Jeremias 29
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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9. Neunte Rede. (Kap. 29) A. Die Wegführung wird eine langdauernde sein. (V. 14) B. Strafgericht über die Lügenpropheten.
1 Dies sind die Worte des Schreibens, welches der Prophet Jeremias von Jerusalem sandte an die unter den Weggeführten übriggebliebenen Ältesten, Welche die Entbehrungen der Reise und der Gefangenschaft nicht getötet. Die Weissagung [Jer 23,3] ist in Erfüllung gegangen. Dass Juda auch in der Gefangenschaft eigene Älteste hatte, erhellt aus [Dan 13,5]. - an die Priester und an die Propheten Nach dem Griech.: Die falschen Propheten. - und an das gesamte Volk, welches Nabuchodonosor von Jerusalem nach Babylon weggeführt hatte, 2 nachdem der König Jechonias, die Königin, Die Königin-Mutter, die Mutter des Jechonias. - die Kämmerer und die Fürsten von Juda und Jerusalem und die Werkleute und die Schlosser von Jerusalem weggezogen waren, Nabuchodonosor hatte bereits im dritten Jahre Joakims Gefangene aus Jerusalem weggeführt. [Dan 1,1ff] - 3 durch Elasa, den Sohn Saphans, und Gamarias, den Sohn Helkias, Über diese Männer ist nichts Genaueres bekannt. - welche Sedekias, der König von Juda, zu Nabuchodonosor, dem Könige von Babylon, nach Babylon sandte, Es ist nicht die gleiche, wie die [Jer 51,59] erwähnte Gesandtschaft, wie die Umstände zeigen. - des Inhalts: 4 So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels, zu allen Gefangenen, die ich von Jerusalem nach Babylon weggeführt habe: 5 Bauet Häuser und wohnet darin und pflanzet Gärten und genießet den Ertrag derselben! Ihr werdet lange in jenem Lande bleiben. - 6 Nehmet Frauen und zeuget Söhne und Töchter; gebet euern Söhnen Frauen und gebet eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; und mehret euch daselbst und bleibet nicht gering an Zahl! Auch im fremden Lande wird euch der Segen Abrahams zuteil werden und ihr zu einem großen Volke heranwachsen. - 7 Und suchet den Frieden der Stadt, in die ich euch habe wegführen lassen, Nicht die Macht des Königs hat eure Wegführung verursacht, sondern mein Wille. - und betet für sie zu dem Herrn, denn ihr Friede wird euer Friede sein! Der Prophet gibt die gleiche Vorschrift wie Baruch [Baru 1,11] und der Apostel [2Tim 2,1.2]. Unterdrückte dürfen das Joch nicht gewaltsam abwerfen, sondern müssen selbst für den feindlichen Staat beten, bis Gott sie ihrer Lage entreißt. - 8 Denn so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Lasset euch nicht täuschen von euern Propheten, die unter euch sind, und von euern Wahrsagern und merket nicht auf eure Träume, welche ihr träumet; Hebr.: ihr euch träumen lasst. Ihr lasst euch das durch jene verkünden, was ihr wünscht. - 9 denn trügerisch weissagen sie euch in meinem Namen und ich habe sie nicht gesandt, spricht der Herr. 10 Denn so spricht der Herr: Wenn die siebzig Jahre in Hebr.: Für Babylon. Den Sinn zeigt [Jer 25,11.12]. Die Zählung der Jahre beginnt mit der Schlacht bei Charkamis. - Babylon beginnen voll zu werden, so werde ich euch heimsuchen und werde das Gute, das ich über euch gesprochen habe, erfüllen und euch an diesen Ort zurückführen. 11 Denn ich kenne die Gedanken, welche ich über euch hege, Ich werde nie meine wohlwollenden Absichten gegen euch vergessen und alles dem Ziele zuführen, das ich für euch erwählt habe. - spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unglücks, um euch eine Zukunft und Hoffnung zu gewähren. 12 Dann werdet ihr mich anrufen und hingehen An den Ort der Anbetung. - und werdet zu mir beten und ich werde euch erhören. 13 Ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet. Vergl. [5Mos 4,29.30]. - 14 Und ich werde mich von euch finden lassen, spricht der Herr, und werde eure Gefangenen zurückführen und euch aus allen Völkern und von allen Orten sammeln, wohin ich euch verstoßen, spricht der Herr, und will euch zurückholen von dem Orte, an den ich euch habe wegführen lassen. Dies sind die Gedanken des Friedens, dies hat Ziel, die Hoffnung. (V. 11) Die Rückkehr nach Palästina ist der Beginn der Wiederherstellung der Theokratie. - 15 Ihr sprecht zwar: Der Herr hat uns in Babylon Propheten erweckt, Was Hananias in Jerusalem verkündet, verbreiteten jene in Babylon. Deshalb zeichnet Jeremias das künftige Los des Sedekias und des in Judäa zurückgelassenen Volkes auf. Und damit die Weggeführten nicht meinen, Gott habe sein Vorhaben geändert [Jer 18,8], zerstört er alsbald die Meinung, jene Propheten redeten die Wahrheit. - 16 doch so spricht der Herr von dem Könige, der auf dem Throne Davids sitzt, und von dem ganzen Volke, welches diese Stadt bewohnt, von euern Brüdern, die nicht mit euch in die Gefangenschaft weggezogen sind. Die falschen Propheten haben wohl auf die David gegebene Verheißung eines ewigen Thrones hingewiesen, um ihre Voraussagungen mit denselben zu stützen; trotz derselben soll König und Reich untergehen. - 17 So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, ich will wider sie Schwert, Hunger und Pest senden; ich will sie schlechten Feigen gleichmachen, die man nicht essen kann, weil sie schlecht sind, 18 und ich will sie mit Schwert, mit Hunger und mit Pest verfolgen und will sie allen Reichen der Erde zur Misshandlung hingeben und will sie zum Gegenstande des Fluches, des Entsetzens, des Spottes und der Schmähung bei allen Völkern machen, unter die ich sie verstoße; 19 dafür, dass sie nicht auf meine Worte gehört haben, spricht der Herr, die ich durch meine Diener, die Propheten, an sie ergehen ließ, sie vom frühen Morgen an Die Mahnung gilt an erster Stelle den Weggeführten, damit sie die eitle Hoffnung aufgeben. - sendend, und ihr habt nicht gehört, spricht der Herr. 20 So höret denn das Wort des Herrn, ihr Weggeführten alle, die ich von Jerusalem nach Babylon fortgesendet habe! 21 So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels, zu Achab, dem Sohne Kolias', und zu Sedekias, dem Sohne Maasias', die euch in meinem Namen Lügen weissagen: Sehet, ich werde sie in die Hände Nabuchodonosors, des Königs von Babylon, überliefern und er wird sie vor euern Augen töten. 22 Und alle Weggeführten Judas, die in Babylon sind, sollen ihnen als Bild des Fluches dienen, Die sich gerühmt, von Gott gesendet zu sein, werden ihren Namen wie einen Fluch gebraucht sehen. - so dass sie sagen: Der Herr mache dich Sedekias und Achab gleich, die der König von Babylon am Feuer rösten ließ, 23 deshalb weil sie Ruchlosigkeit Die schlimmsten Fleischessünden. Sie wollten Gott nicht gehorchen, darum überließ er sie den schlimmsten Leidenschaften. - in Israel begangen und Ehebruch mit den Frauen ihrer Nächsten getrieben und trügerisch in meinem Namen ein Wort geredet, das ich ihnen nicht aufgetragen hatte; Indem sie gegen den König von Babylon redeten, was Gott wegen ihrer Sünden offenbar werden ließ. - ich bin Richter und Zeuge, spricht der Herr. So mögen andere sich schämen, dass sie sich von jenen Menschen haben täuschen lassen. - 24 Und zu Semejas, dem Nehelamiter, sprich also: In deinem Schreiben. - 25 So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Weil du in deinem eigenen Namen Hingegen Jeremias sendet sein Schreiben im Namen und Auftrage Gottes. - Zuschriften an das ganze Volk zu Jerusalem und an Sophonias, den Sohn Maasias, den Priester, und an alle Priester gesandt hast, des Inhalts: 26 Der Herr hat dich zum Priester an Stelle des Priesters Jojadas Jojadas hat nach Phassur das Amt eines Tempelvorstehers innegehabt. - eingesetzt, dass du der Vorsteher seiest im Hause des Herrn über jeden, der wahnbefangen ist und weissagt, Der tut, als ob er von Gottes Geist ergriffen sei. - ihn in Block und Kerker zu legen. 27 Nun denn, warum hast du Jeremias von Anathoth, der euch weissagt, nicht gestraft? In Block und Kerker gelegt? - 28 Denn er hat überdies Hebr.: Darum: weil man ihm zu Haus keinen Widerstand leistet, wagt er, an uns solches zu schreiben. - eine Botschaft an uns nach Babylon gesendet, des Inhalts: Es währt noch lange. Bauet Häuser und wohnet darin, pflanzet Gärten und genießet den Ertrag derselben! Anfang des Briefes. - 29 Und der Priester Sophonias las diese Zuschrift vor den Ohren des Propheten Jeremias. 30 Da erging das Wort des Herrn an Jeremias, also: Dieser Vers knüpft an V. 25 an. - 31 Sende zu allen Weggeführten und lass sagen: So spricht der Herr zu Semejas, dem Nehelamiter: Weil euch Semejas geweissagt hat, ohne dass ich ihn gesandt und er euch verleitet hat, auf Lügen zu vertrauen, 32 darum sagt der Herr also: Sehet, ich will es an Semejas, dem Nehelamiter, und seinen Nachkommen ahnden; nicht soll ein Nachkomme von ihm unter diesem Volke wohnen und nicht soll er das Gute schauen, das ich meinem Volke verleihen werde, Die Zurückführung und Wiederherstellung. - spricht der Herr; denn er hat Abfall wider den Herrn geredet. Indem er durch seine Lügen das Volk von der Verehrung Gottes entfernte und in ihren Sünden bestärkte.