Jeremias 34

5. Fünfter Teil. (Kap. 34 – Kap. 45) 1. Erster Bericht. (Kap. 34. 35). Das Schicksal Sedekias wir vorausgesagt. (V. 7) B. Die Vorschriften über die Leibeigenen sind nicht beobachtet.

Wort, welches an Jeremias von dem Herrn erging, als Nabuchodonosor, der König von Babylon, und dessen ganzes Heer und alle Reiche der Erde, die seiner Herrschaft unterworfen waren, und alle Völker gegen Jerusalem und gegen alle dazu gehörigen Städte Besonders gegen Lachis und Azecha. (V. 7) - kämpften, also lautend: Die [Jer 1,15] und [Jer 4,7ff] vorausgesagten Ereignisse nahen. - So spricht der Herr, der Gott Israels: Gehe hin und sprich zu Sedekias, dem Könige von Juda, und sage zu ihm: So spricht der Herr: Siehe, ich will diese Stadt in die Hand des Königs von Babylon überliefern, dass er sie mit Feuer niederbrenne. Auch du sollst seiner Hand nicht entrinnen, sondern wirst ergriffen und in seine Hand überliefert werden und wirst den König von Babylon sehen Auge in Auge und von Mund zu Mund mit ihm reden und wirst nach Babylon kommen. Ähnliche Worte [Jer 32,3-5]. Aus V. 8 erhellt, dass der Prophet die gleichen Drohungen mehrfach ausgesprochen. (Vergl. V. 21, V. 22) Demnach ist hier nicht dasselbe Ereignis zu verstehen wie [Jer 32], zumal Jeremias nach [Jer 37,4.12] nicht in das Gefängnis geworfen ward. An dieser Stelle wird also berichtet, was geschah, als Jeremias zum ersten Male das Strafgericht verkündete, dessen wiederholte Ankündigung ihm die erwähnte Verfolgung zuzog. - Doch höre das Wort des Herrn, Sedekias, König von Juda! So spricht der Herr zu dir: Du sollst nicht durch das Schwert sterben, sondern in Frieden wirst du sterben und so wie für deine Väter, die früheren Könige, die vor dir herrschten, Verbrennungen stattfanden, so werden sie auch für dich anzünden Verbrennungen von Räucherwerk. Vergl. [2Chr 16,14] und [2Chr 21,19]. - und werden um dich klagen „Ach Gebieter!“ denn ich habe dies Wort geredet, spricht der Herr! Und Jeremias, der Prophet, redete zu Sedekias, dem Könige von Juda, alle diese Worte in Jerusalem. Während das Heer des Königs von Babylon aber Jerusalem und alle Städte von Juda, die noch übrig waren, belagerte, Lachis und Azecha, Lachis und Azecha lagen südwestlich in der Ebene von Juda und waren von Roboam befestigt. [2Chr 11,9] - denn diese waren unter den festen Städten Judas noch übrig, Im Norden konnte Jerusalem nicht gut angegriffen werden, diese Städte konnten den Ägyptern als Stützpunkt dienen, wie sie Jerusalem noch schützten. - erging das Wort an Jeremias von dem Herrn, als Sedekias mit allem Volke zu Jerusalem eine Übereinkunft geschlossen und hatte ausrufen lassen, also lautend: dass ein jeder seinen Knecht und ein jeder seine Magd, Hebräer und Hebräerin, freilassen und dass keiner sie mehr, als Juden und seine Brüder, dienstbar machen dürfe. Die gesetzlichen Vorschriften finden sich [2Mos 21,1-4; 3Mos 25,39-43; 5Mos 15,12-15] waren aber wohl arg vernachlässigt. Sedekias geht mit gutem Beispiele voran, indes schwach, vergl. [Jer 38,5], hindert er nachher nicht die Verletzung dieser mit dem Volke geschlossenen Übereinkunft. - Da gehorchten alle Fürsten und das gesamte Volk, welche das Versprechen eingegangen waren, dass jeder seinen Knecht und jeder seine Magd freiließ und ferner nicht mehr dienstbar machte; sie gehorchten und entließen sie. Um Gott zum Erbarmen zu bewegen, dass sie nicht selbst in die Knechtschaft der Chaldäer kamen, entließen sie ihre in Leibeigenschaft dienstbaren Mitbrüder, soweit diese über das sechste Jahr hinaus festgehalten waren. (V. 14ff) - Darnach aber wurden sie anderen Sinnes und holten ihre Knechte und Mägde, die sie freigelassen hatten, wieder zurück und zwangen sie mit Gewalt, als Knechte und Mägde zu dienen. Als die Gefahr dem Anscheine nach gewichen ist, bereuen sie ihre Reue, und fern von der Furcht Gottes, führen sie ihre Mitbrüder mit Zwang in die Sklaverei zurück. - Da erging das Wort des Herrn an Jeremias von dem Herrn also: So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe mit euern Vätern einen Bund geschlossen am Tage, da ich sie aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Dienstbarkeit herausführte, Auf diese Befreiung weist Gott [5Mos 15,15] hin. Das Gesetz, welches Jeremias hier anführt, findet sich [Jer 15,12]. Diese Vorschrift war also als nach dem Auszug aus Ägypten erlassen allgemein bekannt. - indem ich sprach: Nach Ablauf von sieben Jahren Richtiger: Im begonnenen siebenten Jahre. Die hebr. Redeweise ist der deutschen ähnlich, die gleichfalls nicht genau zählt: nach acht Tagen. - soll ein jeder seinen Bruder, der ein Hebräer ist und sich ihm verkauft hat, freigeben; hat er dir sechs Jahre gedient, so sollst du ihn freilassen; aber eure Väter hörten nicht auf mich und neigten nicht ihr Ohr. Da bekehrtet ihr euch Dasselbe Wort wird hier in gutem, V. 16 in schlechtem Sinne gebraucht. - jetzt In dieser Zeit. - und tatet, was recht in meinen Augen, indem ein jeder von euch für seinen Nächsten Freiheit ausrief Die [3Mos 25,10] gebotene Entlassung. - und vor meinem Angesicht im Hause, über welches mein Name angerufen ist, eine Übereinkunft schloss. Also mit feierlichem Eidschwur; doch sie haben denselben gebrochen. - Jedoch ihr seid wieder abwendig geworden und habt meinen Namen entweiht und holtet ein jeder seinen Knecht zurück und ein jeder seine Magd, die ihr entlassen, dass sie frei und ihre eigenen Herren seien, und zwanget sie mit Gewalt, eure Knechte und Mägde zu sein. Darum spricht der Herr also: Ihr habt nicht auf mich gehört, dass ihr Freiheit ausgerufen hättet ein jeder für seinen Bruder und ein jeder für seinen Nächsten; sehet, so rufe ich nun für euch Freiheit aus, Gott erklärt sie von seinem Schutze gelöst und überlässt sie der Freiheit der Vernichtung durch Schwert, Seuche und Hunger. - spricht der Herr, Freiheit für das Schwert, für die Seuche und für den Hunger und gebe euch zur Misshandlung allen Reichen der Erde hin. Und Eine Strafe, die Freiheit für das Schwert, wird weiter erklärt. - die Männer, welche meinen Bund übertreten und die Bestimmung der Übereinkunft, die sie vor meinem Angesichte geschlossen, nicht gehalten haben, will ich wie das Kalb machen, welches sie in zwei Stücke gehauen und zwischen dessen Teilen sie hindurchgegangen sind; Alte Weise der Bundesschließung. Siehe [1Mos 15,10.17]. - die Fürsten von Juda und die Fürsten von Jerusalem, die Kämmerer und die Priester und das ganze Volk des Landes, welche zwischen den Teilen des Kalbes hindurchgegangen sind; ja, ich will sie in die Hand ihrer Feinde und in die Hand derer überliefern, welche ihnen nach dem Leben trachten, und ihre Leichname sollen den Vögeln des Himmels und den Tieren auf Erden zum Fraße werden. Auch Sedekias, Auch Sedekias soll der Strafe nicht entgehen, da er zwar gut begonnen, doch bald die Verletzung des Bundes zugelassen hat. - den König von Juda, und seine Fürsten will ich in die Hand ihrer Feinde überliefern und in die Hand derer, die ihnen nach ihrem Leben trachten, und in die Hand der Heeresmacht des Königs von Babylon, die von euch abgezogen ist. Sehet, ich befehle, spricht der Herr, und werde sie vor diese Stadt zurückbringen, dass sie wider dieselbe kämpfen und sie einnehmen und in Brand stecken; und ich werde die Städte von Juda zur Wüstenei machen, dass niemand darin wohnen soll. Als die Ägypter nahten, unterbrachen die Chaldäer die Belagerung der Stadt und zogen gegen jene [Jer 37,5-8], indes hatten die Bewohner von Juda keinen Nutzen von Ägypten, die Chaldäer kamen wieder und eroberten die Stadt. Wie töricht also handelten die Einwohner von Jerusalem, dass sie, den Bund brechend, Gottes Strafgericht herausforderten, töricht wähnend, mit dem zeitweiligen Abzuge der Chaldäer habe alle Gefahr aufgehört und sie dürften ungestraft zu ihren Sünden zurückkehren.

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