Jeremias 28
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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8. Achte Rede. (Kap. 28) A. Anmaßung des Hananias. (V. 11) B. Strafe des Hananias.
1 Und es geschah in jenem Jahre, im Anfange der Herrschaft Sedekias', des Königs von Juda, im vierten Jahre, Der griechische Text der Septuag. lautet kurz: Und es geschah im vierten Jahre des Sedekias. – Damit ist jede Schwierigkeit und Dunkelheit, welche die doppelte Zeitangabe schafft, beseitigt. - im fünften Monate, da sprach Hananias, der Sohn Azurs, der Prophet aus Gabaon, Gabaon war eine Priesterstadt. [Jos 21,17] - zu mir, im Hause des Herrn, in Gegenwart der Priester und des ganzen Volkes, also: Der Gegensatz gegen die Weissagung eines wahren Propheten machte den Ausspruch des Hananias noch nicht allein hinfällig, da jene bedingt sein konnte. War Hananias zudem Priester, so verschaffte dies seinen Worten neues Ansehen. Seine Kühnheit wächst, da er die Gesandten so vieler Könige in Jerusalem gegen den König von Babylon vereinigt sieht. - 2 So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Was er sagt, ist geeignet, die Herzen zum Kampfe zu entflammen. - Ich zerbreche das Joch des Königs von Babylon. 3 Noch zweier Jahre Frist Von dieser Zeit an gerechnet. - und ich lasse alle Geräte des Hauses des Herrn, die Nabuchodonosor, der König von Babylon, von diesem Ort weggenommen und nach Babylon fortgeführt hat, an diesen Ort zurückbringen. 4 Auch Jechonias, Siehe über ihn [2Koe 24,12]. Jeremias hatte vorausgesagt, er werde in fremden Lande sterben. - den Sohn Joakims, den König von Juda und alle Gefangenen von Juda, die nach Babylon gekommen sind, will ich an diesen Ort zurückführen, spricht der Herr, denn ich werde das Joch des Königs von Babylon zerbrechen. 5 Da sprach der Prophet Jeremias zu Hananias, dem Propheten, in Gegenwart der Priester und des ganzen Volkes, das im Hause des Herrn stand, 6 und es sprach der Prophet Jeremias: Mit großer Demut und Milde. - Es geschehe! Also tue der Herr! Der Herr lasse deine Worte, die du geweissagt hast, in Erfüllung gehen, dass die Geräte in das Haus des Herrn zurückkommen und alle Weggeführten von Babylon an diesen Ort! Jeremias zeigt, dass er aufrichtig das Glück des Volkes wünscht. Damit aber nicht allzu schnelles Vertrauen das Volk täusche, fügt er bei, dass es ihm noch nicht fest stehe, ob Hananias ein Prophet sei, ja, dass ihm das Gegenteil wahrscheinlich sei. - 7 Doch höre dieses Wort, das ich vor deinen Ohren und vor den Ohren des ganzen Volkes rede: 8 Die Propheten, welche vor mir und vor dir von alten Zeiten her aufgetreten sind, auch sie weissagten über viele Länder und über große Reiche von Krieg, Drangsal und Hunger. Hebr.: Pest. - 9 Der Prophet nun, welcher Frieden weissagt, wird als Prophet, den der Herr in Wahrheit gesandt hat, erkannt werden, wenn sein Wort eintrifft. Die Prophetengabe ist keine Erleuchtung (wie auch Nathans Beispiel [2Sam 7,3ff] zeigt), daher weist Jeremias nur auf die Verdachtsgründe hin, welche die Klugheit ihm eingibt. - 10 Da nahm Hananias, der Prophet, die Kette Das Joch. - vom Halse des Propheten Jeremias und zerbrach sie. Seine Tat soll die Worte Jeremias wirkungslos machen. - 11 Und Hananias redete vor dem ganzen Volke also: So spricht der Herr: Ebenso werde ich das Joch Nabuchodonosors, des Königs von Babylon, binnen zwei Jahren zerbrechen und vom Halse aller Völker nehmen. Nach zwei Jahren sollen nicht allein die Gefäße zurückkehren, sondern wir und alle übrigen werden auch das Joch der Chaldäer abschütteln. So wurde Jeremias vor Volk und Priestern gedemütigt, Gott wollte ihn eine Zeitlang die Schmach tragen lassen. - 12 Der Prophet Jeremias aber ging fort seines Weges. In Gottes Willen ergeben und auf Erleuchtung harrend. Es war eine schwere Prüfung für Jeremias, der schon öfter über die Beschwerden seines Amtes geklagt hat. Gewiss betet der Prophet um Erleuchtung, ähnlich wie [Jer 33,3] und [Jer 42,4]. - Da erging das Wort des Herrn an Jeremias, nachdem der Prophet Hananias die Kette, welche am Halse des Propheten Jeremias war, zerbrochen hatte, also: 13 Gehe hin und sage zu Hananias: So spricht der Herr: Ketten aus Holz hast du zerbrochen, aber du bereitest an deren Stelle solche aus Eisen. Ein Joch aus Eisen kann nicht zerbrochen werden, wie Hananias das hölzerne Joch zerbrochen hat. Jeremias antwortet mit derselben feierlichen Formel, welche Hananias V. 2 missbräuchlich angewendet hat. - 14 Denn so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Ein Joch von Eisen lege ich auf den Hals aller dieser Völker, dass sie Nabuchodonosor, dem Könige von Babylon, dienstbar werden; sie werden ihm dienstbar sein, ja, selbst die Tiere des Feldes übergebe ich ihm. 15 Da sprach der Prophet Jeremias zu dem Propheten Hananias: Höre, Hananias! der Herr hat dich nicht gesandt und du hast dieses Volk verleitet, auf Lügen zu vertrauen. Du hast durch deine Lüge das Volk in der Bosheit bestärken und so Gottes Werk hindern wollen. Da nun aber die Fürsten und das Volk die vom Gesetze festgesetzte Strafe nicht vollziehen, wird Gott selbst dich züchtigen. - 16 Darum spricht der Herr also: Siehe, ich will dich vom Erdboden wegraffen, in diesem Jahre noch sollst du sterben, denn du hast wider den Herrn geredet. Hebr.: Denn Abfall hast du gepredigt wider Jahve. Du hast das Volk durch deine Voraussagung in der Sünde gefestigt, das hauptsächlichste Kennzeichen des falschen Propheten offenbart [5Mos 13,5] die Strafe [5Mos 18,20] - 17 Und der Prophet Hananias starb in demselben Jahre, im siebenten Monate. So hat Gott seine Verheißung [Jer 1,19] erfüllt. Für jedes fälschlich verheißene Jahr wird ihm ein Monat zur Buße gewährt. Doch das traurige Ende des Hananias dient den anderen nicht zur Warnung.