicht gehört und eure Ohren nicht geneigt, um zu hören, Zur Zeit des Josias weissagte Sophonias, Baruch war gleichfalls ein Prophet, Holda war eine Prophetin [2Koe 22,14] und [2Koe 23,2] werden Propheten aus dieser Zeit erwähnt. Jeremias weist indes wohl auf die lange Reihe von Propheten hin, welche Gott an die aufeinander folgenden Geschlechter gesendet. - da er sprach: Kehret um, ein jeder von seinem bösen Wege und von euern schlimmen Bestrebungen, Hebr.: Taten. - so sollt ihr in dem Lande wohnen bleiben, das der Herr euch und euern Vätern gegeben hat von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gehet nicht fremden Göttern nach, um ihnen zu dienen und sie anzubeten, und reizet mich nicht zum Zorne durch die Werke eurer Hände, so will ich euch nicht strafen. Aber ihr habt nicht auf mich gehört, Der größere Teil von euch war widerspenstig. - spricht der Herr, auf dass Wer die Ursache will, will die notwendig damit verbundene ihm wohlbekannte Folge: ihr wolltet Sünde und Abfall, so wolltet ihr mich zum Zorne reizen. - ihr mich zum Zorn reiztet durch die Werke eurer Hände, euch selbst zum Unheil. Darum spricht der Herr der Heerscharen also: Weil ihr auf meine Worte nicht gehört habt, sehet, so will ich hinsenden und alle Geschlechter von Mitternacht her Auf dieses Wort hat der Prophet schon mehrfach hingewiesen. Doch dass nun Volk und König mit Namen genannt werden, muss er allen klar machen, dass die Katastrophe nahe bevorsteht. - herbeiholen, spricht der Herr, und Nabuchodonosor, den König von Babylon, meinen Knecht, Er ist Gottes Knecht, insofern er auserwählt und abgesandt ist, Gottes Werk auszuführen. (Ähnlich werden die Meder [Jes 13,3] geheiligt genannt, Babylon zu strafen.) - und will sie über dieses Land und über seine Bewohner und über alle Völker ringsum bringen Diese hatten die Juden um Hilfe und Bündnis gebeten. Indem sie in das Unglück verwickelt werden, schwindet jede Hoffnung auf Rettung. - und ich will sie töten Eigentlich: deren Bannfluch, das Ausrottungsgericht an ihnen vollziehen. - und zum Gegenstande des Entsetzens und des Gespöttes und zur Wüstenei auf ewig Auf lange, unbegrenzte Zeit, so dass zudem ihre Wiederherstellung durch menschliche Mittel unmöglich ist. - machen. Ich will unter ihnen den Ruf der Freude und den Laut des Frohlockens, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, das Geräusch der Mühle und das Licht der Lampe aufhören lassen. Die beiden letztgenannten Mittel sind Zeichen des häuslichen Lebens, die man aus allen bewohnten Häusern hört und sieht. Ihre Abwesenheit ist ein Zeichen, dass das Land unbewohnt ist. - Und dies ganze Land Juda (wie V. 9). - soll zur Wüstenei und zum Gegenstand des Entsetzens werden und alle diese Völker sollen dem Könige von Babylon dienstbar werden siebzig Jahre lang. Von diesem Zeitpunkt an gerechnet soll das Babylonische Reich noch siebzig Jahre bestehen. - Und wenn siebzig Jahre vollendet sind, werde ich an dem Könige von Babylon und seinem Volke und dem Lande der Chaldäer deren Schuld ahnden, Vergl. [Jes 10,5]. - spricht der Herr, und werde dies Land auf ewig zur Wüstenei machen. Durch die Eroberung der Stadt begann der Verfall. Der Prophet sieht das endliche Ergebnis vor Augen, ohne die Zeitfolge der Jahre, welche für die Herbeiführung desselben erfordert sind, zu bestimmen. - Und ich werde an diesem Lande alle meine Worte, die ich wider dasselbe geredet habe, in Erfüllung gehen lassen, alles, was in diesem Buche geschrieben ist, alles, was Jeremias wider alle Völker geweissagt hat. Diese Wort schrieb der Prophet, nachdem er seine Weissagungen in ein Buch gesammelt und bereits den Entschluss gefasst, auch die in [Jer 50; Jer 51] wiedergegebenen beizufügen. Die Erfüllung der Weissagung über Babylon soll eine Bekräftigung aller übrigen Weissagungen sein. - Denn sie werden ihnen dienstbar werden, da ihrer viele Völker und große Könige sind, Der Bekräftigung wird die Weise beigefügt, wie die Weissagungen erfüllt werden sollen. Die Bedrücker sollen durch gerechte Wiedervergeltung auch selbst von anderen bedrückt werden. Hebr.: Denn auch ihnen werden Knechtschaft auflegen zahlreiche Nationen mit großen Königen. - und ich werde ihnen vergelten nach ihren Werken und nach ihrem eigenen Tun. Denn also spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Nimm den Becher dieses Zornweines aus meiner Hand und lasse aus ihm alle meine Völker trinken, Großes Unglück wird oft mit Trunkenheit verglichen, da die Sinne durch großen Schrecken starr werden und der Fuß wankt. Nicht menschliche Ursache, Gott selbst bringt über die Babylonier Strafe und Rache. - zu welchen ich dich senden werde. Sie sollen trinken und taumeln und toll werden vor dem Schwerte, welches ich unter sie senden werde. Da nahm ich den Becher aus der Hand des Herrn und ließ ihn alle Völker trinken, zu welchen der Herr mich sandte: Jerusalem An erster Stelle wird das Volk Gottes genannt. Der Becher ist die Vorherverkündigung des Unglücks selbst. - und die Städte Judas, ihre Könige und ihre Fürsten, um sie zur Wüstenei, zum Gegenstand des Entsetzens, des Spottes und des Fluches zu machen, wie es an diesem Tage der Fall ist; Dieser Zusatz fehlt in der Septuag, da er das Eintreten des Ereignisses bereits besagt, mithin nicht damals beigefügt werden konnte, als die Weissagung selbst gegeben ward. - Pharao, den König von Ägypten, und seine Diener, seine Fürsten samt seinem ganzen Volke, Die so oft Gegenstand der Hoffnung für das auserwählte Volk gewesen. - und alle insgesamt, Die gesamte Menge der in Unter-Ägypten weilenden Fremdlinge und Ausländer. - alle Könige im Lande Ausis, Hus in Arabien. - alle Könige im Lande der Philister, Deren Städte alsdann genannt werden. - in Askalon, Gaza, Akkaron und den Überresten von Azot; Idumäa, Moab und die Söhne Ammons; Von der Westseite geht der Seher durch das südliche Gebiet von Palästina auf den Osten über, Moab und Ammon, um von da zum Norden emporzusteigen, den weithin herrschenden Phöniziern. - alle Könige Die angekündigten Strafgerichte beschränken sich nicht auf die Zeit eines Königs. - von Tyrus, alle Könige von Sidon und die Könige des Insellandes, welche Hebr.: welches. Das hebräische Wort für Inselland bezeichnet auch Küstenland, so dass die Kolonien der Phönizier in Spanien verstanden werden können. - jenseits des Meeres sind; Dedan, Siehe [Jes 21,13]. Keturäische Araber, welche den nordwestlichen Strich des Landes bewohnten. - Thema Die Landschaft Thema auf dem Wege von Damaskus nach Mekka, zwischen Tabuk und Wadi el Kora (ein anderes liegt auf der Ostseite des Hauran). - und Buz Ein arabischer Stamm. - und alle, die geschorenes Haar tragen, Vergl. [Jer 9,26]. - und alle Könige Arabiens und alle Könige des Westens, Die verschiedenen Stämme, welche die arabische Wüste und die Wüste zwischen Syrien und Babylonien bewohnen. Es scheint im Hebräischen eine Dittographie eingedrungen zu sein (Arabien – Westen). Nach anderen bedeutet das zweite (Westen), den Keilinschriften entsprechend, vielmehr die in der Wüste umherschweifenden arabischen Stämme. - welche in der Wüste wohnen; dazu alle Könige von Zambri, Über diesen Namen ist nichts Sicheres bekannt. Vielleicht Elam, ein Gebirgsland im Osten des Tigris, jenseits von Babylonien und im Norden an Medien und Assyrien angrenzend, im Süden an den persischen Meerbusen stoßend. - alle Könige von Elam Medien grenzt im Westen an das Zagrosgebirge, im Norden an das Kaspische Meer, im Osten an Parthien und Hyrkanien. - und alle Könige der Meder; auch alle Könige des Nordens, nahe wie ferne, den einen wie den andern und alle Königreiche der Erde, die auf derselben sind; und nach diesen Abschluss der besonderen Gerichte (V. 9, V. 11) und des allgemeinen. (V. 15 – 26) - soll der König von Sesach Babylon. Von dem allgemeinen Weltgericht bleibt Babylon nicht ausgeschlossen. Auf den ersten Akt, in dem es als Rächer auftritt, folgt ein zweiter, in dem es selbst dem göttlichen Gerichte erliegt, wie jetzt die anderen. Wie es einst der Schauplatz der ersten allgemeinen Empörung gegen Gott war [1Mos 11,9], so soll es auch als letzter Feind Gottes fallen. Indem es an das Ende gestellt wird, erhellt daraus die symbolische Verwendung des Namens bei Isaias und in der Offenbarung des heiligen Johannes. - trinken. Sage zu ihnen: So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Trinket, dass ihr trunken werdet und speiet; und fallet nieder und stehet nicht wieder auf Gott und sein Reich siegt über euch. Gott wird seine Feinde so lange verfolgen, bis der Sieg ein vollständiger ist. Wie Gott sie lange und auf vielfache Weise heimsuchen wird, ist in einer vierfachen Stufenreihe von Worten gesagt. Wie unvermeidlich dies Gericht ist, besagt der folgende Vers. - vor dem Schwerte, das ich unter euch senden werde! Wenn sie sich aber weigern, den Kelch aus deiner Hand zu nehmen, um zu trinken, so sage zu ihnen: So spricht der Herr der Heerscharen: Ihr müsst trinken! Ihr müsst trinken und reichlich trinken. Wie gerecht dieser Urteilsspruch ist, besagt V. 29. - Denn sehet, bei der Stadt, über die mein Name angerufen ist, Die Stadt Jahves. Wenn ich selbst diese strafe, obwohl nach der Meinung der Heiden das Glück einer Stadt die Ehre ihres Gottes ist, so werde ich noch viel weniger anderer schonen. - fange ich an zu strafen, und ihr solltet, als ob ihr unschuldig wäret, ungestraft bleiben? Ihr sollt nicht ungestraft bleiben, denn ich rufe das Schwert wider alle Bewohner der Erde auf, spricht der Herr der Heerscharen. Du aber sollst ihnen alle diese Worte weissagen und so zu ihnen sagen: Der Herr wird von der Höhe her Gebrüll erschallen lassen Gott wohnt gleichsam im Himmel und steigt im Donner herab. Da hier von dem Gerichte über die Stadt Jerusalem die Rede ist, wendet der Prophet die Worte Joels [Joe 3,16] und Amos [Amos 1,2] mit einer Veränderung so an, dass Gott aus dem Tempel seine drohende und schreckende Stimme hören lässt. - und seine Stimme aus seiner heiligen Wohnung erheben, laut wird er über den Ort seiner Herrlichkeit brüllen; Hebr.: Ja, brüllen fürwahr wird er über seine Flur (über seine Herde). - ein lautes Rufen Jubelrufen. - wie das der Keltertreter wird ertönen Hebr.: wird er ertönen lassen (immer von neuem). - wider alle Bewohner der Erde. Der Schall Das Kriegsgetöse. - wird bis an das Ende der Erde dringen, denn der Herr hält Gericht über die Völker und rechtet mit allen Menschen; die Gottlosen gebe ich dem Schwerte preis, spricht der Herr. So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, Unglück wird von einem Volk zum andern Volk ausgehen und ein großes Ungewitter sich erheben von den Enden der Erde. Und die vom Herrn Erschlagenen werden an jenem Tage von einem Ende der Erde bis zum andern hingestreckt liegen, nicht wird man ihnen Totenklage halten und sie nicht aufsammeln noch begraben; als Dünger werden sie auf dem Erdboden liegen bleiben. Heulet, ihr Hirten! Zum Zeichen, dass niemand dem Unglücke entgehen wird, wendet der Prophet sich in besonderer Weise an die Könige und Vornehmen, sie sollen sich selbst den Klagegesang anstimmen, denn nach ihrem Tode wird niemand da sein, es zu tun. - und wehklaget, bestreuet euch mit Asche, ihr ersten der Herde! denn eure Zeit ist da, dass ihr geschlachtet werdet; die Zeit eurer Zertrümmerung, ihr sollt zu Boden fallen, wie kostbare Gefäße. Die nicht getötet werden, sollen zerstreut werden und wie schöne Gefäße (deren Untergang anderen Schrecken verursacht) zerschlagen werden. - Für die Hirten gibt es keine Flucht mehr und keine Rettung für die Vornehmsten der Herde. Die Wiederholung weist auf das sichere Eintreten des Verderbens. - Horch! Angstruf der Hirten und Wehegeschrei der Ersten der Herde, denn der Herr hat ihre Triften verwüstet. Die Gefilde des Friedens Die Auen, auf denen zuvor die Herde friedlich weidete. - liegen verödet vor dem grimmigen Zorne des Herrn. Keine Frucht tragend und von Mensch und Tier verlassen. - Er Gott. (Hier., Thom.) - hat gleich einem Löwen sein Dickicht verlassen, denn ihr Land ist zur Wüstenei geworden vor dem Zorne der Taube Wer das Unheil bringen will, beschreibt der Prophet in zweifacher Weise: Menschen und Gott. Hebr.: Vor dem gewalttätigen Schwerte und vor der Glut des Zornes des Herrn. und vor dem grimmigen Dräuen des Herrn.

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