Jeremias 26
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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6. Sechste Rede. (Kap. 26) A. Jeremias wird des Todes schuldig erklärt. (V. 11) B. Jeremias Verteidigung. C. Die Tötung des Propheten Urias.
1 Im Anfange der Herrschaft Joakims, Die Zeitumstände mussten selbst zu den Herzen der Bewohner von Juda sprechen. Nechao, der König von Ägypten, hatte den König Joachaz, der vor dem Herrn Böses getan, in Ketten nach Ägypten weggeführt und dem Volke eine Brandschätzung auferlegt. [2Koe 23,32ff] Sollte nicht Juda nun alles tun, weitere Strafe von sich abzuwenden? - des Sohnes Josias, des Königs von Juda, erging dies Wort vom Herrn, also lautend: 2 So spricht der Herr: Tritt in den Vorhof des Hauses des Herrn und sprich zu allen Städten Judas, aus denen man kommt, um im Hause des Herrn anzubeten, Also an einem der großen Jahresfeste. Die vorstehende Stelle zeigt, dass man den äußeren Kult nicht vernachlässigte. Der Vorhof ist der äußere Vorhof des Volkes, wie [Jer 19,14]. Dort soll Jeremias als Gesandter des Herrn zu dem Volke reden. - alle Worte, die ich dir befohlen habe, zu ihnen zu reden. Nimm kein Wort davon hinweg! Aus Furcht vor Verfolgungen. - 3 Vielleicht hören sie und bekehren sich ein jeder von seinem bösen Wege, dass ich mich des Übels gereuen lasse, welches ich ihnen ihrer bösen Taten willen zuzufügen gedenke. Auch jetzt noch ist Gott bereit zu vergeben. Vielleicht deutet nicht eine Ungewissheit der göttlichen Erkenntnis, sondern die Freiheit des menschlichen Willens an, dem Gottes Voraussehen keine Notwendigkeit auferlegt. - 4 Sprich zu ihnen also: So spricht der Herr: Wenn ihr nicht auf mich hört, dass ihr in meinem Gesetze wandelt, welches ich euch gegeben habe, 5 dass ihr auf die Worte meiner Diener, der Propheten, hört, welche ich zu euch sende, vom frühen Morgen an aussendend, ohne dass ihr hörtet: 6 so werde ich dieses Haus wie Silo machen und diese Stadt dem Fluche preisgeben bei allen Völkern der Erde. Tempel und Stadt zerstören. - 7 Die Priester und Propheten und das ganze Volk hörten Jeremias diese Worte reden im Hause des Herrn. 8 Als nun Jeremias alles ausgeredet, was ihm der Herr dem ganzen Volke zu sagen befohlen, Jeremias hat, wie diese Worte andeuten, also mehr gesagt als V. 4-6 enthalten. - ergriffen ihn die Priester Sie, die das Gesetz lehren und als die ersten beobachten und heilig vor dem Herrn sein sollten, stehen an der Spitze der Feinde des Propheten. - und die Propheten Die falschen Propheten. - und das ganze Volk und sprachen: Er soll des Todes sterben! Hebr.: Du musst sterben. Weshalb hast du im Namen Jahves geweissagt? - 9 Warum hat er im Namen des Herrn geweissagt und gesprochen: Wie Silo wird dieses Haus werden und diese Stadt verwüstet werden, dass niemand darin wohnt? Sie achten nicht darauf, dass der Untergang ihnen nur unter der Voraussetzung angedroht ist, dass sie in ihren Sünden beharren. Die wahnsinnige Vorstellung von der Erhabenheit ihres Volkes sieht bereits in einer bedingten Androhung der Strafe einen Frevel. - Und das ganze Volk versammelte sich gegen Jeremias im Hause des Herrn. 10 Als aber die Fürsten Judas von diesen Ereignissen hörten, kamen sie hinauf aus dem Hause des Königs in das Haus des Herrn und setzten sich an dem Eingange des neuen Tores Nach [Jer 36,10] war dies am inneren Vorhofe. Joatham hatte es geschaffen. [2Koe 15,35] - am Hause des Herrn nieder. 11 Und die Priester und die Propheten sprachen zu den Fürsten und zum ganzen Volke also: Dieser Mann ist des Todes schuldig, denn er hat wider diese Stadt geweissagt, Gott hat verheißen, in diesem Hause auf ewig zu wohnen. [1Koe 9,3] Dem widerspricht Jeremias, also ist er als falscher Prophet mit dem Tode zu bestrafen, nach [5Mos 18,20]. Entweder lassen sie die Bedingung absichtlich aus oder ihr Hochmut ist so groß, dass sie jede Andeutung einer Möglichkeit, dass der Ruhm Judas hinsinkt, mit dem Tode bestrafen wollen. - so wie ihr mit eigenen Ohren gehört habt. 12 Da sprach Jeremias zu allen Fürsten und zu dem ganzen Volke Zu den Fürsten als Richtern, zu dem Volke, das verführt ist. Die Ankläger würdigt Jeremias keines Wortes und fügt bei, was jene ausgelassen: Bei euch steht es, ob jener Ausspruch in Erfüllung gehen soll oder nicht. - also: Der Herr hat mich gesandt, um wider dieses Haus und wider diese Stadt alle die Worte, die ihr gehört habt, zu weissagen. Mit großer Klugheit weist er darauf hin, dass der Herr ihn gesendet und seinen Entschluss ändern werde, wenn sie Buße tun. Durchaus also hat ihn kein Hass oder Verachtung angetrieben, sondern die Sorge um ihr Heil erfüllt ihn. - 13 So bessert denn nun euern Wandel und eure Taten und höret auf die Stimme des Herrn, eures Gottes, so wird er sich des Übels, das er wider euch ausgesprochen hat, gereuen lassen. 14 Ich aber, sehet, bin in eurer Gewalt, tuet mir, wie es in euern Augen gut und recht ist. Seine Bescheidenheit muss die Fürsten für ihn gewinnen, der Hinweis auf die Gerechtigkeit sie warnen. - 15 Nur sollt ihr wissen und bedenken, dass, wenn ihr mich tötet, ihr unschuldig Blut auf euch und auf diese Stadt und ihre Bewohner bringet; denn der Herr hat mich in Wahrheit zu euch gesandt, alle diese Worte vor euern Ohren zu verkünden. Nicht ich, ihr selbst bringt euch den Untergang. Liebt ihr Stadt und Tempel wahrhaft, so vermehrt eure Sünden nicht und macht euch nicht meines Blutes schuldig. Jeremias Standhaftigkeit und bewährte Unschuld führt in der längeren Beratung seine Befreiung herbei. - 16 Da sprachen die Fürsten und alles Volk zu den Priestern und zu den Propheten: Dieser Mann ist nicht des Todes schuldig, denn im Namen des Herrn, unseres Gottes, hat er zu uns geredet. 17 Alsdann traten einige Männer von den Ältesten Unter ihnen nahm Ahikam eine besondere Stellung ein, wie V. 24 zeigt. - des Landes auf und sprachen zu allem versammelten Volk und sagten: 18 Michäas von Morasthi trat als Prophet in den Tagen des Ezechias, Auch zur Zeit des Ezechias, doch damals nicht zum ersten Male. - des Königs von Juda, auf, und redete zu allem Volke Juda also: So spricht der Herr der Heerscharen: Sion wird wie ein Feld gepflügt und Jerusalem zum Trümmerhaufen werden und der Tempelberg eine bewaldete Höhe. 19 Hat ihn etwa Ezechias, der König von Juda, und ganz Juda zum Tode verurteilt? Haben sie Im Hebräischen steht die Einzahl. Hat er nicht den Herrn gefürchtet? Usw. Die Worte scheinen sich auf [Jes 37,14ff] zu beziehen. Was die Ältesten sagen, ist auch sicher geschehen. - nicht vielmehr den Herrn gefürchtet und zu seinem Angesichte gefleht? Und hat nicht den Herrn des Übels gereut, das er ihnen angedroht hatte? So bringen wir also Hebr.: so sollten wir also. - großes Unheil über unsere Seelen. 20 Nun übte damals auch ein Mann, Urias, der Sohn Semeis von Kariathiarim, Der Prophet fügt dieses Beispiel ein, um noch nachdrücklicher zu zeigen, wie schweren Gefahren er selbst unter Joakim ausgesetzt war. Kariathiarim lag an der Grenze von Juda und Benjamin. - das Prophetenamt im Namen des Herrn und weissagte wider diese Stadt und wider dieses Land, ganz in Übereinstimmung mit dem, was Jeremias gesprochen. 21 Als aber der König Joakim und alle seine Machthaber und Fürsten diese seine Worte hörten, suchte der König ihn zu töten. Das erfuhr Urias und fürchtete sich und entfloh und kam nach Ägypten. Nicht aus Misstrauen gegen Gott, sondern aus Klugheit. Vergl. [Mt 10,23]. - 22 Doch der König Joakim sandte Leute nach Ägypten, Elnathan, Joakims Rachsucht ist so groß, dass er den Propheten, dessen Strafreden er nicht mehr zu fürchten hat, selbst in fremden Lande noch zu töten sucht. Siehe [Jer 36,12.25]. - den Sohn Achobors, Der gleiche Name kommt [2Koe 22,12.14] vor, ob auch dieselbe Person? - und andere mit ihm nach Ägypten. 23 Diese führten Urias aus Ägypten fort und brachten ihn zum Könige Joakim, der ihn mit dem Schwerte erschlug und seinen Leichnam auf die Grabstätten des gemeinen Volkes werfen ließ. So beschimpft er noch den Toten. - 24 Jedoch Da Joakim so rachsüchtig war, musste es als eine besondere Tat Gottes erscheinen, wenn Jeremias ihm entging. - Ahikams, des Sohnes Saphans Hand Schutz, Einfluss. Ahikam wird [2Koe 22,12] erwähnt. - war mit Jeremias, dass er nicht in die Hände des Volkes überliefert ward, um ihn zu töten. Ahikam beruhigte wohl einen Aufstand des Volkes.
Zitiert in 1
- V. 15 Summa (EN)(II-II 171.5)